11. März 2017

Rezension zu „X.Tra – 28 Tage die alles verändern“ von Stephen Wallenfels

Ein harmloses Endzeitszenario

© Boje Verlag

Titel: X.Tra – 28 Tage die alles verändern
Autor: Stephen Wallenfels
Seiten: 284
Genre: Endzeit, Sci-Fi
Reihe: Nein

gelesenes Format: HC

„Washington: Josh, 15, wird von einem ohrenbetäubenden Lärm aus dem Schlaf gerissen. Am Himmel schweben riesige Kugeln und lauern auf alles, das sich bewegt. Sobald ein Mensch die Straße betritt, wird er mit einem Blitz vernichtet. Josh und sein Vater sind eingesperrt, während langsam ihre Vorräte zur Neige gehen ... Los Angeles: Die 12-jährige Megs wartet im Parkhaus eines Hotels auf ihre Mutter - als am Himmel die schwarzen Kugeln auftauchen. Von einer Minute auf die andere herrscht die reine Zerstörung. Megs ist auf sich allein gestellt und kämpft schon bald ums schiere Überleben ...“ (Quelle: https://www.lovelybooks.de/autor/Stephen-Wallenfels/X-TRA-569563332-w/)

Bei diesem Buch war ich sehr neugierig was mich wohl erwarten würde. Denn 1. lese ich nicht so viele Endzeitszenarien und 2. klingt der Klappentext zwar super spannend, gibt aber noch kaum Hinweise zur Handlung. 
Voller Vorfreude habe ich dann angefangen zu lesen. Das Buch ist in zwei Erzählstränge eingeteilt, die sich kapitelweise abwechseln. Wir treffen auf den 15 jährigen Josh und seinen Vater, sowie die 12 Jährige Megs, die beide, ebenso wie die gesamte restliche Menschheit plötzlich von einer Alieninvasion überrascht wird.
Vom Schreibstil war zunächst von dem Schreibstil sehr angetan. Er ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Besonders gut fand ich es, dass die Erzählweise jeweils dem Alter der Protagonisten angepasst wurde, indem die Wortwahl und die Gedankengänge ein bisschen modifiziert wurden. Das war zu Beginn ganz hilfreich um die Protagonisten näher kennen zu lernen. Und bei Joshs Geschichte wurde das auch bis zum Ende hin gut durchgezogen. Nur bei Megs hat es nicht so gut funktioniert. Wo wir auch gleich bei ihrem Charakter sind, der für mich, im Gegensatz zu dem von Josh, ziemlich unstimmig ist.
Megs ist laut Klappentext 12 Jahre alt, wirkt in der Geschichte von ihren Gedanken und Handlungen mal wie acht und mal wie 16 Jahre. Für mich waren diese Schwankungen eher ein Hindernis beim Erschließen dieses  Charakters, weil ich sie eigentlich zu Anfang sehr gerne mochte, aber im Verlauf nicht richtig schlau aus ihr wurde. Auch ihre Reaktion auf die Alieninvasion fand ich eher unglaubwürdig, da sie doch sehr gelassen war und mit allen Situationen angesichts ihres Alters sehr souverän umgegangen ist.
Josh hingegen hat mir da schon besser gefallen. Er war durch und durch ein typischer Teenager mit erwachsenen Zügen. Bei ihm passte alles gut zusammen, sodass ich schneller einen Zugang zu ihm fand und die Kapitel mit seiner Geschichte lieber gelesen habe. Sein Charakter hatte Potential, zeigte aber während der Story zu wenige verschiedene Facetten und war so auch nur mäßig interessant.

Kommen wir nun leider zu meinem großen Kritikpunkt nämlich dem Handlungsverlauf und der Spannung.
Die Grundidee der Story, dass plötzlich unbekannt Flugobjekte überall auftauchen, sodass man seine Wohnung nicht mehr verlassen kann, ohne von den Raumschiffen weggebeamt/aufgelöst (man weiß es nicht so genau) zu werde, fand ich nämlich sehr spannend. Nur die Umsetzung ließ leider zu wünschen übrig.
Bei Protagonisten kämpften um ihr Leben. Wobei das Wort „kämpfen“ hier irreführend klingt denn das klingt nach Spannung. Und genau das ist es, was mich leider so enttäuscht hat, nämlich dass das Potential für eine Geschichte voller Spannung durchaus gegeben war, aber dass nichts von diesem Potential genutzt wurde. Wir begleiten Josh und seinen Vater, wie sie ihre Nahrung einteilen, Spiele spielen, wenig miteinander reden und Megs wie sie in einem Parkhaus in anderen Autos nach Essen sucht. Ab und zu versucht der Autor die Spannung durch Zwischenfälle zu steigern, aber bei mir wollte beim Lesen einfach kein Gefühl von Spannung aufkommen.

Ein Endzeitszenario, von dem ich mir leider deutlich mehr versprochen habe. Die Grundidee und der Schreibstil haben mir richtig gut gefallen, aber leider ist die Umsetzung meiner Meinung nach nicht gut gelungen. Die Charaktere waren zu einseitig und zu unstimmig und die Geschichte leider einfach zu langweilig für mich. Schade.

Ich vergebe nur 2 von 5 möglichen Büchern :(

 
  
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