13. Oktober 2017

Rezension zu „Der Mitreiser und die Überfliegerin“ von Mira Valentin

Fällst du oder lernst du zu fliegen?


© Mira Valentin
Titel: Der Mitreiser und die Überfliegerin
Autor: Mira Valentin
Seiten: 290
Genre: Jugendbuch
Reihe: Nein

gelesenes Format: E-Book

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Autorin Mira Valentin zur Verfügung gestellt. Dafür ein ganz <3- liches Dankeschön‼

„Ist es Magie? Oder einfach nur das Leben?
Die Welt des 18-jährigen Milan gerät aus den Fugen, als seine Sandkastenfreundin Jo bei einem Kletterunfall ums Leben kommt. Doch dann fliegt ihm plötzlich ein weißer Wellensittich zu, der ihn ganz bewusst zum Zirkus Salto lockt. Dort lernt Milan die schöne, aber womöglich verrückte Trapezkünstlerin Julie kennen. Angezogen von ihrer sonderbaren Theorie über magische Menschen und Seelentiere reist Milan mit dem Zirkus und lernt: Es erfordert eine Menge Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Oder Magie – ganz wie man es nimmt.“
(Quelle: https://www.amazon.de/Mitreiser-die-%C3%9Cberfliegerin-Mira-Valentin-ebook/dp/B072QSY7PW/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1503567443&sr=8-1&keywords=mitreiser )

Ich denke die meisten von euch kennen Mira und ihre Bücher, wie die Talente Reihe und die Legende von Enyador bereits, oder haben zumindest mal etwas von ihr gehört. Mir hat die Talente Reihe von ihren Werken her besonders gut gefallen, weshalb ich auf ihr neustes Werk nun besonders neugierig war.
„Der Mitreiser und die Überfliegerin“ lässt bereits durch die wirklich wunderschöne Covergestaltung und auch den Klappentext durchsickern, dass diese neue Geschichte rund um den 18 jährigen Milan in der Welt des Zirkus spielt. Die Faszination, die ich schon als Kind in einem Zirkus gespürt habe, kam also schon vor dem Lesen zu mir. Doch ich hatte auch so im Gefühl, dass dieses Buch anders sein würde, als die Bücher, die die Autorin bisher verfasst hat. Und ich sollte Recht behalten.

In der Geschichte begleiten wir Milan, der zu Beginn der Geschichte schwer am Tod seiner besten Freundin Jo zu knacken hat. Und zwar so richtig. Also so richtig richtig. Die Stimmung ist sehr bedrückend und es tut mir unfassbar leid wie Milan unter seinen Schuldgefühlen und seiner Depression leidet.
Diese gedrückte Stimmung hält sich auch zunächst hartnäckig während des Geschichtsverlaufes. Selbst als Milan ein Teil des Zirkus Salto wird, die sehr nette Trapezkünstlerin Julie kennenlernt und mit dem Zirkus von Ort zu Ort zieht kommt trotz Zirkussetting, dass für mich mit Ballons, Popcorn, bunten Kostümen, Farben und Fröhlichkeit verbunden ist, erst einmal keine wirklich heitere Stimmung auf.
Erst im Verlauf der Geschichte ändert sich Milans Gemüt und die drückende Stimmung nimmt immer mehr ab und die Zirkusstimmung mehr und mehr zu. Das liegt vor allem an Julie. Sie ist vom Charakter her eine gute Ergänzung zu Milan.
Milan ist ein sehr unsicherer Junge, an dem oft Selbstzweifel und Schuldgefühle nagen. Julie kann sich so etwas nicht erlauben, wenn sie oben in schwindelerregender Höhe unter der Zirkuskuppel schwebt. Sie ist ein sehr bodenständiges Mädchen, die freundlich und hilfsbereit ist, aber auch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Sie ist immer für Milan da, ohne aufdringlich zu sein. Ich mochte sie von allen Charakteren am liebsten.

Ich finde dieses Buch wirklich besonders, da es ein wirklich sehr ernstzunehmendes Thema, nämlich Depressionen und selbstverletzendes Verhalten, offen anspricht und verarbeitet.
Es zeigt sehr authentisch, welche Gedankengänge und welche Schuldspiralen nach einem traumatischen Erlebnis entstehen können, und wie schwierig es ist, sich daraus zu befreien.
Die Autorin schafft es mit ihrer Wortwahl die Stimmung sehr genau zu erfassen und zu zeigen, dass es ein langer Weg und ein Kampf ist, sich aus diesem Sumpf der negativen Gedanken zu befreien, und dass es immer wieder Rückschläge gibt, die diesen Weg lang und steinig machen.
Sie zeigt aber auch, dass es möglich ist, sich zurück ins Leben zu kämpfen. Und dass man manchmal ungewöhnliche Wege geht, auf denen man sich selbst vielleicht gar nicht sucht, sich dann aber doch findet. Und das finde ich, ist eine wirklich tolle Botschaft.

Der Schreibstil von Mira Valentin gefiel mir auch hier bei dieser Geschichte wirklich ausgesprochen gut. Er ist locker und flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Trotz ernstem Grundthema gibt es in diesem Buch auch sehr viele schöne und lustige Situationen, die zeigen, wie schön das Leben sein kann. Man begegnet im Zirkus vielen Tieren und kann dabei besonders die große Leidenschaft der Autorin zu Pferden wiedererkennen.

Eine super schöne, aber auch sehr tiefgründige Geschichte über die Suche nach sich selbst und eine Reise bei der man als Mitreiser viel fürs eigene Leben lernen kann.

Ich vergebe für dieses Buch 5 von 5 möglichen Büchern!

    



Mehr Infos zum Buch findest du hier!


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