12. Mai 2020

Rezension zu „T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ von Christophe Lambert

Hilf der T.I.M.E Agency die Zeitrisse zu schließen… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
penhaligon Verlag
Titel: T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ 
Autorin: Christophe Lambert
Seiten: 320 Seiten
Genre: Sci-Fi
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Randomhouse Gruppe und insbesondere dem penhaligon Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Los Angeles 2014: Die ungestüme Tess Heiden, die als Patientin in der Psychiatrie einsitzt, erhält ein verlockendes Angebot. Wenn sie sich von einer im Geheimen operierenden Agentur anheuern lässt, kommt sie frei. Doch Tess ahnt nicht, dass dieses Angebot ein riskantes One-Way-Ticket ist. Denn das Geschäft der T.I.M.E Agency ist es, durch die Zeit zu reisen, und zwar von einer Raumstation im Jahr 2469 aus. Um als Agentin tödliche Missionen überleben zu können, muss Tess die brutalsten Tests bestehen. Doch niemand ist härter, gerissener und stärker als Agentin Heiden. Dann erfährt sie, dass die T.I.M.E Agency ein Geheimnis vor ihr verbirgt, und Tess setzt alles daran, es zu lüften...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/T-I-M-E-Stories-Jagd-durch-die-Zeit/Christophe-Lambert/Penhaligon/e565919.rhd )


*Die perfekte Ergänzung zum Spiel* 

Als ich sah, dass es zum Spiel „T.I.M.E. Stories“ nun auch ein Buch gibt, hatte ich mich riesig gefreut. Denn wir, eine Gruppe aus sechs Freunden, haben das Basisspiel erst vor einigen Monaten gespielt und es für wirklich gut empfunden. Ich stehe immer total auf solche rollen- und storybasierten Spiele, wo man in einen Charakter schlüpfen und eine Geschichte durch weise Entscheidungen zu einem guten Ende bringen muss. Auch wenn wir ein paar Anläufe gebraucht haben, konnten wir die Mission am Ende erfolgreich beenden. Die Idee hinter dem Spiel, dass es eine Agency gibt, man sich Wirtskörper aussuchen und mit diesen in der Zeit reisen muss um Zeitrisse zu finden und zu schließen hat mir äußerst gut gefallen.

Umso gespannter war ich nun, weil ich wissen wollte, wie gut das Buch zum Spiel passen würde. Und ich sage es direkt: Diese Kombination aus dem Medium Brettspiel, dass ein Grundsetting vorgibt und dem Medium Buch, dass eine spannende Geschichte in dieses Setting setzt, passt perfekt!

Die ersten Kapitel im Buch bieten zunächst einen guten Einstieg, der nicht direkt in der Agency startet, sondern uns zunächst mit der Protagonistin Tess bekannt macht. Dieser Anfang hat mir gut gefallen, da man sich so sehr schnell mit Tess als Figur anfreunden konnte und ein gutes Gefühl für ihre Charakterzüge bekam. Ich mochte an ihr vor allem ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut. Ich habe förmlich drauf gebrannt, mich mit ihr in Abenteuer zu stürzen.

Kurz darauf kommt die Geschichte dann in Fahrt und wie die Umstände es so wollen wird Tess ein Teil der T.I.M.E. Agency. Und hier setzte bei mir pure Nostalgie ein, als ich die Namen „Laura“ und „Bob“, sowie die Beschreibungen der Raumstation und das Vorgehen bei den Zeitreisen das erste Mal las. Denn das war exakt das Setting, wie man es aus dem Spiel kannte und es waren die beiden Figuren, die uns beim Brettspiel in die Regeln eingewiesen haben. Das hat der Autor wirklich brilliant hinbekommen, anders kann ich es nicht sagen. Er hat es geschafft, dass mich vom ersten Moment an wieder dieses Kribbeln im Bauch gepackt hatte, das ich auch beim Spielen des Spiels bekam. Ich war so neugierig auf die Missionen, denen sich Tess und ihre, wirklich toll zusammengewürfelte Crew, stellen würden.

Die einzelnen Teammitglieder haben sich sowohl in ihrem Aussehen, ihren Charakterzügen und auch in ihren strategischen Denk- und Herangehensweisen sehr voneinander unterschieden. Auch das hat mich wieder ans eigene Spiel erinnert, wo ja auch jeder von uns Freunden anders an Probleme herangehen wollte.

Die Geschichte und der Verlauf der Story mit den Missionen, fand ich im Buch wirklich spannend und vielseitig. Man hat sich auch hier in der Geschichte und den Gedanken und Gefühlen der Figuren wiedergefunden, denn natürlich passieren am Anfang Fehler und nicht alles läuft glatt. Das brachte die Gruppe für mich aber nur noch näher.

Einzig die Spannung hätte für meinen Geschmack auf einem höheren Level liegen können. Sie war im Laufe der Geschichte zwar immer wieder vorhanden, konnte sich aber nicht komplett bis zum Ende hin halten.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen: Jedem der das Spiel noch nicht kennt, denn danach möchte man es unbedingt spielen! Und Jedem, der das Spiel bereits kennt, denn man erfährt doch noch viele interessante Hintergrunddetails, die das Spielsetting weiterausfüllen, komplettieren und damit ein sehr rundes Bild von der T.I.M.E. Agency schaffen. Diese absolut grandiose Kombination aus zwei Medien, die ich beide für sich stehend schon toll finde und die zusammen wirklich gut funktionieren! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    

Lest fleißig, 
eure Sabrina


4. März 2020

Rezension zu „Blackbird“ von Anna Carey

So viele Fragen und so wenige Antworten… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Blackbird
Autorin: Anna Carey
Seiten: 350 Seiten
Genre: Jugendthriller
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Klappentext: 

„Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/ebook/Blackbird/Anna-Carey/cbj-Jugendbuecher/e462237.rhd)


* Du erinnerst dich an nichts…- Äh, okay?!* 

Grundsätzlich war ich auf dieses Buch ziemlich neugierig, denn mich erinnerte das Setting entfernt an „Blindspot“, einer meiner absoluten Lieblingsserien. Es klingt auf jeden Fall nach einer Menge Rätsel und Spannung und ich war neugierig, mehr über dieses Mädchen zu erfahren.

Dann kam für mich persönlich direkt schon auf den ersten paar Seiten ein ziemlicher Klopper: Die Erzählperspektive in der „Du-Form“. Ich denke hier scheiden sich die Geister. Entweder man findet das richtig gut und kann sich total gut in die Situationen hineinversetzen, weil man als Leser in die scheinbar agierende Handlungsrolle versetzt wird. „Du kannst dich an nichts erinnern“, „Du schaust dich um und rennst los.“ Oder man gehört zu der Sorte Menschen die damit absolut nichts anfangen können, wozu dann übrigens auch ich gehöre.

Bei mir ist es bei Büchern ja generell so, dass ich mich immer tierisch aufrege wenn Figuren für mich nicht nachvollziehbare Dinge tun, merkwürdige Gedankengänge haben oder an wichtige Dinge, die sehr offensichtlich sind, eben nicht denken. Jetzt plötzlich in dieser eben vermeintlichen aktiven Handlungsrolle zu sein und dann aber doch den vorgegebenen Gedankensträngen, nämlich den Geschriebenen zu folgen, widerstrebte mir beim Lesen einfach. Auf diese Weise habe ich eine große Distanz zur Hauptfigur entwickelt, weil ich super oft beim Lesen innerlich protestiert habe: „Nein, so würde ich jetzt nicht denken, nein, ich würde das jetzt anders machen!“

Hier habe ich für mich gemerkt, wie viel so eine Perspektive doch ausmachen kann und auch wo der Unterschied zwischen der „Ich“- und der „Du“- Perspektive liegt. Denn ein du tust dies und jenes hat für mich immer ein Gefühl von Fremdbestimmung. Wäre es „Ich kann mich an nichts erinnern“, „Ich schaue mich um und renne los.“, dann fände ich manche Handlungen vielleicht immer noch unlogisch, aber ich kann da deutlich besser mit umgehen und mich der Figur auch trotz der Unstimmigkeiten sehr nahe fühlen, weil ich in dieser Perspektive diese Handlungen aus scheinbar eigener Überzeugung heraus tu.

Worauf will ich hinaus? Nun, für mich ist durch die Wahl der Perspektive und die Erzählweise die eigentliche Geschichte einfach total in den Hintergrund gerückt. Ich konnte mich nicht richtig fallen lassen und mitfiebern, auch wenn ich die Handlung als solche in der Rückschau wirklich spannend und echt gut finde. Genauso konnte ich mit den Charakteren im Buch nicht wirklich warm werden, was vielleicht dem geschuldet war, dass ich mich bewusst viel zu sehr mit den Handlungen und Logiken der Hauptfigur auseinandergesetzt habe. Ich könnte jetzt noch nicht einmal mit bestimmter Sicherheit sagen, wie die Figuren hießen. Nur an Ben kann ich mich noch erinnern. Er war mir direkt sympathisch, vielleicht auch, weil er nicht ich war. Ich fand ihn interessant, weil er so geheimnisvoll war.

Nichtsdestotrotz muss ich hier noch einmal festhalten, dass sowohl die Idee der Geschichte, als auch die Handlung wirklich spannend war und auch jede Menge Nervenkitzel mitgebracht hat. Und auch der Schreibstil hat mir insofern gefallen, dass sich die Geschichte sehr gut und flüssig lesen ließ, wenn man sich drauf einlassen konnte.


Dieses Buch ist wirklich reine Geschmackssache. Ich sehe es als interessantes Experiment, um sich selbst noch einmal bewusst zu machen, was verschiedene Erzählperspektiven so ausmachen können. Von der Handlung an sich war ich beim Lesen sehr angetan, denn es gab viel Spannung und Action. Ich konnte mich einfach nur nicht zu hundert Prozent drauf einlassen. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

 


Lest fleißig, 
eure Sabrina 



3. März 2020

Rezension zu „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg

Pure bunte Lebensfreude! 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Das Blubbern von Glück
Autorin: Barry Jonsberg
Seiten: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Nein


Klappentext: 
Hier kommt Candice Phee! 12 Jahre alt, wunderbar ehrlich und ein bisschen ... anders. Und auch wenn viele sie nicht auf Anhieb verstehen – Candice hat ein riesiges Herz. Sie ist entschlossen, die Welt glücklich zu machen. Nur leider ist das gar nicht so einfach ... Denn wohin Candice auch sieht – an jeder Ecke lauert das Unglück. In ihrer Familie, die früher vor Glück geblubbert hat, spinnt sich neuerdings jeder in seinem eigenen Leid ein. Ihr superkluger Freund Douglas Benson versucht seit Langem vergeblich, in eine andere Dimension zu reisen. Und ihr Haustier, Erdferkel Fisch, hat womöglich eine ernsthafte Identitätskrise. Candice macht sich ans Wunderwerk, um jedem Einzelnen von ihnen zu helfen. Und wie sie das schafft und zum Schluss wirklich jeder um sie herum ein dickes Stück glücklicher ist, das ist das Allerwunderbarste an ihrer Geschichte. (Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Blubbern-von-Glueck/Barry-Jonsberg/cbj-Kinderbuecher/e489334.rhd


*Candice hat es geschafft, auch mich ein Stück glücklicher zu machen* 

Ich habe selten einen Klappentext gelesen, der ein Buch wirklich so gut beschreibt wie der von diesem Buch. Denn dieses ist wirklich auf eine wunderbare Weise absolut genial. Wir begleiten in diesem Buch die 12 jährige quirlige Protagonistin Candice Phee, die mit ihren autistischen Zügen ab und zu in ihrer Umwelt aneckt, und in der ihre Handlungen und Ideen nicht von jedem nachvollzogen werden können. Candice liest in ihrer Freizeit Lexika und ich manchmal für den Geschmack ihrer Mitmenschen einfach zu ehrlich. Candice lässt sich von den Meinungen der anderen Menschen aber nicht unterkriegen, denn ganz im Gegenteil: Sie sprüht nur so vor lauter Energie und Lebensfreude und geht mit vollem Elan an ihre Aufgabe, den Menschen in ihrem Umfeld zu helfen und sie dadurch wieder ein Stück glücklicher zu machen. In einem von A-Z gegliederten Schulaufsatz erzählt Candice in diesem Zusammenhang von ihrer Familie und ihrem Leben. Dabei zeigt die super sympathische Candice dem Lesenden wundervolle neue Sichtweisen auf Dinge und Phänomene im Leben, die mir sehr gut gefallen haben. Denn wie oft stecken wir in unseren Denkmustern fest, sagen Dinge wie „Das kann doch so gar nicht funktionieren, das ist unlogisch.“ und vergessen, wie vielseitig Dinge betrachtet werden können. Das hat mir Candice beim Lesen ein ums andere Mal wieder ins Gedächtnis gerufen. Denn auch wenn nicht immer alles bei ihrer Mission, ihre Eltern, ihren reichen Onkel Brian, ihre Brieffreundin Danielle, ihren Fisch Erdferkel-Fisch und ihren besten Freund Douglas Benson aus einer anderen Dimension zu ihrem Glück zu verhelfen glatt geht, so gibt Candice nicht auf. Und das finde ich echt super an ihr.

Auch die anderen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Hier hat der Autor sein großes Können sehr deutlich gezeigt, weil er so liebenswerte, verrückte und facettenreiche Charaktere erschaffen, die die Geschichte mit unfassbar viel Leben füllen und sie bunt machen. Genauso wie die Emotionen im Buch, die auch unheimlich bunt sind. Da gibt es farbenfrohe Kapitel in denen man herzlich auflacht und auch wiederum ein paar graue Kapitel, in denen es ernster und tiefgründiger wird. Auch hier ist die Mischung wirklich gut dosiert, sodass der Lesende am Ende zum Nachdenken angeregt wird, aber vor allem auch eine Vielzahl an Gefühlen beim Lesen spürt. Die Themen innerhalb der Kapitel waren mal lustig, leicht und locker, mal philosophisch und ernst. Eine sehr gelungene Mischung!

Der Schreibstil lässt sich an dieser Stelle für mich ebenfalls am besten mit dem Wort bunt beschreiben. Die Gedanken von Candice wurden so schillernd beschrieben, dass man direkt in Candice Kopf eintauchen und sie sehr gut nachvollziehen konnte. Die Wörter waren so treffend gewählt, das sie einerseits für ein 12 jähriges Mädchen sehr authentisch waren, und andererseits doch gezeigt haben, dass Candice doch irgendwie ein bisschen anders denkt.

Eine unheimlich schöne, bunte Geschichte, die nur so vor positiven Emotionen blubbert, sodass ich als Lesende am Ende der Geschichte ein ganzes Stück glücklicher und auch ein kleines bisschen weiser geworden bin. Denn Candice hat mir nochmal gezeigt, dass es viele Betrachtungsweisen gibt und es manchmal echt gut tut, seinen Blickwinkel einfach mal zu verändern. Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung von mir! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    


Lest fleißig, 
eure Sabrina


5. November 2019

Rezension zu „Das Labyrinth des Faun“ von Cornelia Funke und Guillermo del Toro

Traust du dich hinein, ins dunkle Labyrinth des Faun? 




© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer Verlag
Titel: Das Labyrinth des Faun
Autorin: Cornelia Funke und Guillermo del Toro
Seiten: 320 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/cornelia_funke_guillermo_del_toro_das_labyrinth_des_fauns/9783737356664


*Konnte leider nicht an den Film herankommen* 

Als ich gehört habe, dass der Film „Pans Labyrinth“ eine Buchadaption bekommt schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Das eine war äußerst interessiert, gerade auch weil Cornelia Funke und Guillermo del Toro als weltbekannte Autoren sich des Projektes angenommen haben. Doch gleichzeitig schlug mein anderes Herz einen Ton voller Skepsis an, da der Film einfach super düster ist und eine besondere Atmosphäre beim Schauen vermittelt, die einmalig ist. Ob das wohl im Buch auch so rüberkommen würde? Ich habe mich überraschen lassen.

Das Cover des Buches hat mir auf jeden Fall echt richtig gut gefallen. Es wirkt düster und zeigt Ofelia als Protagonistin, sowie einige bezeichnende Elemente aus der Geschichte. Besonders diejenigen, die den Film kennen, haben hier direkt die ersten Anhaltspunkte für Erinnerungen. Auch zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar illustrierte Seiten, die das Buch für mich noch einmal interessanter gemacht haben.

Die ersten Seiten des Buches waren für mich gut zu lesen, auch wenn ich den Schreibstil jetzt nicht Funke hätte zuordnen können. Die Sätze ließen sich allesamt gut lesen und es gab ausreichend Beschreibungen, um sich die Szenen vorzustellen. Allerdgins habe ich hier diese malerische und skizzierende Wortwahl vermisst, mit denen Funke sonst ihre Bücher zum Leben erweckt. Einzig die Szenen im Labyrinth und im Wald haben hier bei mir ein Kopfkino ausgelöst.

Es entstand für mich an dieser Stelle zudem das von mir zuvor bereits befürchtete Problem mit der Atmosphäre. Das Buch war von Anfang an sehr düster und bedrückend, doch so wirklich konnte mich diese Stimmung beim Lesen nicht erreichen, auch wenn die Zeit, zu der die Geschichte spielt dies durchaus hergibt. Da hatte die Filmvorlage bei mir einfach deutlich mehr ausgelöst.

Ansonsten finde ich aber die Verschriftlichung der Handlungen im Film gut gelungen. Ich konnte der Geschichte gut folgen und auch die unterschiedlichen Perspektiven kamen bei mir sehr gut an. Als Leser hat man alle wichtigen Schlüsselszenen wiedergefunden und konnte am Ende alle Handlungsstränge zu einer runden Geschichte vereinen.

Besonders die Hauptgeschichte rund um Ofelia fand ich spannend. Dieses Mädchen musste wirklich sehr viel mitmachen und hat sich für mich im Laufe der Geschichte auch in gewisser Weise entwickelt. Sie musste schwierige Entscheidungen treffen und mit diesen leben und beängstigende und unschöne Situationen meistern.

In Bezug auf Ofelia und auch die anderen Charaktere als Buchfiguren bin ich allerdings leider auch eher enttäuscht. Ich habe mich dem kleinen Mädchen einfach nicht nahe gefühlt und kam ihr auch im Laufe der Geschichte nicht näher. Diese Distanz hielt mein Mitfiebern dementsprechend leider auch in Grenzen. 

Meist ist es ja so, dass die Buchvorlage um Längen besser ist, als der Film. In diesem Fall ist es auch so, aber halt für den Film. An die Filmvorlage kommt das Buch leider nicht an. Für mich kam einfach die Atmosphäre nicht genug rüber. Und gerade das hätte ich den beiden Autoren durchaus zugetraut. Trotzdem ist es an sich eine solide Geschichte, die eine interessante Story und interessante Erzählperspektiven aufweist. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 


2. Oktober 2019

Rezension zu „Das Biest in ihm“ von Serena Valentino

Wie der Prinz zum Biest wurde… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Das Biest in ihm
Autorin: Serena Valentino
Seiten: 224
Genre: Jugendbuch, Märchen
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: „Wie wurde aus dem schönen Prinzen das furchterregende Monster? Das Märchen von der Schönen und dem Biest kennen alle. Warum jedoch verändert sich der von seinem Volk einst so geliebte Prinz zu einem verbitterten, zurückgezogen lebenden Biest? Sein königlich vergoldetes Leben in Prunk und Schönheit zerfällt und er wird zutiefst böse - zu seinem eigenen Leid. In dieser Geschichte wird das Märchen erstmals aus Sicht des Prinzen erzählt.“ (Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/das-biest-in-ihm/101994

*Weniger neue Infos als erhofft* 


Bereits als Kind habe ich Disneyfilme geliebt und schaue sie auch heute immer noch liebend gerne. Gerade die bösen Charaktere fand ich damals schon immer sehr interessant, weil sie den Geschichten erst so richtig Spannung verliehen haben. Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich auf die Bücher der „Disneys Villains“ gefreut habe und wie gespannt ich war, die Hintergrundgeschichten der Bösewichte zu erfahren.

Gestartet habe ich also mit dem Biest aus die Schöne und das Biest, auch wenn das Biest für mich persönlich jetzt nicht der klassische Disney-Bösewicht ist. 

Die Idee hinter dieses Büchern besteht ja darin, dem Lesenden nahezubringen, warum die Charakterzüger der Bösewichte so „böse“ sind. Und genau hier habe ich auch von Anfang an die größte Skepsis beim Biest gehabt, weil der Originalfilm die Hintergrundgeschichte des Biestes ja bereits grob beleuchtet und erklärt, wie der Prinz zum Biest wurde. Diese Filmvorlage zeigte sich beim Lesen leider, wie erwartet, auch sehr stark im Verlauf der Geschichte, sodass mir das meiste aus der Geschichte bereits bekannt war und es für mich bis auf wenige Details auch nicht wirklich etwas Neues gab.
Gut gemacht fand ich die Geschichte er drei merkwürdigen Feenschwestern, die scheinbar überall ihre Finger mit im Spiel haben und die Freundschaft des Prinzen zu Gaston als neue Elemente der Geschichte. Von solchen Details hätte ich gerne noch mehr Ausschmückungen gehabt. Auch die Charaktere hätten für mich noch näher beleuchtet werden können, sodass man noch mehr Facetten von ihnen kennen lernen kann.
Der Schreibstil war sehr flüssig und einfach, sodass sich das Buch sehr gut lesen ließ.




Als Auftaktband der Reihe hätte ich mir einen eher unbekannten Charakter gewünscht, von dem man die Vorgeschichte noch nicht kennt. Denn so gab es für mich nur wenig Neues zu entdecken, was aber denke ich in den anderen Bänden anders sein wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Geschichten bei den anderen Bösewichten gestalten. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 



  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 



23. September 2019

Rezension zu „Awakening Terra #1“ von Jennifer Alice Jager

Wenn die Natur sich wehrt… 

© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Arena Verlag

Titel: Awakening Terra #1
Autorin: Jennifer Alice Jager
Seiten: 256
Genre: Jugendbuch, Dystopie
gelesenes Format: Broschiert
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Arena Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Nur vier Jugendliche können das Ende der Menschheit und den drohenden Untergang noch verhindern. Der nervenzerfetzende Auftakt der gewaltigen Endzeitreihe über den Kampf von Mensch gegen Natur. Naturkatastrophen wüten auf der ganzen Welt. In Addys Heimatstadt Orsett zerstören Pflanzen alles und jeden, der ihnen in die Quere kommt. Auf der Suche nach der Ursache trifft Addy einen Jungen, in dessen Nähe die Natur noch viel verrückter zu spielen scheint. Was er ihr offenbart, ist noch schlimmer als das, was die Pflanzen ihrer Heimatstadt angetan haben. Denn dies war erst der Anfang. Terra Mater, die Erde selbst, will dem Tun der Menschen ein Ende setzen und eine bessere Welt erschaffen – ohne sie. Ihr erstes Ziel: die Kraftwerke des Energiekonzerns Elekreen. Dazwischen: Millionen von Menschen, die sie bereit ist zu opfern. Nach einer Vision ahnt Addy: Das Schicksal der Welt liegt in ihren Händen und in denen von drei anderen Jugendlichen, von denen sie ganze Kontinente trennen.“ (Quelle: https://www.arena-verlag.de/artikel/awakening-978-3-401-60492-3 )


*Ein erschreckendes Zukunfts-Szenario, das definitiv zum Nachdenken bringt* 


Mit der ‚Fridays for future‘-Bewegung ist das Thema Klimawandel und Klimaschutz in den vergangenen Monaten immer präsenter geworden. Wie wichtig es ist, den Schutz der Natur ernst zu nehmen zeigt die Autorin Jennifer Alice Jager auf eine sehr eindrückliche Weise in ihrer neuen Reihe.

Der Auftaktband „Awakening Terra #1“ zeigt in einem dystopischen Szenario sehr eindrücklich, welche Folgen eine Missachtung dieses wichtigen Themas mit sich zieht. Der Schreibstil der Autorin ist hier, wie auch bereits in ihren anderen Werken, sehr pointiert und kreiert mit einer sehr treffenden Wortwahl zwar eine grüne, aber dennoch eher düstere Endzeitatmosphäre. Diese Atmosphäre ist dabei durchgehend von einer knisternden Spannung durchzogen, sodass man als Leser stets gespannt ist, was wohl als nächstes passieren wird. Das die Geschehnisse dabei meist nicht positiv ausfallen, wenn die Natur plötzlich beginnt, sich gegen die Menschen zu wehren, ist hier nahe liegend. Natürlich ist hier auch Phantasie im Spiel, aber gerade das zeigt, wie ich finde, einfach noch einmal in einer verdeutlichten Form, wie es mal vielleicht in einer leicht abgewandelten Form mit unserer Erde zu Ende gehen könnte, wenn man sich des Klimaschutzes jetzt nicht annimmt.

Ich finde es wirklich großartig, dass die Autorin es schafft, dass das Buch zum einen für den Leser eine spannende actionreiche Geschichte transportiert, ihm aber auch zeitgleich vor Augen führt, wie wichtig und thematisierungswürdig der Klimawandel ist. Die Verarbeitung des Themas innerhalb der Geschichte ist der Autorin hier wirklich gut gelungen. Ich bin da wirklich sehr gespannt, wie die Geschichte in den Folgebänden weitergehen wird.


Dieser Auftaktband gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. Man hat eine tolle Geschichte mit einer sehr tiefgründigen und wichtigen Grundthematik, die den Leser zum Nachdenken bringt. Ich vergebe daher sehr gute 4 von 5 möglichen Herzen. Ein Herz lasse ich mir noch offen, damit noch eine Steigerung mit den Folgebänden möglich ist. 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina