28. Oktober 2020

Rezension zu „Weil alles jetzt beginnt“ von Linda Holmes

Endlich mal vernünftige Kommunikation…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Lübbe Verlag 
Titel: Weil alles jetzt beginnt
Autorin: Linda Holmes
Seiten: 362 Seiten
Genre: Roman
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Bloggerjury und demLübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Evvie sitzt schon im heimlich gepackten Auto, um  ihren Mann zu verlassen, da erfährt sie, dass er tödlich verunglückt ist. Doch wie sagt man der trauernden Familie, den mitfühlenden Freunden, dass dieser Mann nicht der perfekte Ehemann, Arzt, Freund war? Dann zieht Dean, ein New Yorker Baseballstar auf der Flucht vor der Presse, bei Evvie ein. Erste Regel der WG: Ihre Ehe und seine Karriere sind tabu. Bis sie merken, dass der jeweils andere genau der ist, den sie jetzt für einen Neuanfang brauchen …“ (Quelle: 
https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/liebesroman/weil-alles-jetzt-beginnt/id_7839608 )


*Ziemlich undramatisch, aber gerade das macht es so schön*

Als ich mit der Geschichte von Evvie und Dean anfing, hatte ich keine großen Erwartungen an die Geschichte, sodass ich mich einfach überraschen ließ.

Mir hat das grundlegende Setting von Anfang an sehr gut gefallen, da Evvie von der ersten Seite an eine sehr sympathische Protagonistin war. Sie kann gut mit Kindern umgehen, ist hilfsbereit, gibt fremden Menschen eine Chance und ist im Allgemeinen in ihren Gedanken und Handlungen sehr authentisch. Der Tod ihres Mannes ist für sie natürlich, wie es der Klappentext bereits verrät, stets ein recht ambivalentes Thema, dass sie lieber mit sich selbst ausmacht, anstelle mit jemandem darüber zu reden.

Auch Dean hat mir gefallen, da er gerade nicht dem entsprochen hat, was ich erwartet habe. Er war nicht, wie ich dachte, ein grummelnder und stets schlecht gelaunter Einsiedler, der sehr verschlossen und nur für sich sein will. Stattdessen ist er sehr höflich und in gewisser Weise schon auch offen in den Gesprächen mit Evvie, wenn es halt nicht gerade um sein Tabuthema Baseball geht. Hier hält er sich etwas zurück, was man als Lesender aber auch gut nachvollziehen kann.

Insgesamt, und das ist meiner Meinung prägnanteste Punkt, der die gesamte Geschichte wohl am treffendsten beschreibt, ist die Art und Weise der Kommunikation zwischen den beiden. Sie findet nämlich erwachsen und undramatisch statt, und das finde ich wirklich super. Wenn zwischen beiden Konflikte entstehen suchen die beiden das Gespräch zum jeweils anderen, sprechen offen darüber und klären die Sache, wie man es eben bei Erwachsenen Menschen erwartet. Hier bin ich so froh, dass es kein künstliche aufgebauschtes Drama gibt, dass nur durch Missverständnisse entsteht, weil Figuren nicht in der Lage sind, ihre Probleme anzusprechen. Auf diese Weise wirkt das Buch zwar sehr ruhig und unaufgeregt, aber ich denke, dass solche Geschichten zwischendurch auch mal ganz gut tun. Mir jedenfalls hat diese eher ruhige und entspannte Atmosphäre wirklich sehr gut gefallen.

Ein weiterer Pluspunkt waren die Entwicklungen, die Evvie und Dean jeweils im Laufe der Geschichte charakterlich gemacht haben. Sie haben sich beide, zum Teil auch mit der Unterstützung des Anderen, sehr authentisch weiterentwickelt. Dabei haben beide jeweils einen Reflexionsprozess durchgemacht, bei dem sie Wege gefunden haben, mit ihren Ecken, Kanten und Problemen umzugehen, auch wenn sie diese zum Ende des Buches hin nicht vollständig bearbeitet haben, was ich aber ebenfalls als realistisch und damit positiv bewerte. Das Ende an sich hat mir auch insgesamt sehr gut gefallen, denn es passte total gut zu Evvie und Dean und rundete für mich die ganze Geschichte schön ab.

Der Schreibstil ist dabei die ganze Zeit über schön locker und flüssig, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der gerne eine schöne und vor allem entspannte Geschichte ohne künstliches Drama lesen möchte. Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten und ergänzen sich in der Geschichte einfach wunderbar. Für mich war dieses Buch schön für zwischendurch. 
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina 




24. September 2020

Rezension zu „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ von Adriana Popescu

Wenn die Vergangenheit die Zukunft bestimmt… 


      
© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag 
Titel: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln
Autorin: Adriana Popescu
Seiten: 464 Seiten
Genre: Roman, Jugendbuch
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der randomhouse Gruppe, dem cbt Verlag und insbesondere der Autorin Adriana Popescu zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Drei Jugendliche, die Spuren der Vergangenheit und die Frage nach der Zukunft. Irgendwas hat dieser Neue, Samuel, an sich, das Marie von Anfang an fasziniert. Und Samuel geht es genauso. Wie Magnete bewegen sie sich aufeinander zu, stoßen einander aber auch immer mal wieder ab, wenn sie sich von der falschen Seite nähern. Und mitten in diesem Spannungsfeld bewegt sich Theo, Maries jüngerer Bruder, der seit einem schrecklichen Ereignis vor über einem Jahr immer noch mit seinen Ängsten ringt – und in der Schule mit seinem Mobber Andi. Marie, Samuel, Theo – ihr Aufeinandertreffen bedeutet für alle drei einen Neubeginn, aber auch, sich den Geschehnissen ihrer Vergangenheit zu stellen, denn Samuel trägt ein Geheimnis mit in diese neue Freundschaft ...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Ein-Laecheln-sieht-man-auch-im-Dunkeln/Adriana-Popescu/cbj-Jugendbuecher/e562320.rhd)



*Berührend, tiefgründig und voller Emotionen* 

Endlich wieder ein neues Buch von Adriana Popescu!
Ich habe mich wirklich riesig über diese Nachricht gefreut und freue mich riesig darüber, dass ich dieses Buch nun schon vorab lesen durfte! An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an dich liebe Adriana für diese wieder sehr tiefgründige und vielschichtige Geschichte und an den cbj Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. 
Ich wollte zunächst erst einmal nur kurz in die Geschichte rund um Samuel, Theo und Marie rein lesen, und zack, da waren die ersten fünfzig Seiten schon verschlungen. Ich kam super schnell in die Geschichte rein. 
Der Schreibstil von Adriana Popescu ist nämlich wie immer einfach grandios. Sie schreibt nicht um den heißen Brei herum, sondern beschreibt Szenen mit genau dem richtigen Maß an Details, sodass der Fokus auf der Handlung und den Dialogen liegt. Hier nutzt die Autorin ihre Worte so geschickt, um die Handlung der Geschichte voranzuteiben und gleichzeitig den Lesenden zum Nachdenken zu bringen. 

Schonungslos und sehr realistisch wird direkt zu Beginn in diesem Buch mit den Themen Mobbing und Ängsten eine leider nach wie vor sehr aktuelle und ernste Problematik an Schulen angesprochen. Ich finde es so gut, dass Adriana solche ernsten und wichtigen Themen in ihren Büchern offen und facettenreich thematisiert und dabei nichts beschönigt. 

Die Autorin zeigt anhand des Protagonisten Theo, sehr eindrücklich, was Mobbing mit einem Menschen anstellen kann und wie sehr Ängste das Leben beeinträchtigen können.

Zugleich wird durch Theos Schwester Marie deutlich, dass Mobbing nicht nur Auswirkungen auf das Opfer selbst, sondern auch auf das Umfeld hat, was auf den ersten Blick vielleicht manchmal gar nicht so erkennbar ist. Auch die Sicht und besonders auch die Handlungen von Samuel fand ich spannend, da er als Unbeteiligter neu mit der Situation konfrontiert wurde. Dass er zudem noch ganz eigene Probleme hat, die er versucht unter Verschluss zu halten, hat ihn für mich nochmal doppelt so interessant gemacht. 

Grundsätzlich war es in meinen Augen ein genialer Schachzug, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Auf diese Weise bekam ich beim Lesen einen guten Rundumblick, der mich für dieses Thema noch einmal besonders sensibilisiert hat. 

Außerdem konnte ich so jede Figur sehr gut kennenlernen, sodass ich mich allen dreien schnell sehr nahe gefühlt habe. Wen ich von den drei Figuren am meisten mochte, kann ich nur schwer sagen. Ich glaube wenn ich mich entscheiden müsste wäre es Samuel, einfach weil seine Figur so besonders und seine Vergangenheit so bewegt ist. 

Was ich insgesamt einfach genial an diesem Buch fand, waren die Dialoge und die inneren Monologe der einzelnen Figuren. Sie hatten alles, was das Gefühlsspektrum so hergibt. Einige Szenen waren einfach zuckersüß, sodass mir das Herz geschmolzen ist, andere waren so ernst und traurig, dass es mir das Herz fast zerrissen hat. Dieser Wechsel zwischen den Stimmungen spiegelte für mich so gut das echte Leben und auch den Titel des Buches wieder, da es im Leben häufig so läuft, wenn man nur genau hinsieht. Selbst in dunklen Stunden gibt es hier und da wieder Momente, die einen aufheitern und einem ein Lächeln entlocken. 

Mein einziger kleiner Kritikpunkt an der Geschichte ist der Handlungsverlauf zum Ende hin, da dieser für mich etwas zu vorhersehbar war. Ich kann aber auch verstehen, dass auf diese Weise ein geschlossener und lückenloser Abschluss der Geschichte erreicht werden sollte. Für mich wäre eine kleine Überraschung am Ende auch denkbar und ebenso schön gewesen, aber mit dem Ende, so wie es ist, kann ich mich auch sehr gut anfreunden. 

Eine klare Leseempfehlung für alle Popescu-Fans und an alle, die es noch werden wollen. Wer facettenreiche und authentische Charaktere sowie tiefgründige, bewegende Geschichten mit lebensnahen Thematiken mag, sollte zu diesem Buch greifen. Denn hierbei handelt es sich um eine Geschichte, die noch Tage nach dem Lesen nachwirkt, die bewegt und die definitiv zum Nachdenken anregt. 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen! 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina





25. Juli 2020

Rezension zu „Das Buch der gelöschten Wörter – der erste Federstrich“ von Mary E. Garner

Wenn Buchfiguren ein Eigenleben entwickeln… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Bastei Lübbe Verlag 

Titel: Das Buch der gelöschten Wörter – der erste Federstrich
Autorin: Mary E. Garner
Seiten: 416 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der bloggerjury und insbesondere dem Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Nichts ist für die Londonerin Hope Turner schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin Jane Austen zu träumen. Denn ihr eigenes Leben ist alles andere als spannend und romantisch. Das ändert sich, als sie sich eines Tages in die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books verirrt und dort einem mysteriösen Gentleman begegnet. Der attraktive Fremde geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Doch da ist auch der grimmige und unnahbare Rufus Walker, der sie regelrecht zu verfolgen scheint. Bis er ihr schließlich Unglaubliches offenbart: Der Buchladen ist das einzige Portal in die Welt der Bücher, in der die Romanfiguren ein Eigenleben führen. Doch diese Welt ist in Gefahr ...“ (Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/fantasy-buecher/das-buch-der-geloeschten-woerter-der-erste-federstrich/id_7278054)

Ein großes Dankeschön geht an den Verlag Bastei Lübbe und die bloggerjury, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben! 


*Die Ansätze waren super, hier und da ist noch Luft nach oben* 

Bevor ich mich jetzt näher mit dem Inhalt der Geschichte auseinandersetze: Können wir uns bitte kurz über dieses absolut wundervolle Cover unterhalten?
Ich finde da stimmt einfach alles. Die Farben sind super auf einander abgestimmt und die vielen alten Folianten passen perfekt zum Inhalt der Geschichte. Schon alleine beim Ansehen bekam ich sofort ein feines Kribbeln von Magie auf meiner Haut und freute mich wahnsinnig durch das Portal in der Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books in die Welt der Bücher einzutauchen.
Hier hat die Autorin einen Nerv getroffen und eine Sehnsucht geweckt, die glaube ich so nahezu jeder Buchliebhabende Mensch schon einmal gehabt hat. Denn wer von uns hat noch nie davon geträumt in bestehende Bücherwelten wie Narina, Hogwarts und Co. einzutauchen, den Charakteren leibhaftig zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dieses Szenario ist für mich jedenfalls immer wieder total interessant, weil die Welt der Bücher schier unendlich ist und sich für eine Geschichte damit auch unzählige Möglichkeiten und Richtungen ergeben, in die sie sich entwickeln kann. 
Bei der Umsetzung des Portierens und auch dem Aufbau der Welt zwischen den Buchdeckeln hat sich die Autorin in diesem Werk wirklich so einiges ausgedacht. Diese Komplexität hat mich als Lesende einerseits wirklich beeindruckt, mir andererseits aber bei Lesen auch etwas erschlagen und mir die Spannung ein wenig genommen. Denn verständlicherweise muss so eine Welt dem Leser auch gut erklärt werden. Für mich waren diese Erklärungen zwar wirklich äußerst hilfreich, um die Welt zu begreifen, dennoch wirkten sie etwas zu präsent, sodass sie die Handlung etwas in den Hintergrund gestellt haben.
Der lockere und flüssige Schreibstil hat hier meines Erachtens einen großen Dienst getan, da die Geschichte trotz der Erklärungen gut voran ging und die Schauplätze gerade innerhalb der einzelnen Buchwelten wirklich toll beschrieben wurden. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und die Atmosphäre der jeweiligen Szenen beim Lesen gut aufnehmen. Auch die vielen verschiedenen, zum Teil aus bereits aus anderen literarischen Werken bekannten, Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Bei einigen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, aber das ergibt sich dann vielleicht ja im Folgeband. Auf wen genau ihr trefft verrate ich aber natürlich nicht, das soll ja auch für euch noch eine schöne Überraschung sein. 
Wo wir gerade bei den Charakteren sind darf natürlich ein kurzer Blick auf die Protagonistin Hope Turner nicht fehlen. 
Ich muss zugeben, dass ich es recht schwierig finde, wirklich etwas zu ihr zu sagen. Sie ist mir zwar nicht unsympathisch, aber in diesem ersten Band als Figur mit einem prägnanten Charakter noch nicht stark genug aufgetreten. Hier hätte ich mir die ein oder andere Situation gewünscht, wo sehr deutlich gezeigt wird, was sie ausmacht und welche Haltungen sie vertritt.

Außerdem hatte ich auch beim Lesen immer wieder die Schwierigkeit, sie mir als erwachsene Frau vorzustellen. Denn viele Handlungen, Gedanken und Sätze hätten auch gut zu einem Teenager gepasst. Da musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass diese Frau bereits über 40 ist und damit einiges mehr an Lebenserfahrung hat. 
Damit sind wir dann auch an dem Punkt, der bei mir leider schon sehr früh dazu geführt hat, dass ich mit diesem Buch nicht wirklich warm geworden bin. Denn schon nach ein paar Seiten hatte ich erste Vorahnungen wie es am Ende ausgeht. Nach ca. 100 Seiten gab es dann meiner Ansicht nach sehr deutliche Hinweise und Signale die man nur schwer übersehen konnte. Da habe ich mich wirklich tierisch über die Protagonistin aufgeregt, weil sie etwas so offensichtliches übersieht. Als exakt die gleiche Anfangsthematik dann zum Ende hin wieder präsent wurde habe ich nur noch mit den Augen rollen und „Hab ich ja gleich gesagt“ sagen können. Dieses Vorhersehbare fand ich wirklich schade, denn dadurch habe ich mich nicht wirklich auf die Handlung konzentrieren können, weil ich immer nur darauf gewartet habe, dass diese Hinweise endlich Thema werden. Mir hat das einfach an dieser Stelle viel zu lange gedauert. Leider konnte mich auch der Rest des Handlungsverlaufes scheinbar nicht von diesem Kerngedanken ablenken. Dafür hätte es denke ich für mich deutlich mehr spannende und actiongeladene Szenen geben müssen. 
Wobei ich mir sicher bin, dass auch diese seichten und wirklich schönen Szenen in den Buchwelten alle ihren Reiz haben, wenn man sich zu 100 Prozent ohne Nebengedanken darauf einlassen kann. Denn das waren wirklich Stellen mit absolutem Wohlfühl- und Genusspotential.

Diese Geschichte kann ich jedem Buchliebhaber empfehlen, der gerne in bekannte Buchwelten abtauchen und Buchfiguren mal „ganz privat“ erleben möchte. Der sehr entspannte Schreibstil erweckt viele sehr individuelle Charaktere zum Leben und schafft wunderschöne Szenerien. Für mich war das „große Geheimnis“ zum Ende hin leider schon sehr früh in der Geschichte vorhersehbar, was es mir sehr schwer gemacht hat, mich auf die aktuelle Handlung zu konzentrieren und nicht vorrangig auf den Moment der Enthüllung zu warten. Dennoch denke ich, dass diese Geschichte wirklich viel Potential in sich trägt und man gespannt sein darf, was im nächsten Teil passiert. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina



12. Mai 2020

Rezension zu „T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ von Christophe Lambert

Hilf der T.I.M.E Agency die Zeitrisse zu schließen… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
penhaligon Verlag
Titel: T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ 
Autorin: Christophe Lambert
Seiten: 320 Seiten
Genre: Sci-Fi
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Randomhouse Gruppe und insbesondere dem penhaligon Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Los Angeles 2014: Die ungestüme Tess Heiden, die als Patientin in der Psychiatrie einsitzt, erhält ein verlockendes Angebot. Wenn sie sich von einer im Geheimen operierenden Agentur anheuern lässt, kommt sie frei. Doch Tess ahnt nicht, dass dieses Angebot ein riskantes One-Way-Ticket ist. Denn das Geschäft der T.I.M.E Agency ist es, durch die Zeit zu reisen, und zwar von einer Raumstation im Jahr 2469 aus. Um als Agentin tödliche Missionen überleben zu können, muss Tess die brutalsten Tests bestehen. Doch niemand ist härter, gerissener und stärker als Agentin Heiden. Dann erfährt sie, dass die T.I.M.E Agency ein Geheimnis vor ihr verbirgt, und Tess setzt alles daran, es zu lüften...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/T-I-M-E-Stories-Jagd-durch-die-Zeit/Christophe-Lambert/Penhaligon/e565919.rhd )


*Die perfekte Ergänzung zum Spiel* 

Als ich sah, dass es zum Spiel „T.I.M.E. Stories“ nun auch ein Buch gibt, hatte ich mich riesig gefreut. Denn wir, eine Gruppe aus sechs Freunden, haben das Basisspiel erst vor einigen Monaten gespielt und es für wirklich gut empfunden. Ich stehe immer total auf solche rollen- und storybasierten Spiele, wo man in einen Charakter schlüpfen und eine Geschichte durch weise Entscheidungen zu einem guten Ende bringen muss. Auch wenn wir ein paar Anläufe gebraucht haben, konnten wir die Mission am Ende erfolgreich beenden. Die Idee hinter dem Spiel, dass es eine Agency gibt, man sich Wirtskörper aussuchen und mit diesen in der Zeit reisen muss um Zeitrisse zu finden und zu schließen hat mir äußerst gut gefallen.

Umso gespannter war ich nun, weil ich wissen wollte, wie gut das Buch zum Spiel passen würde. Und ich sage es direkt: Diese Kombination aus dem Medium Brettspiel, dass ein Grundsetting vorgibt und dem Medium Buch, dass eine spannende Geschichte in dieses Setting setzt, passt perfekt!

Die ersten Kapitel im Buch bieten zunächst einen guten Einstieg, der nicht direkt in der Agency startet, sondern uns zunächst mit der Protagonistin Tess bekannt macht. Dieser Anfang hat mir gut gefallen, da man sich so sehr schnell mit Tess als Figur anfreunden konnte und ein gutes Gefühl für ihre Charakterzüge bekam. Ich mochte an ihr vor allem ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut. Ich habe förmlich drauf gebrannt, mich mit ihr in Abenteuer zu stürzen.

Kurz darauf kommt die Geschichte dann in Fahrt und wie die Umstände es so wollen wird Tess ein Teil der T.I.M.E. Agency. Und hier setzte bei mir pure Nostalgie ein, als ich die Namen „Laura“ und „Bob“, sowie die Beschreibungen der Raumstation und das Vorgehen bei den Zeitreisen das erste Mal las. Denn das war exakt das Setting, wie man es aus dem Spiel kannte und es waren die beiden Figuren, die uns beim Brettspiel in die Regeln eingewiesen haben. Das hat der Autor wirklich brilliant hinbekommen, anders kann ich es nicht sagen. Er hat es geschafft, dass mich vom ersten Moment an wieder dieses Kribbeln im Bauch gepackt hatte, das ich auch beim Spielen des Spiels bekam. Ich war so neugierig auf die Missionen, denen sich Tess und ihre, wirklich toll zusammengewürfelte Crew, stellen würden.

Die einzelnen Teammitglieder haben sich sowohl in ihrem Aussehen, ihren Charakterzügen und auch in ihren strategischen Denk- und Herangehensweisen sehr voneinander unterschieden. Auch das hat mich wieder ans eigene Spiel erinnert, wo ja auch jeder von uns Freunden anders an Probleme herangehen wollte.

Die Geschichte und der Verlauf der Story mit den Missionen, fand ich im Buch wirklich spannend und vielseitig. Man hat sich auch hier in der Geschichte und den Gedanken und Gefühlen der Figuren wiedergefunden, denn natürlich passieren am Anfang Fehler und nicht alles läuft glatt. Das brachte die Gruppe für mich aber nur noch näher.

Einzig die Spannung hätte für meinen Geschmack auf einem höheren Level liegen können. Sie war im Laufe der Geschichte zwar immer wieder vorhanden, konnte sich aber nicht komplett bis zum Ende hin halten.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen: Jedem der das Spiel noch nicht kennt, denn danach möchte man es unbedingt spielen! Und Jedem, der das Spiel bereits kennt, denn man erfährt doch noch viele interessante Hintergrunddetails, die das Spielsetting weiterausfüllen, komplettieren und damit ein sehr rundes Bild von der T.I.M.E. Agency schaffen. Diese absolut grandiose Kombination aus zwei Medien, die ich beide für sich stehend schon toll finde und die zusammen wirklich gut funktionieren! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    

Lest fleißig, 
eure Sabrina


4. März 2020

Rezension zu „Blackbird“ von Anna Carey

So viele Fragen und so wenige Antworten… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Blackbird
Autorin: Anna Carey
Seiten: 350 Seiten
Genre: Jugendthriller
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Klappentext: 

„Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/ebook/Blackbird/Anna-Carey/cbj-Jugendbuecher/e462237.rhd)


* Du erinnerst dich an nichts…- Äh, okay?!* 

Grundsätzlich war ich auf dieses Buch ziemlich neugierig, denn mich erinnerte das Setting entfernt an „Blindspot“, einer meiner absoluten Lieblingsserien. Es klingt auf jeden Fall nach einer Menge Rätsel und Spannung und ich war neugierig, mehr über dieses Mädchen zu erfahren.

Dann kam für mich persönlich direkt schon auf den ersten paar Seiten ein ziemlicher Klopper: Die Erzählperspektive in der „Du-Form“. Ich denke hier scheiden sich die Geister. Entweder man findet das richtig gut und kann sich total gut in die Situationen hineinversetzen, weil man als Leser in die scheinbar agierende Handlungsrolle versetzt wird. „Du kannst dich an nichts erinnern“, „Du schaust dich um und rennst los.“ Oder man gehört zu der Sorte Menschen die damit absolut nichts anfangen können, wozu dann übrigens auch ich gehöre.

Bei mir ist es bei Büchern ja generell so, dass ich mich immer tierisch aufrege wenn Figuren für mich nicht nachvollziehbare Dinge tun, merkwürdige Gedankengänge haben oder an wichtige Dinge, die sehr offensichtlich sind, eben nicht denken. Jetzt plötzlich in dieser eben vermeintlichen aktiven Handlungsrolle zu sein und dann aber doch den vorgegebenen Gedankensträngen, nämlich den Geschriebenen zu folgen, widerstrebte mir beim Lesen einfach. Auf diese Weise habe ich eine große Distanz zur Hauptfigur entwickelt, weil ich super oft beim Lesen innerlich protestiert habe: „Nein, so würde ich jetzt nicht denken, nein, ich würde das jetzt anders machen!“

Hier habe ich für mich gemerkt, wie viel so eine Perspektive doch ausmachen kann und auch wo der Unterschied zwischen der „Ich“- und der „Du“- Perspektive liegt. Denn ein du tust dies und jenes hat für mich immer ein Gefühl von Fremdbestimmung. Wäre es „Ich kann mich an nichts erinnern“, „Ich schaue mich um und renne los.“, dann fände ich manche Handlungen vielleicht immer noch unlogisch, aber ich kann da deutlich besser mit umgehen und mich der Figur auch trotz der Unstimmigkeiten sehr nahe fühlen, weil ich in dieser Perspektive diese Handlungen aus scheinbar eigener Überzeugung heraus tu.

Worauf will ich hinaus? Nun, für mich ist durch die Wahl der Perspektive und die Erzählweise die eigentliche Geschichte einfach total in den Hintergrund gerückt. Ich konnte mich nicht richtig fallen lassen und mitfiebern, auch wenn ich die Handlung als solche in der Rückschau wirklich spannend und echt gut finde. Genauso konnte ich mit den Charakteren im Buch nicht wirklich warm werden, was vielleicht dem geschuldet war, dass ich mich bewusst viel zu sehr mit den Handlungen und Logiken der Hauptfigur auseinandergesetzt habe. Ich könnte jetzt noch nicht einmal mit bestimmter Sicherheit sagen, wie die Figuren hießen. Nur an Ben kann ich mich noch erinnern. Er war mir direkt sympathisch, vielleicht auch, weil er nicht ich war. Ich fand ihn interessant, weil er so geheimnisvoll war.

Nichtsdestotrotz muss ich hier noch einmal festhalten, dass sowohl die Idee der Geschichte, als auch die Handlung wirklich spannend war und auch jede Menge Nervenkitzel mitgebracht hat. Und auch der Schreibstil hat mir insofern gefallen, dass sich die Geschichte sehr gut und flüssig lesen ließ, wenn man sich drauf einlassen konnte.


Dieses Buch ist wirklich reine Geschmackssache. Ich sehe es als interessantes Experiment, um sich selbst noch einmal bewusst zu machen, was verschiedene Erzählperspektiven so ausmachen können. Von der Handlung an sich war ich beim Lesen sehr angetan, denn es gab viel Spannung und Action. Ich konnte mich einfach nur nicht zu hundert Prozent drauf einlassen. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

 


Lest fleißig, 
eure Sabrina 



3. März 2020

Rezension zu „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg

Pure bunte Lebensfreude! 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Das Blubbern von Glück
Autorin: Barry Jonsberg
Seiten: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Nein


Klappentext: 
Hier kommt Candice Phee! 12 Jahre alt, wunderbar ehrlich und ein bisschen ... anders. Und auch wenn viele sie nicht auf Anhieb verstehen – Candice hat ein riesiges Herz. Sie ist entschlossen, die Welt glücklich zu machen. Nur leider ist das gar nicht so einfach ... Denn wohin Candice auch sieht – an jeder Ecke lauert das Unglück. In ihrer Familie, die früher vor Glück geblubbert hat, spinnt sich neuerdings jeder in seinem eigenen Leid ein. Ihr superkluger Freund Douglas Benson versucht seit Langem vergeblich, in eine andere Dimension zu reisen. Und ihr Haustier, Erdferkel Fisch, hat womöglich eine ernsthafte Identitätskrise. Candice macht sich ans Wunderwerk, um jedem Einzelnen von ihnen zu helfen. Und wie sie das schafft und zum Schluss wirklich jeder um sie herum ein dickes Stück glücklicher ist, das ist das Allerwunderbarste an ihrer Geschichte. (Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Blubbern-von-Glueck/Barry-Jonsberg/cbj-Kinderbuecher/e489334.rhd


*Candice hat es geschafft, auch mich ein Stück glücklicher zu machen* 

Ich habe selten einen Klappentext gelesen, der ein Buch wirklich so gut beschreibt wie der von diesem Buch. Denn dieses ist wirklich auf eine wunderbare Weise absolut genial. Wir begleiten in diesem Buch die 12 jährige quirlige Protagonistin Candice Phee, die mit ihren autistischen Zügen ab und zu in ihrer Umwelt aneckt, und in der ihre Handlungen und Ideen nicht von jedem nachvollzogen werden können. Candice liest in ihrer Freizeit Lexika und ich manchmal für den Geschmack ihrer Mitmenschen einfach zu ehrlich. Candice lässt sich von den Meinungen der anderen Menschen aber nicht unterkriegen, denn ganz im Gegenteil: Sie sprüht nur so vor lauter Energie und Lebensfreude und geht mit vollem Elan an ihre Aufgabe, den Menschen in ihrem Umfeld zu helfen und sie dadurch wieder ein Stück glücklicher zu machen. In einem von A-Z gegliederten Schulaufsatz erzählt Candice in diesem Zusammenhang von ihrer Familie und ihrem Leben. Dabei zeigt die super sympathische Candice dem Lesenden wundervolle neue Sichtweisen auf Dinge und Phänomene im Leben, die mir sehr gut gefallen haben. Denn wie oft stecken wir in unseren Denkmustern fest, sagen Dinge wie „Das kann doch so gar nicht funktionieren, das ist unlogisch.“ und vergessen, wie vielseitig Dinge betrachtet werden können. Das hat mir Candice beim Lesen ein ums andere Mal wieder ins Gedächtnis gerufen. Denn auch wenn nicht immer alles bei ihrer Mission, ihre Eltern, ihren reichen Onkel Brian, ihre Brieffreundin Danielle, ihren Fisch Erdferkel-Fisch und ihren besten Freund Douglas Benson aus einer anderen Dimension zu ihrem Glück zu verhelfen glatt geht, so gibt Candice nicht auf. Und das finde ich echt super an ihr.

Auch die anderen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Hier hat der Autor sein großes Können sehr deutlich gezeigt, weil er so liebenswerte, verrückte und facettenreiche Charaktere erschaffen, die die Geschichte mit unfassbar viel Leben füllen und sie bunt machen. Genauso wie die Emotionen im Buch, die auch unheimlich bunt sind. Da gibt es farbenfrohe Kapitel in denen man herzlich auflacht und auch wiederum ein paar graue Kapitel, in denen es ernster und tiefgründiger wird. Auch hier ist die Mischung wirklich gut dosiert, sodass der Lesende am Ende zum Nachdenken angeregt wird, aber vor allem auch eine Vielzahl an Gefühlen beim Lesen spürt. Die Themen innerhalb der Kapitel waren mal lustig, leicht und locker, mal philosophisch und ernst. Eine sehr gelungene Mischung!

Der Schreibstil lässt sich an dieser Stelle für mich ebenfalls am besten mit dem Wort bunt beschreiben. Die Gedanken von Candice wurden so schillernd beschrieben, dass man direkt in Candice Kopf eintauchen und sie sehr gut nachvollziehen konnte. Die Wörter waren so treffend gewählt, das sie einerseits für ein 12 jähriges Mädchen sehr authentisch waren, und andererseits doch gezeigt haben, dass Candice doch irgendwie ein bisschen anders denkt.

Eine unheimlich schöne, bunte Geschichte, die nur so vor positiven Emotionen blubbert, sodass ich als Lesende am Ende der Geschichte ein ganzes Stück glücklicher und auch ein kleines bisschen weiser geworden bin. Denn Candice hat mir nochmal gezeigt, dass es viele Betrachtungsweisen gibt und es manchmal echt gut tut, seinen Blickwinkel einfach mal zu verändern. Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung von mir! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    


Lest fleißig, 
eure Sabrina