2. Oktober 2019

Rezension zu „Das Biest in ihm“ von Serena Valentino

Wie der Prinz zum Biest wurde… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Das Biest in ihm
Autorin: Serena Valentino
Seiten: 224
Genre: Jugendbuch, Märchen
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: „Wie wurde aus dem schönen Prinzen das furchterregende Monster? Das Märchen von der Schönen und dem Biest kennen alle. Warum jedoch verändert sich der von seinem Volk einst so geliebte Prinz zu einem verbitterten, zurückgezogen lebenden Biest? Sein königlich vergoldetes Leben in Prunk und Schönheit zerfällt und er wird zutiefst böse - zu seinem eigenen Leid. In dieser Geschichte wird das Märchen erstmals aus Sicht des Prinzen erzählt.“ (Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/das-biest-in-ihm/101994

*Weniger neue Infos als erhofft* 


Bereits als Kind habe ich Disneyfilme geliebt und schaue sie auch heute immer noch liebend gerne. Gerade die bösen Charaktere fand ich damals schon immer sehr interessant, weil sie den Geschichten erst so richtig Spannung verliehen haben. Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich auf die Bücher der „Disneys Villains“ gefreut habe und wie gespannt ich war, die Hintergrundgeschichten der Bösewichte zu erfahren.

Gestartet habe ich also mit dem Biest aus die Schöne und das Biest, auch wenn das Biest für mich persönlich jetzt nicht der klassische Disney-Bösewicht ist. 

Die Idee hinter dieses Büchern besteht ja darin, dem Lesenden nahezubringen, warum die Charakterzüger der Bösewichte so „böse“ sind. Und genau hier habe ich auch von Anfang an die größte Skepsis beim Biest gehabt, weil der Originalfilm die Hintergrundgeschichte des Biestes ja bereits grob beleuchtet und erklärt, wie der Prinz zum Biest wurde. Diese Filmvorlage zeigte sich beim Lesen leider, wie erwartet, auch sehr stark im Verlauf der Geschichte, sodass mir das meiste aus der Geschichte bereits bekannt war und es für mich bis auf wenige Details auch nicht wirklich etwas Neues gab.
Gut gemacht fand ich die Geschichte er drei merkwürdigen Feenschwestern, die scheinbar überall ihre Finger mit im Spiel haben und die Freundschaft des Prinzen zu Gaston als neue Elemente der Geschichte. Von solchen Details hätte ich gerne noch mehr Ausschmückungen gehabt. Auch die Charaktere hätten für mich noch näher beleuchtet werden können, sodass man noch mehr Facetten von ihnen kennen lernen kann.
Der Schreibstil war sehr flüssig und einfach, sodass sich das Buch sehr gut lesen ließ.




Als Auftaktband der Reihe hätte ich mir einen eher unbekannten Charakter gewünscht, von dem man die Vorgeschichte noch nicht kennt. Denn so gab es für mich nur wenig Neues zu entdecken, was aber denke ich in den anderen Bänden anders sein wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Geschichten bei den anderen Bösewichten gestalten. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 



  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 



23. September 2019

Rezension zu „Awakening Terra #1“ von Jennifer Alice Jager

Wenn die Natur sich wehrt… 

© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Arena Verlag

Titel: Awakening Terra #1
Autorin: Jennifer Alice Jager
Seiten: 256
Genre: Jugendbuch, Dystopie
gelesenes Format: Broschiert
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Arena Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Nur vier Jugendliche können das Ende der Menschheit und den drohenden Untergang noch verhindern. Der nervenzerfetzende Auftakt der gewaltigen Endzeitreihe über den Kampf von Mensch gegen Natur. Naturkatastrophen wüten auf der ganzen Welt. In Addys Heimatstadt Orsett zerstören Pflanzen alles und jeden, der ihnen in die Quere kommt. Auf der Suche nach der Ursache trifft Addy einen Jungen, in dessen Nähe die Natur noch viel verrückter zu spielen scheint. Was er ihr offenbart, ist noch schlimmer als das, was die Pflanzen ihrer Heimatstadt angetan haben. Denn dies war erst der Anfang. Terra Mater, die Erde selbst, will dem Tun der Menschen ein Ende setzen und eine bessere Welt erschaffen – ohne sie. Ihr erstes Ziel: die Kraftwerke des Energiekonzerns Elekreen. Dazwischen: Millionen von Menschen, die sie bereit ist zu opfern. Nach einer Vision ahnt Addy: Das Schicksal der Welt liegt in ihren Händen und in denen von drei anderen Jugendlichen, von denen sie ganze Kontinente trennen.“ (Quelle: https://www.arena-verlag.de/artikel/awakening-978-3-401-60492-3 )


*Ein erschreckendes Zukunfts-Szenario, das definitiv zum Nachdenken bringt* 


Mit der ‚Fridays for future‘-Bewegung ist das Thema Klimawandel und Klimaschutz in den vergangenen Monaten immer präsenter geworden. Wie wichtig es ist, den Schutz der Natur ernst zu nehmen zeigt die Autorin Jennifer Alice Jager auf eine sehr eindrückliche Weise in ihrer neuen Reihe.

Der Auftaktband „Awakening Terra #1“ zeigt in einem dystopischen Szenario sehr eindrücklich, welche Folgen eine Missachtung dieses wichtigen Themas mit sich zieht. Der Schreibstil der Autorin ist hier, wie auch bereits in ihren anderen Werken, sehr pointiert und kreiert mit einer sehr treffenden Wortwahl zwar eine grüne, aber dennoch eher düstere Endzeitatmosphäre. Diese Atmosphäre ist dabei durchgehend von einer knisternden Spannung durchzogen, sodass man als Leser stets gespannt ist, was wohl als nächstes passieren wird. Das die Geschehnisse dabei meist nicht positiv ausfallen, wenn die Natur plötzlich beginnt, sich gegen die Menschen zu wehren, ist hier nahe liegend. Natürlich ist hier auch Phantasie im Spiel, aber gerade das zeigt, wie ich finde, einfach noch einmal in einer verdeutlichten Form, wie es mal vielleicht in einer leicht abgewandelten Form mit unserer Erde zu Ende gehen könnte, wenn man sich des Klimaschutzes jetzt nicht annimmt.

Ich finde es wirklich großartig, dass die Autorin es schafft, dass das Buch zum einen für den Leser eine spannende actionreiche Geschichte transportiert, ihm aber auch zeitgleich vor Augen führt, wie wichtig und thematisierungswürdig der Klimawandel ist. Die Verarbeitung des Themas innerhalb der Geschichte ist der Autorin hier wirklich gut gelungen. Ich bin da wirklich sehr gespannt, wie die Geschichte in den Folgebänden weitergehen wird.


Dieser Auftaktband gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. Man hat eine tolle Geschichte mit einer sehr tiefgründigen und wichtigen Grundthematik, die den Leser zum Nachdenken bringt. Ich vergebe daher sehr gute 4 von 5 möglichen Herzen. Ein Herz lasse ich mir noch offen, damit noch eine Steigerung mit den Folgebänden möglich ist. 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina


27. August 2019

Rezension zu „Das Exodus-Projekt“ von Dan Smith



Ein Abenteuer am Ende der Welt… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Chicken House Verlag
Titel: Das Exodus-Projekt
Autor: Dan Smith
Seiten: 304
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Zak hatte sich ein Abenteuer gewünscht. Aber nach einer Bruchlandung mitten in der Antarktis geht es für ihn und seine Familie um viel mehr. Denn die Forschungsstation, für die seine Eltern arbeiten, ist vollkommen verlassen. Und draußen ist es bitterkalt. Als Zak sich auf den Weg macht, um Hilfe zu suchen, spürt er ein seltsames Unbehagen. Fast so, als würde ihn jemand beobachten. Und dann macht Zak eine furchtbare Entdeckung: Das Exodus-Projekt ist außer Kontrolle geraten! Sie müssen von hier verschwinden und zwar schnell. Doch wo ist eigentlich seine Familie abgeblieben?“
(Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/das-exodus-projekt/96142

*Alleine im Eis* 

Das Buch hat mich beim Stöbern direkt neugierig gemacht, da der Klappentext schon nach purem Abenteuer klang. Insbesondere das Setting mit der einsamen Forschungsstation im Eis ist wirklich mal was anderes für mich gewesen.

Ich habe mich schon nach den ersten paar Seiten sehr schnell in der Geschichte zurecht gefunden und konnte mich direkt auf den Protagonisten Zak und die Handlung einlassen. Der Schreibstil war dabei wirklich angenehm, da die Beschreibungen kurz, aber völlig ausreichend waren. Dadurch lag der Fokus hier stets auf dem Geschehen, das auch in jedem Kapitel immer weiter voranschritt ohne langatmig zu werden.

Zak fand ich dabei als Hauptfigur sehr sympathisch, da er ein neugieriger und willensstarker Junge war, der auch in brenzligen Situationen meistens einen kühlen Kopf bewahrt hat. Und das musste er auch, denn an spannenden und actionreichen Situationen fehlte es in der Geschichte nicht. Es passierte wirklich unglaublich viel und das sehr zügig hintereinander, sodass der Spannungsbogen stets aufrecht gehalten wurde. Das fand ich wirklich toll!

Meine Kritik bezieht sich zum einen auf die Charakterzüge der einzelnen Figuren, die mir stellenweise doch etwas zu einfach gehalten waren. Ich wusste oftmals ziemlich genau wie die Personen agieren würden, wodurch es für mich nur wenige Überraschungen gab. Zum anderen kam mir das Ende dann irgendwie doch ein bisschen zu plötzlich, auch wenn es mir von der Art her sehr gut gefallen hat.




Ich dann dieses Buch allen kleinen und auch großen Abenteurern empfehlen, die sich auf eine spannende Expedition in eine einsame Eiswüste begeben und ein tolles Abenteuer erleben wollen. Denn bei dieser Geschichte ist Action und auch die eine oder andere Überraschung garantiert! 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina



25. August 2019

Rezension zu „Glück & Los“ von Dagmar Bach



Diese Sache mit den Wünschen… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer KJB Verlag
Titel: Glück & Los
Autor: Dagmar Bach
Seiten: 389
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer KJB Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, das wär’s! Früher war Lina überzeugt, dass sie das kann und eine echte Glücksbringerin ist: Um sie herum gingen urplötzlich geheime Wünsche in Erfüllung. Doch das ist schon lange her. Und was genau es war, das die Wünsche wahr werden ließ, hat Lina nie herausgefunden. Schade eigentlich, denn nun hat sie selbst einen riesengroßen Wunsch: Sie will sich endlich, endlich richtig verlieben, mindestens auf den ersten Blick! Wild entschlossen versucht sich Lina wieder an der Sache mit den Wünschen. Leider enden all ihre Experimente im größten Chaos ...“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/dagmar_bach_glueck_und_los/9783737341455


*Bunt, facettenreich, leicht und schön* 

Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut, da ich zwischendurch gerne lockere und lustige Jugendbücher lese, bei denen ich einfach die Zeit vergessen und vor mich hin schmunzeln kann. Und genau das habe ich bei diesem Buch auch bekommen.

Man begleitet während dieser Geschichte die fünfzehnjährige Protagonistin Lina durch ihren Alltag, der einfach herrlich ungewöhnlich gewöhnlich war. Der alltägliche Schulwahnsinn, wo Lina unfassbar schlecht „Nein“ zu Aufgaben sagen kann, eine liebevolle, chaotische Patchwork-Familie mit eineiigen Zwillingen als neue Brüder und dann ist da natürlich noch die Sache mit dem Wünsche erfüllen.

Diese ganzen Ansätze führen direkt zu Beginn der Geschichte zu einem turbulenten Start der Geschichte und sorgen auch im Verlauf immer wieder für viele neue spannende Handlungsverläufe. Das hat mir echt super gut gefallen, da ich richtig Spaß beim Lesen hatte und immer gespannt drauf war, was wohl als nächstes passieren würde.

Ich denke auch, dass insbesondere die Familienkonstellation wirklich gut gewählt war, da es hier mal eine Patchworkfamilie gegeben hat, die bis auf einige Kleinigkeiten ziemlich gut funktioniert. Solche Darstellungen von Familien sind gerade in der heutigen Zeit denke ich sehr wichtig um den Leser_innen der Zielgruppe zu zeigen, das Trennungen und Scheidungen nicht immer im Bösen geschehen müssen und dass auch Neuanfänge Potentiale und Chancen bieten.

Auch die Protagonistin Lina ist für die meisten Jugendlichen denke ich eine sehr vorbildliche und damit in meinen Augen sehr gut gelungene Protagonistin. Sie ist stets eine sehr sympathische Hauptfigur, weil sie einfach immer nett, freundlich, hilfsbereit und vor allem harmoniebedürftig ist. Sie hat allerdings auch einige sehr kindische Angewohnheiten, die für mich nicht so recht zu ihrem Alter passen wollte.

Das Verhalten von ihrem nur ein Jahr älteren Bruder Mats und den gleichaltrigen Zwillingen hat für mich an vielen Stellen ebenfalls nicht zu deren Alter gepasst, weil sie sich meiner Ansicht nach viel zu erwachsen benommen haben. Vor allem Mats. Er wirkte auf mich durch seine Reife und seinen Beschützerinstinkt deutlich älter. Ansonsten mochte ich ihn und die Zwillinge und auch sonst alle anderen Nebencharaktere, wie die einzelnen Hausbewohner, wirklich gerne. Sie waren alle sehr liebevoll skizziert, sodass man sich von allen ein gutes Bild machen konnte, auch wenn sie vielleicht nur kurze Auftritte während der Geschichte hatten.

Insgesamt kann ich den Schreibstil der Autorin echt loben, denn sie hat es geschafft eine Geschichte mit einer Leichtigkeit zu erzählen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Der Verlauf der Handlung war dabei an keiner Stelle langweilig oder langatmig, sodass ich mich stets sehr gut unterhalten gefühlt habe. Man hat allerdings schon gemerkt, dass es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer neuen Reihe gehandelt hat. Denn gerade dass Wünsche erfüllen, was ja in dieser Geschichte eine zentrale Thematik darstellt, wurde sehr behutsam eingeführt und nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Hier hat die Autorin den Fokus zunächst mal stärker auf die einzelnen Figuren gelegt ohne dabei jedoch die Handlung zu vernachlässigen, was ich wirklich ausgesprochen gut fand. Ich denke da wird dann im nächsten Band einiges mehr zum Wünsche erfüllen kommen. Und ich kann euch eins sagen: Da freue ich mich jetzt schon drauf!

Eine wunderschöne, locker flockige Geschichte für Teenies, die ich Jung und Alt empfehlen kann. Man findet zwischen den Seiten das Leben mit Höhen und Tiefen und vor allem die vielen bunten Facetten des Lebens, die das Leben vielseitig und spannend machen: Freundschaft, Liebe, Familie, Schule…und ein kleines bisschen Magie. 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    


Lest fleißig, 

eure Sabrina


17. Mai 2019

Rezension zu „Bleib doch, wo ich bin“, von Lisa Keil


Eine romantische Geschichte mit ganz viel Charme 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer Verlag
Titel: Bleib doch wo ich bin
Autor: Lisa Keil
Seiten: 352
Genre: Roman
gelesenes Format: Taschenbuch
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext: 
„Kaya hat alles, was sie zu ihrem Glück braucht: eine kleine Buchhandlung in ihrem Heimatort, beste Freunde und ihr heiß geliebtes Shetlandpony. Für einen Mann, der länger bleibt als eine Nacht, ist eigentlich kein Platz in ihrem Leben. Lasse ist überzeugter Großstädter und nur aufs Land gezogen, weil er als Lehrer die erstbeste Vertretungsstelle annehmen musste. Als Kaya ihn auf einer Scheunenparty trifft, ahnt sie nicht, dass der gutaussehende Typ der Klassenlehrer ihrer Nichte ist. Eine Begegnung mit aufregenden Folgen …“ (Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/lisa_keil_bleib_doch_wo_ich_bin/9783596703975


*Manchmal ist es einfach Schicksal* 

Auf den ersten Blick ist mir direkt das helle, freundliche Cover dieses Buches ins Auge gesprungen. Direkt nach Lesen des Klappentextes machte sich bei mir dann auch so ein gute Laune Gefühl breit, dass ich richtig Lust auf die Geschichte bekommen habe. Denn wer kann zu einer romantischen Geschichte mit dem Schauplatz Buchhandlung und einem ländlichen Setting inklusive Shetlandpony schon nein sagen? Ich jedenfalls nicht, und das, obwohl ich ja eher weniger aus dem Romanbereich und eher sonst im Bereich der Jugendliteratur zu finden bin. Aber ich wollte diesem Buch eine Chance geben. Und ich wurde ausgesprochen positiv überrascht.

Als Leser_in steigt man direkt ohne große Umschweife und Erklärungen in die Handlung ein, und lernt dabei Kaya, die weibliche Protagonistin in dieser Geschichte kennen. Kaya wirkte auf mich direkt sympathisch, offen, lebensfrohe, lustig und auch ein wenig keck. Mein Herz erobert hat sie dann spätestens, als sie sich bereit erklärt, ihrer Nichte Milly aus der Patsche zu helfen. Es war sehr schön, wie diese beiden Figuren, und das nicht nur am Anfang, sondern während des kompletten Storyverlaufes, immer wieder miteinander interagiert haben. Man konnte diese familiäre Verbundenheit und den Zusammenhalt zwischen Kaya und Milly richtig spüren.

Auch was den männlichen Protagonisten Lasse angeht, bei dem es sich ausgerechnet um den Klassenlehrer von Milly handelt, war ich direkt von der ersten Sekunde an begeistert. Ich mochte seine zunächst eher mürrische und zurückhaltende Art, einfach weil es ihn zu einer sehr authentischen Figur machte. Er hatte seine eigene Hintergrundgeschichte, die ihn geprägt hat und die seine Charakterzüge sehr nachvollziehbar erscheinen lässt. Über diese Hintergründe erfährt man als Leser_in allerdings immer erst so nach und nach, was ich aber gut fand, denn so gab es quasi immer wieder so einzelne Puzzelteile, die man zum Charakterbild von Lasse hinzufügen konnte und sich dieser Charakter einem so erst nach und nach erschlossen hat.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war der Handlungsverlauf an sich. Denn zunächst geschieht etwas unglaublich amüsantes, was dem Buch von Anfang an so eine Lockerheit gibt. Diese wird dann eigentlich auch konsequent aufrecht erhalten, wobei es natürlich auch immer wieder spannende Szenen gibt, die ein bisschen Schwung in die Geschichte bringt, die eine oder andere Szene etwas heißere Szene und auch Szenen die einen laut aufseufzen lassen, weil sie einfach so wunderschön zu lesen sind.

An dieser Stelle ist muss man der Autorin wirklich ein großes Lob aussprechen. Auch wenn ich die kleinen Dramen und Missverständnisse für mein persönliches Empfinden nicht gebraucht hätte, haben diese ganzen vielen kleinen Szenen in ihrer Unterschiedlichkeit doch alle dafür gesorgt, dass sich die Beziehung zwischen Kaya und Lasse auf eine sehr natürliche und vor allem realistische Weise mit verfolgen ließ. Es war für mich genau das richtige Kennenlern-Tempo, um mir vorstellen zu können, dass sich diese Geschichte so auch in der Realität ereignen könnte. Auch in Bezug auf den Kontrast zwischen dem Stadt- und dem Landleben gab es immer wieder so kleine Szenen wie beispielsweise das Osterfeuer oder einen Ausflug in die Großstadt, die noch einmal deutlich gezeigt haben aus welchen unterschiedlichen Lebeswelten Menschen stammen können, und das es manchmal nicht so einfach ist, sich sofort an einen andere Lebenswelt zu gewöhnen.

Der Schreibstil hat hier in dieser Geschichte wundervoll gepasst, weil die Beschreibungen und insbesondere die Gedankengänge der Charaktere sprachlich sehr treffend eingesetzt wurden, um mich nah ans Geschehen zu bringen und mich mit den Figuren mitfiebern zu lassen. 

Um es kurz aber treffend auf den Punkt zu bringen: Diese Geschichte ist einfach richtig schön. Ich mochte sowohl die liebevoll skizzierten und individuell gestalteten Charaktere, den flüssigen und lockeren Schreibstil und einfach die gesamte positive Wohlfühl-Atmosphäre, die die Geschichte während des Lesens bei mir geweckt hat. Einzig diese kleinen Dramen fand ich ein bisschen zu konstruiert und für meinen Geschmack nicht unbedingt notwendig, auch wenn sie natürlich zum Realismus der Geschichte beigetragen haben. 

Ich vergebe gute 4 von 5 möglichen Herzen! 

    
   
Lest fleißig, 
eure Sabrina



29. April 2019

Rezension zu „Ellingham Academy – Was geschah mit Alice?“ von Maureen Johnsen


Dieses Buch bleibt mir ein Rätsel… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Loewe Verlag
Titel: Ellingham Academy – Was geschah mit Alice?
Autor: Maureen Johnsen
Seiten: 464
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Loewe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Willkommen in der Ellingham Academy! Versteckt in den Bergen Vermonts ist die Privatschule der ideale Ort für die begabtesten Schüler des Landes – Bestsellerautoren, YouTube-Stars, Künstler, Erfinder. Doch das Internat umgibt eine tragische Geschichte. Vor mehr als 80 Jahren wurden Frau und Tochter des Schulgründers entführt. Genau deshalb wird Stevie Bell an der Akademie aufgenommen: Sie soll die bisher ungeklärte Ellingham-Affäre lösen. Und schon bald erhält sie eine mysteriöse Botschaft, die einen Mord ankündigt. Als ein Schüler kurz darauf tot aufgefunden wird, ist Stevie überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Todesfall und den Verbrechen aus der Vergangenheit gibt.  Stevie Bell ist großer Fan von Sherlock Holmes und Agatha Christie. Aber noch viel mehr begeistern sie reale Kriminalfälle – wie die bisher ungelöste Ellingham-Affäre. Als Schülerin der exklusiven Ellingham Academy kann sie endlich selbst am Schauplatz der legendären Entführung ermitteln. Doch als ein Mitschüler ums Leben kommt, muss Stevie nicht nur das Verbrechen von damals aufklären.“
(Quelle: https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/ellingham_academy_was_geschah_mit_alice-9030/) 


*Was geschah denn nun mit Alice?* 

Nachdem ich den Klappentext des Buches gelesen habe, war ich sofort ziemlich angetan von der Grundidee dieser Geschichte. Denn ich liebe Detektivgeschichten und ich liebe Internats- bzw. Schulsettings. Was kann da dann also schon groß schiefgehen? Meine Begeisterung müsste eigentlich vorprogrammiert und eine super Rezi müsste kein Problem sein. Warum habe ich jetzt also so lange gebraucht, um eine angemessene, und vor allem auch gut nachvollziehbare Beurteilung zu verfassen? Es war wirklich wie verhext mit diesem Buch, denn irgendwie bekomme ich mein Bauchgefühl zu dieser Geschichte nur schwer in Worte geschweige denn in eine Bewertung verpackt. Ich versuche es jetzt hier trotzdem mal.

Ich habe mich schnell eifrig ans Lesen gemacht und bin in der Geschichte auch gut voran gekommen. Der Schreibstil der Autorin ist, wie ich es von Jugendbüchern kenne, schön flüssig und angenehm zu lesen. Insbesondere die Wortwahl bei den Beschreibungen fand ich sehr gelungen, da ich mir alles vom ersten Moment an super vorstellen konnte und direkt voll drin in der Geschichte war. Hinzu kommt, dass die Geschichte auch von Anfang an sehr interessant gestaltet ist, da es zwei Handlungsstränge gibt, die sich durch das Buch ziehen.

Der erste Handlungsstrang erzählt von dem Ellingham Fall aus der Vergangenheit, bei dem die Tochter von Mr. Ellingham, dem Gründer der Akademie entführt wurde und verschwunden blieb. Das war echt richtig spannend, weil ich immer das Gefühl hatte, live beim Geschehen dabei zu sein. Daher gefällt mir dieser Strang von den beiden auch super gut.

Dann gab es noch den zweiten Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt und wo es hauptsächlich um die Protagonistin Stevie Bell geht, die für Kriminalfälle eine große Leidenschaft hegt und sich mit dem alten ungelösten Ellingham Fall beschäftigen möchte.

Und hier ist für mich die Schwachstelle in der Geschichte. Es liegt dabei nicht an Stevie selbst. Denn sie war ein sehr sympathisches Mädchen, mit der ich schnell warm geworden bin und die ich von ihrem freundlichen Charakter her sehr gerne mochte. Auch die zahlreichen Nebencharaktere waren alle von der Autorin sehr liebevoll und vor allen sehr individuell durchdacht und dargestellt, sodass ich beim Lesen immer wieder Freude hatte, die unterschiedlichen Figurenkonstellationen miteinander zu erleben.

Es lag hier eher an der Geschichte selbst. Denn Stevie kommt an die Akademie mit dem Ziel, den Ellingham Fall zu lösen. Doch ich hatte das Gefühl, dass sie während der Handlung alles andere gemacht hat, außer sich ernsthaft mit dem Fall zu beschäftigen. Denn am Ende des Buches weiß der Leser über den alten Ellingham Fall so viel wie zu Beginn, und die wenigen Infos, die man bekommt, stammen aus dem anderen Erzählstrang. Es kann sein, dass es daran liegt, dass in der Gegenwart der Tod eines Mitschülers passiert, und dem Stevie natürlich nachgeht. In dieser Hinsicht waren ihre Ermittlungen auch spannend und die Geschichte konnte mich abholen. Aber für mein persönliches Empfinden ist die Geschichte hier einfach zu weit von der Kernhandlung abgerückt, und das fand ich einfach schade und macht für mich eine Bewertung so schwierig. Denn auf der einen Seite möchte ich dem Fall rund um den toten Mitschüler eine positive Bewertung geben, was die Bearbeitung des Ellingham Falls angeht bekommt die Geschichte von mir aber leider das Gegenteil. Ich sagte ja bereits, es ist dieses Mal sehr schwierig meine Gedanken zu einer Geschichte in Worte zu fassen. Ich hoffe ihr wisst trotzdem jetzt so ansatzweise, worauf ich hinaus möchte. 

Ich finde man merkt, dass es sich bei diesem Band um einen Auftaktband einer Reihe handelt. Und obwohl mir an sich alles ziemlich gut gefallen hat und auch Spaß am Lesen hatte, wurde mir der Kern der Geschichte einfach zu sehr links liegen gelassen. Ich hätte mir da einfach eine Geschichte gewünscht, die den konkreten Fall von damals mit spannenden Recherchen in der Gegenwart verknüpft. Diese Recherchen habe ich einfach vermisst. Auch wenn ich diese Reihe vermutlich nicht weiter verfolgen werde kann ich dieses Buch allen Jugendbuchfans ans Herz legen, denn es hat tolle Charaktere und an sich auch eine gute Handlung. 

Ich vergebe gute 4 von 5 möglichen Herzen! 

     


Lest fleißig, 
eure Sabrina