27. August 2019

Rezension zu „Das Exodus-Projekt“ von Dan Smith



Ein Abenteuer am Ende der Welt… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Chicken House Verlag
Titel: Das Exodus-Projekt
Autor: Dan Smith
Seiten: 304
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Zak hatte sich ein Abenteuer gewünscht. Aber nach einer Bruchlandung mitten in der Antarktis geht es für ihn und seine Familie um viel mehr. Denn die Forschungsstation, für die seine Eltern arbeiten, ist vollkommen verlassen. Und draußen ist es bitterkalt. Als Zak sich auf den Weg macht, um Hilfe zu suchen, spürt er ein seltsames Unbehagen. Fast so, als würde ihn jemand beobachten. Und dann macht Zak eine furchtbare Entdeckung: Das Exodus-Projekt ist außer Kontrolle geraten! Sie müssen von hier verschwinden und zwar schnell. Doch wo ist eigentlich seine Familie abgeblieben?“
(Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/das-exodus-projekt/96142

*Alleine im Eis* 

Das Buch hat mich beim Stöbern direkt neugierig gemacht, da der Klappentext schon nach purem Abenteuer klang. Insbesondere das Setting mit der einsamen Forschungsstation im Eis ist wirklich mal was anderes für mich gewesen.

Ich habe mich schon nach den ersten paar Seiten sehr schnell in der Geschichte zurecht gefunden und konnte mich direkt auf den Protagonisten Zak und die Handlung einlassen. Der Schreibstil war dabei wirklich angenehm, da die Beschreibungen kurz, aber völlig ausreichend waren. Dadurch lag der Fokus hier stets auf dem Geschehen, das auch in jedem Kapitel immer weiter voranschritt ohne langatmig zu werden.

Zak fand ich dabei als Hauptfigur sehr sympathisch, da er ein neugieriger und willensstarker Junge war, der auch in brenzligen Situationen meistens einen kühlen Kopf bewahrt hat. Und das musste er auch, denn an spannenden und actionreichen Situationen fehlte es in der Geschichte nicht. Es passierte wirklich unglaublich viel und das sehr zügig hintereinander, sodass der Spannungsbogen stets aufrecht gehalten wurde. Das fand ich wirklich toll!

Meine Kritik bezieht sich zum einen auf die Charakterzüge der einzelnen Figuren, die mir stellenweise doch etwas zu einfach gehalten waren. Ich wusste oftmals ziemlich genau wie die Personen agieren würden, wodurch es für mich nur wenige Überraschungen gab. Zum anderen kam mir das Ende dann irgendwie doch ein bisschen zu plötzlich, auch wenn es mir von der Art her sehr gut gefallen hat.




Ich dann dieses Buch allen kleinen und auch großen Abenteurern empfehlen, die sich auf eine spannende Expedition in eine einsame Eiswüste begeben und ein tolles Abenteuer erleben wollen. Denn bei dieser Geschichte ist Action und auch die eine oder andere Überraschung garantiert! 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina



25. August 2019

Rezension zu „Glück & Los“ von Dagmar Bach



Diese Sache mit den Wünschen… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer KJB Verlag
Titel: Glück & Los
Autor: Dagmar Bach
Seiten: 389
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer KJB Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, das wär’s! Früher war Lina überzeugt, dass sie das kann und eine echte Glücksbringerin ist: Um sie herum gingen urplötzlich geheime Wünsche in Erfüllung. Doch das ist schon lange her. Und was genau es war, das die Wünsche wahr werden ließ, hat Lina nie herausgefunden. Schade eigentlich, denn nun hat sie selbst einen riesengroßen Wunsch: Sie will sich endlich, endlich richtig verlieben, mindestens auf den ersten Blick! Wild entschlossen versucht sich Lina wieder an der Sache mit den Wünschen. Leider enden all ihre Experimente im größten Chaos ...“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/dagmar_bach_glueck_und_los/9783737341455


*Bunt, facettenreich, leicht und schön* 

Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut, da ich zwischendurch gerne lockere und lustige Jugendbücher lese, bei denen ich einfach die Zeit vergessen und vor mich hin schmunzeln kann. Und genau das habe ich bei diesem Buch auch bekommen.

Man begleitet während dieser Geschichte die fünfzehnjährige Protagonistin Lina durch ihren Alltag, der einfach herrlich ungewöhnlich gewöhnlich war. Der alltägliche Schulwahnsinn, wo Lina unfassbar schlecht „Nein“ zu Aufgaben sagen kann, eine liebevolle, chaotische Patchwork-Familie mit eineiigen Zwillingen als neue Brüder und dann ist da natürlich noch die Sache mit dem Wünsche erfüllen.

Diese ganzen Ansätze führen direkt zu Beginn der Geschichte zu einem turbulenten Start der Geschichte und sorgen auch im Verlauf immer wieder für viele neue spannende Handlungsverläufe. Das hat mir echt super gut gefallen, da ich richtig Spaß beim Lesen hatte und immer gespannt drauf war, was wohl als nächstes passieren würde.

Ich denke auch, dass insbesondere die Familienkonstellation wirklich gut gewählt war, da es hier mal eine Patchworkfamilie gegeben hat, die bis auf einige Kleinigkeiten ziemlich gut funktioniert. Solche Darstellungen von Familien sind gerade in der heutigen Zeit denke ich sehr wichtig um den Leser_innen der Zielgruppe zu zeigen, das Trennungen und Scheidungen nicht immer im Bösen geschehen müssen und dass auch Neuanfänge Potentiale und Chancen bieten.

Auch die Protagonistin Lina ist für die meisten Jugendlichen denke ich eine sehr vorbildliche und damit in meinen Augen sehr gut gelungene Protagonistin. Sie ist stets eine sehr sympathische Hauptfigur, weil sie einfach immer nett, freundlich, hilfsbereit und vor allem harmoniebedürftig ist. Sie hat allerdings auch einige sehr kindische Angewohnheiten, die für mich nicht so recht zu ihrem Alter passen wollte.

Das Verhalten von ihrem nur ein Jahr älteren Bruder Mats und den gleichaltrigen Zwillingen hat für mich an vielen Stellen ebenfalls nicht zu deren Alter gepasst, weil sie sich meiner Ansicht nach viel zu erwachsen benommen haben. Vor allem Mats. Er wirkte auf mich durch seine Reife und seinen Beschützerinstinkt deutlich älter. Ansonsten mochte ich ihn und die Zwillinge und auch sonst alle anderen Nebencharaktere, wie die einzelnen Hausbewohner, wirklich gerne. Sie waren alle sehr liebevoll skizziert, sodass man sich von allen ein gutes Bild machen konnte, auch wenn sie vielleicht nur kurze Auftritte während der Geschichte hatten.

Insgesamt kann ich den Schreibstil der Autorin echt loben, denn sie hat es geschafft eine Geschichte mit einer Leichtigkeit zu erzählen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Der Verlauf der Handlung war dabei an keiner Stelle langweilig oder langatmig, sodass ich mich stets sehr gut unterhalten gefühlt habe. Man hat allerdings schon gemerkt, dass es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer neuen Reihe gehandelt hat. Denn gerade dass Wünsche erfüllen, was ja in dieser Geschichte eine zentrale Thematik darstellt, wurde sehr behutsam eingeführt und nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Hier hat die Autorin den Fokus zunächst mal stärker auf die einzelnen Figuren gelegt ohne dabei jedoch die Handlung zu vernachlässigen, was ich wirklich ausgesprochen gut fand. Ich denke da wird dann im nächsten Band einiges mehr zum Wünsche erfüllen kommen. Und ich kann euch eins sagen: Da freue ich mich jetzt schon drauf!

Eine wunderschöne, locker flockige Geschichte für Teenies, die ich Jung und Alt empfehlen kann. Man findet zwischen den Seiten das Leben mit Höhen und Tiefen und vor allem die vielen bunten Facetten des Lebens, die das Leben vielseitig und spannend machen: Freundschaft, Liebe, Familie, Schule…und ein kleines bisschen Magie. 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    


Lest fleißig, 

eure Sabrina


16. Juni 2019

Rezension zu „Bitter & Bad – Dunkle Legenden“ von Linea Harris

Jill die Dämonenjägerin geht wieder auf die Jagd


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Piper Verlag
Titel: Bitter & Bad – Dunkle Legenden

Autor*in: Linea Harris
Seiten: 368 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Piper Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Jill arbeitet seit drei Jahren als Dämonenjägerin, doch in letzter Zeit laufen all ihre Aufträge schlecht. Sie hat ihre Magie nicht mehr unter Kontrolle und bei ihren Einsätzen ist es mehrmals zu Unfällen gekommen. Auch die Vampire und Werwölfe in ihrem Umfeld verhalten sich seltsam. Etwas scheint die Lebensenergie der übernatürlichen Wesen zu beeinflussen. Als Jill herausfindet, dass einige Vampire dem Wahnsinn verfallen sind und einen grausamen Mord begangen haben, macht sie sich auf die Suche nach der Ursache. Dabei kommt sie einer vergessen geglaubten Legende auf die Spur und stößt auf einen Feind, der gefährlicher ist als alles, was Jill bisher gekannt hat ...“ (Quelle: https://www.piper.de/buecher/dunkle-legenden-isbn-978-3-492-70437-3 )


*Ein guter Spin-off Reihenauftakt*

Bei diesem Buch fand ich besonders den Klappentext ansprechend, da ich ja ein Fan von Magie und alles Übernatürlichem bin.
Das dieses Buch der erste Band eines Spin-Of zu der Reihe „Bitter&Sweet“ ist, wusste ich tatsächlich zunächst gar nicht. Ich bin also ohne jede Vorkenntnisse über die Welt und die Charaktere an diese Geschichte rangegangen. Und ich kann sagen, dass ich nicht das Gefühl hatte, das mir etwas gefehlt hat, dadurch, dass ich die ursprüngliche Reihe nicht kenne.

Direkt positiv aufgefallen ist mir der wunderbar leichte, lockere und sehr flüssige Schreibstil der Autorin. Es war für mich sehr einfach in die Geschichte einzusteigen und die Welt kennenzulernen. Ich fand die Magie in der Welt und die verschiedenen übernatürlichen Wesen sehr gut beschrieben. Für mich passte das alles gut zueinander. Auch die Charaktere haben für mich wunderbar zueinander gepasst und der Geschichte interessante Dynamiken gegeben.

Jillian fand ich als Hauptfigur von Anfang an sehr sympathisch. Sie hat Ecken und Kanten und zeigt auch ihre Schwächen. Das alles brachte mich direkt emotional sehr nah an sie ran, sodass ich ihre Gedanken und Handlungen gut nachempfinden konnte.
Besonders toll fand ich den kleinen Kobold Cox. Ich fand ihn und seine Sprüche so witzig!
Wen ich irgendwie nicht so gerne mochte war Ryan, Jillians Vampirfreund. Ich weiß auch nicht, aber ich fand ihn einfach zu keinem Zeitpunkt wirklich sympathisch. Er hat irgendwie immer so sein Ding gemacht und Jill nicht so behandelt, wie sie es verdient hätte.

Die Handlung an sich fand ich sehr gut aufgebaut. Es gab immer wieder spannende Momente und auch die eine oder andere Wendung, die mich überrascht hat. Ich bin auf jeden Fall jetzt neugierig, wie sich die Handlung weiter entwickeln wird.

Ein gelungener Auftakt-Band von einer Spin-of Fantasy Reihe mit einer echt guten Mischung aus Witz, Spannung und Action. Ich kann das Buch jedem empfehlen, auch wenn man die ursprüngliche Reihe nicht gelesen hat. Mich konnte diese Mischung aus einer Lockerheit, tollen Figuren und einer spannenden zugrundeliegenden Handlung einfach überzeugen.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

   

Lest fleißig,
eure Sabrina




30. Mai 2019

Rezension zu „Witchmark – Die Spur der Toten“ von C.L. Polk

Magie, ein mysteriöser Mord und Geheimnisse in einem historisch angehauchten Setting


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Klett Cotta Verlag
Titel: Witchmark - Die Spur der Toten
Autor*in: C.L. Polk
Seiten: 384 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Klett Cotta Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Die Geschicke Aelands werden von den adligen Sturmsängern bestimmt. Ihre legitimierte Magie hat dem Land unvorstellbaren Fortschritt gebracht, es aber auch in einen fürchterlichen Krieg gestürzt. Die Soldaten kommen völlig verändert aus dem Krieg zurück. Miles Singer ist Arzt. Um den zurückkehrenden Soldaten zu helfen, kann er seine magischen Fähigkeiten nur heimlich einsetzen. Kämen sie ans Licht, würde er in einem Asylum eingesperrt. Als Miles zu einem Sterbenden gerufen wird, der wohl vergiftet wurde, bleibt ihm keine Wahl: Zusammen mit einem schönen Amaranthine, der zwischen der Welt und dem Totenreich wechseln kann, versucht er den Mordfall aufzuklären. Hinter all dem verbirgt sich aber ein Geheimnis, dessen Abgründigkeit kaum abzusehen ist: Wohin sind die Seelen der Gefallenen verschwunden?“ (Quelle: https://www.klett-cotta.de/buch/Weitere_Autoren/Witchmark/101150 )


*Irgendwie cool, aber auch ziemlich abgedreht*

In diesem Buch erwartet den Lesenden so einiges. In einem historisch angehauchten Setting wird man direkt zu Beginn der Geschichte mit dem Arzt Miles Singer bekannt gemacht, der in einem Krankenhaus zurückkehrende Soldaten heimlich mit seiner Magie bei der Genesung unterstützt. Im Laufe der Geschichte muss dann auch noch ein Mord aufgeklärt werden und das Geheimnis um die gefallenen Seelen gelöst werden. Alles eingerahmt in einem Setting aus Kopfsteinpflastern und Kutschen.
Diese Kombination aus einem Setting der Vergangenheit und der Magie fand ich einerseits sehr innovativ, andererseits aber auch echt abgedreht. Für mich leider wohl einfach zu abgedreht. Meinem Kopf fiel es jedenfalls durchweg sehr schwer, das Beides irgendwie miteinander in Einklang zu bringen. Ich denke auch das ist der große Knackpunkt, warum mich dieses Buch irgendwie nicht von sich überzeugen konnte. Ich habe mich schlichtweg nicht richtig auf die Geschichte einlassen und in sie eintauchen können, weil ich dieses Störgefühl, dass irgendwas für mich nicht zusammen passt, einfach nicht losgeworden bin.

Dabei hatte das Buch ansonsten formal eigentlich alles, was für mich eine gute Geschichte ausmacht. Den Schreibstil fand ich nämlich sehr angenehm und die Handlung kam gut in Gang. Sie war vielseitig und hatte immer wieder neue Wendungen, für die ich nur stellenweise wohl zu langsam war, sodass ich manchmal nicht richtig erfassen konnte, was da eigentlich gerade passiert ist und wie die Magie jetzt was bewirkt hat.

Ich mochte Dr. Singer als Protagonisten von Anfang an sehr gerne und fand seine Risikobereitschaft gepaart mit seiner Hilfsbereitschaft sehr bewundernswert. Auch die anderen größeren Charaktere wie der feenähnliche Amaranthine Tristan oder Dr. Singers Assistentin waren mir sympathisch. Gerade Tristan fand ich als Figur sehr interessant, weil er irgendwie permanent etwas Geheimnisvolles an sich hatte und mit dem Doktor gut harmoniert hat.


Die Geschichte kann Fans von Magie durchaus begeistern, wenn man sich auf das Setting der Handlung einlassen kann. Ich denke, es hätte mir auch sehr gut gefallen, wenn es in der jetzigen Zeit gespielt hätte. So konnte ich mit der Geschichte leider nichts anfangen. Dabei waren der Schreibstil, die Charaktere und die Handlung an sich allesamt wirklich gut. Ich kam einfach nur nicht rein.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!

  

Lest fleißig,
eure Sabrina

17. Mai 2019

Rezension zu „Bleib doch, wo ich bin“, von Lisa Keil


Eine romantische Geschichte mit ganz viel Charme 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer Verlag
Titel: Bleib doch wo ich bin
Autor: Lisa Keil
Seiten: 352
Genre: Roman
gelesenes Format: Taschenbuch
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext: 
„Kaya hat alles, was sie zu ihrem Glück braucht: eine kleine Buchhandlung in ihrem Heimatort, beste Freunde und ihr heiß geliebtes Shetlandpony. Für einen Mann, der länger bleibt als eine Nacht, ist eigentlich kein Platz in ihrem Leben. Lasse ist überzeugter Großstädter und nur aufs Land gezogen, weil er als Lehrer die erstbeste Vertretungsstelle annehmen musste. Als Kaya ihn auf einer Scheunenparty trifft, ahnt sie nicht, dass der gutaussehende Typ der Klassenlehrer ihrer Nichte ist. Eine Begegnung mit aufregenden Folgen …“ (Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/lisa_keil_bleib_doch_wo_ich_bin/9783596703975


*Manchmal ist es einfach Schicksal* 

Auf den ersten Blick ist mir direkt das helle, freundliche Cover dieses Buches ins Auge gesprungen. Direkt nach Lesen des Klappentextes machte sich bei mir dann auch so ein gute Laune Gefühl breit, dass ich richtig Lust auf die Geschichte bekommen habe. Denn wer kann zu einer romantischen Geschichte mit dem Schauplatz Buchhandlung und einem ländlichen Setting inklusive Shetlandpony schon nein sagen? Ich jedenfalls nicht, und das, obwohl ich ja eher weniger aus dem Romanbereich und eher sonst im Bereich der Jugendliteratur zu finden bin. Aber ich wollte diesem Buch eine Chance geben. Und ich wurde ausgesprochen positiv überrascht.

Als Leser_in steigt man direkt ohne große Umschweife und Erklärungen in die Handlung ein, und lernt dabei Kaya, die weibliche Protagonistin in dieser Geschichte kennen. Kaya wirkte auf mich direkt sympathisch, offen, lebensfrohe, lustig und auch ein wenig keck. Mein Herz erobert hat sie dann spätestens, als sie sich bereit erklärt, ihrer Nichte Milly aus der Patsche zu helfen. Es war sehr schön, wie diese beiden Figuren, und das nicht nur am Anfang, sondern während des kompletten Storyverlaufes, immer wieder miteinander interagiert haben. Man konnte diese familiäre Verbundenheit und den Zusammenhalt zwischen Kaya und Milly richtig spüren.

Auch was den männlichen Protagonisten Lasse angeht, bei dem es sich ausgerechnet um den Klassenlehrer von Milly handelt, war ich direkt von der ersten Sekunde an begeistert. Ich mochte seine zunächst eher mürrische und zurückhaltende Art, einfach weil es ihn zu einer sehr authentischen Figur machte. Er hatte seine eigene Hintergrundgeschichte, die ihn geprägt hat und die seine Charakterzüge sehr nachvollziehbar erscheinen lässt. Über diese Hintergründe erfährt man als Leser_in allerdings immer erst so nach und nach, was ich aber gut fand, denn so gab es quasi immer wieder so einzelne Puzzelteile, die man zum Charakterbild von Lasse hinzufügen konnte und sich dieser Charakter einem so erst nach und nach erschlossen hat.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war der Handlungsverlauf an sich. Denn zunächst geschieht etwas unglaublich amüsantes, was dem Buch von Anfang an so eine Lockerheit gibt. Diese wird dann eigentlich auch konsequent aufrecht erhalten, wobei es natürlich auch immer wieder spannende Szenen gibt, die ein bisschen Schwung in die Geschichte bringt, die eine oder andere Szene etwas heißere Szene und auch Szenen die einen laut aufseufzen lassen, weil sie einfach so wunderschön zu lesen sind.

An dieser Stelle ist muss man der Autorin wirklich ein großes Lob aussprechen. Auch wenn ich die kleinen Dramen und Missverständnisse für mein persönliches Empfinden nicht gebraucht hätte, haben diese ganzen vielen kleinen Szenen in ihrer Unterschiedlichkeit doch alle dafür gesorgt, dass sich die Beziehung zwischen Kaya und Lasse auf eine sehr natürliche und vor allem realistische Weise mit verfolgen ließ. Es war für mich genau das richtige Kennenlern-Tempo, um mir vorstellen zu können, dass sich diese Geschichte so auch in der Realität ereignen könnte. Auch in Bezug auf den Kontrast zwischen dem Stadt- und dem Landleben gab es immer wieder so kleine Szenen wie beispielsweise das Osterfeuer oder einen Ausflug in die Großstadt, die noch einmal deutlich gezeigt haben aus welchen unterschiedlichen Lebeswelten Menschen stammen können, und das es manchmal nicht so einfach ist, sich sofort an einen andere Lebenswelt zu gewöhnen.

Der Schreibstil hat hier in dieser Geschichte wundervoll gepasst, weil die Beschreibungen und insbesondere die Gedankengänge der Charaktere sprachlich sehr treffend eingesetzt wurden, um mich nah ans Geschehen zu bringen und mich mit den Figuren mitfiebern zu lassen. 

Um es kurz aber treffend auf den Punkt zu bringen: Diese Geschichte ist einfach richtig schön. Ich mochte sowohl die liebevoll skizzierten und individuell gestalteten Charaktere, den flüssigen und lockeren Schreibstil und einfach die gesamte positive Wohlfühl-Atmosphäre, die die Geschichte während des Lesens bei mir geweckt hat. Einzig diese kleinen Dramen fand ich ein bisschen zu konstruiert und für meinen Geschmack nicht unbedingt notwendig, auch wenn sie natürlich zum Realismus der Geschichte beigetragen haben. 

Ich vergebe gute 4 von 5 möglichen Herzen! 

    
   
Lest fleißig, 
eure Sabrina



12. Mai 2019

Rezension zu „Du wolltest es doch“ von Louise O'Neill

Die Frage der Schuld…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Impress Carlsen Verlag
Titel: Du wolltest es doch

Autor*in: Louise O'Neill
Seiten: 368 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Impress Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Nein, richtig sympathisch ist Emma nicht. Sie steht gern im Mittelpunkt, die Jungs reißen sich um sie und Emma genießt es. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist auf der Party mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?“ (Quelle: https://www.carlsen.de/amazon-mobi/du-wolltest-es-doch/97839)


*Ein wichtiges Thema, das hier behandelt wird*

Ich lese eher selten Bücher mit so ernsten Thematiken, weshalb ich nicht genau einschätzen konnte, was mich in diesem Buch erwarten würde und wie ich damit umgehen kann.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir zunächst ziemlich schwer gefallen. Es gab sehr viele Charaktere, die für mich zu holperig und schnell aufgetaucht und zu wenig ins Setting eingebettet wurden. Ich wusste nicht wer jetzt in welcher Beziehung zueinander steht und wer sich wie kennt. Das war für mich sehr mühsam und ziemlich anstrengend, da durchzublicken.

Der Schreibstil an sich hat mir da leider auch nicht so ganz geholfen. Ich fand ihn in Ordnung, aber nicht so flüssig, dass er mich irgendwie in der Geschichte vorwärts gezogen hat.

Die Thematik der Vergewaltigung war in der Geschichte omnipräsent vorhanden und von vielen Seiten beleuchtet. Man hat miterlebt, wie die Protagonistin Emma vor der Tat gelebt hat, und vor allem auch, wie sich ihr Leben nach der Tat verändert hat. Man hat erlebt, wie sich die Menschen in der Kleinstadt, ihre Freundinnen, andere Schülerinnen und Schüler und auch Emmas Familie verhalten hat. Das war stellenweise sehr heftig, aber ich kann mir vorstellen, dass es viele Opfer gibt, die ähnliches nach einem solchen schrecklichen Erlebnis erlebt haben.

Zu Emma an sich kann ich leider irgendwie nicht so viel sagen, da ich beim Lesen von Anfang an keine Nähe zu Emma aufbauen konnte, da sie viele Gedankengänge hatte, mit denen ich nichts anfangen konnte. Irgendwie fehlte mir insgesamt die Emotionalität in diesem Buch, obwohl die Thematik ja eigentlich mit Emotionen beladen ist, vor allem mit negativen. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, vielleicht mit dem Wort „nüchtern“. So kam es mir einen großen Teil der Geschichte vor.

Das Ende der Geschichte hat mir gut gefallen, denn es spiegelte mit einem offenen Ende die Realität denke ich gut wieder. Ein aufgezwungenes Happy End hätte ich irgendwie als unpassend empfunden. Trotzdem sind am Ende für mich einige Fragen offen geblieben. Man erfährt nicht wirklich, wie sich die Beziehungen der Charaktere im Anschluss weiterentwickeln, was mich persönlich aber noch sehr interessiert hätte.

Eine wichtiges Thema, das in diesem Buch angesprochen wird. Leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen. Es fehlte mir an Emotionalität und vor allem einem sortierteren Anfang, damit man sich direkt besser auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!

  

Lest fleißig,
eure Sabrina