1. September 2022

Rezension zu „The Second Princess - Vulkanherz“ von Christina Hiemer

Ein dunkles Erbe und eine schwere Bürde


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: The Second Princess - Vulkanherz
Autorin: Christina Hiemer
Seiten: 416 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Auf der Vulkaninsel St. Lucien herrscht die mächtige Dynastie der Bell-Frauen. Seit Jahrhunderten wird die Krone an die älteste Prinzessin weitergegeben. Doch hinter der glamourösen Fassade der Königsfamilie lauern düstere Geheimnisse, die nur die zweitälteste Prinzessin zu hüten weiß. Saphina war immer die jüngste und damit unbedeutendste von drei Schwestern. Nun rückt sie durch unerwartete Ereignisse in der königlichen Thronfolge auf und tritt vollkommen unvorbereitet ein dunkles Erbe an. Und ausgerechnet Dante, der undurchschaubare Adelssohn, soll ihr dabei helfen …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/second-princess-vulkanherz/978-3-551-58442-7 )


Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut. Ich bin immer neugierig auf Geschichten mit einem royalen Setting, Fantasyelementen und starken Protagonistinnen. Und das dann noch alles auf einer Vulkaninsel mitten in der Karibik. Was will man mehr? 
Für mich hatte auch das Grundgerüst der Story, nämlich dass die jüngste Prinzessin in der Familie plötzlich ganz unvorbereitet in ein Abenteuer geworfen wird, sehr viel Potential.

Ich muss sagen, dass ich mit dieser Geschichte leider von Anfang an nicht warm geworden bin. Da konnte auch der wirklich flüssige und angenehme Schreibstil der Autorin nicht viel dran machen.
Es lag hier für mich vor allem an zwei großen Prunkten: Der Protagonistin und den Logikfehlern.

Mit der Protagonistin Saphina konnte ich leider so gar nichts anfangen. Ich fand ihre sarkastische und sture Art einfach nur nervig. Sie hat für mich in so vielen Situationen absolut unangemessen reagiert: Wo jeder normale Mensch Angst gehabt hätte, verhält sie sich entweder total sorglos oder trotzig und zeigt immer wieder Emotionen, die in meinem Kopf zumindest einfach nicht zu der jeweiligen Situation gepasst haben. Ich konnte ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen und habe mich mehrfach gefragt, warum sie Dinge jetzt so macht.
Für mich war sie insgesamt mit ihrer Art zu Reden, zu Denken und zu Handeln sehr anstrengend und machte sie für mich zu einer sehr unsympathischen Figur, mit der ich leider auch nicht mitfiebern konnte.
Was mich auch an ihr gestört hat, waren die vielen Dialoge, in denen permanent Dinge angeteasert wurden, aber denen Saphina nicht hartnäckig nachgegangen ist. Auch hier fand ich ihren Charakter sehr inkonsistent, da sie auf der einen Seite ein recht großes Mundwerk hatte, auf der anderen Seite aber nicht in der Lage war, die wirklich wichtigen Fragen zu stellen. Ich kann mir vorstellen, dass diese Wortwechel eigentlich Spannung beim Lesen erzeugen sollten, mich haben sie aber einfach nur genervt.

Auch die andern Charaktere konnten mich nicht wirklich bei der Stange halten.
Mit Dante kam ich gut zurecht, aber nachhaltig in Erinnerung bleiben wird er mir wohl nicht. Leider genauso wenig wie die wirklich zahlreichen Nebencharaktere, die alle irgendwie kurz erwähnt wurden, aber im Verlauf der Handlung keine Relevanz mehr hatten. Das fand ich wirklich schade, da man hier glaube ich noch mehr aus den Figuren hätte rausholen können.


Zur Handlung an sich möchte ich eigentlich gar nicht so viel sagen, da es wirklich spoilern würde. Was ich hier aber positiv erwähnen möchte, war die Verflechtung von Fantasyelementen in die Geschichte. Für mich hat das sehr gut gepasst, auch wenn ich mir auch hier gewünscht hätte, dass die phantastischen Elemente noch mehr Tiefe bekommen hätten. So wirkte das ganze Konstrukt zwar schlüssig, aber auch lediglich recht oberflächlich.

Was für mich leider an vielen Stellen nicht schlüssig erschien, war die Logik, die der Handlung zugrunde lag. Auch hier möchte ich nicht spoilern, aber es gab für mich direkt recht zu Beginn der Geschichte eine Szene in der eine zeitliche Abfolge von Ritualen so erfolgt, wie sie es tut, aber nie erklärt wird warum das nun unbedingt so sein muss. Denn hier ist es faktisch so, dass die ganze weitere Handlung nichtig gewesen wäre, wäre hier einfach mit gewissen Dingen und Ritualen gewartet worden.

Dann hätte es die ganze nachfolgende Geschichte und auch die eine oder andere (oder vielleicht auch alle?) dramatischen Wendungen so schlichtweg nicht gegeben. Und dass hat mich ziemlich geärgert, weil sich für mich so recht schnell zu Beginn der Gedanke festgesetzt hat, dass alles Drama hätte vermieden werden können und man es nur so gemacht hat, damit Drama entsteht. Ich bin mir bewusst, dass dies natürlich ein von Schreibenden verwendetes Mittel ist. Hier hätte ich mir aber dann gewünscht, dass es in der Geschichte so eingearbeitet wird, dass ganz deutlich wird, dass dieses Ritual zwingend zu diesem Zeitpunkt erfolgen muss.


Für mich hatte die Geschichte wirklich viel Potential, aber der Funke ist bei mir leider nicht angekommen. Ich mochte die Protagonistin leider überhaupt nicht, sodass ich mich viel mehr über sie aufgeregt habe, als mit ihr mitzufiebern. Auch mit einigen Logikfehlern hatte ich leider gedanklich so sehr zu kämpfen, dass ich die Geschichte nicht wirklich genießen konnte. Ich denke aber, dass die Geschichte trotzdem Leuten gefallen kann, die gerne Urban Fantasy Geschichten lesen. Denn diese Verknüpfung von Fantasy und realem Weltsetting finde ich hier durchaus gelungen.

Ich vergebe 2 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina

5. Juni 2022

Rezension zu „Heartstopper Volume 1 - Boy trifft Boy“ von Alice Oseman

Nick und Charlie…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Graphix Loewe Verlag
Titel: Heartstopper Volume 1 - Boy trifft Boy
Autorin: Alice Oseman
Seiten: 288 Seiten
Genre: Romance, LGBTQ+
gelesenes Format: E- Book, Graphic Novel
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem Graphix Loewe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Dass Charlie schwul ist, weiß die ganze Schule. Dagegen ist Nick, der Star der Rugbymannschaft, so straight wie eine Goalline. Glaubt Charlie. Aber dann entwickelt sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Jungen. Charlie weiß sofort, dass er in Nick verknallt ist. Nick braucht ein bisschen länger, bis ihm klar wird, dass er Jungen genauso heiß findet wie Mädchen – besonders Charlie.“ (Quelle: https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/heartstopper_volume_1_deutsche_ausgabe-10361/ )


*Da geht einem so richtig das Herz auf*

Wie süß kann eine Geschichte bitte sein?! Das habe ich die ganze Zeit gedacht, während ich die Serie zu den Graphic Novels gesehen habe. Ja, hier habe ich tatsächlich die Serie zuerst gesehen und war so begeistert, dass ich danach direkt wissen wollte, was als Grundlage für diese unfassbar sympathischen Charaktere und die zuckersüße Story diente.

Es ist meine erste Graphic Novel, an die ich mich ran getraut habe, und was soll ich sagen: Ich bin hin und weg, von einfach Allem!

Auch wenn ich mich wiederhole, aber „Wie süß kann eine Geschichte bitte sein?!“ Das war glaube ich auch der Satz, der mir beim Lesen wohl am meisten durch den Kopf geschossen ist, und der für mich diese Geschichte am besten zusammenfasst. Bei Heartstopper passt einfach alles zusammen. Die Autorin erschafft mit wunderschönen Zeichnungen eine Geschichte aus dem täglichen Leben und zeigt die wunderschöne Vielfalt von Liebe.
Die Zeichnungen sind dabei einfach gehalten und so reduziert auf das Wesentliche, dass die Gefühle und die Entwicklung der Beziehung der beiden Protagonisten Nick und Charlie im Fokus stehen.
Hier passt das Erzähltempo wirklich perfekt zu den Charakterzügen der beiden. Es wirkt alles sehr authentisch, da sich die Gefühle langsam entwickeln und sich beide Charaktere Stück für Stück annähern. Dieses Knistern in der Luft ist dabei verpackt in lauter kleine Szenen, die jede für sich genommen einzigartig schön sind. Wie oft habe ich beim Lesen geschmunzelt und mich für die beiden gefreut, wenn sie einen schönen Moment miteinander geteilt haben. Diese Momente waren es, die mich sehr berührt haben. Denn sie haben mein Herz für einen Moment schweben lassen und mich mit Freude und Glück erfüllt.

Was mir auch richtig gut gefallen hat, waren die Charakterzüge von Nick und Charlie. Denn hier wurde ganz bewusst auf Klichees verzichtet. Nick ist als Anführer des Rugbyteams nicht wie vielleicht erwartet ein Draufgänger und lauter Charakter, sondern hat eher sehr ruhige und tiefgründige Züge, die ihn sehr liebenswert machen. Ich kann Charlie jedenfalls verstehen, warum er Nick toll findet.
Auch Charlie finde ich als Figur einfach wunderbar. Seine freundliche und leicht schüchterne Art waren mir von Anfang an sympathisch. Ich habe so gerne Zeit mit dieser Figur verbracht, da mich sein Wesen einfach in seinen Bann gezogen hat.
Auf mich wirkte es zudem sehr authentisch und facettenreich dargestellt, wie Charlie als schwuler Teenager seinen Schulalltag bestreitet. 
Insgesamt finde ich es sehr schön, wie die LGBTQ+ Community in dieser Geschichte repräsentiert wird. Ich denke, dass dieses Buch gerade auch für Teenager sehr wertvoll ist, die sich gerade mit ihrer sexuellen Orientierung auseinandersetzen und vielleicht in diesem Zuge mit eigenen Unsicherheiten konfrontiert werden. Hier werden sie in ihrer Lebensrealität abgeholt und es wird ihnen gezeigt, dass sie nicht alleine mit ihren Gedanken und Gefühlen sind.


Nicht nur die Serie, sondern auch die Graphic Novel Heartstopper Vol.1 konnte mich absolut flashen! Ich habe mich von der ersten Seite an in die Geschichte mit den beiden super sympathischen und liebenswerten Figuren Nick und Charlie und den vielen herzerwärmenden Momenten verliebt. Ich hatte so viele positive Emotionen beim Lesen und habe die Zeit, die ich mit dieser Geschichte verbracht habe, einfach in vollen Zügen genießen können.

Ich kann das Buch wirklich Jedem wärmstens empfehlen!

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina




Rezension zu „Ancora – Die Zeit ist gegen dich“ von Colin Hadler

Es gibt kein Entkommen…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Planet! Verlag
Titel: Ancora – Die Zeit ist gegen dich
Autor: Colin Hadler
Seiten: 339 Seiten
Genre: Thriller, Mystery 
gelesenes Format: E- Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem Planet! Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Romy verbringt die Ferien mit ihren Freunden Aurel und Jannis im abgeschiedenen Dorf Ancora. Ohne Handy, mitten in der Natur. Doch im Dorf häufen sich seltsame Ereignisse und Romy merkt, dass ihr unbeschwerter Sommer auf der Kippe steht. Schockiert muss sie feststellen, dass alles, was sie gerade erlebt, exakt einem Gedicht ihrer Mutter entspricht. Doch was hat ihre Mutter mit Ancora zu tun? Und warum endet die letzte Gedichtzeile mit Romys Tod? Um Ancora zu verstehen, muss Romy tief in der Vergangenheit graben und Geschehnisse ans Tageslicht bringen, die besser verborgen geblieben wären. Eine dunkle Bedrohung bahnt sich an – und die Frage: Kann ein Gedicht Wirklichkeit werden?“ (Quelle: https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/ancora-isbn-978-3-522-50720-2 )

*Zu viele Fragen blieben ungefragt*

Ein mysteriöses abgeschiedenes Dorf, ein geheimnisvolles Gedicht und eine Prophezeiung, die sich scheinbar unweigerlich erfüllt? Das klang für mich direkt nach einem sehr spannenden Setting mit ganz viel Potential! Ich war super neugierig und bin dann auch recht schnell in die Geschichte eingetaucht. Die Atmosphäre mit dem mysteriösen Dorf, von dem niemand etwas gehört hat und das völlig abgeschieden irgendwo in einem Bergtal angesiedelt ist kam dabei direkt zu Beginn wirklich gut rüber. Es war so ein Gefühl von Einsamkeit und dunkler Vorahnung, die einen beim Lesen umgab. Man wurde direkt in die Handlung geworfen, ohne dass man groß etwas über die Protagonistin Romy und ihre Freunde Aurel und Jannis erfahren hat. Nur sporadisch bekam man hier und da mal eine Information über ihren Hintergrund. Das fand ich ein bisschen schade, da Romy mir zwar grundsätzlich sympathisch war, ich aber trotzdem keine wirkliche Bindung zu ihr aufbauen konnte. Dazu fehlten mir einfach einige Szenen, aus denen man ein paar Hintergründe erfährt und ihren Charakter besser einordnen kann.

So konnte ich beispielsweise bis zum Ende nicht wirklich verstehen, warum sie, gerade bei ihrer Vergangenheit nicht weitere Nachforschungen angestellt hat, sondern die ganze Zeit sehr passiv agiert hat. Auch ihre Beziehungen zu Aurel und Jannis war für mich nur eine grobe Skizze, die ich aber nie wirklich greifen konnte.

Insgesamt führte das auch leider bei mir dazu, dass ich zu niemandem eine wirkliche Nähe aufbauen konnte und auch dementsprechend nicht mitgefiebert habe. Das lag aber vielleicht auch daran, dass es für mich gar nicht so klar war, worauf man eigentlich hin fiebert. Antworten, klar. Aber auf welche Fragen denn nun genau? Und warum wurden nicht die entsprechenden Leute direkt darauf angesprochen? Alles passierte scheinbar so zufällig und wirkte auf mich zu stark künstlich konstruiert, dass die Protagonistin kaum aktiv agieren musste.

Es gab zwar immer wieder spannende Einzelszenen, die den lesenden zum Nachdenken und rätseln angeregt haben, aber es gab für mich einfach keine gesamte Spannung, die sich durch die Geschichte durchgezogen hat. Mich hat es an dieser Stelle leider einfach nicht gepackt. Es war mir an vielen Stellen auch zu diffus und die Protagonistin Romy war mir zu unkritisch. Sie hat kaum jemandem Fragen gestellt, alles so hingenommen. Dadurch kam es zu wenigen Interaktionen zwischen ihr und anderen Dorfbewohnern und auch zu ausbleibenden Konflikten, die Situationen zugespitzt, und damit Spannung geschaffen, hätten.


Die in der Geschichte passierende Liebesgeschichte fand ich eine schöne Idee, passte für mich aber irgendwie nicht so recht in die Geschichte rein. Dazu hatte ich einfach zu wenig Bezug zu den Figuren, als dass ich da große emotionale Regungen beim Lesen gehabt hatte.

Das Ende der Geschichte auch so eine Sache. Auf der einen Seite war für mich der Schluss sehr schlüssig, klärte Fragen auf machte die Geschichte rund. Allerdings war die Auflösung vom Inhalt her doch zu weit hergeholt für meinen Geschmack. Hier hätte ich mir noch ein wenig mehr Raffinesse gewünscht.

Ein solider Jugendthriller, dem ich jedem Fan von Mysterien und Geheimnissen empfehlen kann. Die Geschichte lässt sich sehr zügig lesen und hält im Laufe der Handlung immer mal wieder die eine oder andere Überraschung bereit. Mich persönlich hat die Geschichte leider nicht so ganz abholen können, da mir die Charaktere zu oberflächlich skizziert waren und auch die Spannung nicht konstant genug vorhanden war. Insgesamt hätte es für mich noch viel aufregender und fesselnder sein können, aber so für zwischendurch war die Geschichte wirklich gut.


Ich vergebe gute 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina



30. Mai 2022

Rezension zu „Eliza Moore – Flüsternde Schatten“ von Valentina Fast

Und plötzlich doch eine Hüterin?


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
one Verlag
Titel: Eliza Moore – Flüsternde Schatten
Autorin: Valentina Fast
Seiten: 400 Seiten
Genre: Urban Fantasy
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der bloggerjury und insbesondere dem One Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Die 18-jährige Eliza Moore lebt in Dublin, wo das letzte intakte Tor zur Seelenwelt steht. Ein Portal, das einst das Böse aus der Welt der Menschen verbannt hat, und das nun von der mächtigen Liga bewacht wird – einer Organisation, die Eliza zutiefst verabscheut. Doch dann wird sie eines Nachts von einer dunklen Gestalt angegriffen, und ihr kommt ausgerechnet die Liga zu Hilfe. Als wäre das nicht genug, wird Eliza nun auch noch zur Hüterin berufen – dabei hat sie sich geschworen, niemals Teil von alldem zu werden. Mit an ihrer Seite ist Conor: Elizas Seelenpartner, der sie in ihrer neuen Aufgabe unterstützten soll. Aber Seelenverwandtschaft gibt es doch gar nicht? Oder etwa doch?“
(Quelle: https://www.luebbe.de/one/buecher/junge-erwachsene/eliza-moore/id_8804787 )


*Ein guter Einstieg in die Geschichte*

Dieses Buch hat mich alleine vom Cover her schon magisch angezogen. Ich finde es wirklich toll gelungen! Auch der Klappentext hat mich unglaublich neugierig auf die Geschichte rund um die 18-jährige Eliza Moore und ihr Schicksal als Hüterin des Tores zur Seelenwelt gemacht, sodass es nicht lange darauf warten musste, von mir gelesen zu werden.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht einfach gefallen, da der Schreibstil der Autorin super flüssig war und man direkt mit Ereignissen konfrontiert wurde, die allesamt sehr temporeich beschrieben wurden. So war ich direkt mitten in der Geschichte und konnte die Protagonistin Eliza schnell gut kennenlernen und gemeinsam mit ihr die auch für sie neuen Informationen aufnehmen und verarbeiten.

Das Setting und das Worldbuilding waren solide, auch wenn das Rad hier nicht neu erfunden wurde. Es gab ein paar Parallelen zu eine anderem Setting (Loge/Liga und die verschiedenen Rollen, die Personen innerhalb dieser innehaben waren sich auch sehr ähnlich), was mir aber vielleicht auch nur so sehr aufgefallen ist, weil ich das Buch kurz vorher gelesen habe. Ich fand es gut, wie die Fantasyelemente hier in der Geschichte verarbeitet sind und dass alles sehr nachvollziehbar und stimmig war.

Womit ich so meine Schwierigkeiten hatte und warum mich die Geschichte glaube ich nicht so wirklich packen konnte, war der für mich nicht klar erkennbare rote Faden mit einem Ziel am Ende, den ich aber gefühlt die ganze Zeit versucht habe zu greifen. Handlungen passieren irgendwie und die Geschichte kommt auch vorwärts. Aber mir war bis zum Ende hin nicht klar, worauf die Handlung hinauslaufen soll. Denn die Stärkung des Portals war nur eine weitere Handlung unter vielen. Auf mich wirkte es ein bisschen so, als sei die Geschichte insgesamt vom Worldbuilding her so komplex, dass der Fokus viel mehr auf Szenen lag, die zugrundeliegende Magie, den Aufbau der Liga und Familienkonstrukte und Hintergründe zu erklären, als auf Szenen, die die Kernhandlung voran bringen. Damit blieb für mich persönlich auch die Spannung ein bisschen auf der Strecke. Es gab zwar immer wieder Spannungselemente, die auch durchaus sehr überraschend kamen und neuen frischen Wind in die Handlung brachten, aber insgesamt waren das für meinen Geschmack zu wenige um der Handlung ein packendes Tempo zu verleihen. So war die Geschichte für mich eher seicht.

Eliza war mir als Protagonistin der Geschichte von Anhieb recht sympathisch, auch wenn sie mir als Charakter in der Gesamtschau leider zu schwach war. Mir hat es leider gar nicht gefallen, dass sie sich als junge Frau in keinster Weise gegen ihre Mutter durchgesetzt hat und zu quasi bei fast allem klein bei gegeben hat und dass auch nahezu ohne große Diskussionen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Eliza neben ihrer freundlichen und offenen Art mehr Feuer im Hintern gehabt hätte und mehr für sich eingestanden wäre. Hinzu kam dann noch ein wie ich fand recht hohes Maß an Naivität, dass Eliza an den Tag gelegt hat. Sie hat recht wenig Fragen gestellt und Dinge auch nicht bewusst hinterfragt. Ich glaube wenn ich in ihrer Situation gewesen wäre, hätte ich das alle nicht als so gegeben hingenommen. Aber gut, so ist sie als Charakter eben, das musste ich akzeptieren, auch wenn es mir schwer fiel.

So richtig gut gefallen haben mir dafür die Nebenfiguren, wie Elizas beste Freundin Ruby und die anderen Mitglieder der Loge. Ich fand, dass alle genug Tiefe besessen haben, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.


Alles in allem fällt dieses Buch in meine persönliche Kategorie „solide“. Die Autorin hat einen wundervoll flüssigen und lockeren Schreibstil, der mich zügig durch die Seiten getragen hat. Es wurde sehr viel Wert auf Erklären des Settings und des Worldbuildings gelegt, wobei ich mir persönlich einfach einen stärkeren Fokus auf eine klare Handlungslinie und mehr tempoerzeugende Szenen gewünscht hätte. Eliza als Protagonistin hat mir ebenfalls recht gut gefallen, auch wenn sie einige Charakterzüge an sich hatte, die ich nicht in ihrer Situation nicht nachvollziehen konnte.
Ich denke, dass in Band 2 auf jeden Fall noch einiges an Potential steckt, gerade was die Handlung an sich angeht. Durch Band 1 hat man ja nun die Grundlagen der Handlung, was die zugrundeliegende Magie, den Aufbau der Liga und Familienkonstrukte bereits durchblickt und könnte sich nun, zumindest in meiner Vorstellung, sehr gut gemeinsam mit Eliza in die Handlung stürzen.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


27. Februar 2022

Rezension zu „Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht“ von Marie Graßhoff

Übermenschliche Stärke – doch zu welchem Preis?


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
lübbe Verlag
Titel: 
Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
Autorin: Marie Graßhoff
Seiten: 525 Seiten
Genre: Urban Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Ja, Band 1, aber unabhängig lesbar


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der bloggerjury und insbesondere dem Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Tycho ist als Nachfahrin alter Götter übermenschlich stark. Besonders, wenn sie Alkohol trinkt. Nicht schlecht, um sich als Barkeeperin in New York gegen zwielichtige Typen zu behaupten. Damit niemand von ihrer Herkunft erfährt, muss sie selbst ihren Kindheitsfreund Logan auf Distanz halten. Doch dann taucht die gutaussehende Grayson auf und behauptet, ihr Geheimnis zu kennen. Und als Tycho kurz darauf von einer Sekte entführt wird, die ihre Kräfte für sich beanspruchen will, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Grayson zu vertrauen …“ (Quelle: https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/fantasy-buecher/hard-liquor/id_8526270 )


*konnte mich leider nicht von sich überzeugen*

Bei dieser Geschichte bin ich sofort neugierig geworden, da die Autorin mit dem Alkoholkonsum ein nicht ganz unkritisches Thema aufgreift und ich unbedingt wissen wollte, wie sie dies für den Lesenden verpackt. Hier fand ich es wirklich ausgesprochen gut, dass es eine Triggerwarnung gab, bevor es losging. Denn auf die Grundlage, dass Alkohol in diesem Buch die Protagonistin Tycho zu einer Heldenfigur mit übermenschlich starken Kräften macht, muss man sich wirklich einlassen wollen. Ich kann da auch echt jeden sehr gut verstehen, für den diese Prämisse einfach nicht akzeptabel ist. Ich habe mich darauf einlassen können, auch wenn ich trotzdem an vielen Stellen sehr kritisch darüber nachgedacht habe. Was ich hier wirklich gut fand, dass die Autorin im Laufe der Handlung immer wieder Radiosequenzen als Szenen eingebracht hat, bei denen das Thema Alkoholismus immer sehr kritisch betrachtet wurde und mehrfach auf Hilfsangebote hingewiesen wurde.

Was mir an diesem Buch hingegen leider gar nicht gefallen hat, war die Handlung an sich.
Der Beginn der Geschichte hat mir dabei noch recht gut gefallen. Ich kam mit dem Schreibstil der Autorin sehr gut zurecht, sodass ich mich sehr schnell auf die Geschichte einlassen konnte. Das Urban Fantasy Setting wurde gut erklärt und ich konnte mir die Schauplätze allesamt sehr gut vorstellen. Leider hatte ich hier das Gefühl, dass sich diese Einleitung bis zur Hälfte des Buches zieht und eine wirklich spannende Handlung irgendwie auf sich warten ließ. 
Es gab für mich irgendwie keinen richtigen roten Faden, der die Handlung bedeutend voran brachte. Alles plätscherte so vor sich hin und es passierte gefühlt nicht wirklich viel. Die Wendungen, die es dann hier und da dann mal gab waren dann für mich auch allesamt leider so vorhersehbar, dass ich zum Teil wirklich mit den Augen gerollt habe und mir dachte „Im Ernst jetzt? Das passiert jetzt wirklich so?“ 
Was mir hier auch aufgefallen ist, dass dies durchaus ein Buch ist, bei dem man den Klappentext nicht kurz vor dem Lesen des Buches lesen sollte, da er quasi den kompletten Handlungsverlauf spoilert, und zwar bis zum Ende der Geschichte und nicht wie bei vielen anderen Büchern nur so die ersten 100 Seiten.

Auch mit der Protagonistin Tycho wurde ich einfach nicht warm. Für mich lagen als Lesende so viele Dinge offensichtlich auf der Hand, die sie meiner Meinung nach einfach hätte erkennen müssen, gerade bei ihrer Vergangenheit und ihren Kernerinnerungen, die sie laut ihrer Aussage immens geprägt haben. Ich glaube das war es am Ende, was mich mit am Meisten an ihr gestört hat. Hinzu kamen einige sehr konträre Szenen, die direkt aufeinander folgten und für mich so gar nicht emotional zusammenpassten.

Tja, was soll ich sagen, das Buch war einfach nicht meins. Ich fand die Grundidee wirklich innovativ und auch kritisch gut in der Geschichte verarbeitet, aber für mich hat sich die Handlung zunächst einfach viel zu wenig entwickelt und wurde dann in der zweiten Hälfte des Buches zu unlogisch. Auch mit Tycho konnte ich leider nicht viel anfangen, da ich emotional einfach nicht an sie herangekommen bin.

Ich vergebe leider nur 2 von 5 möglichen Herzen!

 

Lest fleißig,
eure Sabrina

6. Februar 2022

Rezension zu „Elite Secrets. Herz in der Brandung“ von Jess A. Loup

Was steckt hinter der Fassade?


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Impress Carlsen Verlag
Titel: Elite Secrets. Herz in der Brandung
Autorin: Jess A. Loop
Seiten: 269 Seiten
Genre: Romance 
gelesenes Format: E- Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem impress Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Als Josie dem smarten Tristan das erste Mal begegnet, küssen sie sich am nachtdunklen Strand von Saint Tropez. Wie sie sich dazu hinreißen lassen konnte, ist Josie ein Rätsel. Denn eigentlich steht sie gar nicht auf braungebrannte Surferboys. Zu allem Unglück stellt sie dann fest, dass Tristan seit kurzem dieselbe Schule besucht wie sie – ein Elitegymnasium, an dem sich die Reichen und Schönen der Côte d’Azur tummeln. Je öfter sich Josie und Tristan nun sehen, desto heftiger fliegen die Funken. Bis Josie klar wird, dass Tristan nicht der ist, der er vorzugeben scheint, und sich zu fragen beginnt, ob hinter der Fassade des strahlenden Sunnyboys nicht jemand mit einer eigenen Agenda steckt. Und warum er ausgerechnet ihre Nähe sucht …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/epub/elite-secrets-herz-der-brandung/978-3-646-60762-8 )

 
*Es konnte mich leider nicht überzeugen*

Auf diese Geschichte habe ich mich wirklich sehr gefreut. Ich fand, dass der Klappentext sehr geheimnisvoll und spannend klang.
Das grundlegende Setting in St. Tropez hat mir auch von Anfang an richtig gut gefallen. Ich hatte direkt dieses Sommer- und Urlaubsfeeling und konnte mir die ganze Szenerie sehr gut vorstellen. Hinzukam, dass es sehr viele eingebaute französische Sätze gab, die zur ganzen Atmosphäre gut passten. Das war für mich persönlich kein Problem, aber ich kann mir vorstellen, dass es für andere Lesende ein bisschen frustrierend sein könnte, wenn man kein Französisch versteht.

Womit ich persönlich allerdings recht schnell große Probleme hatte, war leider die Geschichte an sich. Hier trat die Ernüchterung bei mir recht schnell ein, da mir der Einstieg in die Geschichte zwar recht gut gelang, aber die Handlung durchweg auf der Strecke geblieben ist.

Es gab gerade im ersten Teil der Geschichte zu viele innere Monologe und zu wenig Handlung, die die Geschichte rund um Josie und Tristan ins Rollen hätte bringen können. Stattdessen lag der Fokus vorrangig auf dem Versuch der gegenseitigen Verführung und deren gegenseitiger scheinbarer Anziehungskraft. An sich hätte mich das auch nicht gestört, wenn ich an irgendeiner Stelle das Gefühl gehabt hätte, dass es eine authentische Gefühlsentwicklung ist, die die beiden Hauptfiguren da durchleben. Stattdessen fallen permanent anzügliche Bemerkungen, die ich beim Lesen als ziemlich „drüber“ empfunden habe. Da hätten weniger in der Menge und dafür besser platzierte Äußerungen mir deutlich besser gefallen. Insgesamt wirkte die Entwicklung der Beziehung zwischen Tristan und Josie sehr unauthentisch und ziemlich überhastet, sodass ich den beiden ihre Gefühle leider nicht abgekauft habe und keinerlei Nähe zu den beiden aufbauen konnte. Was mich außerdem gestört hat, waren die übertriebenen vielen gewollt witzigen Wortgefechte, die für mich aber leider nicht witzig waren und die mir viel mehr ein Augenrollen hervorgerufen haben. Auch einige Wortwiederholungen und wiederkehrende Vergleiche führten bei mir dazu, dass ich zunehmend genervt von der Geschichte war.

Ich habe hier einfach die Balance zwischen Charakter- und Handlungsentwicklung vermisst, da ich fand, dass die Handlungsidee wirklich viel Potential mitgebracht hat.

Wie ich immer sage, Geschmäcker sind unterschiedlich, und das ist auch gut so. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Geschichte anderen Lesenden sehr gut gefallen könnte, ein Fall war sie leider nicht.

Dieses Buch hat meinen Geschmack leider nicht getroffen. Ich konnte mit der Geschichte einfach nichts anfangen. Die Handlung kam nicht in Schwung und auch den Figuren und deren Beziehung zu einander konnte ich nichts abgewinnen. Der Fokus lag für meinen Geschmack einfach zu viel auf der gegenseitigen Anziehungskraft und zu wenig darauf, dass sich die Beziehung auf eine natürliche Art und Weise entwickelt oder auch das mal etwas handlungstechnisch voran kommt.

Ich vergebe leider nur 2 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina