25. Juli 2020

Rezension zu „Das Buch der gelöschten Wörter – der erste Federstrich“ von Mary E. Garner

Wenn Buchfiguren ein Eigenleben entwickeln… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Bastei Lübbe Verlag 

Titel: Das Buch der gelöschten Wörter – der erste Federstrich
Autorin: Mary E. Garner
Seiten: 416 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der bloggerjury und insbesondere dem Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Nichts ist für die Londonerin Hope Turner schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin Jane Austen zu träumen. Denn ihr eigenes Leben ist alles andere als spannend und romantisch. Das ändert sich, als sie sich eines Tages in die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books verirrt und dort einem mysteriösen Gentleman begegnet. Der attraktive Fremde geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Doch da ist auch der grimmige und unnahbare Rufus Walker, der sie regelrecht zu verfolgen scheint. Bis er ihr schließlich Unglaubliches offenbart: Der Buchladen ist das einzige Portal in die Welt der Bücher, in der die Romanfiguren ein Eigenleben führen. Doch diese Welt ist in Gefahr ...“ (Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/fantasy-buecher/das-buch-der-geloeschten-woerter-der-erste-federstrich/id_7278054)

Ein großes Dankeschön geht an den Verlag Bastei Lübbe und die bloggerjury, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben! 


*Die Ansätze waren super, hier und da ist noch Luft nach oben* 

Bevor ich mich jetzt näher mit dem Inhalt der Geschichte auseinandersetze: Können wir uns bitte kurz über dieses absolut wundervolle Cover unterhalten?
Ich finde da stimmt einfach alles. Die Farben sind super auf einander abgestimmt und die vielen alten Folianten passen perfekt zum Inhalt der Geschichte. Schon alleine beim Ansehen bekam ich sofort ein feines Kribbeln von Magie auf meiner Haut und freute mich wahnsinnig durch das Portal in der Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books in die Welt der Bücher einzutauchen.
Hier hat die Autorin einen Nerv getroffen und eine Sehnsucht geweckt, die glaube ich so nahezu jeder Buchliebhabende Mensch schon einmal gehabt hat. Denn wer von uns hat noch nie davon geträumt in bestehende Bücherwelten wie Narina, Hogwarts und Co. einzutauchen, den Charakteren leibhaftig zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dieses Szenario ist für mich jedenfalls immer wieder total interessant, weil die Welt der Bücher schier unendlich ist und sich für eine Geschichte damit auch unzählige Möglichkeiten und Richtungen ergeben, in die sie sich entwickeln kann. 
Bei der Umsetzung des Portierens und auch dem Aufbau der Welt zwischen den Buchdeckeln hat sich die Autorin in diesem Werk wirklich so einiges ausgedacht. Diese Komplexität hat mich als Lesende einerseits wirklich beeindruckt, mir andererseits aber bei Lesen auch etwas erschlagen und mir die Spannung ein wenig genommen. Denn verständlicherweise muss so eine Welt dem Leser auch gut erklärt werden. Für mich waren diese Erklärungen zwar wirklich äußerst hilfreich, um die Welt zu begreifen, dennoch wirkten sie etwas zu präsent, sodass sie die Handlung etwas in den Hintergrund gestellt haben.
Der lockere und flüssige Schreibstil hat hier meines Erachtens einen großen Dienst getan, da die Geschichte trotz der Erklärungen gut voran ging und die Schauplätze gerade innerhalb der einzelnen Buchwelten wirklich toll beschrieben wurden. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und die Atmosphäre der jeweiligen Szenen beim Lesen gut aufnehmen. Auch die vielen verschiedenen, zum Teil aus bereits aus anderen literarischen Werken bekannten, Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Bei einigen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, aber das ergibt sich dann vielleicht ja im Folgeband. Auf wen genau ihr trefft verrate ich aber natürlich nicht, das soll ja auch für euch noch eine schöne Überraschung sein. 
Wo wir gerade bei den Charakteren sind darf natürlich ein kurzer Blick auf die Protagonistin Hope Turner nicht fehlen. 
Ich muss zugeben, dass ich es recht schwierig finde, wirklich etwas zu ihr zu sagen. Sie ist mir zwar nicht unsympathisch, aber in diesem ersten Band als Figur mit einem prägnanten Charakter noch nicht stark genug aufgetreten. Hier hätte ich mir die ein oder andere Situation gewünscht, wo sehr deutlich gezeigt wird, was sie ausmacht und welche Haltungen sie vertritt.

Außerdem hatte ich auch beim Lesen immer wieder die Schwierigkeit, sie mir als erwachsene Frau vorzustellen. Denn viele Handlungen, Gedanken und Sätze hätten auch gut zu einem Teenager gepasst. Da musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass diese Frau bereits über 40 ist und damit einiges mehr an Lebenserfahrung hat. 
Damit sind wir dann auch an dem Punkt, der bei mir leider schon sehr früh dazu geführt hat, dass ich mit diesem Buch nicht wirklich warm geworden bin. Denn schon nach ein paar Seiten hatte ich erste Vorahnungen wie es am Ende ausgeht. Nach ca. 100 Seiten gab es dann meiner Ansicht nach sehr deutliche Hinweise und Signale die man nur schwer übersehen konnte. Da habe ich mich wirklich tierisch über die Protagonistin aufgeregt, weil sie etwas so offensichtliches übersieht. Als exakt die gleiche Anfangsthematik dann zum Ende hin wieder präsent wurde habe ich nur noch mit den Augen rollen und „Hab ich ja gleich gesagt“ sagen können. Dieses Vorhersehbare fand ich wirklich schade, denn dadurch habe ich mich nicht wirklich auf die Handlung konzentrieren können, weil ich immer nur darauf gewartet habe, dass diese Hinweise endlich Thema werden. Mir hat das einfach an dieser Stelle viel zu lange gedauert. Leider konnte mich auch der Rest des Handlungsverlaufes scheinbar nicht von diesem Kerngedanken ablenken. Dafür hätte es denke ich für mich deutlich mehr spannende und actiongeladene Szenen geben müssen. 
Wobei ich mir sicher bin, dass auch diese seichten und wirklich schönen Szenen in den Buchwelten alle ihren Reiz haben, wenn man sich zu 100 Prozent ohne Nebengedanken darauf einlassen kann. Denn das waren wirklich Stellen mit absolutem Wohlfühl- und Genusspotential.

Diese Geschichte kann ich jedem Buchliebhaber empfehlen, der gerne in bekannte Buchwelten abtauchen und Buchfiguren mal „ganz privat“ erleben möchte. Der sehr entspannte Schreibstil erweckt viele sehr individuelle Charaktere zum Leben und schafft wunderschöne Szenerien. Für mich war das „große Geheimnis“ zum Ende hin leider schon sehr früh in der Geschichte vorhersehbar, was es mir sehr schwer gemacht hat, mich auf die aktuelle Handlung zu konzentrieren und nicht vorrangig auf den Moment der Enthüllung zu warten. Dennoch denke ich, dass diese Geschichte wirklich viel Potential in sich trägt und man gespannt sein darf, was im nächsten Teil passiert. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina



12. Mai 2020

Rezension zu „T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ von Christophe Lambert

Hilf der T.I.M.E Agency die Zeitrisse zu schließen… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
penhaligon Verlag
Titel: T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ 
Autorin: Christophe Lambert
Seiten: 320 Seiten
Genre: Sci-Fi
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Randomhouse Gruppe und insbesondere dem penhaligon Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Los Angeles 2014: Die ungestüme Tess Heiden, die als Patientin in der Psychiatrie einsitzt, erhält ein verlockendes Angebot. Wenn sie sich von einer im Geheimen operierenden Agentur anheuern lässt, kommt sie frei. Doch Tess ahnt nicht, dass dieses Angebot ein riskantes One-Way-Ticket ist. Denn das Geschäft der T.I.M.E Agency ist es, durch die Zeit zu reisen, und zwar von einer Raumstation im Jahr 2469 aus. Um als Agentin tödliche Missionen überleben zu können, muss Tess die brutalsten Tests bestehen. Doch niemand ist härter, gerissener und stärker als Agentin Heiden. Dann erfährt sie, dass die T.I.M.E Agency ein Geheimnis vor ihr verbirgt, und Tess setzt alles daran, es zu lüften...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/T-I-M-E-Stories-Jagd-durch-die-Zeit/Christophe-Lambert/Penhaligon/e565919.rhd )


*Die perfekte Ergänzung zum Spiel* 

Als ich sah, dass es zum Spiel „T.I.M.E. Stories“ nun auch ein Buch gibt, hatte ich mich riesig gefreut. Denn wir, eine Gruppe aus sechs Freunden, haben das Basisspiel erst vor einigen Monaten gespielt und es für wirklich gut empfunden. Ich stehe immer total auf solche rollen- und storybasierten Spiele, wo man in einen Charakter schlüpfen und eine Geschichte durch weise Entscheidungen zu einem guten Ende bringen muss. Auch wenn wir ein paar Anläufe gebraucht haben, konnten wir die Mission am Ende erfolgreich beenden. Die Idee hinter dem Spiel, dass es eine Agency gibt, man sich Wirtskörper aussuchen und mit diesen in der Zeit reisen muss um Zeitrisse zu finden und zu schließen hat mir äußerst gut gefallen.

Umso gespannter war ich nun, weil ich wissen wollte, wie gut das Buch zum Spiel passen würde. Und ich sage es direkt: Diese Kombination aus dem Medium Brettspiel, dass ein Grundsetting vorgibt und dem Medium Buch, dass eine spannende Geschichte in dieses Setting setzt, passt perfekt!

Die ersten Kapitel im Buch bieten zunächst einen guten Einstieg, der nicht direkt in der Agency startet, sondern uns zunächst mit der Protagonistin Tess bekannt macht. Dieser Anfang hat mir gut gefallen, da man sich so sehr schnell mit Tess als Figur anfreunden konnte und ein gutes Gefühl für ihre Charakterzüge bekam. Ich mochte an ihr vor allem ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut. Ich habe förmlich drauf gebrannt, mich mit ihr in Abenteuer zu stürzen.

Kurz darauf kommt die Geschichte dann in Fahrt und wie die Umstände es so wollen wird Tess ein Teil der T.I.M.E. Agency. Und hier setzte bei mir pure Nostalgie ein, als ich die Namen „Laura“ und „Bob“, sowie die Beschreibungen der Raumstation und das Vorgehen bei den Zeitreisen das erste Mal las. Denn das war exakt das Setting, wie man es aus dem Spiel kannte und es waren die beiden Figuren, die uns beim Brettspiel in die Regeln eingewiesen haben. Das hat der Autor wirklich brilliant hinbekommen, anders kann ich es nicht sagen. Er hat es geschafft, dass mich vom ersten Moment an wieder dieses Kribbeln im Bauch gepackt hatte, das ich auch beim Spielen des Spiels bekam. Ich war so neugierig auf die Missionen, denen sich Tess und ihre, wirklich toll zusammengewürfelte Crew, stellen würden.

Die einzelnen Teammitglieder haben sich sowohl in ihrem Aussehen, ihren Charakterzügen und auch in ihren strategischen Denk- und Herangehensweisen sehr voneinander unterschieden. Auch das hat mich wieder ans eigene Spiel erinnert, wo ja auch jeder von uns Freunden anders an Probleme herangehen wollte.

Die Geschichte und der Verlauf der Story mit den Missionen, fand ich im Buch wirklich spannend und vielseitig. Man hat sich auch hier in der Geschichte und den Gedanken und Gefühlen der Figuren wiedergefunden, denn natürlich passieren am Anfang Fehler und nicht alles läuft glatt. Das brachte die Gruppe für mich aber nur noch näher.

Einzig die Spannung hätte für meinen Geschmack auf einem höheren Level liegen können. Sie war im Laufe der Geschichte zwar immer wieder vorhanden, konnte sich aber nicht komplett bis zum Ende hin halten.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen: Jedem der das Spiel noch nicht kennt, denn danach möchte man es unbedingt spielen! Und Jedem, der das Spiel bereits kennt, denn man erfährt doch noch viele interessante Hintergrunddetails, die das Spielsetting weiterausfüllen, komplettieren und damit ein sehr rundes Bild von der T.I.M.E. Agency schaffen. Diese absolut grandiose Kombination aus zwei Medien, die ich beide für sich stehend schon toll finde und die zusammen wirklich gut funktionieren! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    

Lest fleißig, 
eure Sabrina


4. März 2020

Rezension zu „Blackbird“ von Anna Carey

So viele Fragen und so wenige Antworten… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Blackbird
Autorin: Anna Carey
Seiten: 350 Seiten
Genre: Jugendthriller
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Klappentext: 

„Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/ebook/Blackbird/Anna-Carey/cbj-Jugendbuecher/e462237.rhd)


* Du erinnerst dich an nichts…- Äh, okay?!* 

Grundsätzlich war ich auf dieses Buch ziemlich neugierig, denn mich erinnerte das Setting entfernt an „Blindspot“, einer meiner absoluten Lieblingsserien. Es klingt auf jeden Fall nach einer Menge Rätsel und Spannung und ich war neugierig, mehr über dieses Mädchen zu erfahren.

Dann kam für mich persönlich direkt schon auf den ersten paar Seiten ein ziemlicher Klopper: Die Erzählperspektive in der „Du-Form“. Ich denke hier scheiden sich die Geister. Entweder man findet das richtig gut und kann sich total gut in die Situationen hineinversetzen, weil man als Leser in die scheinbar agierende Handlungsrolle versetzt wird. „Du kannst dich an nichts erinnern“, „Du schaust dich um und rennst los.“ Oder man gehört zu der Sorte Menschen die damit absolut nichts anfangen können, wozu dann übrigens auch ich gehöre.

Bei mir ist es bei Büchern ja generell so, dass ich mich immer tierisch aufrege wenn Figuren für mich nicht nachvollziehbare Dinge tun, merkwürdige Gedankengänge haben oder an wichtige Dinge, die sehr offensichtlich sind, eben nicht denken. Jetzt plötzlich in dieser eben vermeintlichen aktiven Handlungsrolle zu sein und dann aber doch den vorgegebenen Gedankensträngen, nämlich den Geschriebenen zu folgen, widerstrebte mir beim Lesen einfach. Auf diese Weise habe ich eine große Distanz zur Hauptfigur entwickelt, weil ich super oft beim Lesen innerlich protestiert habe: „Nein, so würde ich jetzt nicht denken, nein, ich würde das jetzt anders machen!“

Hier habe ich für mich gemerkt, wie viel so eine Perspektive doch ausmachen kann und auch wo der Unterschied zwischen der „Ich“- und der „Du“- Perspektive liegt. Denn ein du tust dies und jenes hat für mich immer ein Gefühl von Fremdbestimmung. Wäre es „Ich kann mich an nichts erinnern“, „Ich schaue mich um und renne los.“, dann fände ich manche Handlungen vielleicht immer noch unlogisch, aber ich kann da deutlich besser mit umgehen und mich der Figur auch trotz der Unstimmigkeiten sehr nahe fühlen, weil ich in dieser Perspektive diese Handlungen aus scheinbar eigener Überzeugung heraus tu.

Worauf will ich hinaus? Nun, für mich ist durch die Wahl der Perspektive und die Erzählweise die eigentliche Geschichte einfach total in den Hintergrund gerückt. Ich konnte mich nicht richtig fallen lassen und mitfiebern, auch wenn ich die Handlung als solche in der Rückschau wirklich spannend und echt gut finde. Genauso konnte ich mit den Charakteren im Buch nicht wirklich warm werden, was vielleicht dem geschuldet war, dass ich mich bewusst viel zu sehr mit den Handlungen und Logiken der Hauptfigur auseinandergesetzt habe. Ich könnte jetzt noch nicht einmal mit bestimmter Sicherheit sagen, wie die Figuren hießen. Nur an Ben kann ich mich noch erinnern. Er war mir direkt sympathisch, vielleicht auch, weil er nicht ich war. Ich fand ihn interessant, weil er so geheimnisvoll war.

Nichtsdestotrotz muss ich hier noch einmal festhalten, dass sowohl die Idee der Geschichte, als auch die Handlung wirklich spannend war und auch jede Menge Nervenkitzel mitgebracht hat. Und auch der Schreibstil hat mir insofern gefallen, dass sich die Geschichte sehr gut und flüssig lesen ließ, wenn man sich drauf einlassen konnte.


Dieses Buch ist wirklich reine Geschmackssache. Ich sehe es als interessantes Experiment, um sich selbst noch einmal bewusst zu machen, was verschiedene Erzählperspektiven so ausmachen können. Von der Handlung an sich war ich beim Lesen sehr angetan, denn es gab viel Spannung und Action. Ich konnte mich einfach nur nicht zu hundert Prozent drauf einlassen. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

 


Lest fleißig, 
eure Sabrina 



3. März 2020

Rezension zu „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg

Pure bunte Lebensfreude! 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Das Blubbern von Glück
Autorin: Barry Jonsberg
Seiten: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Nein


Klappentext: 
Hier kommt Candice Phee! 12 Jahre alt, wunderbar ehrlich und ein bisschen ... anders. Und auch wenn viele sie nicht auf Anhieb verstehen – Candice hat ein riesiges Herz. Sie ist entschlossen, die Welt glücklich zu machen. Nur leider ist das gar nicht so einfach ... Denn wohin Candice auch sieht – an jeder Ecke lauert das Unglück. In ihrer Familie, die früher vor Glück geblubbert hat, spinnt sich neuerdings jeder in seinem eigenen Leid ein. Ihr superkluger Freund Douglas Benson versucht seit Langem vergeblich, in eine andere Dimension zu reisen. Und ihr Haustier, Erdferkel Fisch, hat womöglich eine ernsthafte Identitätskrise. Candice macht sich ans Wunderwerk, um jedem Einzelnen von ihnen zu helfen. Und wie sie das schafft und zum Schluss wirklich jeder um sie herum ein dickes Stück glücklicher ist, das ist das Allerwunderbarste an ihrer Geschichte. (Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Blubbern-von-Glueck/Barry-Jonsberg/cbj-Kinderbuecher/e489334.rhd


*Candice hat es geschafft, auch mich ein Stück glücklicher zu machen* 

Ich habe selten einen Klappentext gelesen, der ein Buch wirklich so gut beschreibt wie der von diesem Buch. Denn dieses ist wirklich auf eine wunderbare Weise absolut genial. Wir begleiten in diesem Buch die 12 jährige quirlige Protagonistin Candice Phee, die mit ihren autistischen Zügen ab und zu in ihrer Umwelt aneckt, und in der ihre Handlungen und Ideen nicht von jedem nachvollzogen werden können. Candice liest in ihrer Freizeit Lexika und ich manchmal für den Geschmack ihrer Mitmenschen einfach zu ehrlich. Candice lässt sich von den Meinungen der anderen Menschen aber nicht unterkriegen, denn ganz im Gegenteil: Sie sprüht nur so vor lauter Energie und Lebensfreude und geht mit vollem Elan an ihre Aufgabe, den Menschen in ihrem Umfeld zu helfen und sie dadurch wieder ein Stück glücklicher zu machen. In einem von A-Z gegliederten Schulaufsatz erzählt Candice in diesem Zusammenhang von ihrer Familie und ihrem Leben. Dabei zeigt die super sympathische Candice dem Lesenden wundervolle neue Sichtweisen auf Dinge und Phänomene im Leben, die mir sehr gut gefallen haben. Denn wie oft stecken wir in unseren Denkmustern fest, sagen Dinge wie „Das kann doch so gar nicht funktionieren, das ist unlogisch.“ und vergessen, wie vielseitig Dinge betrachtet werden können. Das hat mir Candice beim Lesen ein ums andere Mal wieder ins Gedächtnis gerufen. Denn auch wenn nicht immer alles bei ihrer Mission, ihre Eltern, ihren reichen Onkel Brian, ihre Brieffreundin Danielle, ihren Fisch Erdferkel-Fisch und ihren besten Freund Douglas Benson aus einer anderen Dimension zu ihrem Glück zu verhelfen glatt geht, so gibt Candice nicht auf. Und das finde ich echt super an ihr.

Auch die anderen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Hier hat der Autor sein großes Können sehr deutlich gezeigt, weil er so liebenswerte, verrückte und facettenreiche Charaktere erschaffen, die die Geschichte mit unfassbar viel Leben füllen und sie bunt machen. Genauso wie die Emotionen im Buch, die auch unheimlich bunt sind. Da gibt es farbenfrohe Kapitel in denen man herzlich auflacht und auch wiederum ein paar graue Kapitel, in denen es ernster und tiefgründiger wird. Auch hier ist die Mischung wirklich gut dosiert, sodass der Lesende am Ende zum Nachdenken angeregt wird, aber vor allem auch eine Vielzahl an Gefühlen beim Lesen spürt. Die Themen innerhalb der Kapitel waren mal lustig, leicht und locker, mal philosophisch und ernst. Eine sehr gelungene Mischung!

Der Schreibstil lässt sich an dieser Stelle für mich ebenfalls am besten mit dem Wort bunt beschreiben. Die Gedanken von Candice wurden so schillernd beschrieben, dass man direkt in Candice Kopf eintauchen und sie sehr gut nachvollziehen konnte. Die Wörter waren so treffend gewählt, das sie einerseits für ein 12 jähriges Mädchen sehr authentisch waren, und andererseits doch gezeigt haben, dass Candice doch irgendwie ein bisschen anders denkt.

Eine unheimlich schöne, bunte Geschichte, die nur so vor positiven Emotionen blubbert, sodass ich als Lesende am Ende der Geschichte ein ganzes Stück glücklicher und auch ein kleines bisschen weiser geworden bin. Denn Candice hat mir nochmal gezeigt, dass es viele Betrachtungsweisen gibt und es manchmal echt gut tut, seinen Blickwinkel einfach mal zu verändern. Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung von mir! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    


Lest fleißig, 
eure Sabrina


4. Januar 2020

Rezension zu „Secret Keepers – Zeit der Späher“ von Trenton Lee Stewart

Die Zeit der Späher ist gekommen… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Thienemann Esslinger Verlag
Titel: Secret Keepers- Zeit der Späher

Autor*in: Trenton Lee Stewart
Seiten: 304 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Thienemann Esslinger Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„In Rubens Heimatstadt herrscht der Schatten, ein mysteriöser und boshafter Mann. Seine Späher kontrollieren alles und jeden. Sie haben es auch auf die geheimnisvolle Taschenuhr abgesehen, die Ruben gefunden hat. Wenn man sie auf genau zwölf Uhr stellt und aufzieht, wird ihr Träger unsichtbar. Ruben macht sich das zunutze und verfolgt eine Spur bis zum Leuchtturm Point William. Dort lernt er Penny kennen, mit der er sich auf Schatzsuche in den alten Schmugglertunneln begibt. Doch sie finden keinen Schatz, sondern erfahren etwas viel Unglaublicheres: Es gibt noch eine zweite Uhr, und wer beide Uhren besitzt, kann nichts Geringeres als Unsterblichkeit erlangen. Ruben wird mit einem Schlag klar, wer im Besitz der zweiten Uhr sein muss.“ (Quelle: https://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/secret-keepers-zeit-der-spaeher-isbn-978-3-522-18496-0/ )


 
*Leider ist der Klappentext zu inhaltlich* 

Als großer Fan von spannenden Geschichten für jüngere Lesende war ich sehr neugierig auf Secret Keepers. Ich fand die Idee, dass eine Stadt von einem mysteriösen Schatten-Mann beherrscht wird total spannend. Und wer möchte nicht gerne einen Gegenstand finden, mit dem man plötzlich unsichtbar sein kann? Ich war jedenfalls nach dem Lesen des Klappentextes wirklich gespannt, was mich in der Geschichte so erwarten würde.

Ich kam mit dem Schreibstil nach einer kurzen Einfindungsphase ziemlich gut zurecht und fand die Stadt New Umbra sehr atmosphärisch beschrieben, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte. Auch mit dem Protagonisten Ruben kam ich an sich gut zurecht. Womit ich allerdings insgesamt Probleme hatte, war die fehlende Tiefe, sowohl beim World Building, als auch bei den Figuren. Als Lesende habe ich bis zum Ende die Welt, in der Ruben sich bewegt, nicht wirklich begreifen können. Der Schattenmann und die Umstände, warum es in New Umbra jetzt so ist, wie es ist, wurden nicht wirklich erläutert.

Auch der Protagonist Ruben war für mich durchweg ein sehr blasser Charakter, den ich zwar während der Geschichte begleitet, aber nicht wirklich kennengelernt habe. Er war mir nicht sonderlich sympathisch, sodass sich bei mir das mitfiebern in Grenzen hielt. Zumal es auch leider nicht wirklich viel zum mitfiebern gab. Das ist die größte Kritik, die ich an dieser Geschichte habe. Es passiert zum einen über eine sehr lange Zeit nur sehr wenig, sodass sich das Lesen als ziemlich langatmig gestaltete und zum anderen kannte ich die Handlung bereits zu einem erheblichen Teil aus dem Klappentext. Das hat mich wirklich enttäuscht, da ich keinerlei Überraschungen erlebt habe und das erwarte ich bei einem Jugendbuch schon irgendwie.

Was mich dann ganz zum Schluss noch einmal recht sprachlos gemacht hat, war das Ende, das komplett in der Mitte von der gerade erst entstandenen Handlung lag. So etwas habe ich vorher bei einem Buch noch nicht erlebt. Also Cliffhanger ja, aber dann ist dem auch immer eine Menge Spannung und Handlung vorangegangen und nicht, wenn vorher einfach fast gar nichts passiert ist.


Die grundlegende Idee sowie der Schreibstil haben mir bei dieser Geschichte sehr gut gefallen. Inhaltlich war die Handlung mir persönlich allerdings leider viel zu undynamisch, zu blass und oberflächlich und an vielen Stellen zu langatmig. Auch der spoilerhafte Klappentext und das gewählte Ende mitten in der Geschichte fand ich sehr unglücklich, sodass mich dieses Buch leider nicht von sich überzeugen konnte. 

Ich vergebe 2 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 




6. November 2019

Rezension zu „Die Schönste im ganzen Land“ von Serena Valentino

Spieglein, Spieglein an der Wand… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Die Schönste im ganzen Land
Autorin: Serena Valentino
Seiten: 224
Genre: Jugendbuch, Märchen
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Das Märchen von Schneewittchen und ihrer bösen Stiefmutter ist weltbekannt. Nicht bekannt ist hingegen, warum die Königin in ihrem Wesen so böse geworden war. Immer schon gab es viele Vermutungen: weil sie die Schönheit der Stieftochter nicht ertrug. Oder weil sie eifersüchtig auf die verstorbene, erste Frau des Königs war? In diesem Märchen werden erstmals die wahren Gründe erzählt...“ (Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/disney-villains-1-die-schoenste-im-ganzen-land/102007)

* Wie aus Figuren Disney-Bösewichte wurden* 

Die Vorgeschichten zu den Disney-Bösewichten, das ist wohl der Traum eines jeden Disney Fans. Ich war auf jeden Fall direkt super neugierig auf die Geschichten und insbesondere auf die von Schneewittchen, da dieser Disney-Klassiker neben Dornröschen bei mir in der Kindheit auf Dauerschleife durch den Videorekorder lief.

Die Cover dieser Reihe finde ich unglaublich schön. Sie sind alle zwar schlicht und düster gehalten, aber gerade kreiert für mich schon vor dem Lesen eine besondere Atmosphäre.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht schnell gelungen, auch wenn ich so meinem Probleme mit dem Schreibstil hatte. Ich kam mit dieser Mischung aus Märchen- und moderner Sprache einfach nicht so gut zurecht. Da hätte ich lieber etwas einheitlicheres gelesen.

Von der Geschichte habe vor Beginn des Lesens nicht so viel erwartet, da ich die Grundlage der Geschichte einfach schon kannte. Ich wurde in dieser Hinsicht dann beim Lesen auch weder überrascht noch enttäuscht, denn ich habe genau das bekommen, was ich bereits erwartet habe. Nämlich die Geschichte von Schneewittchen aus der Sicht der bösen Königin. 
Was ich an der Handlung hier ein bisschen schade fand, war die Langatmigkeit, die in vielen Szenen gesteckt hat, und dass bei Szenen, die ich nicht unbedingt als notwendig für die Handlung ansehen würde. Ein etwas höheres Erzähltempo hätte da der Geschichte vielleicht ganz gut getan. Dennoch fand ich es wirklich schön, mal wieder in einen alten Disney-Klassiker einzutauchen und die märchenhafte Stimmung im Buch einfach wie damals als Kind zu genießen.

Die Handlung war sehr nah am Disneyfilm angebunden und gut durchdacht, sodass ich gut nachvollziehen konnte, wie sich die Königin als Charakter entwickelt hat und warum sie am Ende so geworden ist, wie wir sie aus dem Original kennen. Hier wäre ich gerne irgendwie noch ein bisschen mehr überrascht worden und hätte noch mehr Neues erfahren, aber so war es auch in Ordnung. Dafür hatten mehrere andere Disneyfiguren ihre kleinen Nebenrollen, was ich nicht erwartet aber richtig süß fand. Es rundet die Disney-Welt einfach noch mehr ab und macht sie zu einem kleinen eigenen Universum, wo die Geschichten miteinander interagieren und nicht bloß nebeneinander bestehen.

Eine wirklich schöne und gut durchdachte Vorgeschichte zu dem Disney-Klassiker Schneewittchen, die eng an den Disney Film angebunden ist. Auch wenn es nicht viel Neues gab kann ich dieses Buch dennoch jedem Disney-Fan empfehlen. 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina