23. September 2023

Rezension zu „Dry“ von Neal & Jarrod Shusterman

Wie reagiert man, wenn eine wichtige Ressource plötzlich verschwindet…


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Fischer Ki. u. Ju. TB Verlag
Titel: Dry
Autor: Neal & Jarrod Shusterman
Seiten: 448 Seiten
Genre: Dystopie
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Fischer- Kinder und Jugendtaschenbuch Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/neal-shusterman-jarrod-shusterman-dry-9783737356381 )

Dieses Buch ist wirklich mal eine krasse Lektüre, die einem auch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt und über die man nachdenkt.

Gerade auch Leute die, die Corona Zeit miterlebt haben und die vor den Regalen standen und kein Klopapier, Mehl, Hefe und andere Lebensmittel mehr bekommen haben, werden sich vielleicht an diese Zeit zurück erinnern. Denn hier hat man einen Vorgeschmack bekommen, wie sich ein Szenario anfühlt, in dem Ressourcen, die sonst eher als selbstverständlich betrachtet werden plötzlich heiß umkämpft sind, manchmal leider sogar wortwörtlich.

Wie ist es dann erst, wenn eine lebenswichtige Ressource plötzlich nicht mehr vorhanden ist? Dieses Szenario beschreiben die Shustermans in dieser Geschichte sehr eindrücklich, indem sie ein dystopisches Setting erschaffen, indem es plötzlich von einem auf den anderen Tag zu einer Wasserknappheit in Kalifornien kommt.

Von der ersten Seite an hatte ich ein beklemmendes Gefühl beim Lesen, viel innere Unruhe und auch eine gewisse Form von Stress. Ich konnte mich sehr gut in die Figuren in der Geschichte hineinversetzen und mir sehr gut vorstellen, was in ihnen vorging. Hier haben die Autoren schreibtechnisch echt alle Register gezogen.

Es zeigte sich sehr eindrücklich eine zunehmende Steigerung des Eskalationsgrades mit dem zeitlichen Fortschreiten der Katastrophe. Denn wo am Anfang noch eine gewisse Form von Hilfsbereitschaft zu erkennen war, trat der Egoismus der Menschen nach und nach immer stärker in den Fokus und es stellten sich auch bald die Fragen, wie schnell es mit der Menschlichkeit zu Ende geht und was passiert, wenn Menschen ums Überleben kämpfen müssen und wozu sie dann in der Lage sind, wenn es hart auf hart kommt.

Die Stimmung wurde immer düsterer, angespannter, brutaler und insgesamt immer krasser. Man erlebte, wie Menschen nach und nach die Nerven verloren und heftigere Entscheidungen getroffen haben. zum Glück hat man aber auch Ausnahmen in Form von Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Miteinander erleben dürfen, was mir sehr gut gefallen hat.

Insgesamt war es für mich aber ein echt beängstigendes Szenario, da es doch sehr realistisch ist. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und sensibilisiert für einen verantwortungsvolleren Umgang mit unseren Mitmenschen und auch mit unseren tagtäglich genutzten Ressourcen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und handelt vor allem von der Hauptprotagonistin Alyssa, ihrem Bruder Garret und dem Nachbarsjungen Kelton, die sich zusammentun, um diese schwierige Situation irgendwie zu meistern. Hier fand ich es sehr beeindruckend, wie die Jugendlichen mit allem umgegangen sind. Ich konnte allesamt gut nachvollziehen, konnte aber keine wirkliche Nähe zu ihnen aufbauen.


Mich hat diese Geschichte vom ersten Moment an abholen und mit ihrem gar nicht so unrealistischen dystopischen Szenario in Form von plötzlicher Wasserknappheit beeindrucken können. Gerade die Atmosphäre haben die beiden Autoren sehr gut dargestellt, sodass sie mir beim Lesen ein sehr beklemmendes Gefühl ausgelöst hat. Die Figuren fand ich allesamt interessant, auch wenn ich bis zum Ende hin keinen wirklichen nahen Zugang zu ihnen bekommen konnte. Dennoch ist diese Geschichte eine, die einem definitiv länger im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina

16. September 2023

Rezension zu „Black Forest High – Ghostseer (Band 1)“ von Nina MacKay

Willkommen auf der Black Forest High


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
PIPER Verlag
Titel: Black Forest High - Ghostseer
Autorin: Nina MacKay
Seiten: 400 Seiten
Genre: Fantasy, Jugendbuch 
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Piper Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Seven hält den Rekord der am längsten außerhalb der Schule überlebenden Geistbegabten. Dadurch ist sie, seit sie zusammen mit ihrem Geisterfreund Remi die Schule betreten hat, bekannter als ein Geist mit zwei Köpfen. Was nicht nur bei den geheimnisvollen Zwillingen Parker und Crowe für Aufmerksamkeit sorgt. Und schnell bemerkt Seven, dass auf der Black Forest High so einiges nicht stimmt: Was steckt hinter der geheimen Arbeitsgruppe, von der niemand weiß, was sie tut oder wer ihr angehört? Weshalb halten es alle für normal, dass die Schule gutes Geld mit den Schülern verdient, die Geister austreiben und verschollene Testamente ausfindig machen? Warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Und weshalb scheinen es sämtliche Poltergeister, die von Sevens toter Schwester flüstern, auf sie abgesehen zu haben? Seven macht sich auf die Suche nach Antworten - gemeinsam mit ihren neuen Freunden und dem ein oder anderen nervigen Toten, der einfach nicht akzeptieren will, dass seine Zeit abgelaufen ist.“ (Quelle: https://www.piper.de/buecher/black-forest-high-isbn-978-3-492-70521-9 )


Ich hatte von der Autorin bereits im Vorfeld sehr viel Gutes gehört, gerade was ihren zackigen und jugendlich-ironischen Schreibstil angeht, und war dementsprechend neugierig auf diese Geschichte, da ich solche Schreibstile immer sehr erfrischend finde und auch der Klappentext mich in diesem Fall total angesprochen hat. Ich bin nämlich ein großer Fan von Internats- und Academy Geschichten.

Was den Schreibstil angeht, wurden meine Erwartungen auch zu 100% erfüllt. Es war wirklich die perfekte Mischung aus knappen, aber sehr treffenden Beschreibungen von Orten und Handlungen, sehr dynamischen und temporeichen Szenen und authentischen Dialogen. Das hat mir echt sehr gut gefallen.

Auch die Storyidee an sich, das Seven Geister sehen kann, und deshalb auf die Black Forest High gehen muss, um ihre Fähigkeiten kennenzulernen und unter Anleitung weiter zu entwickeln, fand ich super. Hier zeigte sich, welche Ideenvielfalt die Autorin in die Geschichte reingebracht hat. Es war in sich eine sehr stimmige Welt mit ganz viel Liebe zum Detail.

Genauso wie die Charaktere, allen voran Seven und ihr absolut liebenswürdiger Geisterfreund Remi, die ebenfalls alle sehr liebevoll ausgearbeitet waren. Ich mochte vor allem Remi, der sich immer für Seven eingesetzt hat, und wirklich gute Sprüche auf Lager hatte, die mich schmunzeln ließen.

Seven fand ich als Protagonistin auch ziemlich sympathisch, auch wenn sie mir an einigen Stellen zu naiv war, und zu wenige Nachforschungen angestellt und offenen Fragen nachgegangen ist. Hier hätte ich sie gerne noch etwas willensstärker erlebt, aber vielleicht kommt das dann auch erst im zweiten Band. Auch ihre Gedankengänge zu Crowe, dem gutaussehenden männlichen Protagonisten, waren stellenweise sehr wiederholend und für mich manchmal sehr sprung- und launenhaft. So als könnte sie sich nicht so recht entscheiden, wie sie ihn jetzt eigentlich findet. Hier hätte ich gerne weniger Drama und mehr Fokus auf ihre Aufgabe gehabt.

Ich hatte trotzdem große Freude, Seven während ihrer Zeit an der Academy zu begleiten, wobei es mir stellenweise sogar etwas zu schnell ging und sich die Ereignisse regelrecht überschlugen. Ein paar kleine Verschnaufpausen zwischendurch wären hier gut gewesen, auch um die ganzen Charakterzüge der vielen Figuren noch besser kennen zu lernen und eine tiefere Bindung zu ihnen aufzubauen.

Das Ende ließ mich zu guter Letzt ein bisschen unbefriedigt zurück, da gefühlt doch noch sehr viele Fragen offen geblieben sind und gefühlt immer mehr hinzukamen anstelle aufgelöst zu werden. Hier wird es erst in den Folgebänden Antworten geben.


Ein echt gelungener Reihenauftakt zu einer sehr dynamischen, spannungsgeladenen und temporeichen Fantasy-Jugendbuch Reihe. Der Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und nimmt den Lesenden mit in eine Geschichte voller unerwarteter Wendungen, liebenswerter Figuren und vor allem jeder Menge ungeklärter Fragen und Geheimnisse.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


3. September 2023

Rezension zu „Vicious - Das Böse in uns“ von V. E. Schwab

Der Kampf der Antihelden


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Fischer TOR Verlag
Titel: Vicious - Das Böse in uns
Autorin: V. E. Schwab
Seiten: 400 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: Taschenbuch, E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Fischer- TOR Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder aufzuerstehen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös ­? und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen. Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden …“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/v-e-schwab-vicious-das-boese-in-uns-9783104911199 )


Als großer Fan der X-Man Filme konnte mich die Idee dieser Geschichte direkt überzeugen. Es geht nämlich um Menschen, die nach einer Todeserfahrung zurück ins Leben kommen und plötzlich übernatürliche Fähigkeiten besitzen die sie für unterschiedlichste Zwecke, die nicht immer sehr heldenhaft sind, nutzen können.

Die Handlung setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen und spielt gleichzeitig auch noch auf unterschiedlichen Zeitebenen, was mich mehr als nur einmal ziemlich verwirrt und manchmal das Tempo der Handlung leider ziemlich gedrosselt hat. Das fand ich ein bisschen schade, denn es passierte eigentlich super viel spannendes, was ich gerne am Stück verfolgt hätte. Insbesondere die Handlungsstränge von Victor Vale und Eli Ever, den beiden Kontrahenten in dieser Geschichte fand ich sehr interessant und fesselnd.

Ich mochte es total, sich mal die Hintergründe und Motive der Verhaltensweisen der beiden anzuschauen, denn schnell wurde klar, dass Gut ist nicht gleich gut und Böse nicht gleich böse ist. Auch hier habe ich immer wieder diese X-Man Vibes gehabt, da die Fähigkeiten, also Victors Fähigkeit anderen Schmerz zuzufügen oder zu nehmen und Elis nahezu Unsterblichkeit, immer wieder aufgegriffen wurden. Es war insgesamt einfach toll zu sehen, wie vielschichtig diese beiden Bösewichte sind. Ich mochte keinen der beiden wirklich gerne und konnte es trotzdem nicht abwarten, wer am Ende gegen wen gewinnt. Nach dem Motto „Minus und Minus ergibt Plus“ hatte ich hier eher Antipathie mit den beiden, die bei mir allerdings wiederum zu einem sehr angenehmen Leseerlebnis geführt hat.

Der Schreibstil war dabei immer sehr angenehm, sodass ich gut voran gekommen bin und bis zum Ende hin gespannt mitverfolgt habe, wer nun den Sieg gegen den Anderen erringt.


Eine echt coole Geschichte voller X-Man Vibes und mit zwei sehr vielschichtigen Antagonisten, die sich gegenseitig jagen und vernichten wollen. Der Schreibstil war sehr spannend und fesselnd, nur die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel haben manchmal das eigentlich sehr rasante Erzähltempo unnötig gebremst. Hier hätte es für mich auch durchaus Vollgas sein können, denn die Figuren und die Handlung haben das auf jeden Fall hergegeben!

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina

2. August 2023

Rezension zu „The Belles – Schönheit regiert“ von Dhonielle Clayton

Der gefährliche Preis der Schönheit


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Thienemann-Esslinger Verlag
Titel: The Belles - Schönheit regiert
Autorin: Dhonielle Clayton
Seiten: 512 Seiten
Genre: Fantasy, Dystopie
gelesenes Format: E- Book, HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem Thienemann-Esslinger Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Glitzernd, glanzvoll, grausam – willkommen in der Welt der Belles! Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt, und nur die Belles können den Menschen Schönheit verleihen. Camelia ist eine Belle – schön, begehrt, mit magischen Fähigkeiten. Am Königshof will sie allen zeigen, dass sie die Beste ist. Doch hinter den schillernden Palastmauern lauern dunkle Geheimnisse. Camelia erkennt, dass ihre Fähigkeiten viel stärker und gefährlicher sind, als sie es je für möglich gehalten hätte. Sie sind eine Waffe, die sich andere zunutze machen wollen. Daher muss sie sich entscheiden: Soll sie die Tradition der Belles bewahren oder ihr eigenes Leben riskieren, um ihre Welt für immer zu verändern? Das Schicksal der Belles und von Orléans liegt mit einem Mal in ihren Händen …“
(Quelle: https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/the-belles-1-schoenheit-regiert-isbn-978-3-522-50583-3 )


Bereits nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, konnte mich die Geschichte schon tief in ihren Bann ziehen. Es wurde eine wirklich besondere, nahezu märchenhafte und zauberhafte Atmosphäre voll Farbenpracht, Extravaganz und Schönheit geschaffen, die das Kino in meinem Kopf direkt angeworfen hat. Hier hat die Autorin einen blumigen, beschreibenden Schreibstil verwendet, der in meinen Augen perfekt zu dem Worldbuilding passt und mir ausgesprochen gut gefiel.

Auch die Welt an sich, fand ich super spannend, weil es einfach mal etwas ganz Neues und Innovatives war. Die Mischung aus Dystopie, Fantasy und einem Hauch Märchen bildet das perfekte Setting voller Gegensätze und Spannungen. Vor allem das gesellschaftskritische Gedankenspiel eines Schönheitsideals, nachdem alle schon fast krankhaft streben und dass maßgeblich darüber entscheidet, wie das Leben aussieht, fand ich hierbei absolut grandios umgesetzt. Denn es wurde im Laufe der Geschichte immer deutlicher, dass hinter schönen Fassaden oft tiefe Abgründe lauern und dass der Preis für die Schönheit manchmal auch einfach zu hoch ist.


Hier hat mir vor allem auch die Hauptfigur Camelia extrem gut gefallen, da sie bereits zu Beginn der Geschichte eine sehr authentische, sympathische und auch reflektierte Figur war, die sich im Laufe der Geschichte noch enorm in ihrer Persönlichkeit weiterentwickelt hat. Sie hat angefangen, Dinge, die ihr seit ihrer Kindheit eingetrichtert wurden zu hinterfragen und hat angefangen, selbst nach der Wahrheit hinter allem zu suchen. Das machte sie für mich zu einer sehr starken Figur, die mir auch nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist. Zu ihr habe ich schnell eine Nähe aufbauen können und habe richtig mit ihren Emotionen mitfiebern können. Hier hatte die Handlung auch enorm viel zu bieten, da die Geschichte absolut packend und spannungsgeladen war, und eine Wendung auf die nächste folgte.

Das einzige, was mir an dieser Geschichte nicht ganz so gut gefallen hat, waren manche Offensichtlichkeiten, die Camelia zwar direkt vor ihrer Nase hatte, aber bei denen sie Zusammenhänge einfach nicht herstellen und Schlüsse nicht ziehen konnte. Für die Handlung kann ich das nachvollziehen, dennoch passte es an einigen Stellen logisch für mich nicht zu der sonst sehr klugen Art von Camelia. Auch das Ende war für mich aus diesem Grund eher unbefriedigend.

Mich konnte die Storyidee und das besondere dystopische Setting rund um die Belles in einem Reich voll Schönheit vom ersten Kapitel an überzeugen. Ich fand es toll, wie Gesellschaftskritik hier in eine spannende und zunächst sehr blumig erscheinende Geschichte verwoben wurde und wie sich die Handlung immer mehr entwickelte und die Fassaden der Figuren langsam anfingen zu bröckeln, sodass hinter den perfekt geschminkten Maskeraden, die dunklen Seiten, Geheimnisse und Abgründe immer mehr zum Vorschein kamen. Es war durchweg spannend, die sehr starke Protagonistin Camelia zu begleiten und mitzuerleben, wie sie sich weiterentwickelt und immer mehr hinterfragt, in was für einer Welt sie da eigentlich lebt und was ihre eigene Rolle in dieser Welt wirklich bedeutet. Auch wenn die Handlung an sich für meinen Geschmack im letzten Drittel der Geschichte etwas zu offensichtlich konstruiert gewirkt hat, kann ich diese Geschichte sehr empfehlen.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


23. Juni 2023

Rezension zu „Schattenthron 1: Erbin der Dunkelheit“ von Beril Kehribar

Tauche ein in das Reich der Schatten…


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Schattenthron 1: Erbin der Dunkelheit
Autorin: Beril Kehribar
Seiten: 352 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Kaaya hat keine Vergangenheit, keine Erinnerungen, keine Familie. Nichts außer Arian, der sie einst von den Straßen geholt und bei sich aufgenommen hat. Doch bevor sie ihrem besten Freund sagen kann, was sie wirklich für ihn empfindet, wird seine Seele von einem Schattenelfen gestohlen und er bleibt als Hülle zurück. Um ihn zu retten, reist die 18-Jährige ins Reich der Schatten, wo sie sich inmitten eines uralten Krieges wiederfindet. Das, was Kaaya dort über sich erfährt, bringt alles ins Wanken, an das sie bisher geglaubt hat. Sie muss erkennen, dass sie niemandem mehr vertrauen kann, nicht einmal sich selbst und ihren eigenen Gefühlen – gerade wenn es um den mysteriösen Kronprinzen Ilias geht, der seine ganz persönliche Mission verfolgt …“
(Quelle: https://www.carlsen.de/epub/schattenthron-1-erbin-der-dunkelheit/978-3-646-60852-6 )


Bei Schattenthron war ich einerseits neugierig, da das Cover einfach wunderschön, und der Klappentext für mich auch sehr vielversprechend klang, hatte allerdings auch schon eine gewisse Erwartungshaltung, da dieses Buch auf Instagram ziemlich viel zu sehen war und es viele positive Stimmen dazu gab.

Was mir zu Beginn und auch im Laufe der Geschichte sehr gut gefallen hat, war der sehr angenehme und flüssig zu lesende Schreibstil. Ich konnte mir direkt alles sehr gut vorstellen, ohne mit Detailbeschreibungen überladen worden zu sein. Ich mochte die Atmosphäre, die die Autorin mit ihren Worten kreiert hat und auch der grundlegende Aufbau der Welt hat mir gut gefallen.

Die Ausgangshandlung, dass die junge Protagonistin Kaaya direkt zu Beginn mit einem schwerwiegenden Ereignis konfrontiert wird, fand ich sehr gut und wirklich spannend. Ich war sehr neugierig, wie sie damit umgehen und sich als Figur im Laufe der Handlung entwickeln würde. Ich habe Kaaya als Protagonistin mit ihrer starken Ausstrahlung, ihrer Entschlossenheit und insgesamt ihrer sympathischen Art direkt sehr gerne gemocht. Allerdings konnte ich leider bis zum Ende keine wirkliche tiefgreifende Bindung zu ihr aufbauen. 
Das lag bei mir vor allem an den verschiedenen Handlungssträngen und Erzählperspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wurde. Hier hätte ich lieber mehr aus ihrer Sicht gelesen, einfach um mich mit ihr verbundener zu fühlen und um mein Bild von ihr zu komplettieren. So habe ich nach dem Ende von Band 1 nicht das Gefühl sie so gut zu kennen, wie ich es gerne wollen würde. Denn so blieb auch das eigentlich emotionsgeladene Ende für mich eher blass und konnte mich nicht wirklich abholen. Auch die anderen Figuren, wie Luana, Arian, Illias und noch einige andere, hätten meiner Meinung nach noch viel mehr Potential gehabt. So war es für mich stellenweise mehr verwirrend, weil ich für mich oft nochmal sortieren musste, wer jetzt wer war und wer mit wem in welcher Beziehung steht.

Was mir einerseits richtig gut gefallen, aber andererseits auch den letzten Nerv gekostet hat, war die Handlung an sich. Der Handlungsverlauf war für mich durchgängig spannend und es passierte immer wieder etwas Neues, was mich manchmal auch überrascht hat. Vor allem die Kampfszenen mochte ich wirklich gerne.

Was mich leider wirklich gestört hat, waren die unzähligen Ortswechsel, die die Figuren gemacht haben. Gefühlt alle fünf Seiten waren sie ohne großartige vorherige Reiseszenen plötzlich an einem neuen Ort, zum Teil auch an solchen, die man den Beschreibungen nach, nicht mal eben so in einer Stunde erreichen kann. Hier hätte es meiner Meinung nach so viele Möglichkeiten für tolle Szenen gegeben, die die Beziehungen der Figuren verdeutlicht und die Charakterzüge der einzelnen Figuren viel besser herausgearbeitet hätten. Das fand ich wirklich schade, denn das hätte den handelnden Figuren mehr Substanz gegeben.


Ein sehr flüssig und angenehm geschriebener, solider Auftaktband, der mich aber leider nicht so ganz in diesen Hype-Sog mit reinziehen konnte, wie ich es erhofft hatte.
Für mich hätte diese Geschichte mit zusätzlichen Szenen noch viel mehr Potential gehabt hätte. Die Figuren, insbesondere auch die Protagonistin Kaaya, waren mir alle grundlegend sympathisch, ich hätte jedoch einzelne gerne viel näher und tiefgreifender kennen gelernt und dafür auch auf andere Sichtweisen eher verzichtet. So war die Handlung zwar durchgehend spannend, ein wirkliches Mitfiebern aufgrund einer entstandenen engen Bindung zu den Charakteren gab es für mich leider nicht. Ich kann mir hier aber gut vorstellen, dass sich das bei Band 2 auch noch ändern kann.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina




2. April 2023

Rezension zu „Elf Schritte bis zum Happy End“ von Elise Bryant

Reichen elf Schritte bis zum glücklichen Ende?


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Elf Schritte bis zum Happy End
Autorin: Elise Bryant
Seiten:  Seiten
Genre: Jugendbuch, Liebe
gelesenes Format: paperback
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Eigentlich hätte Tessa allen Grund zur Freude, denn in ihrer neuen Schule darf sie sogar im Unterricht Liebesgeschichten schreiben. Endlich kann sie die Heldin ihrer eigenen Geschichte sein! Etwas Besseres kann sie sich gar nicht vorstellen. Doch ausgerechnet jetzt fällt ihr nichts mehr ein. Zum Glück weiß ihre beste Freundin Caroline Rat: Tessa muss sich einfach selbst verlieben. Und entspricht der gut aussehende Nico nicht genau dem Helden aus ihren Geschichten? Ein 11-Punkte-Eroberungsplan muss her! Aber da ist auch noch Sam mit seinen köstlichen selbstgebackenen Muffins und seiner ruhigen Art …“
(Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/elf-schritte-bis-zum-happy-end/978-3-551-58450-2 )


Diese Geschichte hat mir echt gut gefallen!
Die Storyidee, dass Tessa selbst Liebesgeschichten schreibt und nun auf der Suche nach Inspiration in ihr eigenes persönliches Liebeschaos gerät, hat mich von der ersten Seite her überzeugen können.

Der Schreibstil ist super locker und flüssig, sodass man es sehr einfach hat, sich in Tessas Gefühls- und Gedankenwelt einzufinden und sie zu verstehen.
Ich mochte Tessa als Charakter super gerne, da sie sehr authentisch rüber kam. Ich konnte ihre Selbstzweifel, was das Schreiben und ihre Zukunftsplanung angeht sehr gut nachvollziehen. Besonders gut hat mir die Art gefallen, wie sie mit ihrem Bruder Miles umgegangen ist. Hier zeigte sie ihre fürsorgliche Seite und brachte sie mir noch ein Stück näher. Insgesamt fand ich Tessas Charakterentwicklung während der Geschichte sehr interessant. Sie durchlebt die unterschiedlichsten Gemütslagen mit Hoch- und Tiefphasen, und geht daraus stets ein bisschen stärker hervor, sodass sie zum Ende der Geschichte hin deutlich reifer und in ihrer Persönlichkeit gestärkter erscheint, als noch am Anfang der Handlung.

Genauso gerne wie Tessa hatte ich Sam, einen der beiden männlichen Protagonisten und ein potentieller Loveinterest von Tessa. Er war mir mit seiner herausragenden Begabung für süße Köstlichkeiten wie Muffins und Torten und seiner liebevollen, offenen und freundlichen Art sofort sympathisch und mein ganz klarer Favorit. Da konnte Nico, der gut aussehende Schulschwarm, leider nicht mithalten, auch wenn er sich alle Mühe gegeben hat.

Für wen der beiden sich Tessa am Ende entscheiden wird, und ob der 11 Punkte Plan ihr dabei helfen wird, ihre Liebesgeschichte zufriedenstellend fertig zu schreiben? Dass müsst ihr wohl selbst lesen.

Eine wirklich süße, lockere und leichte Liebesgeschichte über drei Jugendliche, die ihren Weg, die richtigen Worte und den Weg zur Liebe finden wollen. Dieses Buch vereint wichtige Themen wie Selbstliebe, das Erkennen eigener Schwächen und Stärken, die Bedeutung von Freundschaft und natürlich das Emotionschaos der Liebe in einer gefühlvollen Handlung und lässt uns all diese Situationen mit Tessa, einer jungen, starken Protagonistin erleben.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina