10. Januar 2018

Rezension zu „Jeder Tag kann der Schönste in deinem Leben werden“ von Emily Barr

Wenn du dich jedes Mal neu erinnern musst…

© Fischer FJB Verlag
Titel: Jeder Tag kann der Schönste in deinem Leben werden  
Autor: Emily Barr
Seiten: 352
Genre: Jugendbuch

gelesenes Format: HC

Klappentext:
„Flora Banks Leben ist wie ein tausendteiliges Puzzle in allen Farben des Regenbogens. Jeden Tag muss sie es erneut zusammensetzen. Sie muss sich daran erinnern, wer sie ist und was los ist. Manchmal stündlich. Nichts, was seit ihrem 10. Geburtstag passiert ist, bleibt ihr im Gedächtnis. Doch auf einmal ist da diese eine Erinnerung in ihrem Kopf. Und sie bleibt, verschwindet nicht wie die anderen Details aus ihrem Leben. Es ist die Erinnerung daran, wie sie nachts am Strand einen Jungen geküsst hat. Bewaffnet mit Handy, Briefen von ihrem Bruder aus Paris, einem prallgefüllten Notizbuch und tausenden von Zettelchen macht sich Flora Banks auf eine Reise, die sie letztendlich zu sich selbst führt. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben kann sie jetzt entscheiden, wer sie wirklich sein will.“ (Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/jeder_tag_kann_der_schoenste_in_deinem_leben_werden/9783841440075 )

*Das Buch war für mich so anstrengend, wie für Flora ihr ganzes Leben sein muss*

Bei diesem Buch war ich sofort in das schöne mädchenhafte Cover verliebt und fand auch den Klappentext ziemlich interessant.
Besonders die Grundidee hat mir gefallen, da es um ein Mädchen geht, die die sich seit ihrem 10. Geburtstag nicht mehr wirklich an Dinge erinnern kann. Manchmal hält ihr Gedächtnis für ein paar Stunden, doch dann vergisst sie alles und muss sich mithilfe von Notizen und Zetteln immer wieder aufs Neue klar machen, wer sie ist, wo sie ist und was sie in den letzten Stunden getan  hat. Ich war sehr gespannt, wie diese Idee umgesetzt sein würde.
Schon nach den ersten paar Kapiteln wurde mir klar, dass dieses Buch wirklich anstrengend für mich sein würde. Denn die Geschichte wird aus der Ich – Perspektive von Flora erzählt und man erfährt als Leser wie es ist, sich die gleichen Informationen ständig neu vor Augen zu führen. Man liest so oft wer Flora ist, wie alt sie ist, und woran sie sich erinnern kann und woran nicht. Ich muss sagen, dass mir dieses stilistische Mittel es leider sehr schwer gemacht hat mich mit der Geschichte anzufreunden. Die Geschichte ist etwas Besonderes, gar keine Frage. Man lernt durch Flora nämlich, dass man trotz einer Einschränkung sein Ziel niemals aus den Augen verlieren darf, selbstbewusst durch die Welt gehen und seinen eigenen Zielen und Träumen folgen soll.
Nur leider hat mir der Erzählstil wirklich zu sehr genervt, als dass ich beim Lesen positive Emotionen empfinden und mit Flora mitfiebern konnte, obwohl die Geschichte durchaus das Potential dazu gehabt hätte.
Flora selbst war mir als Charakter aber recht sympathisch. Sie ist einfach, bedingt durch ihren Gedächtnisverlust auf dem Stand einer Zehnjährigen, und wirkt auch entsprechend naiv, unerfahren und kindlich. Das merkt man vor allem an ihren sprunghaften und oft sehr undurchdachten Gedankengängen.
Auch die Geschichte an sich konnte mich leider erst zum Ende hin etwas positiver stimmen. Es passierte einfach, auch durch die vielen Wiederholungen, nicht wirklich viel in der Geschichte und es zog sich unendlich in die Länge, bis es dann mal ein bisschen temporeicher wurde. Es gab die eine oder andere Wendung, die ich sehr gut fand, und mit der ich auch nicht gerechnet habe, dennoch konnte mich die Geschichte leider insgesamt nicht wirklich überzeugen. 

Diese Geschichte war leider nicht wirklich meins, da mir persönlich der Schreibstil einfach zu anstrengend war. Die vielen Wiederholungen waren in den ersten drei Kapiteln noch ein geniales Stilmittel, doch dann nervten sie mich nur noch, sodass ich den Spaß an der Geschichte leider verloren habe. Ich fand Flora aber ganz gut und auch die Grundidee an sich war wirklich schön. Wahrscheinlich hätte mir eine andere stilistische Umsetzung die Story deutlich näher gebracht. So vergebe ich leider nur 2 von 5 möglichen Herzen. 

 

Lest fleißig, 
eure Sabrina



9. Januar 2018

Rezension zu „Aschenkindel – Das wahre Märchen“ von Halo Summer

So hätte es auch gewesen sein können


© HarperCollins Verlag


Titel: Aschenkindel – Das wahre Märchen
Autor: Halo Summer
Seiten: 276
Genre: Märchenadaption 
gelesenes Format: TB

Klappentext:
„Jedes Mädchen wäre dankbar, auf den Ball des Kronprinzen gehen zu dürfen. Schließlich will er sich dort eine Braut aussuchen. Doch Claerie Farnflee ist nicht wie andere Mädchen. Lieber bewohnt sie ein muffiges Turmzimmer, schuftet wie eine Dienstmagd und erträgt die Launen ihrer Stiefmutter, als sich an einen dahergelaufenen Prinzen zu ketten. So denkt sie – bis zu dem Tag, an dem sie im Verbotenen Wald einen Fremden trifft, der ihre Vorsätze ins Wanken bringt …“ (Quelle: https://www.harpercollins.de/buecher/liebesromane/aschenkindel-das-wahre-marchen)

Bei diesem Buch war ich direkt in dieses wunderschöne Cover verliebt. Es wirkt verträumt, romantisch und passt in meinen Augen wirklich sehr gut zu einer Märchenadaption.
Wie der Name des Buches es vielleicht schon erahnen lässt, handelt es hierbei um eine Adaption von Cinderella bzw. Aschenputtel. Auf die Geschichte an sich war ich vor dem Lesen wirklich sehr neugierig, da die Geschichte den 
"Kindle Storyteller Award 2016" gewonnen hat und ich auch so schon viel Gutes über diese Märchenadaption gelesen hatte.  Und als Fan von solchen Adaptionen war dieses Buch für mich ein Muss. Ich bin immer gespannt, was die Schriftsteller aus der Originalgeschichte machen und wie sie die Charaktere und die Plottwists verändern. 

Ich kam sehr schnell in die Geschichte hinein und fand mich sehr einfach in der Welt von Claerie, dem Aschenkindel zurecht. Mit einem lockeren, flüssigen und amüsanten Schreibstil malte die Autorin förmlich eine magische Welt, in der Claerie lebt. Mir hat diese magisch angehauchte Welt wirklich ausgesprochen gut gefallen, da sie zwar zauberhafte Elemente enthalten hat, aber nicht überladen war.
Schnell wird zu Beginn deutlich, dass wir es bei der Protagonistin Clearie mit einem Mädchen zu tun haben, die sich charakterlich deutlich von ihrem originalen Vorbild abhebt. Sie ist störrisch, selbstbewusst und ein wenig aufmüpfig. Ich fand es sehr amüsant, Cinderella mal mit solchen Charakterzügen zu erleben. Auf der anderen Seite zeigte sie aber auch oft ihre fürsorgliche und verständnisvolle Art, wodurch sie einen wirklich vielschichtigen Charakter bekam, bei dem sich alle Eigenschaften aber sehr gut ergänzt haben. Als Protagonistin war sie mir deshalb von Anfang an sehr sympathisch.
Ich konnte gut mit ihr mitfühlen, vor allem als ich dann im Buch ihrer guten Fee und ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern begegnet bin. Ihre Charaktereigenschaften sind allesamt ein bisschen anders als im Original, was ich aber auch gut fand.

In der Geschichte an sich geht es darum, dass Claerie auf den Ball des Prinzen gehen soll, um ihn dort kennen zu lernen. Claerie hat aber eigentlich gar kein Interesse am Prinzen, da sich ihr Herz bereits für jemand anderes entschieden zu haben scheint. Es entsteht eine kleine Dreiecksgeschichte, die sich aber auf einem sehr angenehmen Level bewegt hat, sodass sie gut zur Geschichte gepasst hat.
Was ich an dem Verlauf der Geschichte so gut gemacht finde, ist dass die Grundhandlung dem Original zwar recht nahe kommt, die Details in der Handlung trotzdem sehr unerwartet sind. Für mich kamen einige Wendungen wirklich überraschend und ich habe mich über die ein oder andere sehr gefreut. Das einzige was nicht so überraschend war, war für mich das Ende. Aber es passt gut zum Rest der Geschichte und macht die Geschichte richtig rund. Was ich an diesem Buch ein bisschen schade fand, war dass am Anfang der Geschichte Vampire erwähnt wurden, sie im Laufe der Geschichte aber keine Rolle mehr gespielt haben. Dabei hätten gerade sie das Potential für ein bisschen aufkommende Action geboten. Die habe ich im Buch leider etwas vermisst.



Wer das originale Märchen von Cinderella kennt, wird Aschenkindel auch auf jeden Fall mögen. Für mich war es eine sehr seichte und schöne Geschichte für Zwischendurch, die ich jedem Fan von Märchenadaptionen empfehlen kann!

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina

8. Januar 2018

Rezension zu „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

Das Ding mit dem Erwachsenwerden

© Random House - Heyne fliegt Verlag

Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autor: Anne Freytag
Seiten: 400
Genre: Jugendbuch, LGBT
Reihe: Nein

gelesenes Format: Broschiert

Klappentext:
„Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Den-Mund-voll-ungesagter-Dinge/Anne-Freytag/Heyne-fliegt/e512839.rhd )

Nach dem mir so viele Leute von diesem Buch vorgeschwärmt haben, dass ich dieses Buch doch endlich von meinem Sub befreien müsste, habe ich dass dann auch endlich mal getan. Ich hatte an die Geschichte nicht so viele Erwartungen, da ich bisher sowohl von der Autorin als in die LGBT Richtung noch kein Buch gelesen habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade die LGBT Richtung von einigen Lesern kritisch gesehen werden könnte. Für mich persönlich ist dieses Thema völlig „normal“, denn es gehört, wie ich finde, auf dem Weg durch die Pubertät einfach dazu, dass man sich fragt zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt und dass man Sachen eben einfach ausprobiert. Ich war auf jeden Fall neugierig, wie mir diese Geschichte gefallen würde. 
Was mir direkt nach den ersten paar Seiten schon sehr positiv aufgefallen war, ist der unglaublich gute Schreibstil der Autorin. Sie schreibt einerseits so locker und leicht, dass man gut durch die Seiten kommt, und andererseits auch so einnehmend, dass selbst einfache Alltagssituationen unglaublich spannend sind und man viel aus ihnen mitnehmen kann. 


In Buch geht es thematisch einfach um das Leben. Es geht darum als Teenager langsam erwachsen zu werden und auf dem Weg sich selbst zu finden. Als Leser begleitet man die Protagonistin Sophie auf diesem Weg. Ich mochte sie als Protagonistin der Geschichte von Anfang an super gerne. Sie war einfach ein „normales“ Mädchen mit den ganz alltäglichen Problemen und einem Charakter mit Ecken und Kanten. Für mich wurde sie und auch der Rest der Geschichte dadurch sehr authentisch.
Sophies Gedanken und Gefühle brachten mich ihr als Charakter wirklich sehr nah, da ich sie in vielen Situationen sehr gut verstehen konnte. Gerade die Situationen, in denen sie über sich und Alex nachdenkt spiegeln meiner Meinung sehr gut das Gefühlschaos wieder, dass während des Erwachsenwerdens nun mal im Kopf wütet. Besonders die Frage danach, was in der heutigen Zeit eigentlich als „normal“ gilt, ist für den Leser ein Denkanstoß. Mir hat die Beziehung zwischen Alex und Sophie auf jeden Fall sehr gut gefallen, da sie sich langsam und gefühlsmäßig sehr natürlich entwickelt hat. Man erlebt beim Lesen Höhen und Tiefen, Streit und Versöhnung und ganz viele Gefühle. 

Nach dem Lesen bin ich froh, dass ich auf meine Freundinnen gehört, und dieses Buch endlich gelesen habe. Ich kann dieses wirklich jedem empfehlen, der gerne ein Jugendbuch mit großen und kleinen Gefühlen, sehr authentischen Charakteren und einem genialen Schreibstil lesen möchte! 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


    

Lest fleißig, 
eure Sabrina



7. Januar 2018

Rezension zu „Hüter der fünf Leben“ von Nica Stevens

Eine Geschichte mit Potential


© Carlsen Verlag
Titel: Hüter der fünf Leben
Autor: Nica Stevens
Seiten: 288
Genre: Jugendbuch, Fantasy

gelesenes Format: Broschiert

Klappentext:
„Für die 17-jährige Vivien zählen die Sommertage, die sie bei ihrem Vater in einem kanadischen Nationalpark verbringt, zu den schönsten im Jahr. Doch dann begegnet sie dem gut aussehenden Liam, ihrem Freund aus Kindertagen, und nichts ist mehr wie zuvor. Scheinbar ohne Grund verhält er sich ihr gegenüber kühl und distanziert. Als sie durch Zufall das seltsame Brandmal auf seiner Brust entdeckt, wendet er sich ganz von ihr ab. Vivien beschließt, Liams Geheimnis zu lüften – und kommt ihm dabei gefährlich nahe …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/hueter-der-fuenf-leben/75957 )


*Anders als erwartet*

Auf dieses Buch bin ich vor allem durch meine Bloggerkolleg_innen aufmerksam geworden, die die Geschichte und den Schreibstil von Nica Stevens sehr gelobt haben. Ich wollte mir also selbst ein Bild von alldem machen und habe dieses Buch kurzerhand von meinem Sub befreit. Und in einer Sache hatten die positiven Stimmen auch direkt recht.
Der Schreibstil ist wirklich super schön! Die Geschichte lässt sich sehr schnell und locker lesen und enthält ausreichend Beschreibungen, damit die Szenerien bildhaft vor dem inneren Auge entstehen können. Besonders die Landschaft im Nationalpark fand ich sehr schön dargestellt.
Die Geschichte an sich hat mich mit etwas zwiespältigen Gedanken zurück gelassen.
Zunächst einmal waren da die Protagonisten Vivien und Liam. Ich war von Anfang an ein großer Fan von Liam gewesen, da ich seine verschlossene Art so geheimnisvoll fand und neugierig war, was er noch alles hinter seiner Fassade verbirgt. Mit Vivien habe ich mich da deutlich schwerer getan. Sie war ein liebes und nettes Mädchen, was ja alles in allem erst einmal etwas sehr Positives ist. Was mich persönlich an ihr aber etwas gestört hat, war ihre Naivität. Sie wird mit vielen Geheimnissen konfrontiert und akzeptiert das scheinbar einfach alles. Ich hätte da deutlich mehr Wiederstand erwartet. So blieb sie für mich eben das liebe und nette Mädchen. Ihre charakterliche Stärke blieb da für mich leider an zu vielen Stellen im Hintergrund.
Auch was die Geschichte und den Verlauf der Handlung angeht bin ich im Zwiespalt. Erst einmal fand ich die Grundidee mit Liams Geheimnis wirklich richtig gut, auch wenn die Geschichte dann für mich eine doch etwas unerwartete Richtung eingeschlagen hat. Was ich ein bisschen schade fand, war das hohe Tempo, dass die Geschichte permanent hatte. Denn in meinen Augen hatte die Handlung und auch jede einzelne Situation viel Potential, dass aber nicht vollends ausgeschöpft wurde. Etwas Besonderes passierte, und Vivien nahm es einfach so hin. Es gibt auch spannende Momente, die aber so schnell aufeinander folgen, dass ich sie nicht so recht genießen und mitfiebern konnte. Denn dazu waren die Situationen einfach viel zu schnell wieder vorbei. Genauso erging es mir mit der Liebesgeschichte. Alles passierte ziemlich schnell hintereinander weg, sodass mir an dieser Stelle die Authentizität gefehlt hat. Insgesamt war die Geschichte für meinen Geschmack einfach nicht stark und aussagekräftig genug.
Was mir wiederum gut gefallen hat, war das Ende, denn es hielt noch mal die eine oder andere Überraschung und Wendung bereit, mit denen ich so jetzt noch gerechnet habe.

Für mich war „Hüter der fünf Leben“ ein gutes Buch für Zwischendurch, bei dem ich die Idee wirklich gut fand, aber meiner Meinung nach auch einiges an Potential verloren ging. 

Ich vergebe deshalb gute 3 von 5 möglichen Herzen! 


  

Lest fleißig,
eure Sabrina





6. Januar 2018

Rezension zu „Der Sommer, in dem die Zeit stehen blieb“ von Tanya Stewner

Alles im Leben hat seine Folgen…

© Fischer KJB Verlag

Titel: Der Sommer, in dem die Zeit stehen blieb
Autor: Tanya Stewner
Seiten: 320
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: HC

Klappentext:
„Wenn Juli nachdenken will, zieht sie sich auf ihre Lichtung zurück. Doch eines Tages ist sie nicht alleine dort. Ein Junge steht vor ihr, plötzlich und unerwartet. Ein Junge wie von einem anderen Stern, so schön und so geheimnisvoll ist er. Ihrer beider Liebe könnte die Welt verändern. Doch darf diese Liebe überhaupt sein?“ (Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/der_sommer_in_dem_die_zeit_stehenblieb/9783596854264)

Dieses Buch ist im Regal ein echter Blickfang. Ich finde dieses Cover so unglaublich schön gestaltet, dass ich es jetzt im Winter von meinem Sub befreien musste, auch wenn die Handlung, wie der Titel es schon verrät, im Sommer spielt.
Der Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Er war sehr locker, leicht und flüssig, sodass ich gut in die Geschichte hineingefunden habe und dann auch sehr zügig vorankam.
Bereits zu Beginn der Geschichte wartete eine Überraschung auf mich. Beim Lesen des Klappentextes habe ich nämlich mit einer normalen jugendlichen Liebesgeschichte, und nicht mit einer Story gerechnet, in der Elemente aus dem Sci-Fi Bereich auftauchen. Mir hat das aber unerwartet gut gefallen, da sich die Geschichte somit von anderen ein wenig abhebt. Beim Lesen habe ich dann immer versucht Hinweise zu entdecken, wie alles mit allem zusammenhängt. Leider häuften sich die Hinweise irgendwann tatsächlich, sodass das Ende für mich sehr voraussehbar war. Anzumerken ist hier aber vielleicht, dass sich diese Geschichte eher an eine etwas jüngere Zielgruppe richtet, die an diese Geschichte vielleicht anders als ich herangehen. Trotzdem hat mir der Verlauf der Geschichte an sich gut gefallen, da es immer mal wieder so kleine Momente gab, mit denen man dann doch nicht so ganz gerechnet hat.
 
In der Geschichte treffen wir auf die 16  jährige Juli, die mit den ganz alltäglichen Problemen eines Teenagers zu kämpfen hat. Ich mochte Juli eigentlich recht gerne, auch wenn mir bei ihr irgendwie so das gewisse Etwas gefehlt hat, das sie mir wirklich nahegekommen ist und interessant für mich wurde. Sie war von ihrem Charakter her einfach ein unauffälliges und durchschnittliches Mädchen. Ebenso verhielt es sich leider mit dem männlichen Hauptcharakter Anjano. Auch er wirkte nett, konnte aber mein Interesse für ihn nicht so recht wecken. Vielleicht können jüngere Leser und Leserinnen da etwas mehr mit den Charakteren anfangen.

Was mit besonders gut an dieser Geschichte gefallen hat, war die durchaus sehr tiefgründige Botschaft, die dieses Buch beim Lesen vermittelt hat. Es macht einem bewusst, dass alles was man im Leben tut Folgen hat, und dass jeder Tag wertvolle Zeit in sich birgt, die es zu nutzen gilt.

Eine schöne Geschichte für zwischendurch, die dem Leser eine wirklich wichtige Botschaft mit auf den Weg gibt. Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina




5. Januar 2018

Rezension zur Buchreihe „Die Grimmakten“ von Michael Buckley

„Once upon a time“ meets Kinder-Detektiv- Geschichte

© Baumhaus Verlag

Band 1: Die Grimmakten - Die Spur des Riesen
Band 2: Die Grimmakten - Ach wie gut, dass niemand weiß...
Autor: Michael Buckley
Seiten: 254 & 255 S.
gelesenes Format: Taschenbuch
© Baumhaus Verlag

Klappentext zu Band 1:
„Sabrina und Daphne können es kaum glauben. Sie sollen tatsächlich die Nachfahren der berühmten Brüder Grimm sein! Doch damit nicht genug: All die bekannten Märchenfiguren sind keine erfundenen Gestalten, sondern es gibt sie wirklich! "Grimms Märchen" sind Aufzeichnungen von Verbrechen, die die Familie über Jahrhunderte gesammelt hat! Sabrina und Daphne stehen nun vor einer wichtigen Aufgabe: Sie sollen in die Fußstapfen ihrer Großmutter treten und als Märchendetektive für Ordnung sorgen. Ihr erster Fall: Ein Riese, der in der Stadt sein Unwesen treibt ...“ (Quelle: https://www.buecher.de/shop/ab-10-jahren/die-grimm-akten-die-spur-des-riesen/buckley-michael/products_products/detail/prod_id/32225903/)

Ich habe zu beiden Büchern der Reihe „Die Grimm Akten“ relativ ähnliche Gedanken und Meinungen, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, nun eine Rezension von beiden Bänden zusammen zu schreiben.
Zunächst vorab: Worum geht es überhaupt in der Reihe?
Nun, ich den Grimmakten geht es um die beiden Schwestern Sabrina und Daphne Grimm, deren Eltern vor ein paar Jahren plötzlich verschwunden sind. Nach diversen Aufenthalten in Pflegefamilien werden sie dann zu ihrer Oma Relda Grimm nach Ferryport Landing gebracht. Einer kleinen Stadt, in der nichts so ist, wie es scheint. Denn in der Stadt leben neben normalen Menschen auch die sogenannten „Wareinmale“. Dabei handelt es sich um Märchenfiguren, die inkognitio zwischen den Menschen leben. Ein bisschen lässt sich diese Grundidee mit der TV –Serie „Once upon a time“ vergleichen.
In der kleinen Stadt passieren dann auch schnell merkwürdige Dinge, denen Sabrina und Daphne gemeinsam mit ihrer Oma auf den Grund gehen. An dieser Stelle wird das Märchengenre mit dem Krimigenre vermischt, was ich für eine sehr geniale Idee halte.
Ich bin ein echt großer Märchenfan und fand es jedenfalls wirklich toll. Ich war überrascht, wie gut man sehr viele Märchenfiguren innerhalb von einer Geschichte integrieren kann. Auch die Kriminalfälle an sich, die die Mädchen lösen müssen haben mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Es gab oft unbekannte Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, sodass mich die Geschichten von der ersten bis zur letzten Seite für sich gewinnen konnten. Was ich am zweiten Band allerdings absolut nicht gut fand, war dass es am Ende einen großen Cliffhanger gab und dass die Reihe nicht weiter übersetzt wurde. Das ärgerte mich so richtig.
Der Schreibstil war bei beiden Büchern sehr locker und einfach gehalten, vermutlich, da das Buch eher für eine etwas jüngere Zielgruppe bestimmt ist. Es gab so viele spannende und auch lustige Stellen, dass die Stimmung beim Lesen sehr abwechslungsreich war.  Mir hat dieser Schreibstil wirklich gut gefallen, da ich mir alles sehr gut vorstellen konnte und auf den 300 Seiten sehr viel Handlung passiert ist. Da wo ich es mir mal nicht so gut vorstellen konnte, gab es hier und da auch ein paar Illustrationen von den Situationen als Untermauerung des Geschriebenen. Ich fand die Bilder wirklich passend und ab und zu auch sehr hilfreich.
Meine Meinung zu den Charakteren ist da schon ein bisschen zwiespältiger. Ich fand Oma Relda mit ihren außergewöhnlichen Gerichten und ihrer lustigen und schlagfertigen Art einfach klasse! Sie ist wirklich eine Dame, die auf Zack ist und mit vollem Elan bei der Sache ist. Auch die kleine Daphne fand ich wirklich zuckersüß. Sie war in ihren Verhaltensweisen noch sehr kindlich und naiv und hat in allem stets das Gute gesehen. Daphne hat auch kein Blatt vor den Mund genommen und immer gesagt was sie denkt. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester Sabrina. Ich konnte mit ihr als Charakter nicht wirklich was anfangen. Sie war mir einfach immer zu zickig und zu schlecht gelaunt. Das hat mich wirklich mit der Zeit ziemlich genervt.
Natürlich kamen im Laufe der Geschichten noch zahlreiche Nebencharakteren wie Mr. Canis, Puck, dem Bürgermeister, Sheriff Specklin vor, die auch allesamt sehr gut mit ihren Eigentümlichkeiten skizziert worden sind.

Eine wirklich sehr schöne Märchen-Reihe für kleine und große Leser, die leider nicht weiter übersetzt wurde. Wer Märchenfiguren mal etwas anders erleben möchte ist bei dieser Reihe genau an der richtigen Adresse! Ich vergebe gute 4 von 5 möglichen Herzen! Einen Punkt Abzug gibt es für das doch sehr unfertige Ende und die Protagonistin, die mir einfach zu anstrengend war. 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina