17. Mai 2019

Rezension zu „Bleib doch, wo ich bin“, von Lisa Keil


Eine romantische Geschichte mit ganz viel Charme 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer Verlag
Titel: Bleib doch wo ich bin
Autor: Lisa Keil
Seiten: 352
Genre: Roman
gelesenes Format: Taschenbuch
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext: 
„Kaya hat alles, was sie zu ihrem Glück braucht: eine kleine Buchhandlung in ihrem Heimatort, beste Freunde und ihr heiß geliebtes Shetlandpony. Für einen Mann, der länger bleibt als eine Nacht, ist eigentlich kein Platz in ihrem Leben. Lasse ist überzeugter Großstädter und nur aufs Land gezogen, weil er als Lehrer die erstbeste Vertretungsstelle annehmen musste. Als Kaya ihn auf einer Scheunenparty trifft, ahnt sie nicht, dass der gutaussehende Typ der Klassenlehrer ihrer Nichte ist. Eine Begegnung mit aufregenden Folgen …“ (Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/lisa_keil_bleib_doch_wo_ich_bin/9783596703975


*Manchmal ist es einfach Schicksal* 

Auf den ersten Blick ist mir direkt das helle, freundliche Cover dieses Buches ins Auge gesprungen. Direkt nach Lesen des Klappentextes machte sich bei mir dann auch so ein gute Laune Gefühl breit, dass ich richtig Lust auf die Geschichte bekommen habe. Denn wer kann zu einer romantischen Geschichte mit dem Schauplatz Buchhandlung und einem ländlichen Setting inklusive Shetlandpony schon nein sagen? Ich jedenfalls nicht, und das, obwohl ich ja eher weniger aus dem Romanbereich und eher sonst im Bereich der Jugendliteratur zu finden bin. Aber ich wollte diesem Buch eine Chance geben. Und ich wurde ausgesprochen positiv überrascht.

Als Leser_in steigt man direkt ohne große Umschweife und Erklärungen in die Handlung ein, und lernt dabei Kaya, die weibliche Protagonistin in dieser Geschichte kennen. Kaya wirkte auf mich direkt sympathisch, offen, lebensfrohe, lustig und auch ein wenig keck. Mein Herz erobert hat sie dann spätestens, als sie sich bereit erklärt, ihrer Nichte Milly aus der Patsche zu helfen. Es war sehr schön, wie diese beiden Figuren, und das nicht nur am Anfang, sondern während des kompletten Storyverlaufes, immer wieder miteinander interagiert haben. Man konnte diese familiäre Verbundenheit und den Zusammenhalt zwischen Kaya und Milly richtig spüren.

Auch was den männlichen Protagonisten Lasse angeht, bei dem es sich ausgerechnet um den Klassenlehrer von Milly handelt, war ich direkt von der ersten Sekunde an begeistert. Ich mochte seine zunächst eher mürrische und zurückhaltende Art, einfach weil es ihn zu einer sehr authentischen Figur machte. Er hatte seine eigene Hintergrundgeschichte, die ihn geprägt hat und die seine Charakterzüge sehr nachvollziehbar erscheinen lässt. Über diese Hintergründe erfährt man als Leser_in allerdings immer erst so nach und nach, was ich aber gut fand, denn so gab es quasi immer wieder so einzelne Puzzelteile, die man zum Charakterbild von Lasse hinzufügen konnte und sich dieser Charakter einem so erst nach und nach erschlossen hat.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war der Handlungsverlauf an sich. Denn zunächst geschieht etwas unglaublich amüsantes, was dem Buch von Anfang an so eine Lockerheit gibt. Diese wird dann eigentlich auch konsequent aufrecht erhalten, wobei es natürlich auch immer wieder spannende Szenen gibt, die ein bisschen Schwung in die Geschichte bringt, die eine oder andere Szene etwas heißere Szene und auch Szenen die einen laut aufseufzen lassen, weil sie einfach so wunderschön zu lesen sind.

An dieser Stelle ist muss man der Autorin wirklich ein großes Lob aussprechen. Auch wenn ich die kleinen Dramen und Missverständnisse für mein persönliches Empfinden nicht gebraucht hätte, haben diese ganzen vielen kleinen Szenen in ihrer Unterschiedlichkeit doch alle dafür gesorgt, dass sich die Beziehung zwischen Kaya und Lasse auf eine sehr natürliche und vor allem realistische Weise mit verfolgen ließ. Es war für mich genau das richtige Kennenlern-Tempo, um mir vorstellen zu können, dass sich diese Geschichte so auch in der Realität ereignen könnte. Auch in Bezug auf den Kontrast zwischen dem Stadt- und dem Landleben gab es immer wieder so kleine Szenen wie beispielsweise das Osterfeuer oder einen Ausflug in die Großstadt, die noch einmal deutlich gezeigt haben aus welchen unterschiedlichen Lebeswelten Menschen stammen können, und das es manchmal nicht so einfach ist, sich sofort an einen andere Lebenswelt zu gewöhnen.

Der Schreibstil hat hier in dieser Geschichte wundervoll gepasst, weil die Beschreibungen und insbesondere die Gedankengänge der Charaktere sprachlich sehr treffend eingesetzt wurden, um mich nah ans Geschehen zu bringen und mich mit den Figuren mitfiebern zu lassen. 

Um es kurz aber treffend auf den Punkt zu bringen: Diese Geschichte ist einfach richtig schön. Ich mochte sowohl die liebevoll skizzierten und individuell gestalteten Charaktere, den flüssigen und lockeren Schreibstil und einfach die gesamte positive Wohlfühl-Atmosphäre, die die Geschichte während des Lesens bei mir geweckt hat. Einzig diese kleinen Dramen fand ich ein bisschen zu konstruiert und für meinen Geschmack nicht unbedingt notwendig, auch wenn sie natürlich zum Realismus der Geschichte beigetragen haben. 

Ich vergebe gute 4 von 5 möglichen Herzen! 

    
   
Lest fleißig, 
eure Sabrina



12. Mai 2019

Rezension zu „Du wolltest es doch“ von Louise O'Neill

Die Frage der Schuld…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Impress Carlsen Verlag
Titel: Du wolltest es doch

Autor*in: Louise O'Neill
Seiten: 368 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Impress Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Nein, richtig sympathisch ist Emma nicht. Sie steht gern im Mittelpunkt, die Jungs reißen sich um sie und Emma genießt es. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist auf der Party mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?“ (Quelle: https://www.carlsen.de/amazon-mobi/du-wolltest-es-doch/97839)


*Ein wichtiges Thema, das hier behandelt wird*

Ich lese eher selten Bücher mit so ernsten Thematiken, weshalb ich nicht genau einschätzen konnte, was mich in diesem Buch erwarten würde und wie ich damit umgehen kann.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir zunächst ziemlich schwer gefallen. Es gab sehr viele Charaktere, die für mich zu holperig und schnell aufgetaucht und zu wenig ins Setting eingebettet wurden. Ich wusste nicht wer jetzt in welcher Beziehung zueinander steht und wer sich wie kennt. Das war für mich sehr mühsam und ziemlich anstrengend, da durchzublicken.

Der Schreibstil an sich hat mir da leider auch nicht so ganz geholfen. Ich fand ihn in Ordnung, aber nicht so flüssig, dass er mich irgendwie in der Geschichte vorwärts gezogen hat.

Die Thematik der Vergewaltigung war in der Geschichte omnipräsent vorhanden und von vielen Seiten beleuchtet. Man hat miterlebt, wie die Protagonistin Emma vor der Tat gelebt hat, und vor allem auch, wie sich ihr Leben nach der Tat verändert hat. Man hat erlebt, wie sich die Menschen in der Kleinstadt, ihre Freundinnen, andere Schülerinnen und Schüler und auch Emmas Familie verhalten hat. Das war stellenweise sehr heftig, aber ich kann mir vorstellen, dass es viele Opfer gibt, die ähnliches nach einem solchen schrecklichen Erlebnis erlebt haben.

Zu Emma an sich kann ich leider irgendwie nicht so viel sagen, da ich beim Lesen von Anfang an keine Nähe zu Emma aufbauen konnte, da sie viele Gedankengänge hatte, mit denen ich nichts anfangen konnte. Irgendwie fehlte mir insgesamt die Emotionalität in diesem Buch, obwohl die Thematik ja eigentlich mit Emotionen beladen ist, vor allem mit negativen. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, vielleicht mit dem Wort „nüchtern“. So kam es mir einen großen Teil der Geschichte vor.

Das Ende der Geschichte hat mir gut gefallen, denn es spiegelte mit einem offenen Ende die Realität denke ich gut wieder. Ein aufgezwungenes Happy End hätte ich irgendwie als unpassend empfunden. Trotzdem sind am Ende für mich einige Fragen offen geblieben. Man erfährt nicht wirklich, wie sich die Beziehungen der Charaktere im Anschluss weiterentwickeln, was mich persönlich aber noch sehr interessiert hätte.

Eine wichtiges Thema, das in diesem Buch angesprochen wird. Leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen. Es fehlte mir an Emotionalität und vor allem einem sortierteren Anfang, damit man sich direkt besser auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!

  

Lest fleißig,
eure Sabrina


29. April 2019

Rezension zu „Ellingham Academy – Was geschah mit Alice?“ von Maureen Johnsen


Dieses Buch bleibt mir ein Rätsel… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Loewe Verlag
Titel: Ellingham Academy – Was geschah mit Alice?
Autor: Maureen Johnsen
Seiten: 464
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Loewe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Willkommen in der Ellingham Academy! Versteckt in den Bergen Vermonts ist die Privatschule der ideale Ort für die begabtesten Schüler des Landes – Bestsellerautoren, YouTube-Stars, Künstler, Erfinder. Doch das Internat umgibt eine tragische Geschichte. Vor mehr als 80 Jahren wurden Frau und Tochter des Schulgründers entführt. Genau deshalb wird Stevie Bell an der Akademie aufgenommen: Sie soll die bisher ungeklärte Ellingham-Affäre lösen. Und schon bald erhält sie eine mysteriöse Botschaft, die einen Mord ankündigt. Als ein Schüler kurz darauf tot aufgefunden wird, ist Stevie überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Todesfall und den Verbrechen aus der Vergangenheit gibt.  Stevie Bell ist großer Fan von Sherlock Holmes und Agatha Christie. Aber noch viel mehr begeistern sie reale Kriminalfälle – wie die bisher ungelöste Ellingham-Affäre. Als Schülerin der exklusiven Ellingham Academy kann sie endlich selbst am Schauplatz der legendären Entführung ermitteln. Doch als ein Mitschüler ums Leben kommt, muss Stevie nicht nur das Verbrechen von damals aufklären.“
(Quelle: https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/ellingham_academy_was_geschah_mit_alice-9030/) 


*Was geschah denn nun mit Alice?* 

Nachdem ich den Klappentext des Buches gelesen habe, war ich sofort ziemlich angetan von der Grundidee dieser Geschichte. Denn ich liebe Detektivgeschichten und ich liebe Internats- bzw. Schulsettings. Was kann da dann also schon groß schiefgehen? Meine Begeisterung müsste eigentlich vorprogrammiert und eine super Rezi müsste kein Problem sein. Warum habe ich jetzt also so lange gebraucht, um eine angemessene, und vor allem auch gut nachvollziehbare Beurteilung zu verfassen? Es war wirklich wie verhext mit diesem Buch, denn irgendwie bekomme ich mein Bauchgefühl zu dieser Geschichte nur schwer in Worte geschweige denn in eine Bewertung verpackt. Ich versuche es jetzt hier trotzdem mal.

Ich habe mich schnell eifrig ans Lesen gemacht und bin in der Geschichte auch gut voran gekommen. Der Schreibstil der Autorin ist, wie ich es von Jugendbüchern kenne, schön flüssig und angenehm zu lesen. Insbesondere die Wortwahl bei den Beschreibungen fand ich sehr gelungen, da ich mir alles vom ersten Moment an super vorstellen konnte und direkt voll drin in der Geschichte war. Hinzu kommt, dass die Geschichte auch von Anfang an sehr interessant gestaltet ist, da es zwei Handlungsstränge gibt, die sich durch das Buch ziehen.

Der erste Handlungsstrang erzählt von dem Ellingham Fall aus der Vergangenheit, bei dem die Tochter von Mr. Ellingham, dem Gründer der Akademie entführt wurde und verschwunden blieb. Das war echt richtig spannend, weil ich immer das Gefühl hatte, live beim Geschehen dabei zu sein. Daher gefällt mir dieser Strang von den beiden auch super gut.

Dann gab es noch den zweiten Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt und wo es hauptsächlich um die Protagonistin Stevie Bell geht, die für Kriminalfälle eine große Leidenschaft hegt und sich mit dem alten ungelösten Ellingham Fall beschäftigen möchte.

Und hier ist für mich die Schwachstelle in der Geschichte. Es liegt dabei nicht an Stevie selbst. Denn sie war ein sehr sympathisches Mädchen, mit der ich schnell warm geworden bin und die ich von ihrem freundlichen Charakter her sehr gerne mochte. Auch die zahlreichen Nebencharaktere waren alle von der Autorin sehr liebevoll und vor allen sehr individuell durchdacht und dargestellt, sodass ich beim Lesen immer wieder Freude hatte, die unterschiedlichen Figurenkonstellationen miteinander zu erleben.

Es lag hier eher an der Geschichte selbst. Denn Stevie kommt an die Akademie mit dem Ziel, den Ellingham Fall zu lösen. Doch ich hatte das Gefühl, dass sie während der Handlung alles andere gemacht hat, außer sich ernsthaft mit dem Fall zu beschäftigen. Denn am Ende des Buches weiß der Leser über den alten Ellingham Fall so viel wie zu Beginn, und die wenigen Infos, die man bekommt, stammen aus dem anderen Erzählstrang. Es kann sein, dass es daran liegt, dass in der Gegenwart der Tod eines Mitschülers passiert, und dem Stevie natürlich nachgeht. In dieser Hinsicht waren ihre Ermittlungen auch spannend und die Geschichte konnte mich abholen. Aber für mein persönliches Empfinden ist die Geschichte hier einfach zu weit von der Kernhandlung abgerückt, und das fand ich einfach schade und macht für mich eine Bewertung so schwierig. Denn auf der einen Seite möchte ich dem Fall rund um den toten Mitschüler eine positive Bewertung geben, was die Bearbeitung des Ellingham Falls angeht bekommt die Geschichte von mir aber leider das Gegenteil. Ich sagte ja bereits, es ist dieses Mal sehr schwierig meine Gedanken zu einer Geschichte in Worte zu fassen. Ich hoffe ihr wisst trotzdem jetzt so ansatzweise, worauf ich hinaus möchte. 

Ich finde man merkt, dass es sich bei diesem Band um einen Auftaktband einer Reihe handelt. Und obwohl mir an sich alles ziemlich gut gefallen hat und auch Spaß am Lesen hatte, wurde mir der Kern der Geschichte einfach zu sehr links liegen gelassen. Ich hätte mir da einfach eine Geschichte gewünscht, die den konkreten Fall von damals mit spannenden Recherchen in der Gegenwart verknüpft. Diese Recherchen habe ich einfach vermisst. Auch wenn ich diese Reihe vermutlich nicht weiter verfolgen werde kann ich dieses Buch allen Jugendbuchfans ans Herz legen, denn es hat tolle Charaktere und an sich auch eine gute Handlung. 

Ich vergebe gute 4 von 5 möglichen Herzen! 

     


Lest fleißig, 
eure Sabrina 


22. Februar 2019

Rezension zu „Das dunkle Herz“ von Lucas Hainer

Eine solide Mischung aus Fantasy und Dystopie

© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Piper Verlag
Titel: Das dunkle Herz
Autorin: Lucas Hainer 
Seiten: 384Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy, Dystopie
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Netgalley und insbesondere dem Piper Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal.“ (Quelle: https://www.piper.de/buecher/das-dunkle-herz-isbn-978-3-492-28208-6 )




*Ein solider Auftaktband*

Auf dieses Buch bin ich vor allem durch den spannenden Klappentext aufmerksam geworden. Ein Kampf ums überleben und ein großes Geheimnis, das klang für mich sehr vielversprechend.

Direkt die ersten Seiten begannen dann auch sehr spannend, da man direkt mit der Protagonistin Anna in eine ihr bis dahin völlig unbekannte Welt katapultiert wird. Anna ist für meinen Geschmack etwas zu gut mit der Situation klargekommen, denn ich glaube ich wäre in ihrer Situation bei weitem nicht so tough gewesen wie sie.

Schon bald trifft Anna auf Nick, einen weiteren Protagonisten, der im Laufe der Geschichte eine recht große Rolle als Figur einnimmt. Ihn mochte ich recht gerne, auch wenn ich gefühlt eine sehr lange Zeit nicht wirklich was über ihn erfahren habe. Trotzdem war er mir sympathisch und ich fand es schön, wie er und Anna in verschiedensten Situationen miteinander interagiert haben.

Im Laufe der Geschichte kamen dann auch noch einige weitere Figuren dazu, die der Handlung nochmal frischen Wind gegeben haben. Diese Dynamiken liebe ich in Geschichten ja. Eine Gruppe von Charakteren, die alle sehr individuell sind und mit denen sich die anderen irgendwie arrangieren müssen. Hier hätte es meiner Meinung nach gerade im Mittelteil noch viel Potential für spannende Nebenhandlungsstränge gegeben, die die gesamte Story weiter ausgefüllt und auch mit deutlich mehr Action versehen hätte. Das habe ich im Mittelteil echt vermisst, gerade auch weil das Setting der Geschichte mit einer komplett fremden Umgebung in der Wüste, Ruinen und verfallene Gebäude einfach so viel hergegeben hat. Hier hätte man noch deutlich mehr aus der Geschichte rausholen können.

Zum Ende hin wurde die Geschichte dann aber zum Glück noch einmal spannend, und es gab einen Cliffhanger, mit dem ich allerdings gut leben konnte. Ob ich Band 2 lesen werde weiß ich noch nicht genau.


Eine solide Fantasygeschichte für zwischendurch, die meiner Meinung nach noch deutlich mehr Potential gehabt hätte. Insbesondere die durchaus interessanten Nebencharaktere wären da ein guter Ansatzpunkt gewesen um die Story noch mehr mit Handlung und Action zu füllen.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina




21. Februar 2019

Rezension zu „Games of flames (Phönixschwestern 1)“ von Nina MacKay

Clanrivalität unter Phönixen


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Impress Verlag
Titel: Games of flames (Phönixschwestern 1)
Autorin: Nina MacKay
Seiten: 480 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Carlsen Impress Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Die Zwillinge Pandora und Aspyn haben es als Nachkommen einer der letzten acht Phönixfamilien der Welt nicht gerade leicht. Vor allem diese ständige spontane Selbstentzündung droht ihre flammende Identität an der Highschool zu entlarven. Und dass sich Pandora bei der Krönung des Phönix-Oberhauptes ausgerechnet in den umwerfenden, jungen Thronerben verliebt, macht ihr Leben auch nicht gerade weniger kompliziert. Denn die anderen sieben Familien zweifeln nicht nur an Daryans Recht auf den Phönixthron, die Schwestern sind bereits den mächtigsten Phönixmännern zweier anderer Clans versprochen. Und plötzlich befinden sie sich mitten in einem Netz bitterböser Intrigen…“
(Quelle: https://www.carlsen.de/epub/games-of-flames-phoenixschwestern-1/95180 )


*Eine super coole Geschichte, die mich aufgrund der Protagonistinnen aber nicht ganz erreichen konnte*

Neugierig durch das wunderschöne Cover und den Klapptext war ich sehr gespannt, was mich für Intrigen in der Welt der Phönixfamilien erwarten würde.

Die Grundidee mit den verschiedenen Clans der Phönixe und den Gaben, die sich entwickeln ist echt super. Die Komplexität der Strukturen fand ich beim Lesen total angenehm, da sie gut und verständlich erklärt werden. An dieser Stelle zeiget sich für mich, dass sich die Autorin viele Gedanken gemacht hat, um ein stabiles Grundgerüst der Geschichte aufzubauen, ohne den Lesenden zu überfordern. Das hat mir richtig gut gefallen.
Der Schreibstil ist flüssig, sodass man in der Geschichte zügig voran kommt. Es gibt schöne und zum Teil lustige Dialoge, gerade zwischen den beiden Schwestern Pandora und Aspyn, dir immer wieder für Auflockerungen gesorgt haben. Mir haben, was den Schreibstil angeht, stellenweise noch einzelne Beschreibungen der Situationen und Handlungsorte gefehlt, damit in meinem Kopf letztendlich ein Kopfkino entstehen konnte.

Die große Schwachstelle in dieser Geschichte liegt für mich in den Charakterzügen der beiden Protagonistinnen Pandora und Aspyn. Ich fand die beiden Mädchen zunächst gut skizziert. Sie sind beide sehr unterschiedlich vom Charakter, was für mich ein bisschen zu überzeichnet vermittelt wurde. Es wirkte so, als müsste das unbedingt sehr offensichtlich für den Lesenden sein und durch mehrfache Wiederholungen deutlich gemacht werden. Ansonsten waren die Mädchen mir aber sehr sympathisch.
Was mich an ihnen ziemlich gestört hat, war die offensichtliche charakterliche Schwäche, die beide aufgewiesen haben. Ihre Oma hat sie so untergebuttert und sie haben sich das immer schön geredet. Das machte die beiden Schwestern für mich zu sehr nervigen Personen, denn ich kann es nicht leiden, wenn Charaktere aus meiner Sicht nicht mal in Ansätzen Stärke zeigen, selbstständig agieren und für sich entscheiden, was für sie das Beste ist. Für mich hat das dazu geführt, dass ich an der Geschichte nicht so viel Freude hatte, wie es hätte sein können. Dieses „genervt von den Protagonistinnen sein“ hat leider alles beim Lesen überdeckt. Mit solchen Figuren, die ich am liebsten permanent schütteln möchte, fühle ich mich nicht verbunden und fiebere dementsprechend auch nicht richtig mit.

Der Geschichte war von der Handlung an sich aber sehr gut durchdacht und hatte einige gut positionierte Spannungsmomente, die ich nicht ungenannt lassen möchte.


Die Geschichte war von der Idee und der formulierten Umsetzung her top, leider haben die beiden Protagonistinnen mir aber schon recht früh die Leselust getrübt, weil sie für mich persönlich zu charakterschwach waren. Sie konnten sich nicht gegen Andere behaupten und haben nahezu immer das getan, was von ihnen verlangt wurde. Abgesehen davon fand ich die Geschichte vom Ablauf her aber ganz gut.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!


Lest fleißig,
eure Sabrina



31. Januar 2019

Rezension zu „Die Saphirtür“ von Stefanie Lasthaus

Sei der Schlüssel um Träume zu öffnen… 

© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Heyne Verlag
Titel: Die Saphirtür
Autorin: Stefanie Lasthaus
Seiten: 496 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Randomhouse Gruppe und insbesondere dem Heyne Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Als die hübsche Isla Hall eine Stelle als Privatlehrerin im exklusiven Silverton House antritt, ahnt sie noch nicht, dass sich ihr Leben für immer verändern wird. Eines Tages nämlich vertraut ihr Schützling, die sechsjährige Ruby, ihr an, dass sie nicht träumen kann, Islas eigene Träume sind dagegen ungeheuer intensiv und verstörend, seit sie bei der Familie lebt. Gemeinsam mit Rubys attraktivem Bruder Jeremy versucht Isla, dem Geheimnis von Silverton House auf die Spur zu kommen und entdeckt dabei ein Portal, das in eine magische Welt führt ...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Saphirtuer/Stefanie-Lasthaus/Heyne/e530615.rhd )


*Klingt komisch, aber der Schreibstil ist mir zu schön* 

Ein Mädchen ohne Träume, ein vornehmes Herrenhaus und ein magisches Portal, das klang für mich schon beim Lesen des Klappentextes einfach super. Auch die Optik des Covers hat für mich gestimmt und mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht.

Was mir direkt nach den ersten paar Seiten aufgefallen ist, ist der außergewöhnlich malerisch beschreibende Schreibstil. Der hat mich schon ziemlich beeindruckt, wenngleich sich auch bei mir schon kleine Zweifel hegten, ob dieser Stil wohl zu der Geschichte passen würde. Die Grundidee der Geschichte, nämlich dass es eine Tür in Welt der Träume gibt und dort in dieser Welt allerlei wundersame Dinge vor sich gehen fand ich wirklich toll. Es hatte ein kleines bisschen was von Alice im Wunderland, nur viel mystischer. Das hat mir echt gut gefallen. Ich wollte auch gerne wissen, warum die kleine und wie ich finde zuckersüße Ruby nicht träumen kann und habe sehr darauf gehofft, dass sich die Protagonistin Isla mit ganzem Herzen und vollem Elan dieses Rätsels annimmt. Und das hat sie dann auch getan, indem sie trotz ihrer Sympathie auch ihre kämpferische Seite gezeigt hat, was ich wirklich richtig toll fand. Auch die anderen Figuren in dieser Geschichte waren klasse. Die Autorin hat hier wirklich viel Wert darauf gelegt, ihnen ganz unterschiedliche Charaktere zuzuweisen. Man hat die Vornehmlichkeit von Rubys Eltern ebenso deutlich beim Lesen gemerkt wie Rubys ruhige und sehr sympathische Art oder Hannahs burschikoses Wesen. Hier kam der Schreibstil wirklich gut zum Tragen, denn diese verschiedenen Charakterzüge sind einfach toll herausgearbeitet worden.

Warum sprudele ich jetzt also nicht vor Begeisterung über? Es klingt vielleicht komisch, aber auch das liegt am Schreibstil. Denn für meinen Geschmack kam er zwar den Charakteren und den Settings sehr zu Gute, um sich alles detailgenau vorzustellen, es hemmte allerdings für mich den Verlauf der Geschichte in einem enormen Maß. Es gab zum Teil Situationen die auf zig Seiten beschrieben wurden, ohne das großartig Handlungen dabei passiert sind. Die Beschreibungen waren hier zu ausladend, sodass ich beim Lesen oft das Gefühl hatte auf der Stelle zu treten und nicht voran zu kommen. Und das hat für mich eben die gesamte Dynamik gehemmt und das komplette Tempo und für meinen Geschmack auch einen Großteil der Spannung aus der Geschichte genommen. Oft kam bei mir die Frage auf: Wann passiert denn endlich mal wieder was? Wann wird es endlich mal wieder spannend? 
Die Handlung nahm erst in den letzten Kapiteln wieder etwas Fahrt auf, aber das war dann für mich angesichts der Dicke des Buches einfach zu spät. Auch das Ende hat mich irgendwie nicht so ganz zufrieden gestellt, auch wenn es zur Geschichte passt. 

Wer auf außergewöhnlich schöne Schreibstile steht, wird diese Geschichte lieben! Die Charaktere waren wirklich toll skizziert und auch die der Handlung zugrunde liegende Idee ist wirklich innovativ. Für mich hatte die Geschichte allerdings zu viele Längen, sodass ich nicht wirklich mitgefiebert habe und mich die Geschichte insgesamt nicht wirklich abholen konnte. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina