4. März 2020

Rezension zu „Blackbird“ von Anna Carey

So viele Fragen und so wenige Antworten… 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Blackbird
Autorin: Anna Carey
Seiten: 350 Seiten
Genre: Jugendthriller
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Klappentext: 

„Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/ebook/Blackbird/Anna-Carey/cbj-Jugendbuecher/e462237.rhd)


* Du erinnerst dich an nichts…- Äh, okay?!* 

Grundsätzlich war ich auf dieses Buch ziemlich neugierig, denn mich erinnerte das Setting entfernt an „Blindspot“, einer meiner absoluten Lieblingsserien. Es klingt auf jeden Fall nach einer Menge Rätsel und Spannung und ich war neugierig, mehr über dieses Mädchen zu erfahren.

Dann kam für mich persönlich direkt schon auf den ersten paar Seiten ein ziemlicher Klopper: Die Erzählperspektive in der „Du-Form“. Ich denke hier scheiden sich die Geister. Entweder man findet das richtig gut und kann sich total gut in die Situationen hineinversetzen, weil man als Leser in die scheinbar agierende Handlungsrolle versetzt wird. „Du kannst dich an nichts erinnern“, „Du schaust dich um und rennst los.“ Oder man gehört zu der Sorte Menschen die damit absolut nichts anfangen können, wozu dann übrigens auch ich gehöre.

Bei mir ist es bei Büchern ja generell so, dass ich mich immer tierisch aufrege wenn Figuren für mich nicht nachvollziehbare Dinge tun, merkwürdige Gedankengänge haben oder an wichtige Dinge, die sehr offensichtlich sind, eben nicht denken. Jetzt plötzlich in dieser eben vermeintlichen aktiven Handlungsrolle zu sein und dann aber doch den vorgegebenen Gedankensträngen, nämlich den Geschriebenen zu folgen, widerstrebte mir beim Lesen einfach. Auf diese Weise habe ich eine große Distanz zur Hauptfigur entwickelt, weil ich super oft beim Lesen innerlich protestiert habe: „Nein, so würde ich jetzt nicht denken, nein, ich würde das jetzt anders machen!“

Hier habe ich für mich gemerkt, wie viel so eine Perspektive doch ausmachen kann und auch wo der Unterschied zwischen der „Ich“- und der „Du“- Perspektive liegt. Denn ein du tust dies und jenes hat für mich immer ein Gefühl von Fremdbestimmung. Wäre es „Ich kann mich an nichts erinnern“, „Ich schaue mich um und renne los.“, dann fände ich manche Handlungen vielleicht immer noch unlogisch, aber ich kann da deutlich besser mit umgehen und mich der Figur auch trotz der Unstimmigkeiten sehr nahe fühlen, weil ich in dieser Perspektive diese Handlungen aus scheinbar eigener Überzeugung heraus tu.

Worauf will ich hinaus? Nun, für mich ist durch die Wahl der Perspektive und die Erzählweise die eigentliche Geschichte einfach total in den Hintergrund gerückt. Ich konnte mich nicht richtig fallen lassen und mitfiebern, auch wenn ich die Handlung als solche in der Rückschau wirklich spannend und echt gut finde. Genauso konnte ich mit den Charakteren im Buch nicht wirklich warm werden, was vielleicht dem geschuldet war, dass ich mich bewusst viel zu sehr mit den Handlungen und Logiken der Hauptfigur auseinandergesetzt habe. Ich könnte jetzt noch nicht einmal mit bestimmter Sicherheit sagen, wie die Figuren hießen. Nur an Ben kann ich mich noch erinnern. Er war mir direkt sympathisch, vielleicht auch, weil er nicht ich war. Ich fand ihn interessant, weil er so geheimnisvoll war.

Nichtsdestotrotz muss ich hier noch einmal festhalten, dass sowohl die Idee der Geschichte, als auch die Handlung wirklich spannend war und auch jede Menge Nervenkitzel mitgebracht hat. Und auch der Schreibstil hat mir insofern gefallen, dass sich die Geschichte sehr gut und flüssig lesen ließ, wenn man sich drauf einlassen konnte.


Dieses Buch ist wirklich reine Geschmackssache. Ich sehe es als interessantes Experiment, um sich selbst noch einmal bewusst zu machen, was verschiedene Erzählperspektiven so ausmachen können. Von der Handlung an sich war ich beim Lesen sehr angetan, denn es gab viel Spannung und Action. Ich konnte mich einfach nur nicht zu hundert Prozent drauf einlassen. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

 


Lest fleißig, 
eure Sabrina 



3. März 2020

Rezension zu „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg

Pure bunte Lebensfreude! 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag
Titel: Das Blubbern von Glück
Autorin: Barry Jonsberg
Seiten: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: HC
Band einer Reihe: Nein


Klappentext: 
Hier kommt Candice Phee! 12 Jahre alt, wunderbar ehrlich und ein bisschen ... anders. Und auch wenn viele sie nicht auf Anhieb verstehen – Candice hat ein riesiges Herz. Sie ist entschlossen, die Welt glücklich zu machen. Nur leider ist das gar nicht so einfach ... Denn wohin Candice auch sieht – an jeder Ecke lauert das Unglück. In ihrer Familie, die früher vor Glück geblubbert hat, spinnt sich neuerdings jeder in seinem eigenen Leid ein. Ihr superkluger Freund Douglas Benson versucht seit Langem vergeblich, in eine andere Dimension zu reisen. Und ihr Haustier, Erdferkel Fisch, hat womöglich eine ernsthafte Identitätskrise. Candice macht sich ans Wunderwerk, um jedem Einzelnen von ihnen zu helfen. Und wie sie das schafft und zum Schluss wirklich jeder um sie herum ein dickes Stück glücklicher ist, das ist das Allerwunderbarste an ihrer Geschichte. (Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Blubbern-von-Glueck/Barry-Jonsberg/cbj-Kinderbuecher/e489334.rhd


*Candice hat es geschafft, auch mich ein Stück glücklicher zu machen* 

Ich habe selten einen Klappentext gelesen, der ein Buch wirklich so gut beschreibt wie der von diesem Buch. Denn dieses ist wirklich auf eine wunderbare Weise absolut genial. Wir begleiten in diesem Buch die 12 jährige quirlige Protagonistin Candice Phee, die mit ihren autistischen Zügen ab und zu in ihrer Umwelt aneckt, und in der ihre Handlungen und Ideen nicht von jedem nachvollzogen werden können. Candice liest in ihrer Freizeit Lexika und ich manchmal für den Geschmack ihrer Mitmenschen einfach zu ehrlich. Candice lässt sich von den Meinungen der anderen Menschen aber nicht unterkriegen, denn ganz im Gegenteil: Sie sprüht nur so vor lauter Energie und Lebensfreude und geht mit vollem Elan an ihre Aufgabe, den Menschen in ihrem Umfeld zu helfen und sie dadurch wieder ein Stück glücklicher zu machen. In einem von A-Z gegliederten Schulaufsatz erzählt Candice in diesem Zusammenhang von ihrer Familie und ihrem Leben. Dabei zeigt die super sympathische Candice dem Lesenden wundervolle neue Sichtweisen auf Dinge und Phänomene im Leben, die mir sehr gut gefallen haben. Denn wie oft stecken wir in unseren Denkmustern fest, sagen Dinge wie „Das kann doch so gar nicht funktionieren, das ist unlogisch.“ und vergessen, wie vielseitig Dinge betrachtet werden können. Das hat mir Candice beim Lesen ein ums andere Mal wieder ins Gedächtnis gerufen. Denn auch wenn nicht immer alles bei ihrer Mission, ihre Eltern, ihren reichen Onkel Brian, ihre Brieffreundin Danielle, ihren Fisch Erdferkel-Fisch und ihren besten Freund Douglas Benson aus einer anderen Dimension zu ihrem Glück zu verhelfen glatt geht, so gibt Candice nicht auf. Und das finde ich echt super an ihr.

Auch die anderen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Hier hat der Autor sein großes Können sehr deutlich gezeigt, weil er so liebenswerte, verrückte und facettenreiche Charaktere erschaffen, die die Geschichte mit unfassbar viel Leben füllen und sie bunt machen. Genauso wie die Emotionen im Buch, die auch unheimlich bunt sind. Da gibt es farbenfrohe Kapitel in denen man herzlich auflacht und auch wiederum ein paar graue Kapitel, in denen es ernster und tiefgründiger wird. Auch hier ist die Mischung wirklich gut dosiert, sodass der Lesende am Ende zum Nachdenken angeregt wird, aber vor allem auch eine Vielzahl an Gefühlen beim Lesen spürt. Die Themen innerhalb der Kapitel waren mal lustig, leicht und locker, mal philosophisch und ernst. Eine sehr gelungene Mischung!

Der Schreibstil lässt sich an dieser Stelle für mich ebenfalls am besten mit dem Wort bunt beschreiben. Die Gedanken von Candice wurden so schillernd beschrieben, dass man direkt in Candice Kopf eintauchen und sie sehr gut nachvollziehen konnte. Die Wörter waren so treffend gewählt, das sie einerseits für ein 12 jähriges Mädchen sehr authentisch waren, und andererseits doch gezeigt haben, dass Candice doch irgendwie ein bisschen anders denkt.

Eine unheimlich schöne, bunte Geschichte, die nur so vor positiven Emotionen blubbert, sodass ich als Lesende am Ende der Geschichte ein ganzes Stück glücklicher und auch ein kleines bisschen weiser geworden bin. Denn Candice hat mir nochmal gezeigt, dass es viele Betrachtungsweisen gibt und es manchmal echt gut tut, seinen Blickwinkel einfach mal zu verändern. Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung von mir! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    


Lest fleißig, 
eure Sabrina


4. Januar 2020

Rezension zu „Secret Keepers – Zeit der Späher“ von Trenton Lee Stewart

Die Zeit der Späher ist gekommen… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Thienemann Esslinger Verlag
Titel: Secret Keepers- Zeit der Späher

Autor*in: Trenton Lee Stewart
Seiten: 304 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und dem Thienemann Esslinger Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„In Rubens Heimatstadt herrscht der Schatten, ein mysteriöser und boshafter Mann. Seine Späher kontrollieren alles und jeden. Sie haben es auch auf die geheimnisvolle Taschenuhr abgesehen, die Ruben gefunden hat. Wenn man sie auf genau zwölf Uhr stellt und aufzieht, wird ihr Träger unsichtbar. Ruben macht sich das zunutze und verfolgt eine Spur bis zum Leuchtturm Point William. Dort lernt er Penny kennen, mit der er sich auf Schatzsuche in den alten Schmugglertunneln begibt. Doch sie finden keinen Schatz, sondern erfahren etwas viel Unglaublicheres: Es gibt noch eine zweite Uhr, und wer beide Uhren besitzt, kann nichts Geringeres als Unsterblichkeit erlangen. Ruben wird mit einem Schlag klar, wer im Besitz der zweiten Uhr sein muss.“ (Quelle: https://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/secret-keepers-zeit-der-spaeher-isbn-978-3-522-18496-0/ )


 
*Leider ist der Klappentext zu inhaltlich* 

Als großer Fan von spannenden Geschichten für jüngere Lesende war ich sehr neugierig auf Secret Keepers. Ich fand die Idee, dass eine Stadt von einem mysteriösen Schatten-Mann beherrscht wird total spannend. Und wer möchte nicht gerne einen Gegenstand finden, mit dem man plötzlich unsichtbar sein kann? Ich war jedenfalls nach dem Lesen des Klappentextes wirklich gespannt, was mich in der Geschichte so erwarten würde.

Ich kam mit dem Schreibstil nach einer kurzen Einfindungsphase ziemlich gut zurecht und fand die Stadt New Umbra sehr atmosphärisch beschrieben, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte. Auch mit dem Protagonisten Ruben kam ich an sich gut zurecht. Womit ich allerdings insgesamt Probleme hatte, war die fehlende Tiefe, sowohl beim World Building, als auch bei den Figuren. Als Lesende habe ich bis zum Ende die Welt, in der Ruben sich bewegt, nicht wirklich begreifen können. Der Schattenmann und die Umstände, warum es in New Umbra jetzt so ist, wie es ist, wurden nicht wirklich erläutert.

Auch der Protagonist Ruben war für mich durchweg ein sehr blasser Charakter, den ich zwar während der Geschichte begleitet, aber nicht wirklich kennengelernt habe. Er war mir nicht sonderlich sympathisch, sodass sich bei mir das mitfiebern in Grenzen hielt. Zumal es auch leider nicht wirklich viel zum mitfiebern gab. Das ist die größte Kritik, die ich an dieser Geschichte habe. Es passiert zum einen über eine sehr lange Zeit nur sehr wenig, sodass sich das Lesen als ziemlich langatmig gestaltete und zum anderen kannte ich die Handlung bereits zu einem erheblichen Teil aus dem Klappentext. Das hat mich wirklich enttäuscht, da ich keinerlei Überraschungen erlebt habe und das erwarte ich bei einem Jugendbuch schon irgendwie.

Was mich dann ganz zum Schluss noch einmal recht sprachlos gemacht hat, war das Ende, das komplett in der Mitte von der gerade erst entstandenen Handlung lag. So etwas habe ich vorher bei einem Buch noch nicht erlebt. Also Cliffhanger ja, aber dann ist dem auch immer eine Menge Spannung und Handlung vorangegangen und nicht, wenn vorher einfach fast gar nichts passiert ist.


Die grundlegende Idee sowie der Schreibstil haben mir bei dieser Geschichte sehr gut gefallen. Inhaltlich war die Handlung mir persönlich allerdings leider viel zu undynamisch, zu blass und oberflächlich und an vielen Stellen zu langatmig. Auch der spoilerhafte Klappentext und das gewählte Ende mitten in der Geschichte fand ich sehr unglücklich, sodass mich dieses Buch leider nicht von sich überzeugen konnte. 

Ich vergebe 2 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 




6. November 2019

Rezension zu „Die Schönste im ganzen Land“ von Serena Valentino

Spieglein, Spieglein an der Wand… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Die Schönste im ganzen Land
Autorin: Serena Valentino
Seiten: 224
Genre: Jugendbuch, Märchen
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Das Märchen von Schneewittchen und ihrer bösen Stiefmutter ist weltbekannt. Nicht bekannt ist hingegen, warum die Königin in ihrem Wesen so böse geworden war. Immer schon gab es viele Vermutungen: weil sie die Schönheit der Stieftochter nicht ertrug. Oder weil sie eifersüchtig auf die verstorbene, erste Frau des Königs war? In diesem Märchen werden erstmals die wahren Gründe erzählt...“ (Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/disney-villains-1-die-schoenste-im-ganzen-land/102007)

* Wie aus Figuren Disney-Bösewichte wurden* 

Die Vorgeschichten zu den Disney-Bösewichten, das ist wohl der Traum eines jeden Disney Fans. Ich war auf jeden Fall direkt super neugierig auf die Geschichten und insbesondere auf die von Schneewittchen, da dieser Disney-Klassiker neben Dornröschen bei mir in der Kindheit auf Dauerschleife durch den Videorekorder lief.

Die Cover dieser Reihe finde ich unglaublich schön. Sie sind alle zwar schlicht und düster gehalten, aber gerade kreiert für mich schon vor dem Lesen eine besondere Atmosphäre.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht schnell gelungen, auch wenn ich so meinem Probleme mit dem Schreibstil hatte. Ich kam mit dieser Mischung aus Märchen- und moderner Sprache einfach nicht so gut zurecht. Da hätte ich lieber etwas einheitlicheres gelesen.

Von der Geschichte habe vor Beginn des Lesens nicht so viel erwartet, da ich die Grundlage der Geschichte einfach schon kannte. Ich wurde in dieser Hinsicht dann beim Lesen auch weder überrascht noch enttäuscht, denn ich habe genau das bekommen, was ich bereits erwartet habe. Nämlich die Geschichte von Schneewittchen aus der Sicht der bösen Königin. 
Was ich an der Handlung hier ein bisschen schade fand, war die Langatmigkeit, die in vielen Szenen gesteckt hat, und dass bei Szenen, die ich nicht unbedingt als notwendig für die Handlung ansehen würde. Ein etwas höheres Erzähltempo hätte da der Geschichte vielleicht ganz gut getan. Dennoch fand ich es wirklich schön, mal wieder in einen alten Disney-Klassiker einzutauchen und die märchenhafte Stimmung im Buch einfach wie damals als Kind zu genießen.

Die Handlung war sehr nah am Disneyfilm angebunden und gut durchdacht, sodass ich gut nachvollziehen konnte, wie sich die Königin als Charakter entwickelt hat und warum sie am Ende so geworden ist, wie wir sie aus dem Original kennen. Hier wäre ich gerne irgendwie noch ein bisschen mehr überrascht worden und hätte noch mehr Neues erfahren, aber so war es auch in Ordnung. Dafür hatten mehrere andere Disneyfiguren ihre kleinen Nebenrollen, was ich nicht erwartet aber richtig süß fand. Es rundet die Disney-Welt einfach noch mehr ab und macht sie zu einem kleinen eigenen Universum, wo die Geschichten miteinander interagieren und nicht bloß nebeneinander bestehen.

Eine wirklich schöne und gut durchdachte Vorgeschichte zu dem Disney-Klassiker Schneewittchen, die eng an den Disney Film angebunden ist. Auch wenn es nicht viel Neues gab kann ich dieses Buch dennoch jedem Disney-Fan empfehlen. 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina

5. November 2019

Rezension zu „Das Labyrinth des Faun“ von Cornelia Funke und Guillermo del Toro

Traust du dich hinein, ins dunkle Labyrinth des Faun? 




© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer Verlag
Titel: Das Labyrinth des Faun
Autorin: Cornelia Funke und Guillermo del Toro
Seiten: 320 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/cornelia_funke_guillermo_del_toro_das_labyrinth_des_fauns/9783737356664


*Konnte leider nicht an den Film herankommen* 

Als ich gehört habe, dass der Film „Pans Labyrinth“ eine Buchadaption bekommt schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Das eine war äußerst interessiert, gerade auch weil Cornelia Funke und Guillermo del Toro als weltbekannte Autoren sich des Projektes angenommen haben. Doch gleichzeitig schlug mein anderes Herz einen Ton voller Skepsis an, da der Film einfach super düster ist und eine besondere Atmosphäre beim Schauen vermittelt, die einmalig ist. Ob das wohl im Buch auch so rüberkommen würde? Ich habe mich überraschen lassen.

Das Cover des Buches hat mir auf jeden Fall echt richtig gut gefallen. Es wirkt düster und zeigt Ofelia als Protagonistin, sowie einige bezeichnende Elemente aus der Geschichte. Besonders diejenigen, die den Film kennen, haben hier direkt die ersten Anhaltspunkte für Erinnerungen. Auch zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar illustrierte Seiten, die das Buch für mich noch einmal interessanter gemacht haben.

Die ersten Seiten des Buches waren für mich gut zu lesen, auch wenn ich den Schreibstil jetzt nicht Funke hätte zuordnen können. Die Sätze ließen sich allesamt gut lesen und es gab ausreichend Beschreibungen, um sich die Szenen vorzustellen. Allerdgins habe ich hier diese malerische und skizzierende Wortwahl vermisst, mit denen Funke sonst ihre Bücher zum Leben erweckt. Einzig die Szenen im Labyrinth und im Wald haben hier bei mir ein Kopfkino ausgelöst.

Es entstand für mich an dieser Stelle zudem das von mir zuvor bereits befürchtete Problem mit der Atmosphäre. Das Buch war von Anfang an sehr düster und bedrückend, doch so wirklich konnte mich diese Stimmung beim Lesen nicht erreichen, auch wenn die Zeit, zu der die Geschichte spielt dies durchaus hergibt. Da hatte die Filmvorlage bei mir einfach deutlich mehr ausgelöst.

Ansonsten finde ich aber die Verschriftlichung der Handlungen im Film gut gelungen. Ich konnte der Geschichte gut folgen und auch die unterschiedlichen Perspektiven kamen bei mir sehr gut an. Als Leser hat man alle wichtigen Schlüsselszenen wiedergefunden und konnte am Ende alle Handlungsstränge zu einer runden Geschichte vereinen.

Besonders die Hauptgeschichte rund um Ofelia fand ich spannend. Dieses Mädchen musste wirklich sehr viel mitmachen und hat sich für mich im Laufe der Geschichte auch in gewisser Weise entwickelt. Sie musste schwierige Entscheidungen treffen und mit diesen leben und beängstigende und unschöne Situationen meistern.

In Bezug auf Ofelia und auch die anderen Charaktere als Buchfiguren bin ich allerdings leider auch eher enttäuscht. Ich habe mich dem kleinen Mädchen einfach nicht nahe gefühlt und kam ihr auch im Laufe der Geschichte nicht näher. Diese Distanz hielt mein Mitfiebern dementsprechend leider auch in Grenzen. 

Meist ist es ja so, dass die Buchvorlage um Längen besser ist, als der Film. In diesem Fall ist es auch so, aber halt für den Film. An die Filmvorlage kommt das Buch leider nicht an. Für mich kam einfach die Atmosphäre nicht genug rüber. Und gerade das hätte ich den beiden Autoren durchaus zugetraut. Trotzdem ist es an sich eine solide Geschichte, die eine interessante Story und interessante Erzählperspektiven aufweist. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 


2. Oktober 2019

Rezension zu „Das Biest in ihm“ von Serena Valentino

Wie der Prinz zum Biest wurde… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Das Biest in ihm
Autorin: Serena Valentino
Seiten: 224
Genre: Jugendbuch, Märchen
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 2


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: „Wie wurde aus dem schönen Prinzen das furchterregende Monster? Das Märchen von der Schönen und dem Biest kennen alle. Warum jedoch verändert sich der von seinem Volk einst so geliebte Prinz zu einem verbitterten, zurückgezogen lebenden Biest? Sein königlich vergoldetes Leben in Prunk und Schönheit zerfällt und er wird zutiefst böse - zu seinem eigenen Leid. In dieser Geschichte wird das Märchen erstmals aus Sicht des Prinzen erzählt.“ (Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/das-biest-in-ihm/101994

*Weniger neue Infos als erhofft* 


Bereits als Kind habe ich Disneyfilme geliebt und schaue sie auch heute immer noch liebend gerne. Gerade die bösen Charaktere fand ich damals schon immer sehr interessant, weil sie den Geschichten erst so richtig Spannung verliehen haben. Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich auf die Bücher der „Disneys Villains“ gefreut habe und wie gespannt ich war, die Hintergrundgeschichten der Bösewichte zu erfahren.

Gestartet habe ich also mit dem Biest aus die Schöne und das Biest, auch wenn das Biest für mich persönlich jetzt nicht der klassische Disney-Bösewicht ist. 

Die Idee hinter dieses Büchern besteht ja darin, dem Lesenden nahezubringen, warum die Charakterzüger der Bösewichte so „böse“ sind. Und genau hier habe ich auch von Anfang an die größte Skepsis beim Biest gehabt, weil der Originalfilm die Hintergrundgeschichte des Biestes ja bereits grob beleuchtet und erklärt, wie der Prinz zum Biest wurde. Diese Filmvorlage zeigte sich beim Lesen leider, wie erwartet, auch sehr stark im Verlauf der Geschichte, sodass mir das meiste aus der Geschichte bereits bekannt war und es für mich bis auf wenige Details auch nicht wirklich etwas Neues gab.
Gut gemacht fand ich die Geschichte er drei merkwürdigen Feenschwestern, die scheinbar überall ihre Finger mit im Spiel haben und die Freundschaft des Prinzen zu Gaston als neue Elemente der Geschichte. Von solchen Details hätte ich gerne noch mehr Ausschmückungen gehabt. Auch die Charaktere hätten für mich noch näher beleuchtet werden können, sodass man noch mehr Facetten von ihnen kennen lernen kann.
Der Schreibstil war sehr flüssig und einfach, sodass sich das Buch sehr gut lesen ließ.




Als Auftaktband der Reihe hätte ich mir einen eher unbekannten Charakter gewünscht, von dem man die Vorgeschichte noch nicht kennt. Denn so gab es für mich nur wenig Neues zu entdecken, was aber denke ich in den anderen Bänden anders sein wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Geschichten bei den anderen Bösewichten gestalten. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 



  

Lest fleißig, 
eure Sabrina