23. September 2022

Rezension zu „Der Regenbogenfisch glaubt nicht alles“ von Marcus Pfister

Glaub nicht alles, was man dir erzählt



© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Nord Süd Verlag
Titel: Der Regenbogenfisch glaub nicht alles
Autor: Marcus Pfister
Seiten: 32 Seiten
Genre: Kinderbuch
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Vorablesen und insbesondere dem Nord Süd Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
"Im Schwarm des Regenbogenfischs sorgt der Fisch Humbrecht gehörig für Unruhe. Er behauptet, am Meeresgrund befinde sich ein Stöpsel, der verhindert, dass das Wasser abfließt. Nun gäbe es aber einen fiesen Typ, der den Stöpsel ziehen wolle. Dann würden alle Fische auf dem Trockenen liegen.
Lügengeschichten dieser Art können Angst machen und zu Streit führen. Der Regenbogenfisch stellt Humbrecht zur Rede und erklärt ihm seine Idee: Das Talent, schillernde Geschichten zu erzählen, kann doch ganz anders genutzt werden! So wird Humbrecht mit der Hilfe des Regenbogenfischs zum freundlichsten Fisch im Schwarm, der alle mit seinen fantasievollen Geschichten unterhalten kann.“ (Quelle: https://nord-sued.com/programm/der-regenbogenfisch-glaubt-nicht-alles/ )

Ich habe mich riesig darauf gefreut, mal wieder in eine Welt aus meiner Kindheit einzutauchen und den Regenbogenfisch bei einem seiner neuen Abenteuer zu begleiten. Die Bilder sind wiedermal super liebevoll gestaltet und unverkennbar aus dem Regenbogen Universum. Besonders die einzelnen Glitzerschuppen, die sich auf den Bildern abheben und an das allererste Abenteuer des bunten schillernden Fisches erinnern, haben bei mir pure Freude vor lauter Nostalgie ausgelöst.
Auch die Handlung der Geschichte konnte mich von sich überzeugen. 
Es geht dieses Mal um einen Fisch, der auf den Schwarm des Regenbogenfisches trifft und jede Menge Lügengeschichten erzählt. Hier sehen die Kinder, die dieses Buch lesen direkt anhand der Zeichnungen, wie überzogen diese Geschichten sind. Auf diese Weise lernen die Kinder, dass man Dinge durchaus hinterfragen sollte, bevor man alles glaubt, was einem erzählt wird. 
Den Kindern wird aber auch vermittelt, dass man einander verzeihen kann, und das man durch Veränderungen eine negative Eigenschaft zu einer positiven werden lassen kann.
Hier hätte mir die Botschaft zwar noch ein bisschen eindeutiger und punktueller für die junge Zielgruppe herausgearbeitet sein können, aber insgesamt hat mir dieses Abenteuer vom Regenbogenfisch sehr gut gefallen!


Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina

8. September 2022

Rezension zu „Rubinmacht (Akademie der Magier 1)“ von Tanja Roullier

Wenn sich die Magie der Steine offenbart…


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Impress Carlsen Verlag
Titel: Rubinmacht
Autorin: Tanja Roullier
Seiten: 309 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: E- Book

Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem Impress Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Im magischen Reich Ellendria scheint das Leben einer mittellosen Waise wie Lyanna genau vorgezeichnet. Bei Stiefeltern aufgewachsen, rechnet sie damit, einen bescheidenen Beruf ergreifen und ein karges Leben führen zu müssen. Doch am Tag der Prüfung, die den Weg aller Jugendlichen in Ellendria bestimmt, kommt alles ganz anders. Lyanna offenbart als eine der wenigen »die Gabe«: Sie kann die Magie der Edelsteine lenken. Sofort schickt man sie an die Schule für Magie, wo sie ihr Talent zu beherrschen lernen soll. Doch hier, in der Gesellschaft von Adligen und Reichen, muss sich Lyanna erst noch beweisen. Als ihr ein folgenschwerer Fehler mit einem ihr anvertrauten Edelstein unterläuft, scheint alles verloren. Bis ihr der mysteriöse Cylon einen riskanten Handel vorschlägt …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/mobi/rubinmacht-akademie-der-magier-1/978-3-646-60767-3 )


Wenn ich dieses Buch spontan einsortieren müsste, würde ich sagen, dass es eine gute Geschichte für zwischendurch ist.

Was mir direkt in den ersten Kapiteln sehr gut gefallen hat, war der flüssige und lockere Schreibstil, sodass ich gut durch die Geschichte gekommen bin sowie das gut durchdachte, aber nicht zu komplexe Worldbuilding.

Die Handlung fängt sehr gemächlich an und braucht eine ganze Zeit, bis sie Fahrt aufnimmt.
Man hat dadurch genug Zeit, die Protagonistin Lyanna gut kennenzulernen. Ich mochte nur sie leider irgendwie von Anfang an nicht wirklich. Ich konnte keine richtige Nähe aufbauen und sympathisch war sie mir irgendwie auch nicht. Als sie dann auf die Akademie der Magier geht, verändert sie sich leider nicht zum Positiven, was ihre Charaktereigenschaften angeht. Das führte bei mir dazu, dass ich bis zum Ende hin nicht so viel mit ihr anfangen konnte.

Da gefielen mir die Kapitel aus der Sicht der anderen Figuren, Derren dem Minenarbeiter, Rhyara der Göttin und Nerundor dem Reisenden deutlich besser. Sie brachten ein bisschen Abwechslung in die Geschichte, was ich schön fand. Allerdings blieben auch diese Figuren mir zu oberflächlich skizziert. Hier hätte ich gerne noch mehr Bindung zu ihnen aufgebaut.

Insgesamt passierte mir innerhalb der Geschichte zu wenig, auch wenn durchaus gute Ansätze für spannende Momente vorhanden waren. Mir hat da allerdings dieses Kribbeln gefehlt und die innere Anspannung, dass ich immer wissen wollte wie es weitergeht. Hierzu gab es leider zu viele Längen, die die Handlung eher träge gemacht haben.

Das Ende hat mir nochmal sehr gut gefallen, und es macht definitiv neugierig auf den 2. Band, weil man das Gefühl bekommt, dass es jetzt erst so richtig losgeht.

Wer gerne eine leichte, magische Geschichte lesen möchte, sollte sich dieses Buch mal näher anschauen. Mir hat der Schreibstil und auch die Grundidee sowie das Setting der Story sehr gut gefallen. Mit den Figuren habe ich mich persönlich allerdings schwer getan, sodass ich immer eine gewisse Distanz zu ihnen hatte. Außerdem wäre hier spannungstechnisch noch einiges an Potential drin gewesen. Vielleicht kommt das ja in Band 2 verstärkt zum Ausdruck.


Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina



4. September 2022

Rezension zu „Der Chip“ von Manfred Theisen

Kann man einer KI wirklich trauen?


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag 
Titel: Der Chip
Autor: Manfred Theisen
Seiten: 224 Seiten
Genre: Dystopie
gelesenes Format: Taschenbuch
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal und dem cbt Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Berlin, in naher Zukunft. Die 15-jährige Kim, Tochter einer alleinerziehenden niederländischen Diplomatin, besucht das umstrittene Elite-Internat Galileo. Kameras und implantierte Chips übermitteln die Hirntätigkeit und Körperdaten aller Schüler an eine KI namens Brain. Presse und Politiker, die der Schule aus humanitären und Datenschutzgründen kritisch gegenüberstanden, sind verstummt. Der Erfolg gibt der Betreiberfirma BrainVision Recht. Dank der eingreifenden und regulierenden Funktion von Brain hat Galileo ausnahmslos Musterschüler. Doch dann geschieht das Unfassbare: Ein Schüler verunglückt – und ein anderer Schüler trägt die Schuld daran.“ (Quelle: https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Der-Chip/Manfred-Theisen/cbj-Jugendbuecher/e585577.rhd )


Was für ein spannender Klappentext! Ich bin ja generell immer ein Fan von solchen Internats-Settings, wo dann mysteriöse Dinge passieren. Das dann auch noch mit dem hochaktuellen Thema von einer Einführung einer künstlichen Intelligenz zu koppeln ist auf jeden Fall eine spannende Grundidee.

Der Einstieg in die Handlung ist mir nicht so leicht gefallen wie bei anderen Büchern. Es gab anfangs viele englische Begriffe und auch der Schreibstil an sich war für mich nicht so ganz rund. Es wurde vieles sehr direkt „erklärt“, ohne dass die Informationen in die Handlung eingebettet wurden. Auch an die Länge der Kapitel mit 50 Seiten musste ich mich erst gewöhnen, da ich ungerne mitten in einem Kapitel stoppe. Auch die Darstellung der Jugendlichen in diesem Buch war für mich eher schwierig anzunehmen, da hier viele unzeitgemäße stereotype Verhaltensweisen den Jugendlichen zugeschrieben wurden und auch die Redewendungen plump und unnatürlich wirkten.

Kommen wir zu den Charakteren. Die 15 jährige Kim wurde als Charakter gut eingeführt. Sie zeigt, dass sie einen eigenen Kopf hat, die Welt in der sie lebt hinterfragt und den Hang dazu hat, eine Träumerin zu sein. An sich war sie für mich erstmal auf den ersten Blick eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack.
Was mich aber ziemlich genervt hat, war diese blinde Liebe ihrem Loveinterest gegenüber. Dabei hatte er eine absolut ekelige Art an sich. Wie sie das tolerieren kann und auch bereit ist, alles für ihre Liebe zu tun, fand ich eher fragwürdig. Insgesamt wirkte dieses ganze Liebeskonstrukt in der Geschichte nicht wirklich glaubhaft. Dazu lief das Ganze zu sehr nebenher und stand in meinen Augen viel zu wenig im Fokus um es gut nachvollziehen zu können.

Die männlichen Figur Levin mochte ich von Anfang an sehr gerne. Er war mir auf Anhieb sympathisch. Julian mochte ich von seiner Art her einfach nicht und Kevin fand ich als Charakter ein bisschen blass. Insgesamt hätte ich mir hier viel mehr Dialoge gewünscht, die die Geschichte aufbauen und den Charakteren noch mehr Facetten geben.

Zum Verlauf der Geschichte ist mir vor allem im Kopf geblieben, dass ich es hier merkwürdig fand, dass viele Personen ganz sorglos der Auffassung sind, das eine KI Daten sensibel behandelt, sie regelmäßig löscht und nur für Optimierung und nicht für Kontrolle nutzt. Hier fand ich es zwar sehr gut dass Kim die Dinge hinterfragt hat, dennoch kam es mir bei ihr und auch den anderen Figuren insgesamt eher so vor, als haben alle inkonsistente Haltungen dem Chip und der KI gegenüber, treffen inkonsistente Aussagen und wechseln gefühlt innerhalb von Sekunden ihre Meinungen.

Was mir aber richtig gut gefallen hat, war der Schluss der Geschichte. Hier kam nochmal ein genialer Plot Twist, der am Ende für mich nochmal viel rausgerissen hat.

Das Ende hat es tatsächlich nochmal rausgerissen. Insgesamt habe ich aber nach wie vor einige Kritikpunkte. Die Geschichte wirkt einfach auf mich so unausgereift, was ich sehr schade finde. Hier wäre insgesamt noch viel mehr Potential drin gewesen!


Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina



2. September 2022

Rezension zu „All These Broken Strings“ von Lana Rotaru

Das Musik-Sommercamp Melody öffnet die Tore


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: All These Broken Strings
Autorin: Lana Rotaru
Seiten: 352 Seiten
Genre: Jugendbuch, Rockstar Romance
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Seit dem Tod ihres Großvaters verbindet die einst leidenschaftliche Songwriterin MacKenzie mit der Musik nichts als Schmerz. Einzig sein Vermächtnis, das Camp Melody, spendet ihr Trost. Als sie jedoch erfährt, dass das Ferienlager für Musikbegabte inmitten der Natur Montanas nicht mehr genug Gewinn einbringt, will sie es um jeden Preis retten. Wäre der Schlüssel dazu nicht ausgerechnet Vincent Kennedy, ihr ehemaliger Mitcamper mit den stechend blauen Augen – der Mann, der damals mit ihrem gemeinsam geschriebenen Song über Nacht zum Star wurde …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/all-these-broken-strings/978-3-551-58479-3 )



Wer die Camp Rock Filme damals geliebt hat, wird sich auch in dieser Geschichte pudelwohl fühlen! Dieses Buch ist wirklich eine tolle leichte Lektüre für zwischendurch und auch gerade im Sommer perfekt für warme Tage.

Die Autorin hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der sofort eine absolute Wohlfühlatmosphäre im Musik-Sommercamp Melody erschafft. Die Hütten, der See, der Wald, alles konnte ich mir so gut bildlich vorstellen und auch die Musik habe ich in meinem Kopf beim Lesen immer wieder als leises Hintergrundrauschen in den Ohren gehabt. Wirklich toll! Ich habe mich auf jeden Fall auf Anhieb wohlgefühlt.

Auch die Musik als Kernthema ist in diesem Buch so facettenreich aufgenommen worden. Es gab bunte Bühnenshows, Schreibsessions und ganz viele kreative Vibes. Aber nicht nur in der Handlung und im Setting, sondern auch in der Buchgestaltung an sich war das Thema Musik mit den Songtiteln als Kapitelüberschriften stets allgegenwärtig.

Normalerweise mache ich nun eigentlich mit meinem Eindruck von den Protagonisten weiter, aber hier kann ich einfach nicht anders: Ich mag die Oma von MacKenzie super duper gerne.
Bei ihr spürt man so sehr das sie die gute Seele vom Camp Melody ist und dieses Camp mit so viel Herz und Leidenschaft führt. Ich habe sie als Nebencharakter direkt in mein Herz geschlossen. Ich fand es auch toll zu lesen, wie gut und eng das Verhältnis zwischen MacKenzie und ihren Großeltern ist. Diese Verbundenheit hatte so etwas Beständiges und Grundfestes, was mir das Herz aufgehen ließ.

MacKenzie selbst als Person mochte ich total gerne. Sie ist so ein Familienmensch und setzt sich für die Dinge ein, die sie sich in den Kopf gesetzt hat. Sie hat aber auch eine verletzliche und sensible Seite, die immer mal wieder auch zum Vorschein gekommen ist. Das machte sie für mich zu einer sehr runden und glaubhaften Protagonistin, mit der ich mich von Anfang an sehr eng verbunden gefühlt habe. Allerdings hätte ich sie hier und da gerne auch mal kurz geschüttelt und ihr ein bisschen mehr Zuversicht und Mut zugesprochen.

Denn, wie es bei Liebesgeschichten häufig ist, liegt auch hier das Problem der beiden Personen MacKenzie und Vincent vor allem darin, dass sie ein sehr lange bestehendes Problem aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit miteinander haben, aber nicht das Gespräch miteinander suchen. Hier sind beide eher kleinlaut und scheuen sich davor, die Sache anzusprechen und zu klären. Vielmehr gab es einen Eiertanz um die ganze Angelegenheit, was zwar zunächst irgendwie noch süß und auch nachvollziehbar war, aber ab einem gewissen Punkt auch zunehmend genervt hat. Vor allem weil die Handlung für mich doch insgesamt sehr vorhersehbar war, hätte es dieses ständige Auf und Ab nicht gebraucht.

Vielleicht noch kurz ein paar Gedanken zu Vincent, dem männlichen Part in dieser Geschichte. Als frischgebackener Newcomer Rockstar hat mir Vincent sehr gut gefallen. Ich fand seinen Charakter sehr sympathisch und konnte gut verstehen, warum er sich schwer getan hat, mit MacKenzie zu sprechen.


Eine wirklich schöne Rockstar Romance Geschichte für Zwischendurch. Ich habe die Atmosphäre in dem Buch absolut geliebt. Ich habe mich sehr wohl in der Geschichte gefühlt und die Zeit im Camp richtig genossen. Zwischen MacKenzie und Vincent, die ich beide als Figuren sehr gerne mochte, war es mir aber dann doch insgesamt zu viel Hin und Her, was schnell hätte durch ein Gespräch geklärt werden können.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


1. September 2022

Rezension zu „The Second Princess - Vulkanherz“ von Christina Hiemer

Ein dunkles Erbe und eine schwere Bürde


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: The Second Princess - Vulkanherz
Autorin: Christina Hiemer
Seiten: 416 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Auf der Vulkaninsel St. Lucien herrscht die mächtige Dynastie der Bell-Frauen. Seit Jahrhunderten wird die Krone an die älteste Prinzessin weitergegeben. Doch hinter der glamourösen Fassade der Königsfamilie lauern düstere Geheimnisse, die nur die zweitälteste Prinzessin zu hüten weiß. Saphina war immer die jüngste und damit unbedeutendste von drei Schwestern. Nun rückt sie durch unerwartete Ereignisse in der königlichen Thronfolge auf und tritt vollkommen unvorbereitet ein dunkles Erbe an. Und ausgerechnet Dante, der undurchschaubare Adelssohn, soll ihr dabei helfen …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/second-princess-vulkanherz/978-3-551-58442-7 )


Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut. Ich bin immer neugierig auf Geschichten mit einem royalen Setting, Fantasyelementen und starken Protagonistinnen. Und das dann noch alles auf einer Vulkaninsel mitten in der Karibik. Was will man mehr? 
Für mich hatte auch das Grundgerüst der Story, nämlich dass die jüngste Prinzessin in der Familie plötzlich ganz unvorbereitet in ein Abenteuer geworfen wird, sehr viel Potential.

Ich muss sagen, dass ich mit dieser Geschichte leider von Anfang an nicht warm geworden bin. Da konnte auch der wirklich flüssige und angenehme Schreibstil der Autorin nicht viel dran machen.
Es lag hier für mich vor allem an zwei großen Prunkten: Der Protagonistin und den Logikfehlern.

Mit der Protagonistin Saphina konnte ich leider so gar nichts anfangen. Ich fand ihre sarkastische und sture Art einfach nur nervig. Sie hat für mich in so vielen Situationen absolut unangemessen reagiert: Wo jeder normale Mensch Angst gehabt hätte, verhält sie sich entweder total sorglos oder trotzig und zeigt immer wieder Emotionen, die in meinem Kopf zumindest einfach nicht zu der jeweiligen Situation gepasst haben. Ich konnte ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen und habe mich mehrfach gefragt, warum sie Dinge jetzt so macht.
Für mich war sie insgesamt mit ihrer Art zu Reden, zu Denken und zu Handeln sehr anstrengend und machte sie für mich zu einer sehr unsympathischen Figur, mit der ich leider auch nicht mitfiebern konnte.
Was mich auch an ihr gestört hat, waren die vielen Dialoge, in denen permanent Dinge angeteasert wurden, aber denen Saphina nicht hartnäckig nachgegangen ist. Auch hier fand ich ihren Charakter sehr inkonsistent, da sie auf der einen Seite ein recht großes Mundwerk hatte, auf der anderen Seite aber nicht in der Lage war, die wirklich wichtigen Fragen zu stellen. Ich kann mir vorstellen, dass diese Wortwechel eigentlich Spannung beim Lesen erzeugen sollten, mich haben sie aber einfach nur genervt.

Auch die andern Charaktere konnten mich nicht wirklich bei der Stange halten.
Mit Dante kam ich gut zurecht, aber nachhaltig in Erinnerung bleiben wird er mir wohl nicht. Leider genauso wenig wie die wirklich zahlreichen Nebencharaktere, die alle irgendwie kurz erwähnt wurden, aber im Verlauf der Handlung keine Relevanz mehr hatten. Das fand ich wirklich schade, da man hier glaube ich noch mehr aus den Figuren hätte rausholen können.


Zur Handlung an sich möchte ich eigentlich gar nicht so viel sagen, da es wirklich spoilern würde. Was ich hier aber positiv erwähnen möchte, war die Verflechtung von Fantasyelementen in die Geschichte. Für mich hat das sehr gut gepasst, auch wenn ich mir auch hier gewünscht hätte, dass die phantastischen Elemente noch mehr Tiefe bekommen hätten. So wirkte das ganze Konstrukt zwar schlüssig, aber auch lediglich recht oberflächlich.

Was für mich leider an vielen Stellen nicht schlüssig erschien, war die Logik, die der Handlung zugrunde lag. Auch hier möchte ich nicht spoilern, aber es gab für mich direkt recht zu Beginn der Geschichte eine Szene in der eine zeitliche Abfolge von Ritualen so erfolgt, wie sie es tut, aber nie erklärt wird warum das nun unbedingt so sein muss. Denn hier ist es faktisch so, dass die ganze weitere Handlung nichtig gewesen wäre, wäre hier einfach mit gewissen Dingen und Ritualen gewartet worden.

Dann hätte es die ganze nachfolgende Geschichte und auch die eine oder andere (oder vielleicht auch alle?) dramatischen Wendungen so schlichtweg nicht gegeben. Und dass hat mich ziemlich geärgert, weil sich für mich so recht schnell zu Beginn der Gedanke festgesetzt hat, dass alles Drama hätte vermieden werden können und man es nur so gemacht hat, damit Drama entsteht. Ich bin mir bewusst, dass dies natürlich ein von Schreibenden verwendetes Mittel ist. Hier hätte ich mir aber dann gewünscht, dass es in der Geschichte so eingearbeitet wird, dass ganz deutlich wird, dass dieses Ritual zwingend zu diesem Zeitpunkt erfolgen muss.


Für mich hatte die Geschichte wirklich viel Potential, aber der Funke ist bei mir leider nicht angekommen. Ich mochte die Protagonistin leider überhaupt nicht, sodass ich mich viel mehr über sie aufgeregt habe, als mit ihr mitzufiebern. Auch mit einigen Logikfehlern hatte ich leider gedanklich so sehr zu kämpfen, dass ich die Geschichte nicht wirklich genießen konnte. Ich denke aber, dass die Geschichte trotzdem Leuten gefallen kann, die gerne Urban Fantasy Geschichten lesen. Denn diese Verknüpfung von Fantasy und realem Weltsetting finde ich hier durchaus gelungen.

Ich vergebe 2 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina