6. Oktober 2018

Rezension zu „White Maze – Du bist längst mittendrin“ von June Perry


Was ist real und was nur ein Spiel? 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Arena Verlag
Titel: White Maze – Du bist längst mittendrin
Autor: June Perry
Seiten: 376
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von dem Arena Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Mit einem Schlag endet Vivians sorgenfreies Leben: Ihre Mutter Sofia wurde ermordet! Die erfolgreiche Game-Entwicklerin stand kurz vor dem Release eines bahnbrechenden Computerspiels. „White Maze“ wird mit neuartigen Lucent-Kontaktlinsen gespielt – dank ihnen erleben die Spieler virtuelle Game-Welten mit allen Sinnen. Aber warum zerstörte Vivians Mutter kurz vor ihrem Tod die Prototypen der Linsen? Zusammen mit dem schulbekannten Hacker Tom will Viv den Mord an Sofia aufklären. Dazu muss Viv selbst Lucent-Linsen einsetzen und tief in die virtuelle Welt eintauchen. Doch dort ist es für den Mörder ein Leichtes, die falsche Realität nach seinen Spielregeln zu manipulieren. Kann Vivian ihren eigenen Gefühlen vertrauen, wenn alles, was sie sieht, hört, riecht und schmeckt, bloße Lüge ist?“ (Quelle: https://www.arena-verlag.de/artikel/white-maze-978-3-401-60372-8


*Eine aktuelle Thematik super umgesetzt* 

Für mich als großen Fan von Konsolenspielen aller Art hat mich gerade die Thematik von White Maze total angesprochen. Ich finde es immer großartig, wenn aktuelle Themen, wie hier die zunehmende Digitalisierung und auch die Weiterentwicklung von Spielen hin zur Virtual Reality, in Bücher aufgenommen und auf eine spannende Art und Weise verarbeitet werden. In diesem Fall zeigt dieses Buch sehr eindrücklich, wie gefährlich es sein kann, wenn die fiktive Realität bald so real wird, dass man kaum noch unterscheiden kann, was nun echt ist und was nicht.

Gerade die Protagonistin Vivian bekommt das hautnah zu spüren. Denn sie verliert in diesem Spiel nicht nur ihre Mutter, sondern muss sich einer Herausforderung stellen, die alles in den Schatten stellt was sie bisher erlebt hat. Denn nun sind tausende Menschen in Gefahr, die nur sie retten kann. Eine ganz schön große Aufgabe, die Vivian mehr oder weniger gut gelingt. Sie gibt sich in jedem Fall große Mühe, auch wenn ihr im Laufe der Geschichte die „Lösungen“ für Rätsel und Probleme oftmals einfach wie glückliche Zufälle in die Hände fallen.

Als Figur an sich, mochte ich sie an sich deshalb auch nicht ganz so gerne. Sie war mir am Anfang viel zu tussig und konnte mir bis zum Ende hin nicht ausreichend zeigen, was wirklich in ihr steckt. Gerade am Ende gab es die ein oder andere Szene, wo ich bei ihrer Naivität nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen konnte. Da waren mir die diversen Nebencharaktere schon lieber, auch wenn ich sie allesamt ein wenig blass fand.

Umso besser fand ich aber die Story an sich. Es war eine tolle Mischung aus ruhigen und spannenden Szenen, die mich bis zur letzten Seite bei der Stange gehalten haben. Auch wenn ich einige Wendungen zwischendurch habe kommen sehen, hatte ich trotzdem durchweg Spaß an der Handlung. Ich fand es toll, wie eine Verbindung zwischen Spiel und Realität geschaffen wurde und auf eine, wie ich finde, sehr eindrückliche Art gezeigt wurde, welche Risiken und Gefahren es mit sich bringt, wenn man sein Leben immer stärker von der Technik beeinflussen lässt. An dieser Stelle regt dieses Buch wirklich an, sich mal etwas gründlicher mit seinem eigenen Medienverhalten und seinen Daten die man so preisgibt auseinanderzusetzen. 



Die Geschichte war von der Handlung her einfach packend und hatte für mich einen sehr hohen Unterhaltungswert, auch wenn ich die Protagonistin persönlich nicht leiden konnte. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne Settings liest, in denen es um Virtual Reality geht. Denn in dieser Hinsicht ist die Geschichte wirklich super raffiniert ausgearbeitet.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen! 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina




27. September 2018

Rezension zu „Heute schon für morgen träumen“ von Lori Nelson Spielman


Das Leben hat so viel zu bieten 



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer Verlag
Titel: Heute schon für morgen träumen
Autor: Lori Nelson Spielman
Seiten: 400
Genre: Roman
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Als Emilia auf dem New Yorker Flughafen ihre verrückte 79-jährige Großtante Poppy trifft, bekommt sie plötzlich Angst vor der eigenen Courage. Warum hat sie bloß deren Einladung zu dieser weiten Reise nach Italien angenommen? Poppy tut so, als wüsste sie allein, was im Leben wichtig ist: etwas riskieren, Erfahrungen sammeln und sich selbst dabei treu bleiben. Das Leben als bunten Strauß an Möglichkeiten genießen – lache laut, singe falsch, liebe innig! Ist vielleicht etwas dran an dem, was Poppy sagt? Emilia wagt es: Sie tanzt auf Brücken, umarmt die Sonne und genießt die Magie des Augenblickes. Dabei kann wohl kaum etwas schiefgehen, oder?“ 



*Ein Buch, genauso facettenreich wie das Leben selbst* 

Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich bereits die anderen Bücher der Autorin mit großer Freude gelesen habe und gespannt war, welche schöne und vor allem emotionale Geschichte nun in ihrem neusten Werk auf mich warten würde.

Das Cover zum Buch passt von der Farbgebung und dem Stil sehr gut zu den anderen Büchern der Autorin, sodass man auf jeden Fall direkt auf den ersten Blick erkennen kann, aus wessen Feder dieser Geschichte stammt.

Auch der wunderschöne, flüssige und somit sehr angenehm zu lesende Schreibstil kam mir direkt nach ein paar Seiten direkt bekannt vor.

Von der Geschichte her begleitet man als Leser zwei sehr unterschiedliche Protagonistinnen, die sich gemeinsam auf eine Reise begeben und voneinander und vom Leben lernen. Und zwar ist da einmal Emilia, die Zweitgeborene in ihrer Familie, die innerhalb ihres Umfeldes eine sehr zurückgezogene und stille Rolle einnimmt. Auf der anderen Seite ist da Poppy, die alte lebensbejahende Tante von Emilia, die sie mit nach Italien nimmt, um dort ihren Geburtstag zu feiern.

Ich mochte diese beiden so unterschiedlichen Charaktere sehr gerne, da so beide durch ihre Unterschiedlichkeit so ergänzt haben. Außerdem hat es mir gefallen zu sehen, wie die junge Generation von der Älteren etwas über das Leben lernen kann. Und Poppy hatte wirklich eine so liebenswürdige Art dabei, dass man von ihrer Lebensfreude einfach angesteckt wurde.

Was mir am Verlauf der Geschichte besonders gut gefallen hat, war die enorme und dennoch sehr authentische Entwicklung, die Emilia charakterlich hingelegt hat. Sie ist so viel reifer, selbstbewusster und erwachsener geworden und hat viel über das Leben gelernt.

Eine weitere spannende Komponente in dieser Geschichte waren die vielen Familiengeheimnisse und Geschehnisse aus der Vergangenheit, die so nach und nach ans Licht kamen. Auf diese Weise konnte der Leser sich immer wieder überraschen lassen und Situationen plötzlich aus ganz anderen Blickwinkeln gefallen.

Es gibt von mir lediglich einen Stern Abzug, da es immer wieder langatmige Stellen gab und das Ende für meinen Geschmack einfach zu vorhersehbar war. 


Eine tiefgründige und emotionale Geschichte, die dem Leser nochmal auf eine ganz neue Art vermittelt, wie schön das Leben eigentlich ist, wenn man es bewusst (er)lebt. 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen! 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina



13. September 2018

Rezension zu „Crazy Games – der perfekte Tag, der in der Hölle endet“ von Mirjam Mous



Bist du bereit für ein Spiel? 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Arena Verlag
Titel: Crazy Games – der perfekte Tag, der in der Hölle endet 
Autor: Mirjam Mous
Seiten: 300
Genre: Jugendroman
gelesenes Format: Taschenbuch
Band einer Reihe: Nein

Klappentext:
„Sie wissen immer wo du bist und was du gerade tust. Sie kennen deinen Namen, deine Adresse und vielleicht auch deine Gedanken. Sie stellen dir Aufgaben, jeden Tag eine neue. Das Schlimmste aber ist, sie haben deinen Vater. Wenn du nicht tust, was sie sagen, geht es ihm schlecht. Du bist ein Spielball in ihren Händen und niemand ist auf deiner Seite.“
(Quelle: https://www.arena-verlag.de/artikel/crazy-games-978-3-401-06979-1



*Eine solide Geschichte, der lediglich der letzte Schliff fehlt* 

Ich liebe ja Geschichten, in denen die Protagonisten kniffelige Aufgaben lösen und Herausforderungen bestehen müssen. Deshalb habe ich mich auch gefreut, dass ich jetzt „Crazy Games“ endlich von meinem Sub befreien konnte.

In dem Buch begleiten wir den Jungen Elvis, der eines Tages von einem Unbekannten auf der Straße einen Zettel mit einer erschreckenden Botschaft zugesteckt bekommt. Sein Vater ist verschwunden und schwebt in Lebensgefahr wenn Elvis sich nicht fügt, und Aufgaben erledigt, die der Unbekannte ihm zukommen lässt.

Die Geschichte wird aus Elvis‘ Perspektive geschildert, wodurch ich einen sehr guten Eindruck von Elvis bekommen konnte. Ich mochte ihn gerne, da er für mich einfach ein sympathischer Junge war, der sich nicht davon abbringen lässt, seinen Vater zu finden.

Die Storyidee mit der Entführung und den Aufgaben gefällt mir dabei vom Grund auf wirklich gut, auch wenn man schon ein gewisses Schema im Verlauf der Handlung erkennen kann. Die Aufträge kommen und natürlich läuft es in den seltensten Fällen alles nach Plan. Stattdessen gibt es immer wieder neue Schwierigkeiten, denen sich der Protagonist stellen muss. Denn die Aufgaben sind in den allermeisten Fällen mit illegalen Handlungen oder einem gewissen Risiko verbunden.

Mit hat es auf jeden Fall großen Spaß gemacht Elvis bei diesen Aufgaben zu begleiten. Auch wenn ich es sehr schade fand, dass er meistens alleine agierte und so die Nebenfiguren wie Jules oder Talisha nur eine sehr kleine Rolle eingenommen haben.

Insgesamt war die Handlung zwar jetzt nicht so super spannend, konnte mich aber dennoch bis zum Schluss gut unterhalten. Denn neben den Aufgaben gab es immer mal wieder spannende Momente, in denen der Unbekannte Elvis gezeigt hat, dass er ihn wirklich immer im Blick hat und er sich keine Fehler erlauben kann. So entstand eine wirklich gute, leicht beklemmende Atmosphäre beim Lesen, die einfach toll zur Story an sich gepasst und bis zur letzten Seite angehalten hat. Obwohl mich das Ende dann zum Schluss nicht mehr überraschen konnte, passte es gut zum Rest der Story. Es machte es die ganze Geschichte irgendwie rund und ließ auch keine Fragen offen. Die „Lösung“ der Handlung war jetzt zwar für mich nichts Neues, aber dennoch war sie gut ausgewählt. 


Das Buch hat mich jetzt zwar nicht umgehauen, aber in meinen Augen ist es ein wirklich solides Jugendbuch mit einem sympathischen Protagonisten, das mich gut unterhalten hat. Auch wenn die Ansätze für Spannung vorhanden waren hätte es für mich aber noch deutlich spannender und packender sein können. 

Ich vergebe gute 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina



10. September 2018

Rezension zu „Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern“ von Vic James


Eine eher stille Rebellion… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Fischer FJB Verlag
Titel: Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern 
Autor: Vic James
Seiten: 448
Genre: Dystopie
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks und dem Fischer FJB Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten. Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart. Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/vic_james_dark_palace_zehn_jahre_musst_du_opfern/9783841440105



*Leider wurde viel Potential nicht genutzt* 

Auf dieses Buch hatte ich zunächst wirklich riesen große Lust. Das Cover ist so atemberaubend schön, dass es mich quasi magisch angezogen hat. Auch der Klappentext klang nach einem faszinierenden Setting voller Intrigen und jeder Menge Spannung.
Um es vorweg zu nehmen: dieses Buch war für mich nicht so das Wahre. Warum, erzähle ich euch gleich, aber nun zunächst zu den positiven Dingen.

Zum einen war da diese geniale Grundidee und ein tolles Setting, die mich zunächst wirklich begeistern konnten. Die Geschichte spielt nämlich in einer dystopischen Zeit, wo alle Menschen ohne Magie, oder wie es im Buch genannt wird „Geschick“, der Gesellschaft zehn Jahre lang als Sklaven in Fabriken oder Privathaushalten dienen müssen. Dieses Setting war mir bisher neu und das fand ich wirklich spannend.

Auch der Schreibstil, der dem Leser direkt zu Anfang begegnet ist durchaus angenehm. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und man kann sich die einzelnen Szenen gut vorstellen.

Warum mag ich persönlich diese Geschichte nun nicht besonders?
Nun, das liegt für mich vor allem an der mangelnden Spannung und einer eher schwachen Umsetzung der Storyidee. Denn wenn ich als Leserin an Sklaverei denke, dann stelle ich mir harte Arbeit, Gewalt und unwürdige Lebensbedingungen vor.

In der Geschichte begleitet man als Leser nun aber die Geschwister Luke, Abi und Daisy und ihre Eltern, die bis auf Luke, ihre Sklavenzeit gemeinsam im Herrenhaus der Adelsfamilie Jardine antreten. Dort wirken die Sklaven nur viel mehr wie einfache Hausangestellte ohne Bezahlung als wie Sklaven. Sie werden dort gut behandelt, haben sogar ein eigenes Haus, genug zu Essen und bekommen sogar wichtige Aufgaben zugeteilt. Nur bei Luke merkt man die Sklaverei. Er muss in eine Fabrikstadt und dort hart schuften. Hier hätte ich mir, gerade da die Handlung sehr viel im Herrenhaus spielt, einfach eine deutlichere Ausprägung der Storyidee erwartet.

Auch die Charaktere konnten mich in diesem Buch leider nicht packen. Alle Figuren, sowohl die drei Jardine-Brüder als auch die einzelnen Familienmitglieder hatten zwar ihre Grundcharaktereigenschaften, aber ansonsten nur wenig Tiefe. Einzig bei Luke hatte ich das Gefühl, ihn als Charakter begreifen und mit ihm in der Fabrik mitfiebern zu können. Was im Herrenhaus passiert ist, war mir hingegen leider schlichtweg egal, weil ich keine der Figuren mochte und ich mich keinem dort irgendwie nahe gefühlt habe.

Auch der Handlungsverlauf konnte mich, bis auf das Ende nicht packen. Es gab kaum spannende oder actionreiche Momente, bis auf die Szenen mit Luke in der Fabrik. Ansonsten war das Buch vom Grundtonus aber eher ziemlich ruhig und handlungsarm, was ich von dieser Geschichte einfach absolut nicht erwartet habe. Nur das Ende konnte es am Ende nochmal ein bisschen rausreißen, da dort die ersehnte Spannung dort für mich persönlich endlich aufgekommen ist. 


Ein Buch, dass leider nicht so wirklich mein Fall war, da für meinen Geschmack die Idee und das Setting zwar da war, aber insgesamt einfach zu wenig passiert ist, als dass ich mich wirklich für die Geschichte hätte begeistern können. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina



30. August 2018

Rezension zum Hörbuch „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh


Ein Märchen aus dem Orient


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Cover
Lübbe Audio
Titel: Zorn und Morgenröte
Autor: Renée Ahdieh
Seiten: 400
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format:Hörbuch
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Klappentext:
„Jeden Tag erwählt der Kalif ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis die eine auftaucht, die um jeden Preis überleben will. Shahrzad hat ihre beste Freundin an den Kalifen verloren und nun will sie nur noch eins: ihre Freundin rächen. Und so meldet sie sich freiwillig, um den jungen Herrscher zu heiraten. Doch sie hat nicht vor zu sterben. Sie möchte überleben und den Mann töten, der ihr die Freundin genommen hat. Im Angesicht der Morgenröte beginnt sie, ihm eine Geschichte zu erzählen …“
(Quelle: https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/junge-erwachsene/zorn-und-morgenroete/id_5634688



*Vom Setting her mal was ganz anderes* 

Ich habe schon länger kein Hörbuch mehr gehört und habe mich deshalb sehr auf „Zorn und Morgenröte“ gefreut. Allerdings war ich zu Beginn auch ziemlich skeptisch, da ich nicht einschätzen konnte, ob mir dieses orientalische 1001-Nacht-Setting gefallen würde. Gerade die ersten Hörminuten waren deshalb sehr aufschlussreich für mich.

Als Allererstes ist mir beim Hören zunächst einmal diese tolle orientalische Atmosphäre, die durch ausreichend detaillierte Beschreibungen entstanden ist, sehr positiv aufgefallen. Ich konnte förmlich die ganzen orientalischen Gewürze riechen und die Sonne und den Sand auf meiner Haut spüren. Das war echt richtig klasse.

Auch die Stimme der Erzählerin hat mir direkt sehr gut gefallen. Ich konnte der Geschichte sehr gut folgen und hatte genug Zeit, das Gesagte im Kopf zu sehr eindrücklichen Bildern zu verarbeiten. Auf diese Weise entstanden schöne runde Bilder zu den einzelnen Szenerien und gaben der Geschichte die nötige Lebendigkeit. Zudem passte die angenehme, sympathische Stimme sehr gut zur Hauptfigur Shazard, sodass ich mich direkt sehr nah mit ihr verbunden gefühlt habe.

Was mir allerdings schon zu Beginn erhebliche Schwierigkeiten bereitet hat, waren die zahlreichen arabischen Namen. Ich konnte sie mir, vielleicht weil ich sie einfach nie gelesen habe, einfach nicht merken und wusste oft nicht, wer jetzt genau welche Person war. Das blieb leider auch bis zum Ende so, dass ich das eine ums andere Mal immer wieder dezent verwirrt war. Vermutlich war dies auch ein Grund, warum ich die Nebenfiguren alle nicht so gut einschätzen und beschreiben kann.

Nur bei Shazard und dem Kalifen hatte ich ein deutliches Bild von einem lebendigen Charakter im Kopf. Dabei haben mir Beide als Figuren durchaus sehr gut gefallen. Shazard hatte einen sehr bewundernswerten Überlebenswillen und bestach für mich mit ihrer klugen und ruhigen Art. Der Kalif hingegen war sehr mysteriös mit vielen undurchsichtigen Launen und Geheimnissen. Aber gerade das machte ihn als Charakter für mich sehr interessant.

Die Handlung rund um die beiden Protagonisten hat mir an echt gut gefallen. Es gab Aufs und Abs und auch die eine oder andere überraschende Wendung, die die Story nochmal in eine andere, neue Richtung gelenkt hat. Auch wenn die Geschichte mir persönlich an einigen Stellen etwas zu langatmig und insgesamt zu spannungslos war, hatte ich doch durchaus ein schönes Hörerlebnis. 


Ein gelungenes Hörbuch, das mich jetzt zwar nicht umgehauen, aber trotzdem sehr gut unterhalten hat. Besonders interessant fand ich es, mal in diese orientalische Welt einzutauchen und dieses neue Setting auf mich wirken zu lassen. Das ist in diesem Hörbuch wirklich toll umgesetzt worden. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina 



19. Juli 2018

Rezension zu „Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu

Gemeinsam bis zum Mond und wieder zurück…

© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Random House -cbt Verlag



Titel: Mein Sommer auf dem Mond
Autor: Adriana Popescu
Seiten: 400
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: Broschiert
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal und dem cbt Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Manchmal muss man einmal zum Mond reisen und wieder zurück, um zu erfahren, wohin man wirklich gehört. Cooler Sportler, niedliche Träumerin, lässiger Underdog und freche Sprücheklopferin – alles nur Fassade… und die müssen Fritzi, Bastian, Tim und Sarah aufgeben, als sie mit ihren tiefsten Geheimnissen im Therapiezentrum auf Rügen landen. Einen lebensverändernden Sommer lang werden die vier vom Schicksal zusammengewürfelt und ordentlich durchgeschüttelt. Dabei wachsen sie über sich hinaus, finden ihr wahres Selbst, großen Mut und entdecken die erste wahre Liebe...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Mein-Sommer-auf-dem-Mond/Adriana-Popescu/cbj-Jugendbuecher/e528454.rhd


*Es hat mich sofort abgeholt und tief berührt* 

Von der Autorin Adriana Popescu hatte ich bisher schon viel Gutes gehört, aber noch nichts von ihr gelesen. Deshalb war ich bei diesem Buch gleich in doppelter Hinsicht gespannt: 1. wie mir die Autorin und ihr Schreibstil wohl gefallen würden und 2. wie mir die Geschichte an sich gefällt, denn ich finde ja solche Bücher, in denen ernste Themen angesprochen und behandelt werden, immer besonders spannend.

Das Cover und der Klappentext passen, wie ich finde, sehr gut zu Geschichte, denn sie geben erste Hinweise auf das Setting und die Figuren, ohne zu viel von der Handlung zu verraten.
Vor dem Lesen hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen an die Geschichte und war deshalb auch umso erstaunter, dass es diese Geschichte nach nur wenigen Seiten geschafft hat, mich völlig in ihren Bann zu ziehen. Der Schreibstil der Autorin ist mir dabei direkt als Erstes aufgefallen. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen hat, trotz ernstem Thema irgendwie eine positive leichte Grundstimmung. Eine Prise Sommer, ein bisschen Schwermut und vor allem ganz viel Hoffnung. Diese Mischung fand ich einfach wundervoll weil sie mich so eingehüllt hat, dass ich richtig in die Geschichte eintauchen konnte.

Auch die Figuren waren alle etwas Besonderes. Fritzi, Bastian, Tim und Sarah, die sich alle zunächst eher unfreiwillig in einem Therapiezentrum für Menschen mit psychischen Problemen kennen lernen, sind alle sehr unterschiedliche Charaktere. Jeder von ihnen hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, die auch der Leser erst nach und nach zu Gesicht bekommt. Ich kann gar nicht genau sagen, wer von den Vieren mir am besten gefallen hat, da sie alle irgendwie etwas an sich hatten, dass ich sehr gerne mochte. Fritzi war nett und schlagfertig, Bastian sehr verschlossen, Tim ziemlich aggressiv und Sarah sehr ruhig. Eine wirklich interessante Zusammenstellung, bei der im Laufe der Geschichte so einiges passiert ist. Denn je weiter die Geschichte voran geschritten ist, umso enger sind die vier Jugendlichen zusammengewachsen. Sie haben nach und nach gelernt sich zu vertrauen, füreinander da zu sein und haben erfahren, wie es ist, gemeinsam Niederlagen einzustecken und Erfolge zu feiern. Das mitzuerleben war für mich wirklich eine ganze wundervolle Leseerfahrung.
Was diese Geschichte für mich so besonders gemacht hat, war einfach diese Authentizität, die die ganze Story hatte. Es ist eine sehr realistische Darstellung von psychischen Krankheiten, die dem Leser zwar ohne Beschönigungen zeigt, wie sich solche Krankheiten und Störungen auf einen Menschen auswirken, ihn aber auch nicht verschreckt. Vielmehr bringt diese Geschichte den Leser dazu, die Menschen hinter diesen Krankheiten kennenzulernen und zu verstehen und vor allem einfach mitzufühlen. Auf diese Art bekommt man als Leser einen wirklich guten Zugang zu diesem Themengebiet und wird zum Nachdenken angeregt. 

Ich finde diese Mischung aus ernstem Thema, einer tollen Atmosphäre, sehr individuellen und interessanten Figuren und einer tollen Story einfach perfekt! Dieses Buch hat mich von Anfang bis zum Ende durchweg begeistert!

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen für dieses tolle Buch! 

     

Lest fleißig, 
eure Sabrina