21. Februar 2021

Rezension zu „Ellas verrückt verrutschtes Leben“ von Miriam Mann

Mit einem Rutsch in der Zeit zurück


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Boje Verlag
Titel: Ellas verrückt verrutschtes Leben
Autorin: Miriam Mann
Seiten: 240 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der bloggerjury und insbesondere dem Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Ella ist unzufrieden. Seit dem Umzug aufs Land ist ihr Leben total öde. Doch als ein paar Gänse sie die alte Rutsche im Garten hinunterjagen, ändert sich alles. Offenbar ist Ella eine halbe Stunde in der Zeit zurückgesprungen! Das ist ja fantastisch, denkt sie sich, und rutscht, was das Zeug hält. Bis sie bemerkt, wie sich immer mehr Dinge verändern. Als aus einem Hund ein Pferd wird und dann sogar Tiere verschwinden, beschließt Ella, dass sie dem Geheimnis der Rutsche auf den Grund gehen muss.“ (Quelle: https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/ellas-verrueckt-verrutschtes-leben/id_8016303 )

*Zeitreisen mit Nebenwirkungen*

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, eine Zeitmaschine zu haben, um damit in die Vergangenheit zu reisen und das ein oder andere im Leben vielleicht rückgängig zu machen? Ella hat dazu unverhofft die Möglichkeit bekommen, als sie eher durch einen unglücklichen Zufall die alte Rutsche in ihrem Garten hinunterrutscht.

Die Zeitreise bietet Ella zwar neue Möglichkeiten, zeigt ihr aber gleichzeitig auch, dass es vielleicht nicht immer unbedingt besser gewesen wäre, wenn Situationen anders verlaufen wären. Denn mit jedem Rutsch, den Ella macht, verändern sich die Gegebenheiten. Tiere verschwinden, das Wetter ändert sich und selbst die Menschen in ihrem Umfeld reagieren plötzlich ganz anders vorher.

Diesen Aspekt der Geschichte fand ich besonders spannend und auch pädagogisch sehr wertvoll, da es Kindern schön zeigt, dass es nicht immer alles einfach besser machen würde, wenn man vielleicht doofe Situationen, wie eine verhauene Klassenarbeit oder einen Streit, einfach zurückdrehen kann. Es zeigt den Lesenden viel mehr, dass auch negative Erfahrungen und Momente zu Leben dazugehören und enorm wichtig sind, um aus ihnen zu lernen und in der Zukunft anders zu agieren. Hier können die Kinder sich denke ich eine wichtige Botschaft mitnehmen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir, insbesondere auch für die junge Zielgruppe, sehr gut gefallen. Die Geschichte ließ sich sehr einfach und flüssig lesen, und man hatte genügend Details und Beschreibungen, um sich alles sehr gut vorstellen zu können. Besonders den Hof, auf den Ella mit ihrer Familie gezogen ist, war für mich ein ganz toller Ort, an dem ich mich wohlgefühlt habe und der der Geschichte viele Handlungsmöglichkeiten eröffnet hat.

Mit Ella als Protagonistin musste ich mich persönlich erst ein wenig anfreunden, da sie mir über einen zu langen Zeitraum einfach zu griesgrämig und mies gelaunt war, sodass ich mir zeitweise gedacht habe, dass es doch jetzt auch mal gut sein muss. Das sehe ich vielleicht aber auch einfach nur mit meinen Erwachsenen-Augen so. Ich denke dass gerade Kinder, die bereits ähnliches erlebt haben wie Ella, sich sehr gut in sie hineinversetzen könnten.
Die anderen Figuren, wie die Dorfbewohner und Ellas neue Familienmitglieder, haben mir hingegen auf Anhieb gut gefallen. Gerade auch, dass sich ihre Charakterzüge im Laufe der einzelnen Zeitverschiebungen verändert haben, fand ich sehr spannend.

Die Handlung der Geschichte an sich fand ich ganz süß, vor allem weil es immer wieder einzelne kleine witzige Szenen gab, in denen unvorhersehbare Dinge passiert sind. Insgesamt hätte für mich da aber noch mehr passieren dürfen. Gerade zum Anfang wiederholten sich Situationen in ähnlicher Weise sodass es eine Weile gedauert hat, bis die Geschichte ins Rollen kam. Das Tempo war dann insgesamt eher gemächlich und es gab nicht sonderlich viele Spannungsmomente. Das fand ich schade, denn ich denke hier wäre auf jeden Fall Raum für ein turbulentes Abenteuer gewesen. Auch das Ende, sprich die Auflösung der Funktionsweise der Zeitreiserutsche, hat mich ehrlicherweise ein wenig enttäuscht, da die Erklärungen doch sehr schlicht und unspektakulär waren.


Wenn ihr eine niedliche, lustige und leicht zu lesende Zeitreise Geschichte sucht, dann seit ihr bei Ella und ihrer Zeitreiserutsch an der richtigen Adresse. Gerade jungen Lesenden wird diese Geschichte viel Spaß bereiten.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig,
eure Sabrina



23. Dezember 2020

Rezension zu „Die Traumdiebe“ von Cherie Dimaline

Manchmal ist der Weg das Ziel…

© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Heyne fliegt Verlag 
Titel: Die Traumdiebe
Autor: Cherie Dimaline
Seiten: 304 Seiten
Genre: Roman
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: ?

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal und dem Heyne fliegt Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Kanada nach der Klimakatastrophe: Die Welt ist hart und unmenschlich geworden. Die Menschen haben die Fähigkeit zu träumen verloren. Nur die wenigen überlebenden Ureinwohner können es noch – und werden deswegen gnadenlos gejagt. Der 16-jährige Frenchie hat so seine ganze Familie verloren. Aber er hat eine neue gefunden: Träumer wie er, die gemeinsam durch die Wildnis des Nordens ziehen, immer auf der Flucht vor den Traumdieben. Ein paar Kinder und Jugendliche, einige Erwachsene und die wunderbare, rebellische Rose. Kann die Macht ihrer Geschichten und das Wissen ihrer Ahnen sie schützen?“
(Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Traumdiebe/Cherie-Dimaline/Heyne-fliegt/e560894.rhd )



*Wo sind denn nun die Traumdiebe?*

Als ich den Klappentext zu dieser Geschichte gelesen habe, erwartete ich eine spannende Geschichte mit einer atemlos spannenden Jagd, die viel Abenteuer verspricht und vielleicht die einen oder anderen mystischen oder phantastischen Elemente beinhaltet.

Die ersten Kapitel waren zunächst ziemlich hoffnungserweckend, denn es ging direkt ziemlich turbulent mit dem Beginn der Flucht los. Man trifft auch Frenchie, der vor den Traumdieben fliehen muss und sich auf den Weg in die Wälder Kanadas macht. Ich mochte Frenchie als Charakter sehr gerne, da er ziemlich tough wirkte und recht bedacht in seinen Handlungen auftrat. Schon bald traf der auf die Gruppe der anderen Träumer und schloss sich ihnen an. Auch hier mochte ich die vielen verschiedenen Charaktere gerne, auch wenn mir bei allen insgesamt an Tiefe fehlte und sie mir bis zum Ende hin sehr blass erschienen.

Ich wartete also gespannt auf die weitere Handlung… die dann leider einfach ausblieb. Es war hier nicht so, dass der Klappentext nur die ersten 50 Seiten zusammengefasst hat, sondern nahezu das ganze Buch. Man hört viele Geschichten aus den Lebensläufen der einzelnen Gruppenmitglieder und erlebt mit, wie Frenchie unter Anleitung seine Überlebensfähigkeiten verbessert. Wirklich Spannung gab es hier allerdings keine. Stattdessen ging die Geschichte nur sehr zäh voran und war für mich insgesamt leider ziemlich langweilig.

Auch die mystischen Elemente und die Fähigkeit des Träumens wurde meinem Empfinden nach zu sehr aus dem Fokus gerückt, indem sie in der Handlung kaum Stellenwert eingenommen hatten und quasi gar nicht thematisiert wurden. Das fand ich sehr schade, da ich für meinen Geschmack einfach nicht das bekommen habe, was der Titel des Buches mir versprochen hat. Auch die wenigen etwas temporeicheren Kapitel am Ende der Geschichte konnten mich letztendlich nicht mehr überzeugen, dem Buch doch noch etwas abzugewinnen. Das fand ich ziemlich schade.



Ich bin mit der Geschichte leider nicht warm geworden. Es gab zu viele langatmige Szenen und zu wenig Handlung. Auch über die Traumthematik erfährt man kaum was. Ich habe mir da wirklich erheblich mehr erhofft. Auch die Charaktere waren für mich zu keinem Zeitpunkt richtig greifbar. 
Ich vergebe 2 von 5 möglichen Herzen! 

 

Lest fleißig, 
eure Sabrina


28. Oktober 2020

Rezension zu „Weil alles jetzt beginnt“ von Linda Holmes

Endlich mal vernünftige Kommunikation…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Lübbe Verlag 
Titel: Weil alles jetzt beginnt
Autorin: Linda Holmes
Seiten: 362 Seiten
Genre: Roman
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Bloggerjury und demLübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Evvie sitzt schon im heimlich gepackten Auto, um  ihren Mann zu verlassen, da erfährt sie, dass er tödlich verunglückt ist. Doch wie sagt man der trauernden Familie, den mitfühlenden Freunden, dass dieser Mann nicht der perfekte Ehemann, Arzt, Freund war? Dann zieht Dean, ein New Yorker Baseballstar auf der Flucht vor der Presse, bei Evvie ein. Erste Regel der WG: Ihre Ehe und seine Karriere sind tabu. Bis sie merken, dass der jeweils andere genau der ist, den sie jetzt für einen Neuanfang brauchen …“
(Quelle: 
https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/liebesroman/weil-alles-jetzt-beginnt/id_7839608 )


*Ziemlich undramatisch, aber gerade das macht es so schön*

Als ich mit der Geschichte von Evvie und Dean anfing, hatte ich keine großen Erwartungen an die Geschichte, sodass ich mich einfach überraschen ließ.

Mir hat das grundlegende Setting von Anfang an sehr gut gefallen, da Evvie von der ersten Seite an eine sehr sympathische Protagonistin war. Sie kann gut mit Kindern umgehen, ist hilfsbereit, gibt fremden Menschen eine Chance und ist im Allgemeinen in ihren Gedanken und Handlungen sehr authentisch. Der Tod ihres Mannes ist für sie natürlich, wie es der Klappentext bereits verrät, stets ein recht ambivalentes Thema, dass sie lieber mit sich selbst ausmacht, anstelle mit jemandem darüber zu reden.

Auch Dean hat mir gefallen, da er gerade nicht dem entsprochen hat, was ich erwartet habe. Er war nicht, wie ich dachte, ein grummelnder und stets schlecht gelaunter Einsiedler, der sehr verschlossen und nur für sich sein will. Stattdessen ist er sehr höflich und in gewisser Weise schon auch offen in den Gesprächen mit Evvie, wenn es halt nicht gerade um sein Tabuthema Baseball geht. Hier hält er sich etwas zurück, was man als Lesender aber auch gut nachvollziehen kann.

Insgesamt, und das ist meiner Meinung prägnanteste Punkt, der die gesamte Geschichte wohl am treffendsten beschreibt, ist die Art und Weise der Kommunikation zwischen den beiden. Sie findet nämlich erwachsen und undramatisch statt, und das finde ich wirklich super. Wenn zwischen beiden Konflikte entstehen suchen die beiden das Gespräch zum jeweils anderen, sprechen offen darüber und klären die Sache, wie man es eben bei Erwachsenen Menschen erwartet. Hier bin ich so froh, dass es kein künstliche aufgebauschtes Drama gibt, dass nur durch Missverständnisse entsteht, weil Figuren nicht in der Lage sind, ihre Probleme anzusprechen. Auf diese Weise wirkt das Buch zwar sehr ruhig und unaufgeregt, aber ich denke, dass solche Geschichten zwischendurch auch mal ganz gut tun. Mir jedenfalls hat diese eher ruhige und entspannte Atmosphäre wirklich sehr gut gefallen.

Ein weiterer Pluspunkt waren die Entwicklungen, die Evvie und Dean jeweils im Laufe der Geschichte charakterlich gemacht haben. Sie haben sich beide, zum Teil auch mit der Unterstützung des Anderen, sehr authentisch weiterentwickelt. Dabei haben beide jeweils einen Reflexionsprozess durchgemacht, bei dem sie Wege gefunden haben, mit ihren Ecken, Kanten und Problemen umzugehen, auch wenn sie diese zum Ende des Buches hin nicht vollständig bearbeitet haben, was ich aber ebenfalls als realistisch und damit positiv bewerte. Das Ende an sich hat mir auch insgesamt sehr gut gefallen, denn es passte total gut zu Evvie und Dean und rundete für mich die ganze Geschichte schön ab.

Der Schreibstil ist dabei die ganze Zeit über schön locker und flüssig, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der gerne eine schöne und vor allem entspannte Geschichte ohne künstliches Drama lesen möchte. Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten und ergänzen sich in der Geschichte einfach wunderbar. Für mich war dieses Buch schön für zwischendurch. 
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina 




24. September 2020

Rezension zu „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ von Adriana Popescu

Wenn die Vergangenheit die Zukunft bestimmt… 


      
© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
cbt Verlag 
Titel: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln
Autorin: Adriana Popescu
Seiten: 464 Seiten
Genre: Roman, Jugendbuch
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der randomhouse Gruppe, dem cbt Verlag und insbesondere der Autorin Adriana Popescu zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Drei Jugendliche, die Spuren der Vergangenheit und die Frage nach der Zukunft. Irgendwas hat dieser Neue, Samuel, an sich, das Marie von Anfang an fasziniert. Und Samuel geht es genauso. Wie Magnete bewegen sie sich aufeinander zu, stoßen einander aber auch immer mal wieder ab, wenn sie sich von der falschen Seite nähern. Und mitten in diesem Spannungsfeld bewegt sich Theo, Maries jüngerer Bruder, der seit einem schrecklichen Ereignis vor über einem Jahr immer noch mit seinen Ängsten ringt – und in der Schule mit seinem Mobber Andi. Marie, Samuel, Theo – ihr Aufeinandertreffen bedeutet für alle drei einen Neubeginn, aber auch, sich den Geschehnissen ihrer Vergangenheit zu stellen, denn Samuel trägt ein Geheimnis mit in diese neue Freundschaft ...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Ein-Laecheln-sieht-man-auch-im-Dunkeln/Adriana-Popescu/cbj-Jugendbuecher/e562320.rhd)



*Berührend, tiefgründig und voller Emotionen* 

Endlich wieder ein neues Buch von Adriana Popescu!
Ich habe mich wirklich riesig über diese Nachricht gefreut und freue mich riesig darüber, dass ich dieses Buch nun schon vorab lesen durfte! An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an dich liebe Adriana für diese wieder sehr tiefgründige und vielschichtige Geschichte und an den cbj Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. 
Ich wollte zunächst erst einmal nur kurz in die Geschichte rund um Samuel, Theo und Marie rein lesen, und zack, da waren die ersten fünfzig Seiten schon verschlungen. Ich kam super schnell in die Geschichte rein. 
Der Schreibstil von Adriana Popescu ist nämlich wie immer einfach grandios. Sie schreibt nicht um den heißen Brei herum, sondern beschreibt Szenen mit genau dem richtigen Maß an Details, sodass der Fokus auf der Handlung und den Dialogen liegt. Hier nutzt die Autorin ihre Worte so geschickt, um die Handlung der Geschichte voranzuteiben und gleichzeitig den Lesenden zum Nachdenken zu bringen. 

Schonungslos und sehr realistisch wird direkt zu Beginn in diesem Buch mit den Themen Mobbing und Ängsten eine leider nach wie vor sehr aktuelle und ernste Problematik an Schulen angesprochen. Ich finde es so gut, dass Adriana solche ernsten und wichtigen Themen in ihren Büchern offen und facettenreich thematisiert und dabei nichts beschönigt. 

Die Autorin zeigt anhand des Protagonisten Theo, sehr eindrücklich, was Mobbing mit einem Menschen anstellen kann und wie sehr Ängste das Leben beeinträchtigen können.

Zugleich wird durch Theos Schwester Marie deutlich, dass Mobbing nicht nur Auswirkungen auf das Opfer selbst, sondern auch auf das Umfeld hat, was auf den ersten Blick vielleicht manchmal gar nicht so erkennbar ist. Auch die Sicht und besonders auch die Handlungen von Samuel fand ich spannend, da er als Unbeteiligter neu mit der Situation konfrontiert wurde. Dass er zudem noch ganz eigene Probleme hat, die er versucht unter Verschluss zu halten, hat ihn für mich nochmal doppelt so interessant gemacht. 

Grundsätzlich war es in meinen Augen ein genialer Schachzug, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Auf diese Weise bekam ich beim Lesen einen guten Rundumblick, der mich für dieses Thema noch einmal besonders sensibilisiert hat. 

Außerdem konnte ich so jede Figur sehr gut kennenlernen, sodass ich mich allen dreien schnell sehr nahe gefühlt habe. Wen ich von den drei Figuren am meisten mochte, kann ich nur schwer sagen. Ich glaube wenn ich mich entscheiden müsste wäre es Samuel, einfach weil seine Figur so besonders und seine Vergangenheit so bewegt ist. 

Was ich insgesamt einfach genial an diesem Buch fand, waren die Dialoge und die inneren Monologe der einzelnen Figuren. Sie hatten alles, was das Gefühlsspektrum so hergibt. Einige Szenen waren einfach zuckersüß, sodass mir das Herz geschmolzen ist, andere waren so ernst und traurig, dass es mir das Herz fast zerrissen hat. Dieser Wechsel zwischen den Stimmungen spiegelte für mich so gut das echte Leben und auch den Titel des Buches wieder, da es im Leben häufig so läuft, wenn man nur genau hinsieht. Selbst in dunklen Stunden gibt es hier und da wieder Momente, die einen aufheitern und einem ein Lächeln entlocken. 

Mein einziger kleiner Kritikpunkt an der Geschichte ist der Handlungsverlauf zum Ende hin, da dieser für mich etwas zu vorhersehbar war. Ich kann aber auch verstehen, dass auf diese Weise ein geschlossener und lückenloser Abschluss der Geschichte erreicht werden sollte. Für mich wäre eine kleine Überraschung am Ende auch denkbar und ebenso schön gewesen, aber mit dem Ende, so wie es ist, kann ich mich auch sehr gut anfreunden. 

Eine klare Leseempfehlung für alle Popescu-Fans und an alle, die es noch werden wollen. Wer facettenreiche und authentische Charaktere sowie tiefgründige, bewegende Geschichten mit lebensnahen Thematiken mag, sollte zu diesem Buch greifen. Denn hierbei handelt es sich um eine Geschichte, die noch Tage nach dem Lesen nachwirkt, die bewegt und die definitiv zum Nachdenken anregt. 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen! 

   

Lest fleißig, 
eure Sabrina





25. Juli 2020

Rezension zu „Das Buch der gelöschten Wörter – der erste Federstrich“ von Mary E. Garner

Wenn Buchfiguren ein Eigenleben entwickeln… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Bastei Lübbe Verlag 

Titel: Das Buch der gelöschten Wörter – der erste Federstrich
Autorin: Mary E. Garner
Seiten: 416 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Ja, Band 1


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der bloggerjury und insbesondere dem Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Nichts ist für die Londonerin Hope Turner schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin Jane Austen zu träumen. Denn ihr eigenes Leben ist alles andere als spannend und romantisch. Das ändert sich, als sie sich eines Tages in die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books verirrt und dort einem mysteriösen Gentleman begegnet. Der attraktive Fremde geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Doch da ist auch der grimmige und unnahbare Rufus Walker, der sie regelrecht zu verfolgen scheint. Bis er ihr schließlich Unglaubliches offenbart: Der Buchladen ist das einzige Portal in die Welt der Bücher, in der die Romanfiguren ein Eigenleben führen. Doch diese Welt ist in Gefahr ...“ (Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/fantasy-buecher/das-buch-der-geloeschten-woerter-der-erste-federstrich/id_7278054)

Ein großes Dankeschön geht an den Verlag Bastei Lübbe und die bloggerjury, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben! 


*Die Ansätze waren super, hier und da ist noch Luft nach oben* 

Bevor ich mich jetzt näher mit dem Inhalt der Geschichte auseinandersetze: Können wir uns bitte kurz über dieses absolut wundervolle Cover unterhalten?
Ich finde da stimmt einfach alles. Die Farben sind super auf einander abgestimmt und die vielen alten Folianten passen perfekt zum Inhalt der Geschichte. Schon alleine beim Ansehen bekam ich sofort ein feines Kribbeln von Magie auf meiner Haut und freute mich wahnsinnig durch das Portal in der Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books in die Welt der Bücher einzutauchen.
Hier hat die Autorin einen Nerv getroffen und eine Sehnsucht geweckt, die glaube ich so nahezu jeder Buchliebhabende Mensch schon einmal gehabt hat. Denn wer von uns hat noch nie davon geträumt in bestehende Bücherwelten wie Narina, Hogwarts und Co. einzutauchen, den Charakteren leibhaftig zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dieses Szenario ist für mich jedenfalls immer wieder total interessant, weil die Welt der Bücher schier unendlich ist und sich für eine Geschichte damit auch unzählige Möglichkeiten und Richtungen ergeben, in die sie sich entwickeln kann. 
Bei der Umsetzung des Portierens und auch dem Aufbau der Welt zwischen den Buchdeckeln hat sich die Autorin in diesem Werk wirklich so einiges ausgedacht. Diese Komplexität hat mich als Lesende einerseits wirklich beeindruckt, mir andererseits aber bei Lesen auch etwas erschlagen und mir die Spannung ein wenig genommen. Denn verständlicherweise muss so eine Welt dem Leser auch gut erklärt werden. Für mich waren diese Erklärungen zwar wirklich äußerst hilfreich, um die Welt zu begreifen, dennoch wirkten sie etwas zu präsent, sodass sie die Handlung etwas in den Hintergrund gestellt haben.
Der lockere und flüssige Schreibstil hat hier meines Erachtens einen großen Dienst getan, da die Geschichte trotz der Erklärungen gut voran ging und die Schauplätze gerade innerhalb der einzelnen Buchwelten wirklich toll beschrieben wurden. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und die Atmosphäre der jeweiligen Szenen beim Lesen gut aufnehmen. Auch die vielen verschiedenen, zum Teil aus bereits aus anderen literarischen Werken bekannten, Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Bei einigen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, aber das ergibt sich dann vielleicht ja im Folgeband. Auf wen genau ihr trefft verrate ich aber natürlich nicht, das soll ja auch für euch noch eine schöne Überraschung sein. 
Wo wir gerade bei den Charakteren sind darf natürlich ein kurzer Blick auf die Protagonistin Hope Turner nicht fehlen. 
Ich muss zugeben, dass ich es recht schwierig finde, wirklich etwas zu ihr zu sagen. Sie ist mir zwar nicht unsympathisch, aber in diesem ersten Band als Figur mit einem prägnanten Charakter noch nicht stark genug aufgetreten. Hier hätte ich mir die ein oder andere Situation gewünscht, wo sehr deutlich gezeigt wird, was sie ausmacht und welche Haltungen sie vertritt.

Außerdem hatte ich auch beim Lesen immer wieder die Schwierigkeit, sie mir als erwachsene Frau vorzustellen. Denn viele Handlungen, Gedanken und Sätze hätten auch gut zu einem Teenager gepasst. Da musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass diese Frau bereits über 40 ist und damit einiges mehr an Lebenserfahrung hat. 
Damit sind wir dann auch an dem Punkt, der bei mir leider schon sehr früh dazu geführt hat, dass ich mit diesem Buch nicht wirklich warm geworden bin. Denn schon nach ein paar Seiten hatte ich erste Vorahnungen wie es am Ende ausgeht. Nach ca. 100 Seiten gab es dann meiner Ansicht nach sehr deutliche Hinweise und Signale die man nur schwer übersehen konnte. Da habe ich mich wirklich tierisch über die Protagonistin aufgeregt, weil sie etwas so offensichtliches übersieht. Als exakt die gleiche Anfangsthematik dann zum Ende hin wieder präsent wurde habe ich nur noch mit den Augen rollen und „Hab ich ja gleich gesagt“ sagen können. Dieses Vorhersehbare fand ich wirklich schade, denn dadurch habe ich mich nicht wirklich auf die Handlung konzentrieren können, weil ich immer nur darauf gewartet habe, dass diese Hinweise endlich Thema werden. Mir hat das einfach an dieser Stelle viel zu lange gedauert. Leider konnte mich auch der Rest des Handlungsverlaufes scheinbar nicht von diesem Kerngedanken ablenken. Dafür hätte es denke ich für mich deutlich mehr spannende und actiongeladene Szenen geben müssen. 
Wobei ich mir sicher bin, dass auch diese seichten und wirklich schönen Szenen in den Buchwelten alle ihren Reiz haben, wenn man sich zu 100 Prozent ohne Nebengedanken darauf einlassen kann. Denn das waren wirklich Stellen mit absolutem Wohlfühl- und Genusspotential.

Diese Geschichte kann ich jedem Buchliebhaber empfehlen, der gerne in bekannte Buchwelten abtauchen und Buchfiguren mal „ganz privat“ erleben möchte. Der sehr entspannte Schreibstil erweckt viele sehr individuelle Charaktere zum Leben und schafft wunderschöne Szenerien. Für mich war das „große Geheimnis“ zum Ende hin leider schon sehr früh in der Geschichte vorhersehbar, was es mir sehr schwer gemacht hat, mich auf die aktuelle Handlung zu konzentrieren und nicht vorrangig auf den Moment der Enthüllung zu warten. Dennoch denke ich, dass diese Geschichte wirklich viel Potential in sich trägt und man gespannt sein darf, was im nächsten Teil passiert. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen! 

  

Lest fleißig, 
eure Sabrina



12. Mai 2020

Rezension zu „T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ von Christophe Lambert

Hilf der T.I.M.E Agency die Zeitrisse zu schließen… 


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
penhaligon Verlag
Titel: T.I.M.E. Stories – Jagd durch die Zeit“ 
Autorin: Christophe Lambert
Seiten: 320 Seiten
Genre: Sci-Fi
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Nein


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Randomhouse Gruppe und insbesondere dem penhaligon Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext: 
„Los Angeles 2014: Die ungestüme Tess Heiden, die als Patientin in der Psychiatrie einsitzt, erhält ein verlockendes Angebot. Wenn sie sich von einer im Geheimen operierenden Agentur anheuern lässt, kommt sie frei. Doch Tess ahnt nicht, dass dieses Angebot ein riskantes One-Way-Ticket ist. Denn das Geschäft der T.I.M.E Agency ist es, durch die Zeit zu reisen, und zwar von einer Raumstation im Jahr 2469 aus. Um als Agentin tödliche Missionen überleben zu können, muss Tess die brutalsten Tests bestehen. Doch niemand ist härter, gerissener und stärker als Agentin Heiden. Dann erfährt sie, dass die T.I.M.E Agency ein Geheimnis vor ihr verbirgt, und Tess setzt alles daran, es zu lüften...“ (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/T-I-M-E-Stories-Jagd-durch-die-Zeit/Christophe-Lambert/Penhaligon/e565919.rhd )


*Die perfekte Ergänzung zum Spiel* 

Als ich sah, dass es zum Spiel „T.I.M.E. Stories“ nun auch ein Buch gibt, hatte ich mich riesig gefreut. Denn wir, eine Gruppe aus sechs Freunden, haben das Basisspiel erst vor einigen Monaten gespielt und es für wirklich gut empfunden. Ich stehe immer total auf solche rollen- und storybasierten Spiele, wo man in einen Charakter schlüpfen und eine Geschichte durch weise Entscheidungen zu einem guten Ende bringen muss. Auch wenn wir ein paar Anläufe gebraucht haben, konnten wir die Mission am Ende erfolgreich beenden. Die Idee hinter dem Spiel, dass es eine Agency gibt, man sich Wirtskörper aussuchen und mit diesen in der Zeit reisen muss um Zeitrisse zu finden und zu schließen hat mir äußerst gut gefallen.

Umso gespannter war ich nun, weil ich wissen wollte, wie gut das Buch zum Spiel passen würde. Und ich sage es direkt: Diese Kombination aus dem Medium Brettspiel, dass ein Grundsetting vorgibt und dem Medium Buch, dass eine spannende Geschichte in dieses Setting setzt, passt perfekt!

Die ersten Kapitel im Buch bieten zunächst einen guten Einstieg, der nicht direkt in der Agency startet, sondern uns zunächst mit der Protagonistin Tess bekannt macht. Dieser Anfang hat mir gut gefallen, da man sich so sehr schnell mit Tess als Figur anfreunden konnte und ein gutes Gefühl für ihre Charakterzüge bekam. Ich mochte an ihr vor allem ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut. Ich habe förmlich drauf gebrannt, mich mit ihr in Abenteuer zu stürzen.

Kurz darauf kommt die Geschichte dann in Fahrt und wie die Umstände es so wollen wird Tess ein Teil der T.I.M.E. Agency. Und hier setzte bei mir pure Nostalgie ein, als ich die Namen „Laura“ und „Bob“, sowie die Beschreibungen der Raumstation und das Vorgehen bei den Zeitreisen das erste Mal las. Denn das war exakt das Setting, wie man es aus dem Spiel kannte und es waren die beiden Figuren, die uns beim Brettspiel in die Regeln eingewiesen haben. Das hat der Autor wirklich brilliant hinbekommen, anders kann ich es nicht sagen. Er hat es geschafft, dass mich vom ersten Moment an wieder dieses Kribbeln im Bauch gepackt hatte, das ich auch beim Spielen des Spiels bekam. Ich war so neugierig auf die Missionen, denen sich Tess und ihre, wirklich toll zusammengewürfelte Crew, stellen würden.

Die einzelnen Teammitglieder haben sich sowohl in ihrem Aussehen, ihren Charakterzügen und auch in ihren strategischen Denk- und Herangehensweisen sehr voneinander unterschieden. Auch das hat mich wieder ans eigene Spiel erinnert, wo ja auch jeder von uns Freunden anders an Probleme herangehen wollte.

Die Geschichte und der Verlauf der Story mit den Missionen, fand ich im Buch wirklich spannend und vielseitig. Man hat sich auch hier in der Geschichte und den Gedanken und Gefühlen der Figuren wiedergefunden, denn natürlich passieren am Anfang Fehler und nicht alles läuft glatt. Das brachte die Gruppe für mich aber nur noch näher.

Einzig die Spannung hätte für meinen Geschmack auf einem höheren Level liegen können. Sie war im Laufe der Geschichte zwar immer wieder vorhanden, konnte sich aber nicht komplett bis zum Ende hin halten.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen: Jedem der das Spiel noch nicht kennt, denn danach möchte man es unbedingt spielen! Und Jedem, der das Spiel bereits kennt, denn man erfährt doch noch viele interessante Hintergrunddetails, die das Spielsetting weiterausfüllen, komplettieren und damit ein sehr rundes Bild von der T.I.M.E. Agency schaffen. Diese absolut grandiose Kombination aus zwei Medien, die ich beide für sich stehend schon toll finde und die zusammen wirklich gut funktionieren! 

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen! 

    

Lest fleißig, 
eure Sabrina