27. Oktober 2023

Rezension zu „Weil.“ Von Martin Muser

Wenn plötzlich alles aus dem Ruder läuft…


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Weil.
Autor: Martin Muser
Seiten: 128 Seiten
Genre: Jugendthriller
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Eigentlich fängt alles ganz harmlos an: Fünf Jugendliche fahren in ein Haus auf dem Land, um dort fürs Abi zu lernen. Auf dem Weg nehmen sie einen jungen Anhalter mit, der ihnen schon bald auf die Nerven geht. Kurzerhand lassen sie ihn an der nächsten Tankstelle stehen, seine Tasche werfen sie später einfach aus dem Fenster. Ein verhängnisvoller Fehler. Denn am nächsten Morgen steht der Anhalter plötzlich vor ihrer Tür – in Begleitung zweier junger Männer. Sie dringen ins Haus ein und fangen an, die Jugendlichen zu tyrannisieren. Ein perfides Spiel um Macht, Gewalt und Angst beginnt … Martin Musers packendes Jugendbuchdebüt, düster und beklemmend!“
(Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/weil/978-3-551-58493-9)


Auf „Weil.“ War ich sehr neugierig, da dieser Jugendthriller um Gegensatz zu den meisten anderen Geschichten mit rund 120 Seiten doch sehr kurz war und ich mir die Frage gestellt habe, ob man auf so wenigen Seiten genug Spannung erzeugen kann.

Um es kurz zu machen: kann man definitiv. Der Schreibstil war packend, schnörkellos und dadurch sehr spannungsgeladen und temporeich. Es wurde auf wenigen Seiten viel Atmosphäre kreiert und die Handlung schritt ohne große Umschweife voran und konfrontierte den Lesenden mit einigen moralischen Fragen, die doch ganz schön an die Substanz gehen können.

Ich jedenfalls habe mich beim Lesen oft gefragt, wie ich wohl in einer solchen Ausnahmesituation reagiert hätte, habe manche Handlungen versucht nachzuvollziehen und hatte insgesamt die meiste Zeit ein Gefühl von Machtlosigkeit und Ohnmacht, die mich begleitet hat. Dieses Gefühl war zunächst noch interessant, wurde für mich dann aber doch irgendwann vorrangig unangenehm, sodass ich tatsächlich froh war, als die Geschichte irgendwann endete. Auch wenn das Ende für mich nicht gerade befriedigend war. Aber so ist das halt einfach manchmal im Leben.

Was die Charaktere anging, wurde ich leider sehr enttäuscht. Ich fand, dass man hier am deutlichsten gemerkt hat, wie kurz die Geschichte dann doch war, und dass hier vor allem die Atmosphäre und die Spannung im Vordergrund standen. Die Figuren sind mir zu fern geblieben, da es einfach zu viele waren und für genügend Tiefe schlichtweg die Zeit zu kurz war. Mir war zudem niemand sonderlich sympathisch, sodass ich das ganze Geschehen in dem Ferienhaus eher aus der Entfernung betrachtet habe. Hier hätte ich gerne etwas weniger Spannung und mehr Verschnaufpausen und dafür mehr Charaktertiefe und auch Entwicklung gewünscht.


Ein sehr atmosphärischer, kurzweiliger und super spannender Jugendthriller, bei dem die Figuren allerdings für mein Empfinden zu kurz gekommen sind.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


23. Oktober 2023

Rezension zu „The Maze Cutter - Das Erbe der Auserwählten (The Maze Cutter 1) von James Dashner

70 Jahre nach dem Brand…


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: The Maze Cutter - Das Werbe der Auserwählten
Autor: James Dashner
Seiten: 352 Seiten
Genre: Dystopie
gelesenes Format:  Broschiert
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Nur auf einer kleinen Insel, wo Isaac mit seinen Freunden lebt, ist scheinbar noch alles in Ordnung. Bis eines Tages ein rostiges Schiff am Ufer anlegt. Mit einem Haufen Leichen an Bord und einer Frau, die verzweifelt auf der Suche nach Isaac und seinen Freunden ist. Denn nur mit deren Hilfe ist es möglich, ein Heilmittel gegen den Brand zu entwickeln. In all den Jahren ist nicht nur das Virus mutiert, auch die Cranks haben sich verändert: Sie sind schlauer, schneller und gefährlicher als jemals zuvor …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/maze-cutter-das-erbe-der-auserwahlten-maze-cutter-1/978-3-551-58501-1 )


Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich die Mazerunner –Trilogie vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen habe. Ich habe es quasi als kleines Experiment angesehen und die Filme vorher nicht noch einmal angeschaut, weil ich einfach sehen wollte, ob sich dieses Buch auch losgelöst von den anderen lesen lässt. Das geht meiner Ansicht nach sehr gut, wobei es hin und wieder Bezüge zu der ursprünglichen Geschichte gibt. Maze Cutter spielt 70 Jahre nach der Mazerunner-Trilogie, und es gibt nur einen Charakter, den man noch kennt. Das fand ich nicht schlimm, da ich mich auch nicht mehr so ganz genau an alle Charaktere erinnern konnte. Der Schreibstil war wie erwartet flüssig und sehr angenehm, sodass ich gut in die Handlung eintauchen konnte und zügig voran gekommen bin.

Was mir bei dieser Geschichte leider etwas schwer gefallen ist, war es, den Überblick über die 4 Erzählstränge von Minho, Alexandra, Isaac und Jackie zu behalten. Gerade, weil ich den Strang von Alexandra auch super verwirrend fand. Ich konnte aus dem Gerede über Gottheiten und Pilger einfach kein plausibles Bild erzeugen. Stattdessen waren da zig Fragen und große Verwirrung, die auch bis zum Ende hin nicht mal ansatzweise aufgeklärt wurden. Vielleicht passiert das dann in Band 2.

Die anderen drei Erzählstränge waren da für mich schon deutlich einfacher zu verfolgen, wobei ich Jackie tatsächlich am besten fand, sowohl als Figur, als auch was die Handlung anging. Mit Minho konnte ich nicht wirklich viel anfangen, ihn fand ich einfach komisch.

Was die Action und Spannung angeht, die mir damals bei den Mazerunne-Büchern so gut gefallen hat, konnte Maze Cutter leider nicht wirklich mithalten. Ich hatte das Gefühl, dass hier der Fokus auch viel darauf lag, die Veränderungen und den aktuellen Stand der Welt nach 70 Jahren darzustellen, sodass die Handlung an sich für mich nicht ganz so dynamisch war, wie ich es erhofft hätte.


Für Fans der Mazerunner-Trilogie ist es sicherlich super spannend mitzuerleben, was in der Welt nach 70 Jahren nach dem Brand so vor sich geht, wobei diese neue Trilogie nach der ersten Reihe wirklich ein großes Erbe anzutreten hat.. Für mich persönlich konnte der Auftakt dieser neuen Reihe nicht die gleiche Begeisterung auslösen, wie damals die Geschichte rund um Newt. Bei „Maze Cutter“ war mir die Geschichte insgesamt ein bisschen zu verwirrend und hat zu viele Fragen offen gelassen, sodass ich mich nicht zu 100 % auf die Geschichte einlassen und die verschiedenen Charaktere nah genug kennen lernen konnte. Hoffentlich klären sich einige der Fragen im nächsten Band auf.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


3. Oktober 2023

Rezension zu „Ravenhall Academy 1: Verborgene Magie“ von Julia Kuhn

Eine entspannte Magie-Akademie-Geschichte für Fantasyeinsteiger


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Ravenhall Academy 1: Verborgene Magie
Autorin: Julia Kuhn
Seiten: 417 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: E-Book, Broschiert
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Mit allem hätte Lilly Campbell gerechnet, aber nicht damit, dass sie eine Hexe ist: Von ihrer Grandma erfährt sie, dass uralte Magie in ihr schlummert – und um diese zu trainieren, soll sie die Ravenhall Academy besuchen. Zwischen Hexensprüchen, mystischen Legenden und sagenumwobenen Wesen muss sich Lilly nun in dieser neuen Welt zurechtfinden. Dabei gerät sie immer wieder mit dem leider viel zu attraktiven Jason aneinander, der ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Aber schon bald wird klar, dass auf Ravenhall nicht alles so ist, wie es scheint. Denn Lilly kommt einer dunklen Verschwörung auf die Spur, die das Erbe der Hexen tiefgreifend zu verändern droht …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/e-book/ravenhall-academy-1-verborgene-magie/978-3-646-60860-1 )

Auf dieses Buch bin ich in den Programmvorschauen immer wieder gestoßen und der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Ich bin ein großer Fan von Fantasygeschichten, gerade auch für eher jüngere Zielgruppen, da meist super viel Handlung in ihnen steckt und man sich in den Welten einfach verlieren kann. Hier war zwar beim Buch keine Altersempfehlung angegeben, allerdings hörte ich bereits von anderen, dass sich der Schreibstil und auch die Geschichte an sich wohl eher an eine jüngere Zielgruppe richtet, wodurch ich direkt darauf eingestellt war.

Die Welt, die hier mit der Ravenhall Academy geschaffen wurde, war eine absolute Wohlfühlwelt. Hier merkte man, dass dieses Setting mit sehr viel Liebe zum Detail ausgedacht wurde. Die Beschreibungen waren alle sehr anschaulich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte und tolle Bilder in meinem Kopf entstanden sind. Gerade die tierischen Begleiter fand ich eine sehr schöne Idee. Allerdings hätte ich hier sprachlich gerade andere Wörter, anstelle von der permanenten, und dadurch leider auch sehr nervigen, Wortwiederholung „Hundelady“ gelesen. Denn so habe ich echt die Krise bekommen.

Der restliche Schreibstil war sehr angenehm, wenn auch sehr einfach und damit vielleicht wirklich eher für eine jüngere Zielgruppe gehalten, sodass ich schnell voran gekommen bin. Es war ein insgesamt sehr süßes und entspanntes Setting, das sehr unaufgeregt daher kam.

Womit ich leider meine Schwierigkeiten hatte, war die Handlung an sich, die sehr lange brauchte, bis sie Fahrt aufgenommen hatte. Hier glitt eher alles so langsam dahin, sodass ich mich nach und nach zunehmend nach Twists in der Story, wie ernsthaften Konflikten und Schwierigkeiten gesehnt habe. Hier wurde alles recht schnell wieder zurechtgerückt und eben einfach ungefragt von der Protagonistin, der Neuhexe Lilly, stehen gelassen.
Lilly war für mich ein Charakter, mit dem ich ebenfalls nicht so viel anfangen konnte. Sie wirkte auf mich auf der einen Seite sehr liebenswert und sympathisch, auf der anderen Seite wirkte sie auf mich aber auch total naiv und hat ihr neues Schicksal als Hexe einfach so hingenommen ohne sich groß darüber zu wundern. Außerdem flog ihr während der Handlung in den entscheidenden Situationen alles irgendwie zu. Sie hat beispielsweise „zufällig“ immer genau die richtigen Gespräche belauscht, was ich irgendwann nicht mehr sonderlich realistisch fand.

Auch ihr Verhältnis zu Jason, dem männlichen Protagonisten, und die damit verbundene Liebesgeschichte konnte ich ihr nicht so ganz abnehmen. Alles wirkte so schnell und überstürzt. Hier hätte beiden eine Freundschaft glaube ich als Basis sehr gut getan. Jason als Figur selbst fand ich okay, aber jetzt weder sonderlich sympathisch oder interessant.

Wen ich hingegen richtig super fand, waren Lillys Großmutter und Lillys Zimmergenossin Eleanor. Sie habe ich geliebt! Ich hatte das Gefühl, dass ich zu ihr super schnell eine Nähe aufgebaut habe, die ich bei Lilly bis zum Ende hin nicht so gefühlt habe. Vielleicht kommt das aber noch in Band 2.

Außerdem hoffe ich, dass es mehr Spannungsmomente, eine dynamischere Handlung und ein höheres Erzähltempo geben wird. Das hat sich nämlich ganz zum Ende der Geschichte gezeigt und hat mir ausgesprochen gut gefallen.


Ravenhall Academy 1 ist solider Auftaktband, der mit einem süßen magischen und entspannten Setting daherkommt und in dem man sich sehr schnell wohlfühlen kann. Die Geschichte an sich bleibt größtenteils sehr seicht und richtet sich meiner Ansicht nach vom Schreibstil her und auch von den Geschehnissen und Handlungen der Figuren eher an jüngere Fantasyfans. Ich denke gerade auch für diejenigen, die neu in das Genre Fantasy einsteigen möchten, ist diese Geschichte ein guter Einstieg. 
Die Handlung hat gerade zum Ende dieses Bandes großes Potential gezeigt, was hoffentlich in Band 2 fortgeführt und, gerade was Spannung und Handlungsdynamik angeht, voll ausgeschöpft wird. Ich erhoffe mir von Band 2, dass Lilly charakterlich eine Entwicklung macht und mehr Tiefe entwickelt, dass sie reifer und durchdachter handelt und dass sie zeigen kann was in ihr steckt.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


23. September 2023

Rezension zu „Dry“ von Neal & Jarrod Shusterman

Wie reagiert man, wenn eine wichtige Ressource plötzlich verschwindet…


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Fischer Ki. u. Ju. TB Verlag
Titel: Dry
Autor: Neal & Jarrod Shusterman
Seiten: 448 Seiten
Genre: Dystopie
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Fischer- Kinder und Jugendtaschenbuch Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/neal-shusterman-jarrod-shusterman-dry-9783737356381 )

Dieses Buch ist wirklich mal eine krasse Lektüre, die einem auch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt und über die man nachdenkt.

Gerade auch Leute die, die Corona Zeit miterlebt haben und die vor den Regalen standen und kein Klopapier, Mehl, Hefe und andere Lebensmittel mehr bekommen haben, werden sich vielleicht an diese Zeit zurück erinnern. Denn hier hat man einen Vorgeschmack bekommen, wie sich ein Szenario anfühlt, in dem Ressourcen, die sonst eher als selbstverständlich betrachtet werden plötzlich heiß umkämpft sind, manchmal leider sogar wortwörtlich.

Wie ist es dann erst, wenn eine lebenswichtige Ressource plötzlich nicht mehr vorhanden ist? Dieses Szenario beschreiben die Shustermans in dieser Geschichte sehr eindrücklich, indem sie ein dystopisches Setting erschaffen, indem es plötzlich von einem auf den anderen Tag zu einer Wasserknappheit in Kalifornien kommt.

Von der ersten Seite an hatte ich ein beklemmendes Gefühl beim Lesen, viel innere Unruhe und auch eine gewisse Form von Stress. Ich konnte mich sehr gut in die Figuren in der Geschichte hineinversetzen und mir sehr gut vorstellen, was in ihnen vorging. Hier haben die Autoren schreibtechnisch echt alle Register gezogen.

Es zeigte sich sehr eindrücklich eine zunehmende Steigerung des Eskalationsgrades mit dem zeitlichen Fortschreiten der Katastrophe. Denn wo am Anfang noch eine gewisse Form von Hilfsbereitschaft zu erkennen war, trat der Egoismus der Menschen nach und nach immer stärker in den Fokus und es stellten sich auch bald die Fragen, wie schnell es mit der Menschlichkeit zu Ende geht und was passiert, wenn Menschen ums Überleben kämpfen müssen und wozu sie dann in der Lage sind, wenn es hart auf hart kommt.

Die Stimmung wurde immer düsterer, angespannter, brutaler und insgesamt immer krasser. Man erlebte, wie Menschen nach und nach die Nerven verloren und heftigere Entscheidungen getroffen haben. zum Glück hat man aber auch Ausnahmen in Form von Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Miteinander erleben dürfen, was mir sehr gut gefallen hat.

Insgesamt war es für mich aber ein echt beängstigendes Szenario, da es doch sehr realistisch ist. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und sensibilisiert für einen verantwortungsvolleren Umgang mit unseren Mitmenschen und auch mit unseren tagtäglich genutzten Ressourcen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und handelt vor allem von der Hauptprotagonistin Alyssa, ihrem Bruder Garret und dem Nachbarsjungen Kelton, die sich zusammentun, um diese schwierige Situation irgendwie zu meistern. Hier fand ich es sehr beeindruckend, wie die Jugendlichen mit allem umgegangen sind. Ich konnte allesamt gut nachvollziehen, konnte aber keine wirkliche Nähe zu ihnen aufbauen.


Mich hat diese Geschichte vom ersten Moment an abholen und mit ihrem gar nicht so unrealistischen dystopischen Szenario in Form von plötzlicher Wasserknappheit beeindrucken können. Gerade die Atmosphäre haben die beiden Autoren sehr gut dargestellt, sodass sie mir beim Lesen ein sehr beklemmendes Gefühl ausgelöst hat. Die Figuren fand ich allesamt interessant, auch wenn ich bis zum Ende hin keinen wirklichen nahen Zugang zu ihnen bekommen konnte. Dennoch ist diese Geschichte eine, die einem definitiv länger im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina

16. September 2023

Rezension zu „Black Forest High – Ghostseer (Band 1)“ von Nina MacKay

Willkommen auf der Black Forest High


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
PIPER Verlag
Titel: Black Forest High - Ghostseer
Autorin: Nina MacKay
Seiten: 400 Seiten
Genre: Fantasy, Jugendbuch 
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Piper Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Seven hält den Rekord der am längsten außerhalb der Schule überlebenden Geistbegabten. Dadurch ist sie, seit sie zusammen mit ihrem Geisterfreund Remi die Schule betreten hat, bekannter als ein Geist mit zwei Köpfen. Was nicht nur bei den geheimnisvollen Zwillingen Parker und Crowe für Aufmerksamkeit sorgt. Und schnell bemerkt Seven, dass auf der Black Forest High so einiges nicht stimmt: Was steckt hinter der geheimen Arbeitsgruppe, von der niemand weiß, was sie tut oder wer ihr angehört? Weshalb halten es alle für normal, dass die Schule gutes Geld mit den Schülern verdient, die Geister austreiben und verschollene Testamente ausfindig machen? Warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Und weshalb scheinen es sämtliche Poltergeister, die von Sevens toter Schwester flüstern, auf sie abgesehen zu haben? Seven macht sich auf die Suche nach Antworten - gemeinsam mit ihren neuen Freunden und dem ein oder anderen nervigen Toten, der einfach nicht akzeptieren will, dass seine Zeit abgelaufen ist.“ (Quelle: https://www.piper.de/buecher/black-forest-high-isbn-978-3-492-70521-9 )


Ich hatte von der Autorin bereits im Vorfeld sehr viel Gutes gehört, gerade was ihren zackigen und jugendlich-ironischen Schreibstil angeht, und war dementsprechend neugierig auf diese Geschichte, da ich solche Schreibstile immer sehr erfrischend finde und auch der Klappentext mich in diesem Fall total angesprochen hat. Ich bin nämlich ein großer Fan von Internats- und Academy Geschichten.

Was den Schreibstil angeht, wurden meine Erwartungen auch zu 100% erfüllt. Es war wirklich die perfekte Mischung aus knappen, aber sehr treffenden Beschreibungen von Orten und Handlungen, sehr dynamischen und temporeichen Szenen und authentischen Dialogen. Das hat mir echt sehr gut gefallen.

Auch die Storyidee an sich, das Seven Geister sehen kann, und deshalb auf die Black Forest High gehen muss, um ihre Fähigkeiten kennenzulernen und unter Anleitung weiter zu entwickeln, fand ich super. Hier zeigte sich, welche Ideenvielfalt die Autorin in die Geschichte reingebracht hat. Es war in sich eine sehr stimmige Welt mit ganz viel Liebe zum Detail.

Genauso wie die Charaktere, allen voran Seven und ihr absolut liebenswürdiger Geisterfreund Remi, die ebenfalls alle sehr liebevoll ausgearbeitet waren. Ich mochte vor allem Remi, der sich immer für Seven eingesetzt hat, und wirklich gute Sprüche auf Lager hatte, die mich schmunzeln ließen.

Seven fand ich als Protagonistin auch ziemlich sympathisch, auch wenn sie mir an einigen Stellen zu naiv war, und zu wenige Nachforschungen angestellt und offenen Fragen nachgegangen ist. Hier hätte ich sie gerne noch etwas willensstärker erlebt, aber vielleicht kommt das dann auch erst im zweiten Band. Auch ihre Gedankengänge zu Crowe, dem gutaussehenden männlichen Protagonisten, waren stellenweise sehr wiederholend und für mich manchmal sehr sprung- und launenhaft. So als könnte sie sich nicht so recht entscheiden, wie sie ihn jetzt eigentlich findet. Hier hätte ich gerne weniger Drama und mehr Fokus auf ihre Aufgabe gehabt.

Ich hatte trotzdem große Freude, Seven während ihrer Zeit an der Academy zu begleiten, wobei es mir stellenweise sogar etwas zu schnell ging und sich die Ereignisse regelrecht überschlugen. Ein paar kleine Verschnaufpausen zwischendurch wären hier gut gewesen, auch um die ganzen Charakterzüge der vielen Figuren noch besser kennen zu lernen und eine tiefere Bindung zu ihnen aufzubauen.

Das Ende ließ mich zu guter Letzt ein bisschen unbefriedigt zurück, da gefühlt doch noch sehr viele Fragen offen geblieben sind und gefühlt immer mehr hinzukamen anstelle aufgelöst zu werden. Hier wird es erst in den Folgebänden Antworten geben.


Ein echt gelungener Reihenauftakt zu einer sehr dynamischen, spannungsgeladenen und temporeichen Fantasy-Jugendbuch Reihe. Der Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und nimmt den Lesenden mit in eine Geschichte voller unerwarteter Wendungen, liebenswerter Figuren und vor allem jeder Menge ungeklärter Fragen und Geheimnisse.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


3. September 2023

Rezension zu „Vicious - Das Böse in uns“ von V. E. Schwab

Der Kampf der Antihelden


© Sabrina Boger;
abgebildetes Buchcover
Fischer TOR Verlag
Titel: Vicious - Das Böse in uns
Autorin: V. E. Schwab
Seiten: 400 Seiten
Genre: Fantasy
gelesenes Format: Taschenbuch, E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Fischer- TOR Verlag und Netgalley zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder aufzuerstehen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös ­? und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen. Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden …“
(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/v-e-schwab-vicious-das-boese-in-uns-9783104911199 )


Als großer Fan der X-Man Filme konnte mich die Idee dieser Geschichte direkt überzeugen. Es geht nämlich um Menschen, die nach einer Todeserfahrung zurück ins Leben kommen und plötzlich übernatürliche Fähigkeiten besitzen die sie für unterschiedlichste Zwecke, die nicht immer sehr heldenhaft sind, nutzen können.

Die Handlung setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen und spielt gleichzeitig auch noch auf unterschiedlichen Zeitebenen, was mich mehr als nur einmal ziemlich verwirrt und manchmal das Tempo der Handlung leider ziemlich gedrosselt hat. Das fand ich ein bisschen schade, denn es passierte eigentlich super viel spannendes, was ich gerne am Stück verfolgt hätte. Insbesondere die Handlungsstränge von Victor Vale und Eli Ever, den beiden Kontrahenten in dieser Geschichte fand ich sehr interessant und fesselnd.

Ich mochte es total, sich mal die Hintergründe und Motive der Verhaltensweisen der beiden anzuschauen, denn schnell wurde klar, dass Gut ist nicht gleich gut und Böse nicht gleich böse ist. Auch hier habe ich immer wieder diese X-Man Vibes gehabt, da die Fähigkeiten, also Victors Fähigkeit anderen Schmerz zuzufügen oder zu nehmen und Elis nahezu Unsterblichkeit, immer wieder aufgegriffen wurden. Es war insgesamt einfach toll zu sehen, wie vielschichtig diese beiden Bösewichte sind. Ich mochte keinen der beiden wirklich gerne und konnte es trotzdem nicht abwarten, wer am Ende gegen wen gewinnt. Nach dem Motto „Minus und Minus ergibt Plus“ hatte ich hier eher Antipathie mit den beiden, die bei mir allerdings wiederum zu einem sehr angenehmen Leseerlebnis geführt hat.

Der Schreibstil war dabei immer sehr angenehm, sodass ich gut voran gekommen bin und bis zum Ende hin gespannt mitverfolgt habe, wer nun den Sieg gegen den Anderen erringt.


Eine echt coole Geschichte voller X-Man Vibes und mit zwei sehr vielschichtigen Antagonisten, die sich gegenseitig jagen und vernichten wollen. Der Schreibstil war sehr spannend und fesselnd, nur die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel haben manchmal das eigentlich sehr rasante Erzähltempo unnötig gebremst. Hier hätte es für mich auch durchaus Vollgas sein können, denn die Figuren und die Handlung haben das auf jeden Fall hergegeben!

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina