10. Dezember 2021

Adventskalendertürchen Nr. 10: Rezension zu „Aschehonig“ von Beatrice Jacoby

Weil Bienen unsere Zukunft bedeuten…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Impress Carlsen Verlag
Titel: Aschehonig
Autorin: Beatrice Jacoby
Seiten: 300 Seiten
Genre: Dystopie, Jugendbuch
gelesenes Format: E- Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem impress Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Die Natur hat sich ihr Reich schon lange zurückerobert: Wälder wurden lebendig und verschlangen ganze Städte. Seitdem setzt kein Mensch mehr einen Fuß in die überwucherten, lebensbedrohlichen Gebiete. Bis jetzt. Bienenhüterin Giselle spürt eine eigentümliche Verbindung zu den Geschöpfen des Waldes. Sie sucht nach einer Rettung für die Bienen – und die Zukunft. Gemeinsam mit Alexej, der ihr Herz mit jedem tiefgründigen Blick in Aufruhr versetzt, und zwei Freunden wagt sie sich in das lebendige Dickicht. Doch je tiefer sie in den Wald vordringen, desto größer werden die Geheimnisse, die zwischen ihnen allen stehen …“ (Quelle: https://www.carlsen.de/epub/aschehonig/978-3-646-60743-7 )


*Ein sehr wichtiges Thema in der heutigen Zeit *

Das Cover des Buches ist der absolute Wahnsinn. Es ist ein kleines bisschen düster und macht definitiv neugierig auf die Geschichte. Auch der Titel ist sehr passend zur Geschichte ausgewählt, auch wenn er etwas kryptisch ist. Aber das hebt gleichzeitig die Spannung noch einmal an.

Die Grundidee hinter der Handlung war super: Mit dem Sterben der Bienen ist das Thema topaktuell, interessant und sehr wichtig in der heutigen Zeit. Im Laufe der Geschichte steht die Bedeutung der Bienen für die Umwelt und den Fortbestand des Klimas und die Wichtigkeit ihres Schutzes immer wieder im Fokus der Aufmerksamkeit und regt den Lesenden auf jeden Fall zum Nachdenken an. Es wurde eine dystopische Welt mit Bestäubungsdrohnen anstelle von echten Bienen beschrieben, die in meinen Augen ein sehr glaubhaftes mögliches Zukunftsszenario darstellt. Das hat mir an diesem Buch wirklich sehr gut gefallen.

Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig, sodass ich mich sehr schnell auf das Setting und die Handlung einlassen konnte. Es gab vier Erzählperspektiven, die man gut voneinander unterscheiden konnte und die der Handlung immer wieder bei einem Wechsel einen frischen Wind verpasst haben.

Was ich sehr schade fand, dass mich die Geschichte leider trotzdem nicht wirklich fesseln konnte. Die Handlung an sich war gut durchdacht, und es gab immer wieder Wendungen in der Handlung, die die Charaktere auf neue Pfade gelenkt haben. Insgesamt fand ich den Verlauf des Geschehens interessant, aber trotz spannender Momente war die Handlung einfach nicht packend genug, um mich begeistern zu können. Die einzelnen Szenen mit Hindernissen, Problemen und Schwierigkeiten wurden meist sehr schnell aufgelöst, sodass die Spannungskurve recht schnell wieder abflachte.

Mit den Charakteren bin ich irgendwie auch nicht warm geworden. Es gab niemanden aus der Freundesgruppe, den ich wirklich gut leiden konnte. Sie waren alle als Charakter zwar gut nachvollziehbar, aber eine emotionale Bindung und Nähe konnte ich leider zu niemandem aufbauen. Keine Frage, die Botschaft der Geschichte ist bei mir beim Lesen definitiv angekommen, aber der Funke ist bei mir ansonsten leider nicht wirklich übergesprungen.


Eine toll kreierte dystopische Welt, die mit dem Bienensterben ein super wichtiges und topaktuelles Thema anspricht und verarbeitet und in der viel Potential steckt. Die Botschaft der Geschichte wird während der Handlung immer wieder eingestreut und sehr eindrücklich dargestellt und ist beim beim Lesen definitiv angekommen. Der Funke ist bei mir ansonsten allerdings leider nicht wirklich übergesprungen, da ich mit den Figuren einfach nicht viel anfangen konnte und die Handlung mir nicht so gefesselt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Da diese Punkte aber reine Geschmacksache ist, empfehle ich dieses Buch trotzdem jedem weiter, weil es ein so wichtiges Thema behandelt und sehr gut geschrieben ist.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina


8. Dezember 2021

Adventskalendertürchen Nr. 8: Rezension zu „Bitte nicht öffnen 1: Bissig!“ von Charlotte Habersack & Fréderic Bertrand

Wie versteckst du einen Yeti?


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Bitte nicht öffnen 1: Bissig!
Autorin: Charlotte Habersack & Fréderic Bertrand
Seiten: 240
Genre: Jugendbuch, Abenteuer
gelesenes Format: E-Book
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„"Bitte nicht öffnen!" steht auf dem geheimnisvollen Päckchen, das Nemo bekommt. Klare Sache: Nemo macht es auf ... Und dann passieren drei Dinge:
1. Eine Plüschfigur springt heraus, ein verfressener Yeti-Ritter namens Icy-Ice-Monsta – quicklebendig!
2. Draußen schneit es – und das mitten im Sommer!
3. Und der Yeti wird groß. Sehr groß. Zweieinhalb Meter groß!
Während die Kleinstadt Boring in Schnee und Eis versinkt, kommen Nemo und seine Freunde ordentlich ins Schwitzen. Denn wie, bitteschön, versteckt man einen Yeti? Ein turbulenter Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...“ (Quelle: https://www.carlsen.de/epub/bitte-nicht-offnen-1-bissig/978-3-646-92800-6 )


*ein witziges Abenteuer für Klein und Groß*

Bei diesem Buch finde ich alleine schon die Optik einfach genial. Das Cover passt wirklich perfekt zur Idee hinter der Geschichte. Es sieht aus wie das Paket, dass der Protagonist Nemo in unserer Geschichte erhält und natürlich gegen das Verbot seiner Mutter öffnet. Was in dem Paket drin steckt lässt sich ja durch das Cover bereits erahnen.

Die der Handlung zugrundeliegende Idee, dass ein Plüschyeti plötzlich riesig und vor allem lebendig wird, fand ich sehr originell und sehr spannend. Es haben sich durch dieses schräge Setting sehr viele lustige, aber durchaus auch spannende Situationen ergeben, in die ich direkt richtig eintauchen konnte. Ich bin mir sicher, dass jüngere Leser von der ersten Seite an gepackt und permanent am mitfiebern sind, ob Nemo, Fred und Oda es schaffen werden, den Yeti Icy-Ice Monsta zu verstecken und in seine ursprüngliche Form zurück zu verwandeln.

Man darf sich bei diesem Buch auf eine sehr phantasievolle und lebhafte Geschichte mit ebenso quirligen Figuren freuen, die man einfach sofort ins Herz schließen muss. Die drei Kinder Nemo, Fred und Oda und der Yeti Icy-Ice Monsta waren mir von Anfang an sehr sympathisch und hatten alle ihren ganz eigenen Charme, mit dem sie mich sofort gekriegt haben.

Besonders die Dialoge waren immer wieder gespickt mit kindlichen Neckereien und lustigen Sprüchen, die der Handlung eine Frische und Leichtigkeit verliehen haben. Insgesamt war der Schreibstil herrlich erfrischend, locker, einfach gehalten und damit sehr kindgerecht und auf die Zielgruppe der jüngeren Lesenden angepasst. Zugleich wirkte die Handlung beim Lesen auf eine sehr angenehme Weise äußerst dynamisch und ließ durch ein recht hohes Erzähltempo keine Langeweile aufkommen. Es passierten immer wieder neue Dinge, sodass ich durchweg wissen wollte, wie es weitergeht.

Ein richtig tolles Abendteuer, das auch super in die Weihnachtszeit passt, da es im Sommer plötzlich zu schneien anfängt und ein Yeti eine Kleinstadt und vor allem die Freunde Nemo, Oda und Fred in Aufruhr versetzt und ganz schön auf Trab hält. Ich kann das Buch sowohl jüngeren als auch älteren Lesebegeisterten empfehlen, die Lust auf eine witzige, lockere und zugleich rasante und spannende Geschichte mit super sympathischen Charakteren haben.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Herzen!

    

Lest fleißig,
eure Sabrina


7. Dezember 2021

Adventskalendertürchen Nr. 7: Rezension zu „Jeder von uns ist ein Rätsel“ von A. J. Steiger

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg…



© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Jeder von uns ist ein Rätsel
Autorin: A. J. Steiger
Seiten: 400 Seiten
Genre: Jugendbuch
gelesenes Format: E- Book
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und insbesondere dem Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Andere Menschen zu verstehen ist für Alvie eine Herausforderung. Ihr Lieblingsbuch ist die Kaninchensaga »Unten am Fluss« und richtig wohl fühlt sie sich nur in ihrem Job im Zoo, bei den Tieren. Doch als sie Stanley kennenlernt, ist alles anders: Er interessiert sich nicht nur für Quantenphysik wie sie, sondern ist auch unendlich geduldig. Aber auch Stanley fällt es schwer, sich zu öffnen. Und es ist ein langer, zum Teil sehr komischer, manchmal trauriger und wunderschöner Weg, der sie am Ende zusammenbringt – zu so etwas Ähnlichem wie Glück.“ (Quelle: https://www.carlsen.de/amazon-mobi/jeder-von-uns-ist-ein-raetsel/98071 )


*eine Geschichte, die tiefer geht als man anfangs vermutet*

Auf dieses Buch war ich sehr neugierig, da mich der Klappentext sehr angesprochen hat und ich neugierig war, wie das Asperger Syndrom in dieser Geschichte thematisiert werden würde.

Der Einstieg in die gelang mir ohne Probleme, da der Schreibstil super flüssig war und es keine großen Erklärungen am Anfang brauchte, sondern die Handlung direkt mit dem Kennenlernen von Alvie startete. Alvie sieht die Welt ein bisschen anders als die Menschen, mit denen sie tagtäglich zu tun hat. Für Alvie ist es aufgrund ihres Asperger Syndroms schwierig, Gefühle, Gestiken und Mimiken von anderen Menschen zu deuten und darauf nach deren Erwartungen angemessen zu reagieren. Ich fand das Asperger Syndrom hier wirklich gut dargestellt. 
Alvie war für mich ein sehr authentischer und realistischer Charakter, ohne in irgendeiner Form überzeichnet zu wirken. Als Figur war sie mir von Beginn an sehr gut greifbar und sympathisch. Es war toll, die Welt durch Alvies Augen zu sehen und wahrzunehmen. Es öffnet den Blick des Lesenden und bringt ihn zum Nachdenken. Über unterschiedliche Sichtweisen und über die Verschiedenheit von Menschen. 
Mich haben diese Gedankengänge sehr begeistert, weil das Buch dadurch so eine besondere Tiefe bekommen und eine sehr wichtige Botschaft vermittelt hat. Mir hat es große Freude bereitet, gemeinsam mit Alvie den nicht ohne Probleme und Hindernisse verlaufenden Weg in ein selbstbestimmtes eigenständiges Leben zu gehen.

Auch Stanley hat mir als Charakter sehr gut gefallen, da er sehr gut zu Alvie gepasst hat und die Konstellation der Figuren einfach toll gewählt war. Beide Figuren waren so unterschiedlich in ihrer Weise zu denken und zu handeln und haben sich super ergänzt, sodass viele Szenen entstanden sind, die mir richtig ans Herz gegangen sind. Ich fand es so toll zu sehen, wie sich langsam im Laufe der Geschichte eine Verbundenheit zwischen den beiden Charakteren entwickelt hat und wie sich beide in ihrer persönlichen Entwicklung gegenseitig unterstützt haben.

Das einzige, was mich am Ende ein bisschen gestört hat, war dass es doch sehr plötzlich und schnell kam, auch wenn es irgendwie auch sehr gut zur Geschichte passte und einen runden Abschluss gebildet hat.


Eine wunderschöne und berührende Geschichte von zwei ganz besonderen Protagonisten, die dem Lesenden schnell ans Herz wachsen und eine neue Sicht auf die Welt ermöglichen. Alvie und Stanley sind zwei wirklich sympathische, authentische und wie ich finde sehr tolle Charaktere, die einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen konnten.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!


Lest fleißig,
eure Sabrina



5. Dezember 2021

Adventskalendertürchen Nr. 5: Rezension zu „Morgentau – Die Auserwählte der Jahreszeiten“ von Jennifer Wolf

Dates mit den Jahreszeiten…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten
Autorin: Jennifer Wolf
Seiten: 272 Seiten
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: Taschenbuch
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Klappentext:
„Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?“ (Quelle: https://www.carlsen.de/taschenbuch/morgentau-die-auserwaehlte-der-jahreszeiten-buch-1/73704 )


*eine tolle Idee mit einer sehr gelungenen Umsetzung*

Ich denke nahezu jeder von euch hat in seiner Kindheit schon einmal das Kinderlied der Jahreszeiten gehört: „Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. Der Frühling bringt Blumen, der Sommer den Klee. Der Herbst bringt die Trauben, der Winter den Schnee.“

Der Inhalt dieses Liedes wurde in „Morgentau“ aufgegriffen und auf eine magische und wundervolle Art verarbeitet. Denn in der Geschichte geht es im wahrsten Sinne des Wortes um die vier Jahreszeiten, die „personifiziert“ alle vier Söhne der Göttin Gaia sind und für die eine Partnerin gefunden werden soll. Diese Idee fand ich schon mega, auf Grundlage der typischen Merkmale der Jahreszeiten Figuren zu kreieren, die diese Merkmale in ihrem Charakter wiederspiegeln. Das hat die Autorin Jennifer Wolf wirklich ausgezeichnet hinbekommen. Ich mochte alle vier Söhne gerne, denn jeder von ihnen war sehr individuell und hatte seine Eigenarten, die den jeweiligen Charakter aber sehr authentisch gemacht hat.

Hier fand ich es ein bisschen schade, dass das Buch mit etwas über 270 Seiten sehr dünn, und damit schnell wegzulesen war. Für mich hätte es noch einen Tacken länger sein können, da ich gerne mehr Zeit mit den Figuren gehabt hätte, um sie noch besser kennen zu lernen und in ihre charakterlichen Strukturen entdecken zu können.

Auch diese leichten Bachelor Vibes, dass die Protagonistin Maja, eine göttliche Hüterin, erst alle vier Söhne kennen lernen und sich dann am Ende für einen entscheiden soll, haben mir ausgesprochen gut gefallen. Das hielt die Spannung durchgehend auf einem sehr hohen Level, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der sehr angenehme und lockere, zugleich aber auch sehr atmosphärische Schreibstil haben diesen Sog nur noch verstärkt, sodass ich bis zur letzten Seite mit Maja gefiebert habe. Zwischendurch schien die Situation wirklich auswegslos zu sein. Und es blieb wirklich bis ganz zum Schluss offen, für wen sich Maja entscheiden würde. Natürlich hatte ich auch meinen Favoriten, was die Jungs angeht. Ob derjenige es am Ende dann auch geworden ist, verrate ich euch natürlich nicht, dass müsst ihr schon selbst lesen. Ich rate euch aber, haltet Taschentücher fürs Ende bereit, denn es wird ziemlich emotional. Mich hat das Ende jedenfalls sehr berührt.

Morgentau ist für mich ein sehr gelungener und wunderschöner Auftaktband einer tollen Reihe, der für mich die perfekte Mischung aus Gefühlen und Phantasie darstellt. Nevis und Maja sind beide einfach wundervolle Protagonisten, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe, und mit denen ich Hoffnung, Verzweiflung und geteilt habe. Ich hätte sie sehr gerne noch viel besser kennen gelernt, was aufgrund der Kürze der Geschichte aber leider nicht möglich war. Da müssen dann definitiv die nächsten Bände folgen ;)

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Herzen!

   

Lest fleißig,
eure Sabrina


4. Dezember 2021

Adventskalendertürchen Nr. 4: Rezension zu „Mitten im Dschungel“ von Katherine Rundell

Kannst du in der Wildnis überleben?


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: Mitten im Dschungel
Autorin: Katherine Rundell
Seiten: 304
Genre: Jugendbuch, Abenteuer
gelesenes Format: Hardcover
Band einer Reihe: Nein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!


Klappentext:
„Mitten im Dschungel stürzt die kleine Propellermaschine ab und plötzlich sind Fred, Con, Lila und ihr kleiner Bruder Max auf sich allein gestellt. Wo sollen sie einen Unterschlupf und etwas zu essen finden. Und wie kommen sie aus diesem Urwald überhaupt wieder heraus? Immerhin ist ein Fluss in der Nähe und wilde Früchte, und Fred hat genug Abenteuerbücher gelesen, um ein Floß zu bauen. Aber ob das zum Überleben in der Wildnis reicht?“
(Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/mitten-im-dschungel/978-3-551-55480-2 )


*eine spannende Geschichte für jüngere Leser*

Bei diesem Buch ist mir direkt aufgefallen, wie gut der Titel und das Cover zusammen passen. Das finde ich gerade bei Kinderbüchern toll. Es schafft direkt schon beim Anschauen eine gewisse Atmosphäre, die den Einstieg in die Geschichte umso leichter macht.

Die Geschichte beginnt auch gleich ziemlich rasant, denn die vier Kinder Fred, Con, Lila und ihr kleiner Bruder Max stürzen mit einer Propellermaschine ab und müssen sich plötzlich ganz alleine ohne die Hilfe von Erwachsenen in einer komplett fremden Situation zurecht finden. Nur gut, dass Fred sich danke der vielen Abenteuerbücher, die er sehr gerne liest, mit Überlebenstechniken ein bisschen auskennt. Da sieht man mal wieder, wozu das Lesen mal gut sein kann. Auch die anderen Mitglieder der Gruppe bringen sich immer wieder ins Geschehen ein und geraten dabei nicht nur immer wieder in gefährliche Situationen, sondern zwischendurch auch mal aneinander.

Die Gruppe der Kinder war hier wirklich eine tolle Konstellation, da alle vier Kinder total verschieden waren und für ihr Alter sehr authentisch agiert haben, auch wenn manche Handlung in den Augen von mir als Erwachsene etwas unlogisch erschienen. Aber da es eine für Kinder entworfene Geschichte ist, habe ich mit kleinen Unstimmigkeiten kein Problem.

Was mich persönlich allerdings ein bisschen gestört hat, war das mir zwar alle Kinder gleichermaßen sympathisch waren, aber ich keine charakterliche Tiefe gespürt und eine wirkliche Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Ich hatte so das Gefühl, dass die Vier sich gegenseitig hatten und mich nicht gebraucht haben :D Ich denke dass sich junge Lesende noch um Längen besser in die bunte Gruppe der Kinder hineinversetzen können und die Verbindung da noch besser funktionieren wird.

Der Schreibstil ist die ganze Zeit über wunderbar locker und flüssig, sodass gerade die jüngere Zielgruppe, an die sich die Geschichte ja vorrangig richtet, sehr gut mitkommen kann. Die Beschreibungen der Orte, insbesondere die unterschiedlichen Szenen im Dschungel mit der exotischen Pflanzen- und Tierwelt sind für Kinder wirklich toll beschrieben. Es wird nicht zu viel drum herum geredet sondern alles ausreichend beschrieben um sich die alles sehr gut vorstellen zu können, ohne dass dadurch das Erzähltempo gedrosselt wird. Auch diese leichte innere Unruhe und Anspannung der vier kleinen Abenteurer kam beim Lesen gut rüber. Man fragte sich ständig, ob und wenn ja wie die Kinder es schaffen würden, aus dem grünen Dickicht irgendwie wieder nach Hause zu kommen. Es blieb bis zum Ende hin spannend, wie die Geschichte wohl ausgehen würde.


Diese Geschichte ist ein echtes Abenteuer, das Kindern ab 10 Jahren beim Lesen viel Freude bereiten wird. Sie tauchen ein in einen bunten aber durchaus auch gefährlichen Dschungel und erleben gemeinsam mit Fred, Con, Lila und Max viele brenzlige und spannende Momente. Ich kann dieses Buch jedem kleinen und auch etwas größeren Abenteurer empfehlen!

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

   

Lest fleißig,
eure Sabrina


3. Dezember 2021

Adventskalendertürchen Nr. 3: Rezension zu „The Run 1: Die Prüfung der Götter“ von Dana Müller-Braun

Mehr als nur ein einfaches Wettrennen…


© Sabrina Klaus;
abgebildetes Buchcover
Carlsen Verlag
Titel: The Run 1: Die Prüfung der Götter
Autorin: Dana Müller-Braun
Seiten: 400
Genre: Jugendbuch, Fantasy
gelesenes Format: Paperback
Band einer Reihe: Ja, Band 1

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt! Dafür ein <3- liches Dankeschön!

Klappentext:
„Vier Götter wurden einst auf die Erde gesandt, um das Zeitalter der Menschen einzuläuten. Aus schwarzem Sand schufen sie das Reich des Kampfes. Aus goldenem Staub erwuchs die Weisheit. Aus roter Asche wurde der Tod geboren. Und aus blauem Eis das Leben. So die Legende, die noch heute Saris Schicksal bestimmt. Wie alle Achtzehnjährigen muss sie den gefährlichen Lauf durch die vier Reiche der Götter bestehen, bevor sie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden kann. Dabei ist sie auf die Hilfe eines mächtigen Schattenbringers angewiesen, der ihr Herz ungewöhnlich tief berührt. Aber seine Treue gilt nicht ihr ...“ (Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/run-1-die-prufung-der-gotter/978-3-551-58443-4)


*hier steckt einiges an Potential drin *

Der Klappentext von „The Run“ Band 1 hat mich direkt sehr neugierig gemacht, da ich Geschichten mit Wettkämpfen immer super spannend finde und jedes Mal neugierig auf die Umsetzung bin.

In dieser Geschichte begleiten wir die Protagonistin Sari bei ihrem Lauf der Götter durch ihre vier Reiche, um ein vollwertiges in der Gesellschaft zu werden. Dabei taucht der Lesende in eine wirklich imposante Welt ein. Das grundlegende Worldbuilding ist der Autorin hier wirklich ausgesprochen gut gelungen. Die Welt mit ihrer Kultur, ihrem Magiesystem und die verschiedenen Länder mit den unterschiedlichen Beschaffenheiten ist sehr komplex und detailliert ausgearbeitet, sodass ich beim Lesen gerade zu Beginn sehr beeindruckt von der Grundidee war. Durch einen sehr bildlichen Schreibstil konnte ich mir zunächst alles sehr gut vorstellen und mich schnell auf die Geschichte einlassen.

Die Protagonistin Sari gefiel mir als Charakter auch von Anfang an sehr gut, da sie auf mich sehr fürsorglich, verantwortungsbewusst und mutig aufgetreten ist. Das machte sie für mich zu einer starken und sehr sympathischen Person, die ich gerne auf ihrer Reise begleitet habe.

Womit ich allerdings schon bald meine Schwierigkeiten bekam, war das hohe Erzähltempo. Ich hatte so das Gefühl, dass die Autorin sehr viele wirklich tolle Ideen hatte, die alle auf einmal förmlich in diese Geschichte hinein gesprudelt sind.

Diese Ideen hatten für mich alle sehr großes Potential, welches sich in meinen Augen aber leider nicht wirklich entfalten konnte, da sich die Ideen alle überlagert haben. Ich mag es grundsätzlich sehr gerne, wenn die Handlung Schlag auf Schlag passiert und man immer wieder Neues erlebt. Hier waren es mir allerdings zu viele Ideenumsetzungen auf einmal, die allesamt um die größte Aufmerksamkeit gekämpft und sich gegenseitig übertrumpft haben.

Das hatte zur Folge, dass die Handlung für mich sehr wuselig und hektisch war, sodass ich die Handlung an sich gar nicht richtig verarbeiten und stückweit auch genießen konnte. Ich habe zeitweise einfach die Übersicht vor lauter Detailideen verloren. So habe ich beispielsweise die Parallelen aus der Geschichte aus den alten Schriften der Götter nicht auf die aktuelle Story in der Handlung übertragen konnte. Das hat mich stellenweise ziemlich verwirrt und aus dem Lesefluss gebracht. Hier hätte ich mir persönlich einen höheren Fokus auf einzelne gute Elemente gewünscht, da sie so noch besser zur Geltung gekommen wären.

Ansonsten war der Handlungsverlauf in meinen Augen aber sehr gelungen. Es gab jede Menge Spannung, viel Abwechslung, alleine schon durch die verschiedenen Landschaften und Herausforderungen und Prüfungen und auch die eine oder andere emotionale Szene.


The Run – die Prüfung der Götter ist für mich ein solider und lesenswerter Auftaktband, in dem auf jeden Fall noch viel Potential steckt. Die Geschichte überzeugt durchaus mit einem sehr starken Worldbuilding, einer wirklich interessanten Protagonistin und vielen spannenden Momenten. Das weitere Potential liegt auf jeden Fall in den wirklich zahlreichen bereits verarbeiteten Ideen, denen hoffentlich im 2. Band noch viel mehr Raum gegeben wird, damit sie auf den Lesenden wirken und der Geschichte einfach noch mehr Fokus und ein klareres Profil verleihen.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Herzen!

  

Lest fleißig,
eure Sabrina